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Film Kritik
 
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Street Kings

Story:
Nach dem brutalen Mord an Cop Terrence Washington (Terry Crews) versucht dessen ehemaliger Partner Tom Ludlow (Keanu Reeves) Licht ins Dunkel zu bringen. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass die Korruption im LAPD wilde Blüten schlägt und keiner der Beteiligten über eine wirklich weiße Weste verfügt...

regie :
david ayer
cast  : keanu reeves, forest withaker, chris evans
kritik : sascha weber
 

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Kritik:
Los Angeles, die Stadt der Engel, wird von Regisseur David Ayer als Moloch dargestellt, in dem Korruption und Bestechung an der Tagesordnung sind und niemand, auch nicht die Polizei, nur das Beste im Sinn hat.
 


"Ja verdammt, ich hab in dem Spice Girls Film mitgespielt. Na und?"

Es gibt kein klassisches Gut und Böse, kein Schwarz und Weiß; stattdessen sind die Übergänge fliessend und es ist nicht von Beginn an ersichtlich, wem man vertrauen kann und wem nicht. Auch als Zuschauer ertappt man sich dabei, wie man beginnt eine gewisse Skepsis gegenüber allen auftretenden Figuren zu hegen und man erst nach einiger Zeit realisiert, wie die einzelnen Personen wirklich gesonnen sind.

Der Zuschauer lernt den Protagonisten Tom Ludlow als über Leichen
gehenden Cop kennen, der nicht immer den Richtlinien folgt und dabei von seinem Mentor und Captain Jack Wander (Forest Whitaker) die notwendige Rückendeckung und Unterstützung bekommt. Der Auftakt des Films legt eine besondere Intensität vor, die auf diesem Level leider nicht über die komplette Laufzeit des Films aufrecht erhalten werden kann - aber Langeweile kommt im Grunde genommen nie auf.

Da Regisseur David Ayer schon fuer Training Day das Drehbuch
geschrieben hatte, wurden bereits Parallelen und Vergleiche zu Street Kings gezogen, bevor dieser überhaupt in den Kinos anlief. Doch wirkliche Überschneidungen lassen sich nicht finden. Im Gegenteil, Street Kings ist
ein sehr eigenständiges Produkt, welches zwar in etwa das gleiche Thema behandelt, aber trotz alledem einen anderen Weg einschlägt. Die Story,
welche zu Beginn recht einfach gestrickt ist, wird zum Ende hin ein wenig komplexer und wartet mit der ein oder anderen kleinen Überraschung auf,
aber das war bei einem Drehbuch von James Ellroy (L.A. Confidential) wohl
auch nicht anders zu erwarten.

Leider wird der Handlungsstrang um den Ermittler James Biggs (Hugh Laurie) aus der Abteilung für interne Angelegenheiten, der Ludlow und seiner nicht
ganz sauberen Vorgehensweise näher auf den Zahn fühlen möchte, ein wenig
zu nebensächlich behandelt. Dies ist deshalb ein wenig schade, da dieser Teil für den Grundplot durchaus eine wichtige Bedeutung hat und ein Garant für
mehr Spannung gewesen wäre, hätte man sich dafür entschieden näher
darauf einzugehen (man denke nur an Forest Whitakers Auftritt bei der
Serie The Shield).

Der Action-Anteil fäll bei Street Kings relativ hoch aus und ist, bedingt durch den skrupellosen Charakter Ludlows, teilweise rechtbrutal anzusehen, womit wohl auch die 18er-Freigabe erklärt wäre. Leider leidet die Übersicht des Öfteren bei diesen Szenen und es ist wenig mehr als sich schnell bewegende Körper auszumachen. Negativ fällt hierbei auch auf, dass sich Keanu Reeves alter
Ego als Figur herauskristallisiert, die zwar auch mal ne Ladung Schrot in die schusssichere Weste gehämmert kriegt, aber fast schon zu abgebrüht und
unverwüstlich erscheint. Dieser Aspekt wird den meisten Zuschauern
wohl nicht wirklich stören, jedoch steht er fast ein wenig im Widerspruch zu
dem ansonsten realistisch gehaltenen Film.
 


"Dude, mit "lass uns mal abhängen" meinte ich nicht 'im Stacheldraht'."

Wie es oftmals bei solchen Filmen der Fall ist, kommt der Soundtrack
ohne ein richtiges Theme daher, welches den Zuschauer durch den Film
begleitet. Das fällt aber nicht weiter störend auf; im Gegenteil weiß
die musikalische Untermalung generell durchaus zu gefallen, die sehr
treibend daher kommt und die zumeist Bilder passend untermalt.

Interessanterweise spielt der Großteil der Handlung zu nächtlichen
Stunden und bietet dem Zuschauer somit in der Regel ein recht dunkles,
düsteres Bild, welches sehr gut zum Grundtenor des Filmes passt. Auch
die Ausflüge bei Tag sind durch eine gewisse Trostlosigkeit geprägt,
die nur dann und wann durch ruhige und harmonische Szenen
unterbrochen werden.

Die schauspielerische Leistung aller beteiligten Personen ist durchweg
überzeugend, nur Keanu Reeves hätte seinem Charakter, der ja
schließlich im Zentrum der Aufmerksamkeit steht und die meiste
Screentime hat, mit ein paar mehr Facetten ausstatten können. So
kommen seine zwiespältigen Emotionen in Bezug auf seine verstorbene
Frau nicht immer überzeugend rüber. Doch alles in allem weiß auch
Keanu Reeves in seiner Rolle zu überzeugen. Forest Whitaker verkörpert
seine Figur mal wieder vollkommen überzeugend und auch Chris Evans
nimmt man seine Rolle des Rookie, der nicht immer so recht weiß,
zwischen welchen Fronten er sich bewegt, in jedem Moment ab.

Fazit:
Street Kings ist ein Thriller, der sich nicht vor Genre-Kollegen verstecken muss, jedoch fehlt ein wenig Spannung und eine klarere Linie in Bezug auf den Plot. Wer an Training Day Gefallen fand, dem wird sicherlich auch Street Kings zusagen, auch wenn die Dramaturgie nicht ganz so ausgefeilt ist wie bei
Fuqua's Werk.

7
/ 10

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