Story:
"From the Ashes" spielt ein paar Monate vor den Ereignissen von Terminator 4: Die
Erlösung und fungiert als Vorgeschichte zum vierten Teil. Während von Neuling
und T4-Hauptfigur Marcus noch weit und breit nichts zu hören ist, erzählt das Buch hauptsächlich
vom täglichen Kriegsalltag des Kampfes gegen Skynet, wobei
ständig zwischen zwei Parteien gewechselt wird: zum einen folgt man
Rebellenführer John Connor, seiner Frau Kate, dem grantigen Barnes und der Pilotin Blair bei
ihren verschiedenen Einsätzen, zum anderen aber auch einem (im Film nicht
vorkommenden) Soldaten namens Orozco, der seines Zeichen zwei Kinder rettet -
Kyle Reese und dessen Begleiterin.
autor :
timothy zahn
kritik :
christian mester
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Anmerkung: diese Kritik spoilt relativ viel über den Inhalt des Buches, nicht
aber über den kommenden vierten Film.
Kritik:
Black Hawk Down
mit Terminatoren - so etwa könnte man das offizielle Prequelbuch zum kommenden
vierten Teil beschreiben, da es sich in erster Linie um den harten Kriegsalltag
der Serie dreht. Autor Timothy Zahn scheut hier trotz der Unüblichkeit für
Romane auch keineswegs davor, reihenweise
große Actionszenen zu beschreiben. Fast pausenlos kämpfen die Rebellen hier in
den Ruinen von Los Angeles um ihr nacktes Überleben, da Skynet mit aller Macht versucht,
die lästigen Menschen ein für alle Mal zu erledigen. Tag und Nacht machen dabei
auch keinen Unterschied, denn wie es schon die Trailer zum vierten Film
andeuteten, ist das Geschehen dieses Mal auch tagsüber aktiv... und spielt
demnach auch hauptsächlich am Tag.
Die Frage ist jetzt, was genau will der Roman denn eigentlich bezwecken? Will er
eine eigene, interessante Story erzählen? Nicht wirklich; viel mehr geht es Zahn
darum, die aktuelle Lage der Helden näher vorzustellen, ein Gefühl für die neue
Atmosphäre zu vermitteln und die Figuren - vor allem die drei neuen des vierten
Films: Star, Barnes und Blair - ein wenig besser einzuführen. Das und das
Beschreiben der altbekannten Figuren John, Kate und Kyle klappt hervorragend,
was gerade in Hinblick auf den jungen Kyle Reese recht interessant ausfällt und
immer wieder auch mit netten Verweisen auf die alten Filme gewürzt ist.
John hat mittlerweile eine Crew von rund 50 Personen angesammelt, mit denen er
täglich strategische Angriffe ausführt und unbeteiligte Zivilisten rettet. Zwar
ist er zu diesem Zeitpunkt noch nicht der oberste Befehlshaber der Resistance,
gilt aber unter seinen Kameraden als brillianter Stratege und großes Vorbild. Im
Buch findet er nach einem Gefecht eine CD seiner Lieblingsband Guns N Roses, was
ein netter Wink an die Fans ist (GNR machten den Titelsong zum zweiten
Film und sogar ein Musikvideo, in dem Arnie als Terminator auftauchte).
Seine Frau Kate dagegen will immer mit bei ihm sein, was bei John auf großes
Unverständnis stößt. Er hat verständlicherweise Angst um sie, allerdings
erinnert sie ihn an das, was ihnen der Terminator in T3 damals sagte: dass ein
Terminator ihn irgendwann tötet und Kate dann mal die Führung übernehmen
muss. Demzufolge will sie dafür gewappnet sein und schafft es später trotz
anfänglicher Skepsis der anderen Marines, sich ersten Respekt zu erkämpfen. Es
wird auch gezeigt, wie sie John das erste Mal von ihrer Schwangerschaft erzählt
(im vierten Film ist sie schon im 7. Monat).

Kyle ist hier gerade mal 16, aber schon längst ein äußerst erfahrener Rebell und
auch mutiger als viele seiner älteren Kameraden. Eine besonders enge Beziehung
hat er zu dem jungen, stummen Mädchen Star, für die er sich sogar in
lebensgefährliche Nahkämpfe mit den Maschinen begibt. Als nette Erinnerung an
den ersten Film nutzt er im Kampf gegen die Maschinen laufend Rohrbomben - auf
seinen Sohn Connor trifft er im Laufe des Prequels aber noch nicht.
Barnes (gespielt von Rapper Common) ist einer der loyalsten Soldaten Connors,
der allerdings wegen seiner aufbrausenden Art von den anderen Kameraden ziemlich
gefürchtet wird. Barnes lässt sich ungern herum kommandieren oder befehligen;
einzig bei Connor, den er über alles schätzt, ist er jedes Mal gleich als Helfer
dabei.
Blair (Moon Bloodgood) dagegen ist eine äußerst mutige und abgebrühte Pilotin,
die Connor's Team laufend mit ihrem A-10 Kampfflugzeug unterstützt und oftmals
die letzte Rettung darstellt. In etlichen explosiven Luftkämpfen legt sie sich
mit den fliegenden Hunter-Killern an und sorgt dafür, dass sich die Rebellen
hauptsächlich um die feindlichen Bodeneinheiten kümmern müssen.
Skynet? Taucht selbst nicht auf, aber die beschriebene Lage ist dennoch relativ
interessant. Man erfährt zum Beispiel, dass Skynet zu der Zeit noch nicht so
mächtig ist wie zunächst angenommen und zwar viele Angriffe läuft, technisch
aber noch halb in den Kinderschuhen steckt. Abgesehen von den Hunter-Killern
nutzt es eigentlich nur die klobigen und relativ leicht zu besiegenden T-600,
sowie die alten Modelle der T-1 (welche man auch in T3 schon zu Gesicht bekam).
Diese kommen zwar oft vor (im Buch treffen die Rebellen etwa auf insgesamt 30
T-600, eine handvoll T-1 und 6-7 Hunter-Killer), aber haben sie weder
überragende Technik, noch tauchen sie in Form wirklich unschlagbarer
Riesenarmeen auf.

Zu diesem Zeitpunkt macht es also noch den Anschein, als könnten die Menschen
das Computernetzwerk wirklich mal besiegen. Eine ebenso große Gefahr wie die
Maschinen stellen derweil andere Überlebende dar, die in Gruppen durch
die Ruinen ziehen und alles überfallen und vergewaltigen, was sich selbst
nicht wehren kann (im Buch kommt es allerdings nicht dazu).
Hints in Richtung des vierten Teils gibt es leider nur wenige - so meinen einige
Rebellen gehört zu haben, dass Skynet neue Modelle für Unterwassereinsätze
entwickelt (die Hydrabots) und es kommt das Gefühl auf, dass Skynet
verdächtigerweise sehr unbeteiligt, gar mit anderen Sachen beschäftigt wirkt - es gibt
jedoch weder den neuen Harvester zu sehen, noch Mototerminatoren, T-700, Fabriken,
Terminator-Konzentrationslager oder gar ein komplett neues Modell - selbst
Zeitreisen stehen hier noch nirgends auf dem Programm.
Ist es denn ein gutes Buch? Kommt drauf an, was man verlangt - als
eigenständiger Sci-Fi Roman ist er sehr platt, dafür fehlt es definitiv an einer
vernünftigen Story mit Höhepunkt und Ende, aber als erster Einblick in die Welt
von Terminator 4 ist es für Fans klar empfehlenswert, da es mit Vorkenntnissen
gleich alles viel besser aussieht. Bei einem Preis von gerade einmal 5-6 Euro
lässt sich auch nicht groß meckern, und als leichte Strandlektüre ist es mit
gerade einmal 300 Seiten fix heruntergelesen.
Aber - wer sich generell die Härte der Zukunftsvisionen des ersten Films
wünscht, wird mit Sicherheit recht enttäuscht sein, denn in Sachen Gewalt fällt
das Prequel etwa so handzahm aus wie "Oh, wie schön ist Panama". Auch fehlt die
Angst der Menschen, die zwar in den alten Zukunftsvisionen sehr packend
herüberkam, hier aber kaum vorkommt, da fast alle Beteiligten höchst routinierte
Krieger sind und die riesigen T-600 reihenweise erledigen, als wären sie ganz
normale Gegner, nicht leblose totbringende Maschinen in Skelettform. Das hätte
man spannender machen können.
Fazit:
Das Prequel zu Terminator 4 ist
derart leichte Kost,
das man sie locker an einem sonnigen Nachmittag herunterlesen kann - für Geeks
und Fans der Serie ist die Einführung in die neuen Figuren auch recht gelungen
und dank viel Action auch alles andere als langweilig, doch für einen richtig
guten Roman mangelt es einfach an Story und Höhepunkten. Auch hätte das Buch
ruhig ein, zwei Überraschungen oder Secrets beinhalten können, denn ohne die ist
es letztendlich nichts Relevantes und somit auch fraglos überspringbar.
5 / 10
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