BG Kritik:

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning


von Christian Mester

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (US, 2006)
Regisseur: Jonathan Liebesman
Cast: R. Lee Ermey, Andrew Bryniarski

Story:
Vor dem Ereignis des ersten Films: auf dem Weg zum Einzug in den Krieg landen zwei junge Männer mit ihren Freundinnen in einer maroden Gegend in Texas, in der sie natürlich im Handumdrehen auf Chief Hoyt (R. Lee Ermey) und seinen unförmigen Stiefsohn Ledergesicht treffen ...


Prequel zum von Bay produzierten Remake: mehr Gore, mehr Sheriff, weniger gut.

Fast hätte Dolph Lundgren Leatherface gespielt


Ein Prequel, also eine Vorgeschichte macht man in der Regel nur dann, wenn die beliebten Figuren im vorherigen Film starben oder sonst wie auffallend beeinträchtigt wurden und man dann nicht wagt, einen neuen ohne sie zu machen (die Reihe aber auf Biegen und Brechen fortsetzen will, gell "Roter Drache", was dann notfalls auch ohne Star geht, siehe "Hannibal Rising") - oder weil man wirklich mal der Ansicht ist, die Vergangenheit des Films sei so interessant, dass sie sich zu erzählen lohne ("Der Pate 2", "Der Hobbit"). Oder weil man halt einfach nur Kohle machen will.

Bei "The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" war es wohl eher ersteres, da das Survivor Girl am Ende des ersten Films einen der beiden prägnanten Schurken umbrachte und den anderen wie einen Bonsai beschnitt. Selbst der kreativste Schreiber, der schon Michael Myers' Kopf wieder logisch an dessen Körper bekam und Jason von einem Dämonenwurm in einen Cyborg verwandelte, hätte da nicht mehr weiter gewusst, also entschied man sich kurzerhand für ein Prequel. Wo man schon mal dabei war, versuchte man mal die beiden Bösewichte auszubauen, indem man uns im Film ihre Werdegänge zeigt. Mag für Horrorbuffs generell interessant sein, gezeigt wirkt es aber eher kontraproduktiv. Dadurch, dass wir mehr über den alten Miesepeter erfahren und Leatherface als Jobber sehen, raubt es beiden ihren geheimnisvollen Biss, da sie plötzlich nur noch zwei Degenerierte sind, die aufgrund glücklicher Zufälle in ihre mordsguten Lagen gekommen sind. Zufälle insofern, als das sich niemand groß über ihre erste große Mordserie zu kümmern scheint und sich auch sonst kleinere Logikfehler einschleichen.

Viggo Mortensen, Renee Zellweger und M. McConaughey spielten in den alten Teilen mit


Der Horror fällt dieses Mal auch nicht mehr ganz so spannend aus, was hauptsächlich an der brandneuen, schwächeren Besetzung liegt. Jordana Brewster (aus "The Fast and the Furious" 1+4) mag hübsch sein, hat aber offenbar weit weniger Talent für ihr Fach, was Schreierei schnell von beängstigender Panik in Nervtöterei verwandelt. Es gibt auch keine wirklich überragenden Momente mehr, was definitiv der soliden, aber höhepunktlosen Regie zuzusprechen ist. Wer das Remake zudem kennt, dürfte seine Schwierigkeiten mit dem zweiten haben: Da es ja ein Prequel ist und wir längst wissen, dass Hoyt und Leatherface im Remake putzmunter und noch am gleichen Ort sind, ist sofort zu erschließen, dass keins der neuen Opfer den Film überleben wird; schwierig demnach, da in irgendeiner Form mit den Opfern mitzufiebern oder zu erwarten, dass den Bad Guys was zustößt.

Liebesman, der schon den ansehnlichen, aber zu kurzen und grusellosen "Darkness Falls" inszenierte versucht Nispels Stil zu kopieren, was ihm optisch spielend gelingt, allerdings nicht qualitativ, da "The Beginning" weder seinen Schauspielern groß was abverlangt, noch denkwürdige Szenen beinhaltet. Dem steht eine fraglos gute Produktion gegenüber, die in Sachen Sounddesign und schick unschönen Sets wieder punkten kann. Die neuen Psychoelemente und der Versuch, das Dinner des ersten Films nachzumachen, schlägt fehl, und so besinnt man sich besser darauf, dass der Film nichts ist als eine akzeptable Zugabe, die zu lang geht, neue, weniger gute Songs spielt und man also nicht gesehen haben muss, nur, wenn man unbedingt mehr von Familie Hewitt sehen will und von dem ganzen Szenario angetan ist.

The Texas Chainsaw Massacre: Blutgericht in Texas (1974)
The Texas Chainsaw Massacre 2 (1986)
The Texas Chainsaw Massacre 3: Leatherface (1990)
The Texas Chainsaw Massacre 4: The Next Generation (1994)
The Texas Chainsaw Massacre (2003)
The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
Texas Chainsaw (2013)

Fazit:

TCM: The Beginning ist ein durchschnittlicher Horrorfilm geworden. Bei weitem nicht so gut wie der letzte Film, aber ganz ordentlich gemacht und Dank Ermey noch immer mit Lichtblicken.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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