Story:
In naher Zukunft: die zierliche, aber eiskalte Ruka ist Teil einer
faschistischen Sondereinheit, die einem immer größer werdendem Problem
gegenübersteht: Mutanten. Irgendjemand verwandelt ahnungslose Bürger in absurde
Gestalten mit Kettensägenarmen, Krokodilmaulbeinen und anderen Verunstaltungen,
die es zum Schutz der Bürger schleunigst auszusortieren gilt. Bei der Suche nach
Antworten kommt die wortkarge Nicht-Kirgisin dabei einem unheimlichen Geheimnis
auf die Spur...
regie :
yoshihiro nishimura
cast :
eihi shiina
kritik :
christian mester
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Kritik:
Schon der erste Trailer dieses
monumentalen Splatterstreifens versprach zu toppen, was der berüchtigte
Blutexzess Ichi: Der Killer an Gore und Kunstblut auf die Leinwand
klatschte. Wer da also zur verschwindend geringen Nischengruppe der so genannten Splatterfans gehört und Story of Ricky, Braindead und Meet the Feebles
mit zu seinen
Lieblingswerken zählt, der darf sich den Titel dieses Films am besten direkt mal
auf die Stirn tackern, denn was Sex and the City: Der Film und Der Teufel trägt
Prada für Fashion und Damenschuhe sind, das dürte TGP bald für Kunstblut sein.
Wer noch nie einen Splatterfilm gesehen hat (was übrigens auch sehr anzuraten
ist) dem sei gesagt, dass es in einem solchen nicht etwa nur blutige Szenen
gibt, sondern extrem blutige, übertrieben blutige, exzessiv blutige, gar
absurde Gewaltepik, die Splatterfans in der Regel wahrscheinlich als
cartoonhaften Spaß empfinden. Im Falle des Peter Jackson Klassikers Braindead
(Jahre später sollte der Mann mal Herr der Ringe drehen) ist das zuweilen sogar
für Nichtfans verständlich - und fast lustig, aber inwieweit Menschen sich an
der Zurschaustellung absurder Gorefantasien mit Kunstblut und zerfetzten
Gummikörpern langfristig unterhalten können, wird wohl auf ewig ein Rätsel
bleiben.
Zu diesem Film gibt es da ganz klar zwei Dinge zu sagen: zum einen ist der
Splattergehalt, der im Gegensatz zu Braindead den ganzen Film lang den
Rasenmäher schwingt, wirklich abnorm, was besagte Fans sicher glücklich machen
wird, doch letztendlich ist er - wie eigentlich jeder Exilstreifen seines Genres
- ein extrem schlechter Film.
Davon mal ganz abgesehen, dass das Dauergesplatter spätestens nach einer kurzen
Weile ganz gehörig am Nervengerüst kratzt, da es wirklich stumpf ist, wenn die
Polizistin einem die Arme abschlägt und dann minutenlang mit Regenschirm (!) in
dessen Blutfontäne badet, ist Rukas Fahndungsgeschichte in etwa so sehenswert
wie Laugenbrot beim Verschimmeln zuzusehen. Die Darstellerin der Rolle, die in
Miikes Audition noch reichlich unheimlich war, bemüht sich der gesamten
Lauflänge des Filmes nämlich über, so kalt und unnahbar wie ein toter Fisch zu
wirken, was für eine Hauptrolle natürlich kaum besser sein könnte. Wenn man
jemanden zwei Stunden zusehen will, dann doch jemand langweilig
Unsympathisches.
Die Story des Films ist darüber hinaus völliger Mumpitz, worüber auch die
zugegebenermaßen nicht gerade kreativarme oder amateurhaft inszenierte Auswahl der
cronenbergschen Kreaturen hinwegtäuschen kann. Spätestens, wenn man zum
100tausendsten Mal die gleichen zwei Takte der Titelmelodie hört, die fast
unentwegt gnadenlos im Fahrstuhlmusikloop läuft, will man selbst eifrig das
Katana schwingen. Der Film ist auch zu keinem Zeitpunkt witzig oder sieht sich
wie oben genannte Werke als das was es ist; im Gegenteil, Tokyo Gore Police ist
durchgehend melancholisch, anstrengend, zäh und ernüchternd schlecht, eine
unerträgliche Aneinanderreihung von Freakshowmaterial und Exzessgewalt in
schlechter Laune.
Fazit:
Pflicht für Fans des Genres, jeder andere sollte ihn tunlichst meiden.
0,5 / 10
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