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KRITIK:
The Tournament
Regie:
Scott Mann
Darsteller: Ving Rhames, Kelly Hu
Release: 2010
von Christian Mester
Story:
Pater Joseph (Robert Carlyle) traut seinen Augen
nicht, als er eines Morgens gleich von mehreren
Unbekannten angegriffen wird. Ehe er sich versehen
kann, ist er unfreiwillig Teilnehmer eines geheimen
Wettbewerbs. Eine Gruppe reicher Geschäftsleute
inszeniert alle paar Jahre ein tödliches Last Man
Standing-Turnier, in dem sich die weltbesten
Attentäter gegenseitig zu töten versuchen. Weil dem
Priester ein Peilsender zugesteckt wurde, ist er
gezwungen, das Spiel mitzuspielen……
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Robert Carlyles Kollege Ian Somerhalder wurde
durch Lost
bekannt. Sein dortiger Name: Carlyle. |
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Kritik:
"The
Tournament" war eigentlich schon vor knapp zwei
Jahren im Kasten. Stellt sich also die Frage, wieso
es der Film nach langen Verhandlungen am Ende dann
doch nicht ins Kino geschafft hat. Antwort? Weil er
nicht genügt.
Das fängt schon beim versammelten Kader an. Die
Hauptrollen im Film spielen die Asiatin aus "X-Men
2", der infizierte Papa aus "28 Weeks Later" und Tom
Cruise' alter Sidekick aus den drei "Mission
Impossible" Filmen. Spätestens beim Lesen der
Besetzung dürften schon die ersten Alarmglocken
klingeln, da Robert Carlyle, Ving Rhames und Kelly
Hu alleine bislang noch keine Actionfilme tragen
konnten. Und das müssen sie hier, da der harsche
Überlebenskampf ihrer Figuren der alleinige
Standpfeiler des ganzen Films ist.
Zugegeben, der Action-Part ist unterhaltsam. Scott
Mann packt eine Menge Action in seinen Film, hält
sich nie lange mit unnötiger Stille auf und lässt es
trotz minimalen Budgets in einer Tour feste krachen.
Blutige Shootouts (in der dt. Fassung stark
zensiert), aufwendige Nahkämpfe und eine destruktive
Verfolgungsjagd mit einem Bus lassen das Popcorn
schmecken und hin und wieder zu den M&Ms greifen.
Dazu werden nette Auftritte von "Casino
Royale"-Parkourmeister Sebastien Foucan und dem
neuen Stern am B-Movie Actionhimmel Scott Adkins
serviert, der seinen gestählten Körper für gewohnte
Martial Arts Artistik einsetzen darf. Nicht so
gelungen? Losts Ian Somerhalder (Boone) spielt einen
verrückten, Zigarre qualmenden Massenmörder, der das
Wort Badass neu definieren will, allerdings nie
ernst zu nehmen ist. Glücklicherweise fällt der Rest
nie auf Bugs Bunny Blödsinn ala "Shoot Em Up"
zurück. Ebenfalls misslungen ist der klägliche
Versuch, Rhames als traurige, tragische Figur zu
verkaufen.
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Kelly Hus erste Kinorolle?
"Freitag der 13te Teil 8: Jason takes Manhattan" |
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Was will man also
mehr, mag der Fan typischer DVD-Actiontitel wie "Ghettogangz
2", "Undisputed 2" oder "The Mechanik" meinen - und
damit Recht behalten. Was die Ansprüche des
Videothekensektors B-Movie Action betrifft, liefert
der Film astreine Untergenreunterhaltung. Es gibt
keine albernen Body-Doubles ("Mercenary for Justice"),
keine großen Nebenplots mit gesichtlosen
osteuropäischen Nichtschauspielern ("Flight of Fury"),
keine PlayStation-1-Explosionen ("Black Dawn") und
dass der Film - wie fast alle dieser zumeist günstig
und schnell herunter gerasselten Titel -
kostensparend in einem
Land wie Bulgarien gedreht wurde, fällt hier nicht störend auf.
Kurzum, ein günstig inszeniertes, schnelles
Action-Häppchen mit Blut und viel Krawall.
An dieser Stelle könnte man jetzt womöglich
einpacken und weiter blättern,
allerdings lässt sich noch schauen, wie sich der
Film abseits seines Zielpublikums schlägt.
Nicht so gut.
Frage: was wäre, wenn nicht Jason Statham den
Transporter gespielt hätte sondern der Scharfschütze
aus "Rambo 4"? Warum war "Walking Tall" mit The Rock
besser als "Walking Tall" mit TV-Hercules Kevin
Sorbo? Charisma ist das Stichwort und das fehlt
allen drei Hausnummern. Carlyle war klasse in "Trainspotting"
und "Ravenous", Hu hatte Präsenz als Lady
Deathstryke und Rhames ist auch immer gern gesehen,
aber das eher nur in Nebenrollen. Das sind
Schauspieler, die als Helden nicht funktionieren,
egal wie überzeugend sie ihre Kampfszenen
trainieren. Carlyle, der noch beste von ihnen,
bekommt zudem am wenigsten zu tun, da er einen
harmlosen Pfarrer spielt. Das ist das Hauptproblem
des Turniers, der mit einem Arnie oder Sly in der
Hauptrolle eventuell ähnlich gut wie "Phantom
Commando" oder "Die City Cobra" hätte werden können.
Diese Titel hatten auch keine herausragenden Stories,
überzeugten aber mit dem gewaltigen Sympathie-Faktor
ihres Frontmanns.
Da der hier fehlt, verläuft sich die Aufmerksamkeit
und Scott Mann kann es mit nichts aufwiegen. Das
Grundkonzept ertrinkt in unplausibler
Lächerlichkeit: die Millionäre, die am Tisch sitzen
und sich das Spiel per Videoscreens ansehen,
erinnern an Kramkisten-Vollschrott wie "Best of the
Best 4", der Spielmoderator ist eine schlechte
Corbin Bernsen Kopie und die Tatsache, dass man
lachend dreist von "Battle Royale" klaut (der an
sich übrigens prinzipiell interessanter war, da die
Spielteilnehmer Kinder waren), hinterlassen einen
leicht senfigen Nachgeschmack. Dennoch soll es
keinen Galgen geben - schraubt man seine Ansprüche
zurück, ist "The Tournament" ansehnliches B-Movie
Kino, allerdings mit großem B wie "bloß nicht zu
viel erwarten".
Fazit:
"The Tournament" ist furioses DVD-Actionkino voller
Blut (jedenfalls angeblich in der ungeschnittenen
österreichischen Fassung, vielen Dank,
Zensurbehörde), aber ein nur mittelmäßiger Film, dem
es an Beziehungsfigur fehlt.
4.5 / 10 |