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Kritik:
Transformers 2 - Die Rache


von Christian Mester

Transformers: Revenge of the Fallen
(2009)
Regisseur: Michael Bay
Cast: Shia LaBeouf, Megan Fox, Bumblebee

Story:
Zwei Jahre nach den Ereignissen des ersten Films erwecken Megatrons Helfer ihren Meister wieder zum Leben, der kurzerhand den altertümlichen Supertransformer The Fallen zu sich bestellt. Dieser will die Energie der Sonne abzwacken, indem er sie mit einer in den Pyramiden versteckten Maschine auslöscht. Sam, Mikaela und die Autobots begeben sich nach Ägypten, um sie aufzuhalten...

Kritik:
Transformers war ein Welterfolg, also folgte ein zweiter schnell hinterher. Steven Spielberg war bei diesem zweiten allerdings nicht mehr ganz so involviert, und das macht sich leider schwer bemerkbar.

Bay interessiert sich für Action, Autos, Army und heiße Frauen, und genau auf diesen Aspekten liegt dieses Mal der Fokus. Die Action ist sehr viel größer und aufwendiger aufgezogen, Édelkarosserien und Topmodelfiguren sind noch betörender eingefangen, und die US Army, die schon beim ersten Film mit Bay zusammenarbeitete, wird hier in größten Heldenbildern patriotisch gefeiert. Sie werden sogar Teil der Handlung und tragen dazu bei, die Decepticons mit aufzuhalten. Wem nur das wichtig ist, dem wird der zweite Teil womöglich problemlos gefallen können. All diese Aspekte gabs schon im ersten Film, hier wird es nur intensiviert und in den Vordergrund gerückt.

Probleme finden sich woanders, und leider vielzählig. Im ersten Teil war Sam bereits überzuckert und sein Faible für Fettnäpfchen grenzwertig, so aber noch im Bereich des Amüsanten. Nach höher, schneller, weiter ist der neue Sam trotz der Erfahrungen als Retter der Welt längst nicht abgebrühter. Im Gegenteil, er ist noch hibbeliger geworden und darf sich wieder zum Affen machen, diesmal jedoch eher anstrengend als amüsant. Einen weiteren Verlust gibt es auf Seiten der Autobots, bei denen sich der vorher edle Anführer Optimus Prime als engstirniger, brutaler Anführer entpuppt, der sich nicht mehr groß um Kontakte zwischen den Spezies kümmert, sondern nur noch Decepticons ausradieren will, als wäre es lästiges Ungeziefer. Ebenfalls verloren hat John Turturro, der im ersten Film ein leicht skurriler Loser war. Hier ist er ein nerviger skurriler Loser, der so aufdringlich witzig sein soll, dass er es nicht mehr ist.

Bis auf Jon Voight sind die ganzen unwichtigen Nebenfiguren des ersten beigeblieben und bekommen erneut sinnlos viele Szenen. Niemand interessiert sich für die Soldatenausflüge von Josh Duhamel und Tyrese Gibson, aber scheinbar verlangte die Army ein Mindestmaß an Screenpräsenz für Armeefiguren. An Neuzugängen darf Ramon Rodriguez als Schulkollege auf dem College-Campus einen noch nervigeren Sam Witwicky abgeben, während Isabel Lucas auf T-X machen darf, aber im Grunde nur als attraktiver Special Effect herhält.

Michael Bay hat sich im Nachhinein dadurch entschuldigt, dass man wegen des Autorenstreiks kaum Zeit für das Script hatte, und selbst zugegeben, dass der Film nicht gut geworden sei. Ihm selbst kann man das kaum vorhalten, da sein Metier, die Actionszenen, nach wie vor beeindruckend umgesetzt sind. Allerdings geht der Film auch zweieinhalb Stunden, und versucht in diesen, als großes, ernstes Epos ernstgenommen zu werden. Das ist aber shia unmöglich, da die gesamte Story Murks ist und murksig geschrieben ist. So vieles ergibt keinerlei Sinn, und man wird quasi erschlagen mit Exposition über die alten Primes und ihren Verräter The Fallen und seine Sonnenernten und seinen Kampf gegen Neanderthaler und Sam landet im Himmel der Transformers und spricht mit Transformersgeistern und dann suchen sich noch ein Gadget namens Matrix der Führerschaft und Allspark-Splitter gibt es auch noch und bla und bla und bla. Der Film nimmt seine Hintergründe viel zu ernst, setzt sie zu unlogisch um und setzt sie vor allem mit Figuren um, die uns banal und egal bleiben. Was bleibt, ist langatmiger Kram, der dazu führt, dass man versucht, sich nur auf die Action zu konzentrieren. Was bei zweieinhalb Stunden Laufzeit nicht leicht fällt.

Schlimmste Wahl war es jedoch, den pubertären Humor des Erstlings unbedingt noch übertreffen zu wollen. So haben Transformers dieses Mal Hoden, ein alter Transformer hat einen Metallbart und es gibt zwei Vollidioten, die mit Goldkette und Ohrringe als Hiphop-Klischees präsentiert werden. All dieser Schwachsinn enttäuscht umso mehr in Hinblick auf Bays Technikabteilung, die sich mit den Transformers und ihren Actionszenen höchste Mühe geben, und genau wie Musiker Steve Jablonsky erneut Toparbeit abliefern.

Fazit:
An Transformers 2 ist so viel verkehrt, dass man kaum alles Misslungene wirklich aufzählen kann. Bay selbst hält ihn mittlerweile für missraten, und das lässt sich wirklich nicht leugnen. Die Transformers und ihre Actionszenen sind nach wie vor technisch hervorragend in Szene gesetzt, aber die restlichen 100 Minuten nerven mit langatmiger Story, blödem Humor und gleichgültigen Figuren. Wie man das so viel besser machen kann, bewies der Erstling. Hätte man vielleicht doch mal besser ein Jahr länger gewartet, um das Script ins Reine zu kriegen.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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