Story:
Als die junge Bella Swan
(Kristen Stewart) in eine neue Stadt zieht, ahnt sie noch nicht, dass sie an
ihrer neuen Schule eine schicksalshafte Begegnung haben wird. Sie trifft Edward
(Robert Pattinson), einen merkwürdig ruhigen und bleichen Aussenseiter... und
verliebt sich prompt in ihn. Was sie erst nicht weiß ist, dass Edward ein
waschechter Vampir ist.
regie :
catherine hardwicke
cast :
kristen stewart, robert pattinson
kritik :
christian mester
____________________________________________________________________________
Kritik:
Die Verfilmung des
beliebten Bestsellers hat gute Ansätze, kann aber insgesamt nicht wirklich
überzeugen.
|

"Nom nom nom?"
|
|
Wieso Twilight so ein großer
Erfolg in Buchform ist, lässt sich spielend erahnen. Unscheinbares, aber
hübsches Mädchen aus zerrütteten Verhältnissen kann mit oberflächlichen
Gleichaltrigen nicht viel anfangen und verliebt sich in einen stillen und
offensichtich weitaus älteren und reiferen Rebell, der selbst tragische
Hintergründe hat und sich beim ersten Blick unsterblich in sie verliebt. Wenn da
mal kein Frauenherz wie eine heiße Tasse Butter schmilzt.
Das Problem ist, dass es in Twilight zum Großteil nur darum geht wie Bella und
Edward sich anschmachten. Was auf dem Papier seitenweise mit Poesie und schönen
Umschreibungen zu verzieren ist, wirkt auf der Leinwand allerdings extrem
repetitiv und simpel.
Ellenlang sehen sie sich in die Augen und wollen sich mehr als deutlich direkt
verschlingen, doch bei den spärlichen zwei Küssen im ganzen Film schaut man des
öfteren fingerklopfend auf die Uhr. Das geht auch anders, vor allem da die
Love-Story zwischen den beiden oftmals derart kitschig wird, das selbst der
härteste Arztserienfan irgendwann mit den Augen rollen muss. Man nimmt den
beiden schon ab, dass sie Interesse aneinander haben, doch wenn Edward ihr nach
einiger Weile sagt er sei ein unsterblich blutgieriger Killer, dass er sich mit
übermenschlicher Geschwindigkeit bewegen kann und Bäume wie Watte abreißt
und sie es dann mit einem sturen "mir egal" Schulterzucken abtut, geht das Ganze
vielleicht etwas zu schnell.
|

So böse wie Bananenkuchen.
|
|
Ein weiteres Problem ist, dass
die Story an sich nichts mehr groß zu bieten hat. Neben der langgezogenen
Liebesgeschichte der beiden gibt es zwar noch einen bösen Vampir, der Bella auch
vernaschen will, aber das passiert so aufgesetzt und plötzlich, dass man
nichts damit anfangen kann. Zumal derjenige auch eher lachhaft aussieht und
ebenso besetzt ist. Action? Die gibt es teilweise, fällt aber nur knapp aus und
ist nicht wirklich der Rede wert.
Überhaupt hätte man die ganze Thematik glaubhafter umsetzen müssen. Edward an
sich ist in Ordnung, aber alle anderen Vampircharaktere im Film wirken viel zu
überzogen und zeigen sich in ihrem Aussehen und Verhalten wie mögliche Freunde
von Deacon Frost aus Blade. Gerade der Anführer der guten Vampirtruppe sieht so
übertrieben vampirig aus, dass man ihm keine Sekunde was anderes abkaufen würde.
Wenn Edward dann auch noch sein Shirt ausziehen muss um zu zeigen, dass Vampire in
Stephenie Meyers' Welt mysteriös glitzern, kann es nicht wirklich noch mehr nach
Zielgruppe BravoGirl! schreien.
Schade ist, dass die Story durchaus Potential für einen guten Film gehabt hätte,
doch abgesehen von dem solide inszenierten Anfang sieht der
ganze Film auch nicht besser aus als eine 0815 Fernsehfolge. Keinen Augenblick
erreicht er die kinohafte Ästhetik und den Aufwand eines Interview mit einem
Vampirs, durch den er Stil und Niveau bekommen hätte. Selbst Dracula 2000
sieht noch stilvoller aus als Twilight.
Die beiden Hauptdarstelle
Kristen Stewart und Robert Pattinson spielen ihre Rollen annehmbar, wobei
sie ehrlich gesagt beide nicht wirklich viel zu tun kriegen. Stewart ist die
meiste Zeit nur damit beschäftigt ihren Gegenpart entgeistert anzuhimmeln, Pattinson
dagegen schaut in erster Linie immer besorgt und nachdenklich... und natürlich
verwegen. Was Twilight 2 interessanter machen könnte, wäre eine weitaus bessere
Regie, mehr
Dramatik, mehr Fortschritt in der Beziehung und interessantere Gegner, doch mit
der klaren Andeutung auf das Auftreten noch anderer Monster lässt sich da wohl
eher zweifeln als hoffen.
Fazit:
Was am Ende bleibt, ist eine nette Grundthematik mit akzeptablen Darstellern,
die aber eher nichtssagend, billig und ohne Höhepunkte in Szene gesetzt ist.
4 / 10
_____________________________________________________________________________
:::::...: Diskussion im Forum
|