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Kritik:
Twilight - Biss zum Morgengrauen


von Christian Mester

Twilight
(2008)
Regisseur: Catherine Hardwicke
Cast: Kristen Stewart, Robert Pattinson

Story:
Als die junge Bella Swan (Kristen Stewart) in eine neue Stadt zieht, ahnt sie nicht, dass sie an ihrer neuen Schule eine schicksalhafte Begegnung haben wird. Sie trifft Edward (Robert Pattinson), einen merkwürdig ruhigen Außenseiter, der in Wahrheit ein Vampir ist...

Kritik:
Wieso Twilight in Buchform so ein großer Erfolg ist, lässt sich spielend einfach erklären. Unscheinbares, aber hübsches Mädchen aus zerrütteten Verhältnissen kann mit oberflächlichen Gleichaltrigen nicht viel anfangen und verliebt sich in einen weitaus älteren und reiferen Rebellen, der tragische Hintergründe hat und sich bereits beim ersten Treffen unsterblich in sie verliebt - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, da er in der Tat unsterblich ist.

Ein Vampir, der sich in einen Menschen verliebt, ist narrativ ein spannender Ansatz. Wie kann er, der schon so viele Jahre gelebt und etliche Partner gehabt hat, noch neues in einer jungen Frau finden? Wie kann er seinen Blutdurst mit seiner Liebe vereinen, und was ist, wenn andere Vampire davon erfahren? Daraus kann man eine Menge interessantes machen, doch schon Autorin Stephenie Meyers bewies in ihrem Roman kein Händchen für gute Dramatik, womit nun auch Catherine Hardwicke schwer zu kämpfen hat.

Zwar schafft sie es, einen Teil der immensen Schmachterei aus dem Buch zu reduzieren, doch es bleiben immer noch unzählige Szenen, in denen uns Bella erzählt, wie gut Edward aussieht und wie sehr sie sich nach ihm verzehrt. Kitsch und simple Love Stories sind in Ordnung, doch im Falle Twilights wird das ganze je uninteressanter, desto mehr wir erfahren. Der Einstieg mit Bellas Umzug und den ersten Kennenlernversuchen ist noch gelungen, doch als wir Edwards Familie und Feinde kennenlernen, geht es schnell talwärts.

Ein großes Problem ist, dass der Film etwas Wichtiges maßgeblich verfehlt. Bella wird als extrem unzufrieden präsentiert, als Mädchen, das keinen Draht zu ihrem Vater hat und die nicht viel von ihren Mitschülern hält. Das wäre alles so viel einfacher, würde der Film ihren Vater als miesen Alkoholiker oder dergleichen, und ihre Mitschüler als mobbende Antagonisten präsentieren, doch dem ist nicht so. Es sind alles ruhige, sympathische Leute. Bellas Abneigung lässt sich also nicht teilen, und es macht letztendlich nur sie selbst unsympathisch.

Dagegen versucht der Film zu vermitteln, dass Edward faszinierend, und seine Familie lebhaft und tolle Gesellschaft ist. Pattinson spielt den bleichen Boy aber als faden Stalker, der Bella immerzu verfolgt und ihr ständig sagt, er müsse sich zurückhalten, um ihr nicht mächtig wehzutun. Edwards Familie kleidet sich seltsam, aber offenbar wohlhabend, und wieso sie ausgerechnet mit diesen Leuten großen Spaß haben kann, wird nicht ersichtlich, vor allem nicht bei so ausdruckslosen Darstellern wie Ashley Greene und Kellan Lutz.

Da es etwas kriseln muss, tauchen gegen Ende ein paar böse Vampire auf, die so lächerlich ausschauen, als hätte man sie frisch vom Kostümball gecastet. Catherine Hardwickes solide Regie haut viel raus und Pattinson und Stewart sind an sich sympathische Talente, aber ihre Rollen sind schwer zu mögen, und ihre Liebe ist kaum zu glauben. Jetzt mag man darauf bestehen, dass es ja eh "nur" eine Romanze sei, doch oberflächliche Romanzen müssen nicht zwingend so schwach sein. Etliche Nicholas Sparks Verfilmungen haben längst bewiesen, wie man auch Kitsch charismatischer gestalten kann. Das wichtigste bei jeder noch so simplen romantischen Geschichte ist es, die Liebe der beiden Protagonisten glaubhaft und mitreißend zu verkaufen. Schaffen sie hier nicht einmal biss zum Morgengrauen.

Fazit:
Dröge Verfilmung des überraschenden Bestsellers, die nicht einmal übermäßig schlecht ist, bloß langweilig und relativ unsympathisch. Hat nicht den meisten Biss!

4 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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