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Twilight 2: New Moon
von Christian
Mester
Story:
Bellas (Kristen Stewart) Leben liegt in
Scherben: Glizerbrust Edward hat sich nach einem
kleinen Vorfall von ihr getrennt, so sucht sie
Ablenkung bei ihrem Indianerfreund Jacob (Taylor
Lautner), der ein ganz eigenes Geheimnis verbirgt...
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Kristen Stewart
spielte Jodie Fosters
Tochter in Panic Room (2002) |
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Kritik:
Twilight 2 ist für einige wenige der
Event-Film des Jahres. Nein, anscheinend ist es
sogar für einige viele der große Event-Film des
Jahres, denn das Sequel legte mal eben den
erfolgreichsten Starttag aller Zeiten hin. Es
erstaunt, denn eigentlich waren der Filmumsetzung
des ersten Buches wahre Lorbeeren verwehrt
geblieben. Twilight war an sich kein
schlechter Film, doch die dünnen Figuren, das
leblose Szenario und die allenfalls lachhafte
Dramatik und Action gegen Ende ließen allen Ernstes
nicht über knappes Mittelmaß kommen.
Anfänge können verständlicherweise immer
schleppend sein und da viele Filme ihr Potenzial
erst im zweiten Teil erreichen, durfte man nun
gespannt sein, ob Der goldene Kompass-Regisseur
Chris Weitz mit höherem Budget und zwei neuen,
hochkarätigen Darstellern (Michael Sheen, Dakota
Fanning) mehr aus der Geschichte machen kann. Leider
ist dem nicht so, denn Twilight 2 ist ein
merklicher Schritt nach unten.
Der erste Film litt noch tunlichst darunter, dass
die wenig charismatische Bella hauptsächlich über
lokales Elend klagte und schmollend so lange als
Klette an Vampir Edward hing, bis es für sie als
wandelnder Snack unter (wenig gefährlich wirkenden
Fashion-) Vampiren irgendwann gefährlich wurde. Im
zweiten Film wiederholt sich dies mehr oder weniger,
da Bella nach plötzlicher Trennung neuen Stoff für
schlechte Laune bekommt und sich nach Einmischen ins
Geschehen örtlicher Werwölfe ein zweites Mal mit
gefährlichen Monstern befassen darf. Der Unterschied
zwischen beider Stories liegt darin, dass der
Kontakt mit dem Monströsen im ersten Film noch neu
war, hier sind es andere Kreaturen, das Prinzip
bleibt dasselbe, wodurch es vorhersehbar und
inspirationslos wird.
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Robert Pattison
wurde als Kind von seinen Schwestern
als Schwester behandelt und "Claudia" genannt |
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Dass
Robert Pattinson, der schon im ersten Film
schauspielerisch nichts Besonders zeigen konnte,
lange nicht zu sehen ist führt zu nichts, da sein
Ersatz, der jüngere Taylor Lautner zwar lebhafter
als der bleiche Blutsauger ist, allerdings dieselbe
nur geringfügig empfehlenswerte Schauspielschule
besucht hat. Stewart ergeht es wie ihren
Mitstreitern: die junge Aktrice, die sich wieder
einmal laufend überdramatisiert auf die Lippe beißt,
wirkt desinteressiert am Material und erkennt, dass
sie, selbst wenn sie wollte, nichts daraus machen
kann.
Aufgrund des höheren Budgets sieht der Film ein
wenig besser aus als der Erstling (die Werwölfe sind
akzeptabel), lässt aber echte visuelle Highlights
vermissen. Vor allem im letzten Drittel des Filmes,
in dem die Helden die Hauptstadt der Vampire,
Volterra besuchen, entpuppt sich diese als eine der
kleinsten und einfallslos schlechtesten
Fantasy-Unterschlüpfe aller Zeiten. Sheen (Frost/Nixon)
und Fanning (Krieg der Welten) werden zu
Cameos degradiert und schaffen es ihrerseits auch
nicht, das Material irgendwie aufzuwerten.
Ein großes Problem der Geschichte ist, dass fast
alles extrem vorhersehbar bleibt und man teilweise
sogar für dumm verkauft wird. Anfänglich wird
versucht ein Mysterium daraus zu machen, dass
Lautners Figur ein Werwolf ist (Spoiler!), aber
spätestens nachdem er mit Stammesgenossen halbnackt
durch die Wälder zieht – und aufmerksame Zuschauer
schon im ersten Teil mitbekommen haben, dass die
Indianer unter der Legendes des Wolfes leben – ist
klar, dass Bella die einzige ist, die das äußerst
leichte Puzzle nicht zu entschlüsseln weiß. Viele
Szenen im Film sind so dämlich, dass man meinen mag,
eine Zwölfjährige hätte die Vorlage geschrieben. In
einer der dramatischsten Szenen des Filmes fährt
Bella zum ersten Mal in ihrem Leben mit einer
Motocross-Maschine los – ohne Helm – um durch
Adrenalinkicks eine Vision ihres Edwards zu sehen.
Die törichte Fahrerei ohne Schutz führt zu einem
Crash, zu dem Lautner eilt, um in einem Michael
Bay-esqen Shot sein T-Shirt ausziehen zu können
(viele der Aufnahmen Lautners erinnern an das, was
Bay in den Transformers-Filmen mit Megan Fox macht).
In einem Kino, in dem sich die beiden mit einem
Mitschüler einen Actionfilm namens „Face Punch“
ansehen, wird einem aufgrund der Action übel,
während der andere sich lauthals darüber amüsiert,
dass er zu weich ist, gefolgt mit präpubertären
Annäherungsversuchen an Bella, dessen weiterhin
bestehende Liebe zu Edward in keinstem Augenblick
nachvollziehbar oder glaubhaft sein will. Diese eine
Szene fasst Twilight 1+2 recht passend
zusammen, denn trotz der dunklen Thematik sträubt
man sich davor, die dunklen, eventuell interessanten
Aspekte der Werwolf- und Vampirthematiken näher
anzugehen, um sich stattdessen platter
Grundschulromantik zu widmen.
Zum Ende hin spitzt sich die Lage ein wenig zu, doch
nicht wirklich, denn alles wird harmlos und eilig
aufgelöst, bevor es zu wirklichen Konflikten kommen
kann. Hinsichtlich der Entwicklung der Geschichte
und dem letzten Ausspruch, der wohl ein Cliffhanger
darstellen soll, bleibt es doch sehr fraglich, ob
ähnliche Begeisterungsscharen zurück kehren werden
um Twilight 3 im kommenden Sommer
vergleichbare Zahlen zu bescheren. Rein auf diesen
Teil als Film bezogen, erscheint es ungeheuer
fragwürdig.
Wäre Twilight ein von Romantik geprägter Film
wie Dirty Dancing, Pretty Woman, Titanic oder
I Come in Peace, wäre das zu verschmerzen,
wären die Figuren akzeptabel (man vergleiche Richard
Gere, Patrick Swayze und Leonardo DiCaprio einfach
mal mit Robert Pattinson), die Regie in Ordnung, die
Geschichte gefühlvoll und beschwingt, könnte man
auch getrost darüber hinweg sehen, nicht zum
Zielpublikum zu gehören und die Qualitäten
anzuerkennen - all das trifft auf New Moon
aber gänzlich nicht zu. Es ist ein schwacher Film
und es ist enttäuschend, dass ausgerechnet so ein
Film derart erfolgreich ist.
Fazit:
Twihards lassen sich ohnehin nicht beirren, wer aber
davon los gelöst einfach einen soliden guten Film
erwartet, wird enttäuscht sein. Unter dem Strich ist
Twilight 2 ein romantisches Fantasy-Drama,
das weder besonders romantisch, noch fantasievoll,
noch dramatisch ist.
3 / 10 |