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Kritik:
Underworld 3:
Aufstand der Lykaner


von Christian Mester

Underworld: Rise of the Lycans
(2009)
Regisseur: Patrick Tatopoulous
Cast: Rhona Mitra, Michael Sheen

Story:
Die Vorgeschichte der beliebten Serie erzählt, wie Vampirlord Viktor (Bill Nighy) zu den Lykanern fand, sie versklavte und dann mitansehen musste, wie seine eigene Tochter Sonja (Rhona Mitra) sich in einen von ihnen (Michael Sheen) verliebte...

Kritik:
Seien wir mal ehrlich: als 2003 der erste Trailer zu Underworld erschien, waren die meisten auf Anhieb begeistert. Coole Visuals, Vampire und Werwölfe im modernen Gewand und dazu ein gehöriger Schuss Melancholie (und Bullet-Time) - das musste einfach klasse werden. War der Film aber letztendlich nur zum Teil, denn einige unnötige Macken störten das Gesamtbild. Auf der einen Seite waren Beckinsale, Nighy und Sheen sehenswert und der Film sah auch schick aus, doch die Story nahm sich viel zu wichtig und wollte unentwegt Interview mit einem Vampir 2000 sein, ohne aber je echten Anspruch in der Tasche zu haben.

Mit dem Sequel dagegen machte Len Wiseman 2006 fast alles richtig. Statt lange Reden und bedeutungsschwerer Wichtigtuerei gab es rundum exzellente Action am laufenden Band, die auch noch äußerst blutig ausfiel und mit einer interessanten Mittelaltersequenz gewürzt wurde. Weil letzteres generell besonders gut ankam, sollte es das jetzt also auch Grundlage für den obligatorischen dritten Teil sein - ob dass die richtige Wahl war?

Für Fans der Reihe auf jeden Fall, denn Underworld 3: Aufstand der Lykaner passt optimal in die Sammlung eines jeden, der die beiden Vorgänger bereits in seinem Sortiment hat. Genau wie 1 und 2 ist der dritte komplett in einen starken Blauton getränkt, der insgesamt für stimmiges Bild sorgt und dem Ganzen den Spirit einer langen Gutenachtgeschichte verleiht. Ebenso gut gelungen sind die Sets und Kostüme, sowie die Auftritte der Figuren Lucian und Viktor, die sich nahtlos in die der ersten Teile einreihen und der Trilogie so eine schöne Kontinuität verleihen. Dass der neue Regisseur von Haus aus Effektespezialist ist (er entwarf unter anderem Emmerich's Godzilla) merkt man übrigens ebenfalls, denn die Effekte können sich sowohl in Sachen CGI, als auch hinsichtlich der Kreaturen durchweg sehen lassen.

In Sachen Grundton ist der Film übrigens näher an Evolution als am Original, denn auch Tatopoulos setzt lieber auf Action als auf stetige Dialoge. Action kommt reichlich vor und dürfte eigentlich jeden Underworldler zufrieden stellen.

Der Punkt ist aber, dass gleicher Look und viel Action längst nicht alles sind. Die Strause Brüder haben letztes Jahr schon traurigerweise gezeigt was passieren kann, wenn Effektleute für namhafte Regisseure einspringen und Tatopoulus liegt nicht weit ab; zum Glück ist der Umwurf bei Underworld 3 aber nicht ganz so schlimm wie bei Alien vs Predator 2 geworden. Genau wie beim Kollegen kann man jedoch getrost feststellen: Effekte gut, Optik gut, doch Story und neue Figuren eher daneben. Jetzt werden einige vielleicht sagen "hey, Underworld 2 hatte doch auch kaum Story", aber das war was anderes. Da waren es altbekannte Figuren, die ein neues Abenteuer und damit jede Menge Neuheiten erlebten - die ganze Geschichte von Underworld 3 wurde allerdings schon längst im ersten Film erzählt und wird hier lediglich noch einmal neu gezeigt.

Der wichtigste Punkt im neuen Film ist die verbotene Liebe zwischen Werwolf Lucian und Vampirin Sonja, doch Tatopoulos beschneidet die Story viel zu knapp. Wir erfahren zum Beispiel nie, wie die adelige Tochter des Vampiroberhaupts sich überhaupt in den Werwolf verliebte - zu Filmbeginn sind sie bereits ein heimliches Paar. Auch nach einer peinlichen Sexsequenz an einem Canyonabgrund fühlt man mit dem forcierten Abklatsch von Romeo & Julia kaum mit, und wenn Viktor später schließlich dahinter kommt und seinem Diener Grund zur Dauercholerik gibt, bleiben die Gefühle kalt und verloren. Da man auch ohnehin schon weiß wie das ganze mal enden wird und dass Lucian auch noch im Jahr 2003 auf Viktor einwettert, gähnt man sich müde durch jede Szene, in der keine Klingen gewetzt werden.

Guten Grund zum Gähnen gibt auch die neue Heldin Rhona Mitra, die es tatsächlich schafft mit ihrer tiefgefrorenen Performance die ohnehin schon flache Kate Beckinsale vermissen zu lassen. Von ihr bis Kristanna Loken in Bloodrayne ist der Sprung tatsächlich nicht weit. Nighy (Davy Jones aus Fluch der Karibik) und Sheen (Frost / Nixon) heben den Film andererseits durch ihr Talent wieder an, können aber auch nicht wirklich verstecken, dass qualitativ nicht mehr mit diesen Rollen zu machen ist. Auch nach weiteren 26 Teilen wird man die beiden nicht für bedeutsame Filmfiguren halten.

Letztendlich sei noch gesagt, dass 3 von allen am kleinsten wirkt, mitunter, weil der Großteil der Story im immer gleich aussehenden Schloß der Vampire spielt. Das stört durchaus ein wenig.

Fazit:
Man muss schon sagen: Effekte und Action sind ordentlich und der Look passt auch, aber darüber hinaus enttäuscht die schwache Story und das Ausbleiben von Neuheiten. Eine gute Frage: hat der Stoff überhaupt genug Nährwert für drei oder mehr Teile? Fakt ist, dass die Leute das Konzept lieben und Nummer 4 auch bald kommt - Underworld in Space, Underworld 10.000 BC und Underworld Online? Wenn, dann aber bitte mit etwas mehr Pepp.

4,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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