Story:
Rick Marshall (Will Ferrell)
sieht sich selbst als den weltbesten Feldforscher, seine Branche allerdings hält
ihn für einen völligen Versager. Seine Chance, sein Image aufzubessern scheint
zu kommen, als er mit zwei Bekannten in einer Parallelwelt voller Saurier
landet...
regie :
alex pastor
cast :
will ferrell, danny mcbride
kritik :
christian mester
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Kritik:
Ferrell's Version von
"Die Reise zum
Mittelpunkt der Erde 3-D"?
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"Das sieht mir nach Fremen aus."
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Keine Frage, Will Ferrell hat
sich mittlerweile als einer der beliebtesten Stars
der Comedy-Szene etabliert. Mit schrägen Komödien wie "Die Stiefbrüder", "Anchorman:
Die Legende von Ron Burgundy" oder "Old School - Wir lassen absolut nichts
anbrennen" beanspruchte der 1,90m große Scherzkeks Lachmuskeln und wurde für
seine Fans das, was Jim Carrey früher einmal in den 90ern war - ein Garant für
gute Unterhaltung. Bislang waren Ferrells Filme inhaltlich aber noch sehr
bodenständig, da er hauptsächlich gewöhnliche Dinge des Alltags verblödelte. So
spielte er unter anderem einen debilen Rennfahrer, einen glücklosen
Supermarkt-Weihnachtself, einen verrückten Fernseh-moderator, ein 40jähriges
Kind mit Reifeproblemen und einen legendären Party-Großmeister.
"Die fast vergessene Welt" ist für ihn nun ein recht gewagter Schritt, denn die
teure und abgedrehte Fantasy-Komödie verlässt die Grenzen der Realität und
spielt in einer surrealen Parallelwelt, in der es Saurier, riesige
Krabbelviecher und viele andere seltsame Wesen gibt. Das Ganze basiert auf der
bekannten alten TV-Serie "Im Land der Dinosaurier", die Anfang der 90er Jahre im
deutschen Fernsehen lief und vor allem für ihre lachhaften Kostüme bekannt
war. Zeit also, das zu veralbern?
Wie zu erwarten war, ist Will Ferrell selbst mal wieder hervorragend. Äußerst
amüsant spielt er den trotteligen Dinoforscher, der zwar immer wieder Gutes im
Sinn hat, es aufgrund Pech und völliger Planlosigkeit aber immer wieder
vermasselt. Ständig versucht er, als höchst vorbildlicher Erklärbär seinen
Mitreisenden gegenüber als smarter Überlebensexperte aufzutreten, was aber
natürlich kein einziges Mal hinhauen will. Selbstredend enden seine Vorschläge
immer in einem Desaster, weswegen sie unentwegt von vor Sabber triefenden
Fleischfressern gejagt werden, in Dinofäkalien baden und am laufenden Band um
ihr Leben rennen müssen.
Für uns bedeutet das erfreulicherweise reichlich Action am laufenden Band, die
darüber hinaus auch noch sehr gut gemacht ist. Seit "Jurassic Park 3" hat es
wohl keine so überzeugenden Dinosaurier mehr im Kino gegeben und auch wenn der
Film sich hinsichtlich des Genres insgesamt nicht allzu ernst nimmt und bloß auf
einfache Späße setzt, ist er relativ aufwendig gemacht. Highlight des Films ist
dabei ein engstirniger Tyrannosaurier, der die Truppe andauernd verfolgt und mit
seinen lautstarken Auftritten für Spektakel sorgt.
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"Gobble?"
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Im Zuge der Action traut man sich
dabei netterweise auch, jede Menge doppeldeutige Witze anzubringen, sodass das
alberne Abenteuer nicht - wie etwa "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 3-D" aus
dem letzten Jahr - ausschließlich auf Kinder ausgerichtet ist. Die Geschichte
hat zudem immer wieder nette Überraschungen in petto und wird bis zum Ende
niemals langweilig, da es immer wieder neue unterhaltsame Gefahren und
Konfliktsituationen gibt. Verpackt wird sie in einer zugegebenermaßen recht
platten Pseudo-Science-Fiction-Rahmenhandlung, die inhaltlich bestenfalls an die
Folgen der alten "Raumschiff Enterprise" Fernsehserie erinnert und die Regeln
der Physik zum Selbstzweck überspannt.
Letztendlich kommt es natürlich darauf an, ob man mit der typischen Comedy
Ferrells an sich gut auskommt. Wer seine bisherigen Werke nicht sonderlich
spaßig fand, der wird auch wohl mit seinem neuesten nicht viel anfangen können,
da es im Grunde wieder das gleiche, nur in anderem Milieu ist, mit ähnlich
überzogenen Grimassen, stupiden Momenten und albernen Phrasen.
Wirklich nicht gelungen ist allerdings der größte Teil der restlichen Besetzung,
denn vor allem Chaka ist nicht ganz so lustig wie er sein könnte und Marshalls
Begleitung ist mehr Bildfüller als sinnige Ergänzung. Sie scheinen hauptsächlich
dabei zu sein, damit Marshall jemanden zum unterhalten hat, denn ohne ihn wäre
der Rest wohl nur marginal erträglich. Vor allem der mitgereiste
Spielzeugverkäufer, gespielt von Danny McBride, der schon in "Ananas Express"
und "Tropic Thunder" nicht sonderlich lustig war, lässt sehr zu Wünschen übrig.
Insgesamt ist es ein sehr bunter, actionreicher und unterhaltsamer, aber auch
oberflächlicher und unrealistischer Fantasy-Spaß, für den man eine gewisse
Offenheit mitbringen muss. Wer die aufbringen kann, wird positiv überrascht,
alle anderen warten besser auf den nächsten "Jurassic Park".
Fazit:
Ferrells neuer ist ganz amüsant,
bringt allerdings keine echten Highlights mit und kann auch auf DVD gesehen
werden.
5
/ 10
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