Story:
1944. Das deutsche Reich befindet sich längst auf dem Weg des Niedergangs, und
es gibt erste maßgebliche Versuche ranghoher Offiziere die Führungsriege zu
entmachten. Als sich der im Krieg verwundete Claus Schenk Graf von Stauffenberg
(Tom Cruise) den Konspiratoren anschließt, fassen alle Beteiligten den Mut zum
entscheidenden Schritt...
regie :
bryan singer
cast :
tom cruise, bill nighy, thomas kretschmann
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der neue Cruise
erzählt von einem vorbildlichen Moment deutscher Geschichte, ist selbst aber
nichts geschichtsträchtiges.
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"Kenny, vertrau mir, vereint können wir
Battlefield Earth 2
zu einem echten
Blockbuster machen!"
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Dass die deutschen Anhänger der
NSDAP oftmals Schergen und bereitwillige Folger eines menschenfeindlichen und
unbeschreiblich grausamen Plans waren, hat man schon in dutzenden Filmen
gesehen; nun ist es bemerkenswert, dass ausgerechnet die Amerikaner einen
Spielfilm inszeniert haben, der auch einmal Zeitzeugen anderer Meinung zeigt.
Nicht alle hielten viel von dem Regime des Terrors, nicht alle waren blind;
dennoch fassten nur wenige Menschen den Mut, sich gegen das Imperium und dessen
Führer zu stellen.
Die Geschichte des Claus von Stauffenberg ist die eines wahren Helden. Dem Tod
ins Auge blickend war er es, der an vorderster Front dem Führer persönlich
gegenüberstand und mit einer schrecklichen Tat versuchte, das Land vor Vielem zu
schützen: vor weiteren sinnlosen Toten beider Seiten, vor gewalttätiger
Übernahme der näherrückenden Alliierten, vor weiterer internationaler Schande.
All das dürfte eigentlich narrativ gesehen idealen Stoff für einen ebenso
eindrucksvollen Film bieten, doch leider kann die Operation Walküre ihr
Potenzial nie wirklich entfachen.
Die Mängel fangen schon bei der Optik an. Singer war eigentlich bislang ein
Regisseur der sich durch gut gesetzte Bilder und einen eigenen Ton bemerkbar
machte: Die üblichen Verdächtigen, X-Men, Der Musterschüler, selbst der eher
marode Superman Returns konnte durch kinoreife und erinnerungswürdige
Szenenbilder hervorstechen. Sein Film über das Stauffenberg Attentat allerdings
hat nichts eigenes oder auffälliges, ganz im Gegenteil. Er wirkt sehr
austauschbar und so routiniert konservativ gefilmt, dass er sogar in Hinblick
auf die eher spärliche Ausstattung oftmals wie ein teurer TV-Film aussieht. Die
75 Millionen Dollar Budget sieht man ihm jedenfalls nicht an - Der Untergang
hatte 14 Millionen zur Verfügung und sah ähnlich, wenn nicht sogar besser aus.
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"Zod schon wieder? Bryan, wir müssen mit dir
reden."
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Die Besetzung macht ihre Arbeit
solide bis gut, insbesondere Bill Nighy (Davy Jones aus den Fluch der Karibik
Filmen) schafft es durchweg, seiner Figur des General Olbrecht die Angst und
Aufregung der wichtigen Stunden zu vermitteln. Leider trifft das nicht auf alle
zu... vor allem nicht auf Hauptakteur Tom Cruise. Verglichen mit seinen
herausragenden Darstellungen in Collateral, Last Samurai und selbst Krieg der
Welten ist er hier ungemein steif und gesichtslos - es misslingt ihm leider
vollkommen, der berühmten Figur Kraft, Tiefe und Authenzität zu verleihen. Auch
ist es unverständlich, dass ihm als Person
und vor allem seiner Famlie kaum Zeit gelassen wird. Es gibt einige wenige
Momente die funktionieren, doch diese liegen ganz am Anfang und reichen nicht
aus. Geht man nach diesem Film, so war die Tat Stauffenbergs bemerkenswert,
Stauffenberg selbst aber nicht.
Schade ist auch, dass die großartige holländische Aktrice Carice van Houten
(Black Book) fast komplett ungenutzt bleibt. Einzig die wenigen kurzen Szenen des Führers
(gespielt von David Bamber) haben Kraft und Intensität, diese hätte man sich
jedoch auch von der Hauptrolle selbst gewünscht.
Das und ein extrem ruheloser und störrischer Schnitt sorgen dafür, dass man
nur schwer echte Emotionen aufbauen kann. Zwar sind einige der wichtigeren
Momente durchaus spannend in Szene gesetzt, doch alles wird so hastig
durchwunken, dass Teilnahme auf der Strecke bleibt. Dazu kommt, dass der
Soundtrack von John Ottmann ziellos und ohne tiefes Fahrwasser umhertümpelt.
Geschichtsinteressierte finden mit Walküre eine gut gemachte Nachstellung eine
der wichtigsten Momente der anderen deutschen Seite, einen wirklich
guten Themenfilm wie Schindler's Liste gibt es aber nicht zu sehen. An Cruise
liegt es teils, teils, doch selbst eine Bombenleistung hätte schwer übersehen
lassen, wie geradlinig und unauffällig Singer's gesamter Film geworden ist.
Fazit:
Der große erhoffte Oscarcontender bleibt aus - Operation Walküre ist zwar kein
schlechter Film, aber in der sehr starken Filmographie des Tom Cruise ein nur
sehr schwach leuchtender Stern.
6 / 10
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