Story:
Ein Mädchen wird eines Nachs in der Bucht der Küstenstadt Amity von einem hungrigen
weißen Hai angegriffen - ein Grauen für die ansässigen Politiker, denn die
aktuelle Touristensaison steht bevor; die wichtigste Einnahmequelle der kleinen
Stadt. Um das Problem schnellstens aus der Welt zu kriegen, ruft der Bürgermeister
unter den Fischern kurzerhand zur
Jagd auf. Als ein erstes Tier gefangen wird will nur niemand hören, dass es das
Falsche ist...
regie :
stephen spielberg
cast :
roy scheider, robert shaw
kritik :
christian mester
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Kritik:
Steven Spielbergs "Der weiße Hai" war damals
der erste Film, der 100 Millionen Dollar einspielen konnte - und das in der bis
dato eher leblosen Sommerzeit. Er war der ausschlaggebende Grund
dafür, dass wir die größten Filme des Jahres seither in der Zeit von Juni bis
August im Kino sehen.
Woran das lag? Das erste Wochenende war damals sicher nichts Besonderes,
aber da der Film weltweit überragend ankam, sollten die Empfehlungen bis zum
Herbst nicht mehr aufhören. Jeder wollte gesehen haben, wie der Hai zu einem der
größten Filmbösewichte aller Zeiten wurde, und dass, obwohl man das Tier die
meiste Zeit über selbst nicht einmal sieht. Spielberg hatte eigentlich sogar
erst vor den Hai schon recht früh zu zeigen, aber da die auf einem
Unterwasser-Kran stationierte Mechanik beim Dreh laufend versagte, begnügte man
sich kurzerhand mit ständigen Aufnahmen der Rückenflosse, was sich letztendlich
als Geniestreich erwies. Das unentwegte Andeuten des Hais macht ihn so nämlich
direkt viel gruseliger.
Einfach alles im Film ist perfekt gelungen, angefangen mit den vielen
großartigen Szenen des Hais. Bis zum Ende gibt es immer wieder schonungslose
Auftritte des monströsen Jägers, die ungemein spannend ausfallen und durch John
Williams' Gänsehaut treibende Musik sämtliche andere Tierhorrorfilme in den
Schatten stellen. Anfangs noch spannend, spitzt sich das Ganze gegen Ende dann
auch noch weiter zu, als die Männer versuchen, den widerspenstigen
Menschenfresser, der letztendlich keinem etwas Böses will und nur seinen
ureigenen Instinkten folgt, mit allen Mitteln zu erledigen.
Doch auch abseits des Wassers weiß Spielbergs Horror-Thriller zu punkten; zum
einen wäre da Roy Scheider, der in der Rolle des viel zu liebenswürdigen
Küstensheriffs zwischen zwei Fronten agieren muss: er weiß, wie wichtig die
Touristen für Amity sind, erahnt aber auch die Gefahr. Verzweifelt versucht er
mit den Behörden zu diskutieren, aber als die nichts einsehen wollen, traut sich
der vor dem Meer Angst habende Chief mutig in seine persönliche
Hölle. Scheider spielt es großartig und macht seinen Brody spielend zu einer der sympathischsten
Figuren aus Spielbergs Filmographie. Im Verlaufe des Films wird er sogar noch bestens
ergänzt, denn Robert Shaw als knallharter Seefahrer und Richard Dreyfuss als
neunmalkluger Meeresbiologie liefern sich eine Hassliebe, die man einfach einmal
gesehen haben muss. In der Zeit, in der sie zusammen zu sehen sind, lacht und
schmunzelt man mit ihnen, bangt um sie und will am Ende, dass sie doch noch
irgendwie gewinnen - und genau so muss es sein.
Böse Zungen könnten heute behaupten, dass der Hai an sich in seiner späten
Offenbarung nicht besonders echt ausschaut, aber das lässt sich hinnehmen. Es geschieht so spät, dass man bis dahin
so tiefer in der Atmosphäre des
Films versunken ist, dass man leicht darüber hinweg sehen kann.
Unter dem Strich ist "Der weiße Hai" ein grandioser Horror-Thriller mit
starken Abenteuerelementen, unvergesslichen Figuren, beeindruckender Musik und einem
Spannungsaufbau, der nicht noch besser hätte ausgereizt werden können.
Wahrscheinlich der beste Film, den Steven Spielberg je gemacht hat.
Fazit:
Spielberg's "Der weiße Hai" ist ein zeitloser Klassiker, der auch heute
noch mit seiner packenden Geschichte zu fesseln weiß.
10 / 10
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