Story:
Max (Josh Holloway) will
seiner kriminellen Karriere Adieú sagen und mit seiner Verlobten Roxanne (Sarah
Wayne Callies) eine Imbissbude eröffnen. Da ihm keine Bank einen Kredit geben
will, nimmt er notgedrungen das Angebot seines alten Freundes Sidney (Michael
Rooker) an: Die Entführung des 8 jährigen David Sandborn (Blake Woodruff), Sohn
steinreicher Eltern.
Zusammen mit Roxanne, Sidney und dessen Partner Vince verschleppen sie den
Jungen in eine abgelegene Hütte. Doch je länger sie auf das Lösegeld warten,
desto mehr Probleme treten auf und Max muss erkennen, das der so unschuldig
wirkende Junge alles andere als hilflos ist…
regie :
stewart hendler
cast :
josh holloway
kritik :
tobias hohmann
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Kritik:
"Whisper“ ist eine
gelungene „Omen“ Variante mit einigen Überraschungen und einem hervorragenden
Jungschauspieler, die sich jedoch zu sehr auf altbekannten Genrepfaden bewegt,
um wirklich herausragend zu sein.
"Whisper" hat mich wirklich überrascht. Nach der Storyangabe habe ich nicht viel
mehr erwartet, als einen weiteren, fehlgeschlagenen Versuch, "Das Omen" neu
aufzulegen. Doch der Film hat mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick
scheint.
Es fängt bereits damit an, das das böse Kind nicht adoptiert oder in die Familie
hinein geboren wird. Das ist im Vergleich zu ähnlich gelagerten Produktionen
schon einmal ein kleiner, aber wirksamer dramaturgischer Griff, um den
Handlungshorizont beträchtlich zu erweitern.
Man verlagert den Handlungsschauplatz in eine einsame Hütte, so das die
Charaktere und die Geschehnisse eher im Vordergrund stehen, als die üblichen
Spielereien im Schoße der Familie. Dazu kommt, das diese einsame Hütte und ihre
schneebedeckte Landschaft hervorragend gefilmt und in die Story integriert
werden. Ebenso ist die Suche nach David, die von einem forschen, jungen
Detective geleitet wird, eine willkommene Abwechslung und harmonisch in die
Handlung eingefügt.
Blake Woodruff, der den dämonischen Jungen spielt und bislang vor allem durch
seine Rolle in "Im Dutzend billiger 1+2" auffiel, sticht wirklich hervor und
liefert eine hervorragende Performance ab. Er läßt einen wirklich frösteln,
agiert fast mimiklos, dadurch aber stets bedrohlich und bis ins Detail
nuanciert.
Auch Michael Rooker, demnächst in "Jumper" und "Repo!" zu sehen, überzeugt wie
immer. Schade, das man nicht mehr von ihm zu sehen bekommt. Der Mann hat zwar
schon viele schlechte Filme gedreht, aber an ihm lag es dabei sicher nie.
Doch wo Licht ist, ist auch
Schatten - oder namentlich genannt Josh Holloway und Sarah Wayne Callies. Den
beiden nimmt man ein Liebespaar überhaupt nicht ab, ihre gemeinsamen Szenen
wirken steril und gestellt. Callies kann ihre Soloszenen noch halbwegs souverän
gestalte, doch Holloway wirkt den ganzen Film über wie ein Fremdkörper: Eine
klare Fehlbesetzung.
Man nimmt ihm weder die Liebesbeziehung, noch seinen Wunsch ab, eine Imbissbude
(!) zu kaufen. Bei den gemiensamen Szenen mit Rooker oder Woodruff wird er
förmlich an die Wand gespielt.
Regisseur Stewart Hendler schafft es auch den kompletten Film über, das
Interesse des Zuschauers mit netten Einfällen und Ideen hoch zu halten.
Ganz besonders in Erinnerung bleiben wohl Davids Malkünste: Er zeichnet kommende
Ereignisse an die Wände seines Raumes, was die Akteure im Film mehr und mehr
verwirrt.
Allerdings ist Hendler nicht in der Lage die so wichtigen Tempowechsel in den
Griff zu bekommen: "Whisper" hat ein Tempo, das dem Genre angemessen recht zahm
ist. Doch zwischendurch, besonders zum Finale hin, hätte er ein wenig Tempo ins
Spiel bringen müssen - doch das vesäumt er leider.
Ebenso wenig kann oder will er auf die allzu Genretypischen Unfälle, Andeutungen
und Drehungen verzichten. Eigentlich schade, weil der Film durchaus seine
Überraschungsmomente und Gruselszenen hat: Doch der eigentliche Storybogen um
den Jungen verläuft recht vorhersehbar.
Alles andere als mit Ruhm bekleckert haben sich alle Beteiligten beim wirklich
schwachen Finale. Dieses wirre, unspektakuläre Ende hat der Film nicht verdient
und läßt ihn schlechter wirken, als er ist. Es wirkt nicht nur unsinnig, sondern
auch unausgereift, fast wie ein alternatives Ende.
Fazit:
Ein besserer Vertreter
der DtD Produktionen: Atmosphärisch, teilweise gut besetzt, überraschend und gut
fotografiert. Doch das Ende, falsche Castingentscheidungen, sowie zu wenig
Innovation lassen eine höhere Bewertung nicht zu.
4 / 10
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