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KRITIK:

X-MEN ORIGINS: WOLVERINE


von Christian Mester

X-MEN ORIGINS: WOLVERINE (2009)
Regie: Gavin Hood
Cast: Hugh Jackman, Liev Schreiber

Story:
Der vierte "X-Men" ist eine Vorgeschichte, die vom Aufwachsen und Leben der beliebtesten Figur Logan erzählt. Sie zeigt, wie der bärtige Zigarrenschmaucher zu seinem Spitznamen kam, woher er sein Adamantiumskelett hat und in welcher Form er das erste Mal auf Erzfeind William Stryker traf...

 

Kritik:
Es gibt viele, die die ersten beiden "X-Men" zwar gut, aber insgesamt viel zu dialoglastig fanden. Viel zu viel Story hieß es, zu viel Gerede und Metaphern über Weltverbesserung, Schicksal, Daseinsberechtigung, Akzeptanz und Toleranz. Viele fanden jedoch gerade das an den ersten beiden gut, doch nachdem schon der dritte Teil von Brett Ratner verstärkt auf Action und Karacho setzte (und damit der erfolgreichste wurde), dachte man sich scheinbar in Hollywood, dass es doch lustig wäre, Anspruch mal komplett außen vor zu lassen. Das Resultat solch geistreicher Überlegungen ist "X-Men Origins: Wolverine", der als erster Sinn und Verstand gegen Brusthaar und Explosionen eintauscht.

Dem ersten Anschein nach haut das halbwegs hin. Gavin Hood's Prequel springt von einem effektgeladenen Mutantenduell zum nächsten und lässt pausenlos ballern, hauen, explodieren, jagen und zerstören, bis dass die Klingen qualmen. Mit all den Auftritten von Mutanten wie Gambit, Wraith, Sabretooth, Agent Zero, Blob und Deadpool fällt das auch zugegebenermaßen ziemlich abwechslungsreich aus. Jackman ist wie immer in Bestform, Liev Schreiber bissig als neuer Sabretooth und Mr. Danny Huston tritt wacker in Brian Cox' große Fußstapfen; was sollte da also schief gehen? Die vielen neuen Mutanten sind zwar interessant, bekommen aber zumeist nur eine einzige wirkliche Szene pro Kopf, was besonders in Sachen Endgegner relativ lahm ausfällt. Wer das in diesem Fall ist, sei hier nicht verraten, aber was ebenso cool wie Darth Maul im ersten "Star Wars" Prequel hätte werden können, ist hier allenfalls charakterloser Zwieback.

Oscar-Nominee Hood ("Tsotsi") baut in seinen ersten Action-Film zwar mutig auch tragische Love- und dramatische Familiengeschichte mit ein, fällt damit aber noch weitaus schlimmer auf die Nase als Dramen-Kollege Marc Forster bei seinem "Quantum Trost". Die Action war da zwar auch hirnfrei, endlos und dazu noch ziemlich wacklig, im Gegensatz zu "Wolverine" aber hervorragend umgesetzt. Hier sind sie stupider, fallen die Blue-Screen Aufnahmen dagegen mehr als einmal auf, viele Effekte erscheinen unfertig und vor allem das Finale wird dem Budget alles andere als gerecht. Ob man damit so glücklich war?


Fazit:
Da brennt das Brusthaar - der "Wolverine" Film schlitzt sich das Fett vom Leib und lässt dabei versehentlich auch Hirn und Herz auf der Strecke. Hirnfreies Action-Spektakel.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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