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Kritik:
X-Men


von Christian Mester

X-Men
(2000)
Regisseur: Bryan Singer
Cast: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Ian McKellen

Story:
Logan (Hugh Jackman) ist ein Mutant, der sich als Rumtreiber durchschlägt und Problemen mit anderen, vor allem mit Menschen, möglichst aus dem Weg geht. Als er sich jedoch grimmig eines hilflosen Mädchens annimmt, das ebenfalls kein Mensch ist, gerät er alsbald in einen sich anbahnenden Krieg zwischen Gedankenleser Professor Xavier (Patrick Stewart) und dessen Erzfeind, dem Metallbändiger Magneto (Ian McKellen)...

Kritik:
Ernstere Ansätze von Comic-Verfilmungen hatte es bereits mit Tim Burtons Batman & Batmans Rückkehr und Stephen Norringtons Blade gegeben, doch erst Bryan Singers X-Men gelang es im Jahre 2000, Comic-Filme auch unter denen salonfähig zu machen, die jetzt nicht speziell Kinder, Nerds oder Jugendliche waren. Singer, der bekannterweise schwul ist, nahm sich das Element der Andersartigkeit der Mutanten und nutzt es hier als interessante Figurenmotivation. Zwar gibt es im Film Actionszenen mit den Mutanten, die ihre verschiedenen Mächte wie Actionspielfiguren gegeneinander einsetzen, doch das gesamte Geschehen baut generell auf eher sozialkritischen Fragen auf.

Wie sich als Außenseiter in der Gesellschaft integrieren? Lässt sich Akzeptanz erhoffen? Wird es im Laufe der Zeit leichter werden, oder ist es doch das beste Mittel, jeder Inakzeptanz mit Trotz und Gewalt zu antworten? Natürlich ist X-Men keine Oscar verdächtige Abhandlung derartiger Fragestellungen, doch das, zusammen mit recht kühlen Bildern und überraschendem Verzicht auf Humor schafft eine gefühlte Reife, die es bis dato unter Comic-Filmen nicht gegeben hatte.

Die Figuren sind allesamt sehr einfach geschrieben, doch dafür hervorragend besetzt. Stewart und McKellen verleihen ihren alten Knochen Stil und Klasse, und Raubein Hugh Jackman als beliebtester aller X-Men Wolverine ist ein unterhaltsamer Kontrast zu Cyclops / James Marsden und den anderen eher konservativen Gesichtern. Wer etwas untergeht, ist Halle Berry als Storm, die trotz wichtiger Rolle in den Comics hier eher weniger Sturm und Drang bedeuten darf. Ein echter Hingucker ist dafür Rebecca Romijn-Stamos als Formwandlerin Mystique, die durch ihre Unberechenbarkeit, ihrer Mission Impossible artigen Täuschmanöver und ihrer ungewöhnlich akrobatischen Kampfkunst jedes Mal Unterhaltung bedeutet.

Was den ersten X-Men vor größerem Lob zurückhält, ist seine Trägheit. Singer gelingt es zwar gut, die Welt der X-Men bereits im ersten Anlauf mit ihren vielen Figuren vorzustellen und diese so zu etablieren, dass man sie gerne wiedersehen würde, doch seine Vorsicht in der Konfliktentfaltung, die prinzipiell doch nach Schema F Weltherrschaftsversuch abläuft, lassen den Film insgesamt etwas lahm und langatmig erscheinen. Die Action ist zudem noch sehr klein gehalten, und es fällt natürlich störend auf, dass die beiden Handlanger Magnetos - gespielt von Darth Maul Ray Park und Wrestler Tyler Mane - dumpfbackige Vollpfosten sind, die eher in einen neuen Turtles als in einen nachdenklichen Sci-Fi-Film gehören, was dieser erste X-Men fraglos gern sein will.

Fazit:
Bei X liegt meistens ein Schatz vergraben, aber das trifft hier noch nicht unbedingt zu. Die X-Men Reihe sollte noch weit bessere Filme hervorbringen, doch schämen muss sich keiner für diesen kühlen Einstieg. Das ist ein rundum solider Film, vielleicht etwas langatmig und ohne echtes Spektakel, aber sympathisch besetzt und erfrischend eigen.

6,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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