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Kritik:
ZOMBIELAND


von Christian Mester

ZOMBIELAND (2009)
Regie: Gareth Edwards
Cast: Woody Harrelson, Scott Eisenberg

Story:
Zombieland, so nennen die Überlebenden einer ausgebrochenen Zombie-Epidemie die Überbleibsel des ehemals stolzen Amerikas. Einer von ihnen ist Columbus (Jesse Eisenberg), der sich tagtäglich durch die Ruinen der Zivilisation schlägt und händeringend versucht, nicht von überall lauernden Zombies erwischt zu werden.

Eines Tages trifft er mit Begleiter Tallahassee (Woody Harrelson) auf die feiste Diebin Wichita (Emma Stone), die die beiden im Nu um Waffen und Wagen erleichtert. Da sie auch Columbus' Herz gestohlen hat, folgen sie ihr inmitten zombiefizierter Gefahr...

Kritik:
Eine Zombie-Komödie? Kann funktionieren, wie schon "Shaun of the Dead" vor ein paar Jahren bewies. Das Schaurige durch den Kakao ziehen, das Blut vergießen verkaspern und dem Ernst der Lage mit einem gesunden Schulterzucken begegnen. Das sind auch Hand und Fuß in dieser quirligen Horrorkomödie, die eigentlich mehr Teenkomödie als Genrestreifen ist.

Im Zentrum steht Scott Eisenberg ("The Social Network"), der sich als halbschüchterner, unsicherer Früherwachsener durch die Welt der Untoten schlägt - und bald darauf beschäftigter damit ist, dem schönen Geschlecht hinterher zu steigen. Kaum ist er einer geifernden Amber Heard ("Stepfather") entkommen, geht's um Emma Stone ("Einfach zu haben"), die ihm und dem gesamten Film Pfeffer gibt. In seiner Rolle als dorkiger Teen ist er äußerst sympathisch, vor allem wenn er seinen Leitfaden für das Überleben in der Ödnis gibt.

Als Vater- und Mentorfigur tritt Woody Harrelson auf, der als Macho-Verschnitt mit Cowboyhut den harten Mann markiert, darunter aber noch anders ist. Das Schöne am Film ist seine Leichtfüßigkeit, da er keine Längen hat und sich quietschfidel durchs apokalyptische Szenario begibt und nie aufhört, Spaß zu machen. Die aufkeimende Love-Story zwischen Stone und Eisenberg ist zwar absehbar, bleibt aber niedlich und kitschfrei. Trotz des Mainstream-Charakters ist "Zombieland" jedoch keine verweichlichte Haarpomenade fürs "Ice Age" Publikum - der Film ist recht Rot und bietet gutes Zombie Make-Up, wird aber nie so ausufernd brutal wie beispielsweise Peter Jacksons erste Werke.

Fleischers Regie hat ebenfalls Pep: der Schnitt ist reibungslos flott, immer wieder gibt es lustige Einblendungen und seine Farbgestaltung und Musikwahl sorgen für gute Laune. Im Vergleich zu "Shaun" fehlt es allerdings ein wenig am möglichen Kultfaktor; es gibt zwar einen unerwarteten Cameo eines alten Comedy-Stars, der schlichtweg genial ist (böse: die Rolle sollte erst an Patrick Swayze gehen), doch so wirkliche Comedy-Einschläge gibt es ansonsten nicht.

Fazit:
Damit man morgen noch kraftvoll zubeißen kann - "Zombieland" ist gepfefferter Zombiespaß mit drei unterhaltsamen Protagonisten und einem äußerst gelungenen Cameo. Mainstream genug um auch die anzusprechen, die Horrorfilme für gewöhnlich nicht mögen und immer noch deftig genug, um Genrefans nicht zu verschrecken. Ein netter Feeld-Good-Streifen!

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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