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Der STREIK ist vorbei

news 13.02.08


(cm) Na endlich. Wie die Writers Guild of America (die amerikanische Autorengilde) heute offiziell bekannt gab, hat der lange Streik der Schreiberlinge sein Ende gefunden. Der Verbund der Autoren konnte
sich mit den großen Filmstudios auf neue Konditionen einigen. Einer
der Hauptgründe für die schnelle Einigung wird wohl unter anderem die kommende Oscar-Verleihung gewesen sein, die am 24. Februar
stattfindet. Wäre diese wie die Golden Globes ausgefallen, wäre es für
die gesamte Industrie verheerend und peinlich gewesen.

In dem Streik ging es um Vereinbahrungen über moderne Lohngeschichten. Da der Absatz über das Internet (per bezahltem Download oder Fernleihe) immer größer wird, setzten sich die Autoren dafür ein, daran beteiligt zu werden. Bislang sahen die Konditionen etwa so aus:

Ein Autor bekommt den Job, das Drehbuch zu einem Film wie Hitman zu schreiben. Da er neu ist, bekommt er einen Lohn vom unteren Ende der typischen Summe 50.000 - 200.000 Dollar. Diese 50.000 hören sich auf den ersten Blick viel an, doch er bekommt sie nicht auf einen Schlag. Einen Teilbetrag von ca. 10.000 kriegt er im voraus ausbezahlt, um mit der Arbeit anzufangen. Die Arbeit am Script kann nun unterschiedlich lang dauern, jenachdem, wie schnell er fertig wird und wie sehr es seinen Auftraggebern gefällt. In den seltensten Fällen sind die Produzenten schon mit der ersten Version zufrieden, Änderungswünsche liegen an der Tagesordnung.
Dauern die Scriptarbeiten also etwa 6 Monate, hat er pro Monat nur 1600 $, umgerechnet rund 1100 Euro, von denen der Autor sein Leben und ggfs das von seiner Familie finanzieren muss.

Ist das Script fertig, bekommt er die restlichen 40.000 Dollar allerdings immer noch nicht ausgezahlt. In den meisten Fällen war es nämlich so, dass der Rest des Geldes prozentual an den Gewinnen des Films ausgerechnet wurde. Dh, dass der Autor in der Zeit, in der der Film
gedreht und fertiggestellt wird, überhaupt nichts verdient. Bei einem
Projekt wie Hitman kann das schnell mal ein Dreivierteljahr dauern.

Kommt der Film nun in die Kinos, drücken sich die Studios immer noch vor der Auszahlung. Nach und nach kommen kleinere Beträge an, doch wenn der Film nur knapp sein Budget wieder einspielt, wird man auf DVD-Gewinne versetzt. Ist der Film 4 Monate später schließlich auf DVD und als Download erhältlich, kommen so langsam weitere Beträge, wobei die Autoren nur prozentual an den DVD-Gewinnen beteiligt werden (welche man aus genau diesen Gründen geheim hält) und man die Download-Sachen vollkommen für sich behält. Es kann also mitunter etwa 3-4 Jahre dauern, bis der Autor seine 50.000 vollkommen bekommen hat. Das wäre ein Monatsgehalt von etwa ~ 700-1000 €, wodurch man ganz schnell erkennt, das nicht jeder in Hollywood automatisch zu den Reichen gehört...


Was sich hart anhört, war leider lange Gang und Gebe in Hollywood. Bei diesem Beispiel wird dann auch schnell klar, warum die Autorengilde zum Streik aufrief. Geldgier war hier keineswegs der Fall, denn den Autoren ging es einfach nur um faire Behandlung. Viele von ihnen haben Familien zu versorgen, und anbetracht der Tatsache, dass die wenigsten Autoren zur gleichen Zeit mehrere Scripte verkaufen, wirft es doch ein ganz anderes Licht auf die bunte Welt der Sterne.

Deswegen ist es auch klasse, das die Studios einigen Änderungen zugestimmt haben. So werden Autoren in Zukunft im voraus bereits größere Summen bekommen, an den Kino- und DVD-Gewinnen stärker beteiligt werden und endlich auch für Download-Erfolge entlohnt werden.

Trivia: Ein gutes Beispiel für die Geldgier der Studios lieferten diese
Woche erst wieder die Anwälte von 20th Century Fox, die Klage gegen den Kollegen Warner Bros einlegten. Grund: Fox behauptet, die Rechte an dem Kinofilm
Watchmen (vom 300-Regisseur Zack Snyder) zu haben, den WB 2009 in die Kinos bringen will. Statt sich sofort darum zu kümmern, wartete Fox absichtlich bis WB bereits den halben Film fertig hatte - in der Hoffnung, ihnen jetzt einen mitgeben zu können.

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