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    BG Specials


Interview mit Frank Montag
Wir haben uns mit dem deutschen Regisseur Frank Montag unterhalten, der dieses Jahr seinen Horrorfilm "Slasher" vorstellen will. Slasher ist eine deutsche Produktion, die auch auf diversen Festivals anlaufen wird.

BG: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, gerade einen Horrorfilm zu machen? Das Genre gilt ja besonders hier in Deutschland als totgesagt.
Frank Montag: Das habe ich in letzter Zeit sehr oft gehört und gerade aus dem Bereich der Presse, was ich sehr eigenartig finde.
Das Aus für den Horrorfilm in Deutschland lieferte die Welle der Zombie- und Kannibalenfilme in den 80ern, als Jugendschutz und Staatsanwaltschaft gleichermaßen auf die Barrikaden gingen. Die Horrorfilme wurden bis zur Unkenntlichkeit zensiert und verboten. Nur das Tabu des Horrorfilms in Deutschland wurde bereits 1996 von Wes Craven mit seiner damaligen Horrorparodie Scream endgültig gebrochen. Im Zuge der EU-Angleichung wurden Horrorfilme endlich wieder ungekürzt veröffentlicht. Momentan sieht es eher so aus, daß wir uns in einem Boom des Genres befinden. Splatterfilme wie Wrong Turn schaffen es auf eine FSK16-Freigabe, Saw geht in die dritte Runde und die Neuverfilmungen des Texas Chainsaw Massacre sind im Kino zu bewundern. Dementsprechend gilt der Horrorfilm keinesfalls als totgesagt, sondern wird vielmehr immer gesellschaftsfähiger. Ich habe mich mit meinem Drehbuchautor für einen Horrorfilm entschieden, da die deutsche Horrorszene sehr ausgeprägt und präsent ist.

BG: Wie würden Sie Slasher in zwei Sätzen beschreiben? Und welche Filme inspirierten Slasher?
Montag: Slasher entspricht in erster Linie exakt der Definiton eines Slasherfilms. Doch gerade in dem Augenblick, wenn der Zuschauer meint, alles zu wissen, ändert sich der Ablauf und einige Wendungen in der Story liefern gesteigertes Interesse. Sicherlich ist ein Teil des Films durch die typischen 80er Slasherfilme wie Friday 13th oder The Burning inspiriert worden.

BG: Was für eine Art Slasher ist Slasher? Eher die lustige, selbst-parodierende bei der man ahnen kann was als nächstes passiert, oder gar die spannende, die versucht den Zuschauer zu gruseln, oder etwa ein Schocker, der mit möglichst viel Blut für Gänsehaut sorgt?
Montag: Es ist eine Mischung aus allen drei Varianten. Vielfältigkeit ist uns bei der Produktion sehr wichtig gewesen.

 

BG: Apropos Blut, wieviel Blut und nackte Haut sind zu erwarten? Angestrebte Altersfreigabe?
Montag: Es ist eine Menge von beidem zu erwarten. Vom traditionellen Offkill bis hin zur blutbesudelten Kettensäge, ebenso wie die obgligatorischen Nacktszenen bis hin zu einer Sexszene. Eine FSK18-Freigabe für Deutschland wäre erstrebenswert, nur damit rechne ich aufgrund der Härte einiger Szenen nicht. Ob der Film Schnittauflagen bekommen wird, ist momentan noch ungewiß, allerdings kann ich jetzt schon sagen, daß es in jedem Fall eine Uncut-Fassung geben wird.

BG: Auf was wurde Slasher gedreht? (DV, HD, 35mm, 16mm?)
Montag: Slasher wurde komplett auf HD gedreht. Kein anderes Format ist momentan mehr zukunfts-orientiert. So freue ich mich auf die Premiere. Slasher hat seine Uraufführung auf dem 11. internationalen Filmfestival WEEKEND OF FEAR in Erlangen und wird dort erstmals in HD-Qualität zu sehen sein.

BG: Wie hoch liegt das Budget ca. ?
Montag: Inklusive Verleihkosten, Drehgenehmigungen und Marketing hoffe ich, daß ich mit meinem Messer noch ein paar Cents aus meinem Sparschwein herausfummeln kann, um mir einen Kaffee zu leisten.

BG: Vorletzte Frage - welcher Horrorfilm hat Ihnen als letztes gut gefallen?
Das Dawn of the Dead-Remake von Zack Snyder hat mir von der ersten bis zur letzten Minute hervorragend gefallen.

BG: Eine noch: Was würden Sie angehenden dt. Filmemachern in einem Satz raten?
Das kann man nicht in einen Satz packen. Leider sieht es in Deutschland so aus, daß sich die meisten Filmemacher aufgrund von ungerechtfertigter Arroganz und erheblichem Neid gegenüber Anderer selbst im Wege stehen. Schauspieler, die gerade mit ihrem Studium fertig sind, erwarten einen roten Teppich und einen Wohnwagen am Set, obwohl sie noch nicht einmal in ihrem Leben hart an irgendwas gearbeitet haben. Kameramänner meckern ständig über ihr Equipment, anstatt zuerst zu versuchen, das Bestmögliche aus dem Vorhandenen rauszuholen.
Viele wollen zum Film und berühmt werden, nur keiner ist bereit, auch nur das Mindeste dafür zu tun. Ich selbst habe über ein Jahr gebraucht, um eine Filmcrew zusammenzustellen, die noch bereit dazu ist, alles zu geben. Solange sich in Deutschland an dieser Mentalität nichts ändert, werden wir uns weiterhin mit Gerichtsshows und anderen Serien zufrieden geben, es sei denn, Bernd Eichinger beglückt uns mit einer seiner Großproduktionen. Abschliessend möchte ich meinen ausführenden Produzenten Jörn Döring zitieren: "Es liegt nicht an der Badehose, wenn man nicht schwimmen kann!"

Vielen Dank für das Interview und viele Grüße an alle Bereitsgesehen-Leser!

Die Redaktion bedankt sich für die freundliche Unterstützung und wünscht weiterhin viel Erfolg.

 

 




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