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Interview mit
Ralf Moeller
Nur wenige deutsche
Schauspieler haben es
bisher geschafft, in den
USA erfolgreich Fuß zu
fassen.
Till Schweiger, Moritz
Bleibtreu und Franka
Potente tauchen hier und
da mal auf, aber einer,
der es
schon seit Jahren
geschafft hat, ist Ralf
Moeller.
Der in Recklinghausen
geborene Weltmeister im
Bodybuilding lebt in Los
Angeles und ist schon
seit 1989
in großen
Hollywood-Produktionen
zu sehen. Gearbeitet hat
er schon mit Russell
Crowe, Jean-Claude van
Damme, Roland Emmerich,
George Clooney, Joel
Schumacher, Ridley
Scott, The Rock, Michael
Clarke Duncan und vielen
anderen Stars. Er hatte
sogar seine eigene
TV-Serie, die auf der
berühmten Kinofigur
Conan seines Freundes
Arnold Schwarzenegger
basierte. Viele weitere
interessante Facts und
vor allem Bilder gibt es
auf seiner offiziellen
Webseite:
http://www.ralfmoeller.com
Highlights seiner
Karriere: Gladiator,
Universal Soldier, The
Scorpion King, Conan:
The Series
Abseits der Leinwand ist
Ralf bis heute ein
Synonym für Fitness und
Gesundheit, sowie ein
Vorbild für die Jugend.
Der überall gern
gesehene Gast hat unter
anderem die Aktion
"Starke Typen" ins Leben
gerufen, bei der jungen
Leuten bei der
Vermittlung von Jobs
geholfen wird. Nähere
Informationen zu diesem
Projekt gibt es unter:
http://www.starketypen.de
Wir hatten die
glückliche Chance, uns
mit Ralf über seine
aktuellen Projekte zu
unterhalten und fragten
natürlich auch nach, ob
er bei Hai-Alarm auf
Mallorca 2 dabei wäre...

"Postal"
Anmerkung: das Interview
wurde telefonisch
geführt, daher ist der
Wortlaut nicht ganz
exakt, aber sinngemäß
umgesetzt. Die
Verbindung nach Los
Angeles war zum Glück
gut verständlich.
BG: Ralf, im Herbst
wirst du in dem
kontroversestem Film des
Jahres zu sehen sein:
Postal. Was hat dich
dazu bewegt, in diesem
Film mitzuspielen?
Ralf Moeller: Postal
ergab sich nach den
Arbeiten an dem
Horrorfilm Seed, an dem
ich ja auch mit Uwe Boll
zusammengearbeitet habe.
Mir gefiel das Script,
das wundervoll als
Satire aufgebaut war.
Das ist ein Film, der im
Grunde bitterböse Kritik
am System ist und sich
selbst nicht zu ernst
nimmt. Zwar macht der
Postal Dude (Zack Ward)
allerlei verrückte
Sachen und es fliegen
auch viele Kugeln, aber
im großen und ganzen
geht es dabei sehr
überspitzt zu. Wichtiger
ist die Kritik, die in
vielen Szenen klar zum
Ausdruck kommt.
So hat Uwe z.B. eine
Szene mit eingebracht,
in der Präsident Bush
sich fröhlich mit Osama
bin Laden unterhält.
Aufgrund der heißen
Thematik wird er mit
Sicherheit für viel
Wirbel sorgen, aber ich
hoffe, das er viele auch
zum nachdenken anregt.
BG: Was für eine Rolle
spielst du in dem Film?
Moeller: Einen
Polizisten, der hier in
Postal gewissermaßen die
Untätigkeit verkörpert.
Direkt neben ihm
geschieht ein Verbrechen
und der kümmert sich
lieber um leckere
Donuts. Das ist ja auch
eine Kritik, die viele
an den Behörden haben.
BG: Kanntest du das
Game, auf dem Postal
basiert?
Moeller: Ich
befasse mich nicht viel
mit Computerspielen,
aber ich erinnere mich
noch an eine News-Story
vor vielen Jahren. Da
ist hier in den USA ein
Mann Amok gelaufen und
die Medien bezeichneten
ihn als jemanden, der
"postal" geht. Das heißt
ja soviel wie Amok
laufen, die Fassung
verlieren.

"Seed"
BG: Die Gewalt in Bolls
Satire ist ja sehr
satirisch angelegt, die
in seinem Horrorfilm
Seed dagegen soll indes
sehr an die Grenzen
gehen...
Moeller: Ja, das stimmt.
Wir haben Seed vor
einiger Zeit gedreht, da
geht es um einen
wahnsinnigen
Serienkiller namens Sam
Seed (gespielt von Will
Sanderson), der in den
70ern zum Tode
verurteilt wird.
Ich spiele darin den
Direktor der
Zuchtanstalt, Wright,
der dabei ist, als
dieser Mann die
Todesstrafe bekommt. Es
gab damals da dieses
Gesetz, dass ein Mann
der die Todesstrafe
überlebt, freigelassen
wird, aber mein Team
will diesen Killer nicht
gehen lassen. Wir lassen
ihn draußen im Sand
vergraben.
Seed kommt aber
natürlich wieder zurück
und rächt sich dann ganz
füchterlich an uns.
Die Gewalt in dem Film
war enorm, so sehr, dass
ich Uwe sogar manchmal
geraten habe, einiges
doch
zu schneiden. Da war zum
Beispiel eine Szene mit
einem Baby, an die ich
mich garnicht erinnern
will.
Ich glaube aber, dass
die nicht mehr im
fertigen Film drin ist.

Will Sanderson ist Sam
Seed (Seed)
BG: Demnach bist du also
kein Befürworter von
Filmen wie Saw oder
Hostel?
Moeller: Nicht
wirklich. Ich bin
einfach der Meinung,
dass richtiger Horror
nicht unbedingt aus viel
Blut
oder Metzelei bestehen
muss. Eine spannende
Atmosphäre und eine gute
Story sind doch sehr
viel wichtiger. Gerade
Hostel hätte nicht so
weit gehen müssen, zu
sehen wie diese Leute da
gefoltert werden, war
doch nicht mehr schön.
BG: In Postal und Seed
geht es prinzipiell
beiderseits sehr zu
Sache. Wie würdest du
die Filme in der
Hinsicht miteinander
vergleichen?
Moeller: Die
Motive der beiden Filme
sind völlig
unterschiedlich. Während
Seed hartgesottene
Horrorfans anspricht,
ist Postal viel
zugänglicher. Da ist die
Gewalt wie ein Teil
einer Karikatur, wie sie
in vielen Zeitungen
immer zu sehen sind. Ich
glaube nicht, das man
sich über die Sorgen
machen muss.
BG: Da gibt es ja noch
zwei andere Produktionen
von Boll, bei denen du
dabei bist.
Moeller: Richtig, denn
den Film Far Cry haben
wir gerade abgedreht.
Das basiert auch auf
einem erfolgreichen
Game, die Hauptrolle
Jack hat da Til
Schweiger gespielt. Wir
haben viel Spaß bei den
Aufnahmen gehabt und ein
wenig erinnerten mich
die Outfits an Universal
Soldier. Wie damals bei
dem Hit von Roland
Emmerich geht es auch
hier um Soldaten, an
denen geheime
Experimente verübt
wurden. Ich spiele einen
von diesen Kerlen, die
es später mit Jack zu
tun kriegen.

BG: Wie würdest du Far
Cry in kürze
beschreiben?
Moeller: Sehr
actionreich und
aufregend.
BG: Dein vierter Film
mit Uwe ist Alone in the
Dark II, richtig?
Moeller: Ja, das ist der
Neustart dieser Serie.
Alone in the Dark ist ja
ein bekannter
Franchise-Name, den man
nun in weiteren Filmen
fortführen wird. Mit dem
ersten Teil (mit
Christian Slater und
Tara Reid) hat er nichts
mehr gemeinsam, hier
wird eine völlig neue
Story erzählt, in der
Rick Yune diesen Edward
Carnby spielt. Der Sohn
von Sean Connery, Jason
Connery, ist auch mit
dabei.
Wir sind da ein Team von
fünf gut ausgerüsteten
Hexenjägern, die sich
auf die Suche nach einer
mehr oder weniger
außerirdischen Hexe
befinden. Zwischen
Carnby und meinem
Charakter, der Boyle
heißt, gibt es da so
einige Spannungen.
Carnby ist nämlich als
einziger in der Lage,
die Ankunft der Hexe zu
spüren, da gibt es also
einige
Konkurrenzgerangel
zwischen uns beiden.
Uwe Boll ist bei diesem
Projekt allerdings nur
als Produzent dabei.

Uwe Boll
BG: Alone in the Dark 2
soll sich stylistisch
ein wenig vom ersten
unterschieden, was wäre
das?
Moeller: Obwohl der Film
in der Gegenwart spielt,
hat das ganze einen
gewissen futuristischen
Touch.
Ich weiß nicht, wie ich
das genau beschreiben
kann, aber es hatte
leichte Sci-Fi Züge.
BG: Nach so vielen
Projekten hast du nun
schon einige Erfahrungen
mit Uwe Boll gemacht.
Weltweit gibt es ja kaum
einen deutschen
Filmemacher, über den
momentan soviel
gesprochen wird wie über
Boll. Da ist auch viel
negatives drunter, das
über schlechte
Filmkritiken hinaus
geht. Wie siehst du die
Sache?
Moeller: Um ehrlich zu
sein, bin ich mit der
Arbeit von Uwe sehr
zufrieden. Ich finde es
bemerkenswert, was
dieser Mann in den
letzten Jahren geschafft
hat. Abseits von den
typischen deutschen
Produktionen dreht er im
Ausland Filme mit
Vampiren, Untoten,
Monstern und Rittern,
und schafft es, dabei
einen großen Namen nach
dem anderen für seine
Projekte zu gewinnen. Ob
einem die Filme gefallen
oder nicht, das ist ja
Geschmackssache (aber
die Verkaufszahlen
sprechen dafür), aber
allein das Ausmaß seines
Schaffens verdient schon
Achtung. Er ist auch
sehr fleißig in seinem
Gebiet - in den letzten
zwei Jahren allein hat
er 5 große Filme gedreht
und sitzt gerade an
Nummer 6. Auch hier in
Hollywood gibt es
wenige, die so strebsam
sind.
Der Mann hat sich das
alles hart erarbeitet
und lässt sich auch von
den stärksten Kritiken
nicht einschüchtern. Es
hat bei jedem Film Spaß
gemacht, mit ihm zu
arbeiten und ich denke,
das sich da
auch in Zukunft noch die
ein oder andere
Zusammenarbeit ergeben
wird.

Ralf Moeller, Russell
Crowe, Djimon Hounsou
(Gladiator)
BG: Lass uns nun über
einen ganz besonderen
Film aus deiner History
sprechen, Haialarm auf
Mallorca.
Moeller: (lacht)
Haialarm auf Mallorca.
Das war ein großer Hit
für RTL, damals der
dritterfolgreichste
TV-Film des Jahres neben
zwei
Hollywood-Produktionen.
Ich war ja für den
ersten Titel den sie
damals hatten, aber den
wollten sie nicht
nehmen.
BG:
Welchen?
Moeller: Eigentlich
sollte der Film erst
"Megalodon" heißen, so
wie dieser 30m lange
Urhai, um den es da im
Film geht. Eine
Meinungsumfrage von RTL
hatte aber ergeben, das
sich die meisten
Zuschauer nichts
darunter vorstellen
konnten, also kam es zu
"Haialarm auf Mallorca".
Der Film war eine
ziemlich unterhaltsame
Geschichte und es hat
auch Spaß gemacht, den
zu drehen. Ich meine,
viel Action, bestes
Wetter, eine
wunderschöne Insel, wo
kann man als
Schauspieler lieber
arbeiten wollen? Wir
hatten an der Premiere 6
Millionen Zuschauer,
nachdem der Tatort auf
dem anderen Kanal zuende
war, sogar 8 Millionen.
BG:
Angenommen, es gäbe bald
einen zweiten Teil -
wärst du wieder dabei?
Moeller: Aber natürlich.
Wenn wieder die Aussicht
auf so einen angenehmen
Dreh besteht, bin ich
gern wieder dabei.

BG: Demnächst sieht man
dich auch wieder in
deiner
deutsch-internationalen
Produktion.
Moeller: Da gibt es
einen Film namens "Zeit
des Kometen" mit Thomas
Heinze, darin wird es um
einen Deutschen in
Arabien gehen. Außerdem
habe ich gerade ein
Angebot für ein großes
Hollywood-Sequel
bekommen.
BG: Was wäre das?
Moeller: The Scorpion
King 2 - Rise of the
Akkadian. Ich habe ja
schon 2002 in dem ersten
Teil mitgespielt, in dem
Dwayne "The Rock"
Johnson den Akkadier im
Spin-Off zur Filmreihe
"Die Mumie" verkörperte.
Der zweite Teil, in dem
ich als Mentor auftreten
werde, wird von Russell
Mulcahey gedreht. Sein
neuer Film Resident Evil
3: Extinction läuft doch
bald in den Kinos an.
In Scorpion 2 geht es um
die Vorgeschichte, wie
der Akkadier zum
stattlichen Krieger
geworden ist.
BG: Letzte Frage: was
hat es mit den "starken
Typen" auf sich?
Moeller: "Starke Typen"
ist ein Projekt für
junge Leute, das ich
entwickelt habe. Da ich
früher auch nicht die
besten Noten in der
Schule hatte, weiß ich,
wie schwer das heut sein
kann, also unterstützt
"Starke Typen" heute
junge Menschen bei der
Vermittlung von Jobs.
Wenn es mein Zeitplan
zulässt, besuche ich
auch Schulen und erzähle
mehr darüber. Ich
glaube, dass das eine
tolle Sache ist.
BG:
Ralf, im Namen von
Bereitsgesehen sage ich
erst einmal vielen,
vielen Dank für diese
Gelegenheit.
Wir freuen uns auf deine
nächsten Filmprojekte
und wünschen dir alles,
alles Gute!
Moeller: War mir eine
Freude.
An dieser Stelle sei
auch unserem netten
Vermittler gedankt, mit
dem diese Geschichte
erst möglich geworden
ist.
Wer mehr über Ralf
Moeller erfahren möchte,
der kann sich auf seiner
offiziellen Webseite
näher umschauen:
http://www.ralfmoeller.com.
Dort gibt es auch einen
kleinen Trailer, der
einen Überblick
über Ralf's Filmographie
gibt. Wer sich näher
über sein Programm für
junge Leute informieren
möchte, kann das unter
der Adresse
http://www.starketypen.de
tun.
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