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Interview mit Marc Schoelermann
Marc Schoelermann ist einer der wenigen deutschen Regisseure, die auch in den USA Fuß fassen konnten. Seinen Einstand hatte der gebürtige Hannoveraner 2008 mit dem Thriller Pathology, in der einer der momentan größten Teenie-Schwärme der USA die Hauptrolle spielt: Milo Ventimiglia aus Heroes. Wir haben uns mit ihm mal über seinen Film und vor allem auch über den Stand des deutschen Kinos unterhalten.

Das Interview führte Christian Mester exklusiv für bereitsgesehen.de.


(Bild von longshots.pixelnet)

Marc Schoelermann Facts:
- geboren 1971 in Hannover
- ab 1995 erste Kurzfilme mit Patrick Brandt und Thomas Heinze
- 2001 Fernsehdebüt mit zwei Folgen von Der Clown
- vier Musikvideos für Scooter: Ramp!, Jigga Jigga, Maria, Shake that
- half beim Brosnan-Bond Der Morgen stirbt nie in der 2nd Unit aus
- US-Debüt 2008 mit Pathology


BG: Pathology ist ja dein erster internationaler Film, wie kam es zu dem Projekt?

Marc Schoelermann: Durch meine Werbefilme bin ich auch in Amerika vertreten und habe dort einen
Agenten. Der schickte mir dann irgendwann das Drehbuch, ich traf mich mit Mark [Neveldine] und Brian [Taylor] und den Produzenten, sie mochten meine Arbeit und meine Ideen zu Projekt.

BG: Was faszinierte dich an dem Script von den Machern von Crank?
Schoelermann: Der bitterböse Grundton. Heutzutage ist fast jeder Film schon auf eine PG-13
Freigabe getrimmt. Selten gibt es Filme, die einfach konsequent einer Linie folgen. Und das war hier so.

BG: Milo Ventimiglia ist nach Rocky 6 und Heroes ohne Frage einer der angesagtesten Jungstars von Hollywood. Wie war es, mit ihm und anderen Stars wie Lauren Lee Smith zu arbeiten?
Schoelermann: Es war fantastisch, sehr angenehm. Es gab keine Allüren, alle waren ein Team.
Es hat sehr viel Spaß gemacht und die Arbeit mit ihnen war sehr professionell. Wir haben auch immer
noch Kontakt..

BG: Einige Darsteller sollen zur Vorbereitung an echten Autopsien teilgenommen haben, warst du dabei?
Schoelermann: Ja, alle waren dabei. Das war eigentlich Grundvorraussetzung, um den Film zu
machen. Viele Leute denken, dass das was sie in "Pathology" sehen total übertrieben, geschmacklos
und an den Haaren herbeigezogen sei... das ist eben nicht so. Das ist alles sehr realistisch.

Das erste was ich gesehen haben als wir im Leichenschauhaus in LA waren, war, dass jemandem Flüssigkeit aus dem Auge entnommen wurde. Spritze rein. Danke. Die großen Heckenscheren für den
Brustkorb - direkt aus dem Baumarkt. Originalkommentar: " Die werden ja eh nicht kranker." Und da gibt
es noch viel mehr Anekdoten. Und zum Thema makaberer Humor - Pathologen besitzen einen ziemlich
befremdlichen Abstand zu ihrer Arbeit, da werden schon relativ derbe Späße gemacht. Ich denke, das ist ihre Art, mit dem täglichen Anblick von Tod umzugehen und es nicht an sich rankommen zu lassen.


- Die offizelle Seite zum Film -
- Die offizielle MySpace Seite -

BG: Wieso sind gruselige Thriller wie Pathology nur schwer in Deutschland zu machen?
Schoelermann: Das Hauptproblem ist, glaube ich, das Genre selbst. Auch wenn es viele
Horror-Fans gibt, ist die Zielgruppe letztlich zu klein, durch die zu erwartenden Altersfreigaben
beschränkt sich das noch weiter -und somit ist der zu erwartende Gewinn eher mager und auf den
DVD-Markt beschränkt. Zwar haben Spanien und Frankreich gezeigt, dass man sehr wohl international
erfolgreiche Horrorfilme drehen kann, aber da dieses Genre in Deutschland nach wie vor verpönt ist, ist es eben nicht einfach, Geld dafür aufzutreiben.

BG: Was hältst du von dem deutschen Film generell?
Schoelermann: Ich glaube, der deutsche Film ist momentan wirklich auf tollem internationalen
Niveau und muss sich nicht verstecken. Ich hoffe, dass es so bleibt.

BG: Laut IMDb hast du mehrere Musikvideos von Scooter umgesetzt - wie war das? Und sind HP Baxxter und Co. privat ebenso grell und impulsiv wie bei ihren Auftritten?
Schoelermann: Scooter sind sehr angenehm in der Zusammenarbeit. Ich bin mittlerweile auch ganz
gut befreundet mit den Jungs. Es ist immer einen nette Zusammenarbeit. Sie vertrauen mir und es macht immer Spass.

BG: Wenn du ein vorher veröffentlichtes Werk - sei es Buch, Film oder Game - mit freier Auswahl als Film neu umsetzen dürftest, was wäre dein Lieblingsprojekt?
Schoelermann: Egal welcher Roman von T.C.Boyle. Ich bin ein großer Fan seiner Bücher.

BG: Okay, eine haben wir noch: was hältst du von Remakes?
Schoelermann: Der Grund der meisten Remakes ist ja ein rein finanzieller. Es gibt das Produkt
und die Bekanntheit beim Publikum bereits - und nicht, weil man etwas besser machen kann. Deswegen sind 95 Prozent meiner Meinung völlig überflüssig. "The Ring" ist meiner Meinung nach gelungen. Und auch "Das Ding". Aber das war's auch schon!


Pathology:
- 95 Minuten lang
- R Rating für
disturbing & perverse behavior throughout, including violence, gruesome images,
strong sexual content, nudity, drug use & language
- in Deutschland ab 18
- DVD Start: 4. März 2009






Die Redaktion bedankt sich sehr für die freundliche Unterstützung und wünscht dem Künstler
weiterhin viel Erfolg auf seinem Weg!

 

 




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