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Artikel:
Flops 2014


von Christian Mester

Keine Frage:
Nach Date Movie, Fantastic Movie, Meine Frau, die Spartaner und ich (300 Movie), Disaster Movie und Beilight: Biss zum Abendbrot (Twilight Movie) hat Regisseur Jason Friedberg mit seiner Hunger-Games-Parodie Die Pute von Panem auch 2014 erneut die Nase vorn. Was schlechte, unwitzige, aber dennoch seltsamerweise erfolgreiche Filme betrifft, macht dem Mann nach wie vor keiner was vor, und es ist geradezu beachtlich, mit welchem Eifer er das Erbe der Leslie Nielsen / Hot Shots / Austin Powers Komödien weiter vergräbt. In diesem Jahr war er sogar so schlecht, dass er einen Ehrenpreis für den unzumutbarsten Quatsch verdient.

Nachfolgend zehn weitere Enttäuschungen, die in einem anderen Licht eventuell was hätten werden können:



10 - 47 Ronin

Keanu Reeves als Katana schwingender Samurai in einem bunten Fantasyabenteuer voller Monster und Magier, unter einem Budget von fast 200 Millionen Dollar und vom Drehbuchautor von Fast & Furious 3-8 - wie kann so etwas jemals schiefgehen? Zwar mag 47 Ronin insgesamt der nicht-schlechteste Film dieser Liste sein, mit ansehnlichen Effekten, okayer Handlung und keinem einzigen schlecht auffallendem Darsteller, doch der Schnitt des Films könnte nicht inkompetenter gesetzt sein. Jeder Actionszene fehlt der letzte Schliff, alle (!) Dialoge sind dröge in Szene gesetzt, es kommt nie Fahrt oder Spannung auf, und somit bleibt leider nichts als ein gleichgültiges Schulterzucken.


9 - Pompeii
Das letzte Mal, dass Paul WS Anderson auf die Kombination Geschichte + Action setzte, kam sein Die drei Musketiere dabei herum, ein mitreißend spaßiger Film für zwischendurch. Sein Katastrophenfilm über den Vulkanausbruch von Pompeii allerdings bleibt trotz Lavaströmen überraschend kalt, und Emily Browning und Jon Snow rasen eher irrend über CGI-Steinpflaster. Anderson versuchte es ein klein wenig ernster, versuchte Gladiator und Titanic zu mischen, doch klappen wollte es nicht.


8 - Erlöse uns von dem Bösen

Regisseur Scott Derrickson hat wie Wes Craven zwei Seiten: eine, die Sinister, Dr Strange und Der Exorzismus der Emily Rose gemacht hat, und eine, die Der Tag, an dem die Erde stillstand 2008 und den hier verbrochen hat. Communitys Jeff Winger mit Basecap sagt: Erlöse uns von Erlöse uns von dem Bösen.


7 - Need for Speed: Der Film

Es ist überaus löblich, dass für den Dreh der Gameverfilmung von Need for Speed echte Luxuskarossen geschrottet worden sind, doch das nette Detail allein macht noch keinen guten Film aus. Manch einer mag es zu schätzen wissen, dass er bodenständiger, weniger Bro und realistischer als die Fast & Furious Filme daherkommt, doch Jesse Pinkman ist einfach kein Steve McQueen, kein Nicolas Cage und kein Jason Statham, und die Regie kein Rush, Death Race oder Tage des Donners.


6 - The Legend of Hercules

Nicht zu verwechseln mit "Hercules" mit Dwayne Johnson. "The Legend of Hercules" kam im gleichen Jahr und sogar ebenfalls in 3D, aber mit Kellan Lutz als hirnloser Herkules, der sich stammelnd durch eine weitere von Renny Harlins Billigproduktionen kloppt.


5 - Transcendence
Johnny Depp hatte in letzter Zeit ohnehin keine gute Zeit, aber wie ausgerechnet dieses Projekt derart daneben gehen konnte, lässt grübeln. Ein exzentrischer Wissenschaftler, der seinen Verstand in eine Maschine überträgt, inszeniert vom Kameramann der Dark Knight Trilogie? Bei all diesen Elementen hatte Transcendence keinerlei Recht, derart öde zu werden. Depp scheint in einer Art Wachkomazustand gefilmt worden zu sein, und wie ausgerechnet einer der gefeiertsten Kameraleute der letzten Dekade einen solch grau-grau hässlichen, motivlosen Schund anbieten konnte, bleibt ebenso rätselhaft wie der marode, actionlose Guerillakampf von Paul Bettany und Kate Mara, für den sich kein Mensch interessieren konnte. Sie hätten Johnny Depps Figur direkt in den Papierkorb übertragen sollen.


4 - A Million Ways to Die in the West
Humor ist ja bekanntlich subjektiv, und nicht jeder kann etwas mit Seth MacFarlanes oft derben Family Guy Stil anfangen - kein Problem. Doch selbst für langjährige Sympathisanten seiner Serie ist sein blasser Westernklamauk ein Griff in den Kuhfladen. Ted 2 war schon nicht mehr so gut wie Ted 1, doch West lässt Ted 2 wie Terminator 2 aussehen. Trotz Charlize Theron, Liam Neeson und Neil Patrick Harris will kaum einer der vielen, vielen Gags zünden, selbst Adam Sandler sollte mit Ridiculous Six anschließend was Besseres hinlegen, und MacFarlane als sein eigener Hauptdarsteller tut sich wahrlich keinen Gefallen. Vielleicht sollte er bei dem bleiben, was er ungemein gut kann: Synchro.



3 - I, Frankenstein

Die Idee war offenbar: ein Film wie Blade oder Underworld, mit Frankensteins Monster als durchtrainierter Superfighter, der mit Raketenwerfern gegen CGI-Gargoyles kämpft. Trashig, hätte aber Spaß machen können, wäre die Action denn halbwegs gut gemacht und die Dialoge nicht so klottenhohl. Die vielen Explosionen können nicht aufwiegen, dass I, Frankenstein nicht zu reanimieren ist.


2 - Sin City 2: A Dame to Kill For
Robert Rodriguez hat mal Desperado, From Dusk Till Dawn, Planet Terror, The Faculty und Sin City gemacht, war mal ein cooler Hombre. Letzterer ist vermutlich sein bisher bester Film, der großartig ausschaut, herrlich dreckige Noir-Unterweltgeschichten erzählte und gleich mehrere Kultfiguren bot. Ein zweiter Sin City war ohnehin unnötig, so wie Die Vögel 2, American Psycho 2 oder S Darko, und leider fühlt er sich genau so an. Mickey Rourke und Bruce Willis langweilen sich durch eine unstimmige, unnötige, überflüssige Verlängerung der alten Handlung, die nichts mehr von dem Biss und Kultfaktor des alten hat, Jessica Alba ist mit ihrem Charakterwandel zur groben Femme Fatale fatal überfordert, und Neuzugang Eva Green wird sich noch in Jahren dafür schämen, die meisten Nacktszenen ihrer ohnehin freizügigen Karriere ausgerechnet in diesem Film verschwendet zu haben.


1 - Monsieur Claude und seine Töchter

Platz 4 der deutschen Zuschauercharts 2014 ist eine komödiantisch unauffällige Familienkomödie mit beunruhigend auffälligem Rassismus. Oberflächlich geht es um einen konservativen Katholiken, der mit (oh, Graus) chinesischen, jüdischen und schwarzen Schwiegersöhnen konfrontiert wird und damit umzugehen lernen soll, doch zu keinem Zeitpunkt stellt der Film seine dick aufgetragenen Vorurteile und Antipathien als falsch dar, gibt es keinen Moment der Erkenntnis, und schon gar keine klare Distanzierung wie beim Ekel Stromberg. Nachdem der französische Ziemlich beste Freunde herzerwärmend und witzig Zusammenhalt feierte, bleibt Monsieur Claude auf Abstand. Den kann er haben, möglichst weit weg.


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