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Artikel:
Tops 2017


von Christian Mester

Okay, laut der anderen Liste ist STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI nicht auf dieser Liste zu finden. Hmm. Grund zur Sorge?
Ich mein, welche 10 Filme können einem besser gefallen haben als der?


10 - The Boss Baby

Moment, Moment, Moment - ja, tatsächlich. Das ist ein ernstgemeinter zehnter Eintrag auf meiner "die zehn Lieblingsfilme des Jahres" Liste. Ein Film namens The Boss Baby. Ein animierter Spielfilm über eine Fantasygeschichte mit Babies, die Anzüge tragen und Aufträge für eine Babyfabrik erfüllen. Über ein Boss Baby, das im Original von Alec Baldwin gesprochen wird. Nein, bei mir ist noch kein Nachwuchs unterwegs, der das emotional inspiriert haben könnte und nein, der nächste Eintrag hier drunter wird nicht Bad Moms 2 sein, aber bevor erzürnt mit Schnullern, Pampers und Rasseln geworfen wird, sollte kurz zugehört werden. Denn das Baby hat überraschenderweise wirklich einen guten, guten Film in der Krippe.
The Boss Baby mag nicht so witzig sein wie Ich - Unverbesserlich 3 oder so farbenfroh und visuell beeindruckend wie Pixars Coco, aber die ausgesprochen gelungene Kombination überraschend lustiger Slapstickszenen, darunter eine der besten Verfolgungsjagden der letzten Jahre, rundum dufter Regie, sympathischer Figuren und einer ebenso verrückten wie warum auch immer funktionierenden Brüdergeschichte hat mir einfach meinen Horizont erweitert.


9 - Es: Kapitel 1
Die Neuverfilmung des Stephen King Klassikers hat bewiesen, dass da unten bei den Ballons tatsächlich alle schweben. Es 1 mag mit seinen vielen ähnlichen Speedramping-Five-Nights-At-Freddy's-Schockmomenten nicht der fesselndste Horrorfilm der letzten Jahre sein, ist aber aufgrund der phänomenalen Besetzung und der sensibel-witzig-packenden Regie eins der besten Jugendabenteuer der letzten Jahre geworden, mit Skarsgard als verdiente erste neue Horrorikone seit Jahren. Der hohe finanzielle Erfolg ist absurd und entbehrt jeglicher Logik, ist aber natürlich erfreulich fürs Genre.


8 - Life

Generisch klingender Titel, generisches MOTW-Konzept, relativ unauffällige Regie und darauf eher fremde Resonanz; eine kleine, kaum lebhafte Randerscheinung im Schatten des vergleichbaren, wesentlich größeren, aber leicht untergegangenen Alien: Covenant. Mir gefiel er aber gerade wegen seiner Twilight Zone / Akte X Monster of the Week Qualitäten. Der außerirdische Organismus mit Namen Calvin beweist sich als gruseliges Geschöpf, und das ganze fast so spannend serviert wie Gravity. Wer Event Horizon mag und es gern weniger höllisch hat, darf einsteigen.


7 und 7.5 - The Lego Movie + The Lego Ninjago Movie

Ich habe einst nicht daran geglaubt, dass der Lego Movie gut werden würde, und dann ward er grandios. Ich habe folglich nicht geglaubt, dass der Lego Batman Movie damit noch mal mithalten könnte, geschweige denn, der Lego Ninjawasauchimmer Film, der auch noch hinterhergeworfen wurde. Aber wie ein Barfuß-Tritt auf ausgestreute Legosteine machten sich beide Lego-Werbespots in Spielfilmlänge cineastisch ungemein angenehm bemerkbar, denn es sind – wichtig, im O-Ton ohne deutsche Youtube-Stars – fantastisch witzige Blödsinnskomödien. Beide so witzig, dass ich sie nicht beide in die Liste packen will, aber auch gleichzeitig keinen auslassen möchte. Also könnt ihr euch aussuchen, welchen ihr hier stehen haben wollt.


6 - Blade Runner 2049

Ein zweiter Blade Runner hätte rundum überflüssig sein können, hätten sie nicht einen derartigen Künstler wie Denis Villeneuve gewinnen können, der nach dem doch bisl langatmigen (und bisl zu überbewertetem Arrival) großartig auf der Erzählerbühne ankommt, die er verdient. Er vermag es, die bisherige Welt der Replikanten faszinierend zu erweitern (ebenso wie das inoffizielle Spin-off, Starforce Soldier mit Kurt Russell), sodass selbst ein sonst oft gelangweilter Harrison Ford (siehe The Force Awakens) mächtig erwacht und zum Einsatz bereit ist.


5 - John Wick: Kapitel 2
Eigentlich sollte man es schon schwer in Frage stellen, wieso man es überhaupt mag, den unsterblichen unsterblich coolen Keanu Reeves dabei zuzusehen, wie er endlose Goonwellen von selten treffenden Handlangern ins Jenseits ballert. Andere Actionfilme aber träumen davon, so großartig inszeniert zu sein - nein, ganze andere Genres träumen davon, so sehr zu rocken wie die John Wick Sage, von der Kinder in der späteren Postapokalyptik staunend kryptisch einander berichten werden.


4 - Hacksaw Ridge
Mel Gibson hat vor einigen Bartjahren Braveheart gedreht, also sollte es fast schon zu erwarten gewesen sein, dass ein neuer Mel Gibson Kriegsfilm ohne Jesus vermutlich nicht allzu ungut würde. Und jap, der kann was. Der überraschend unpatriotische Medic-Tribut ist spannend, mutig, teils echt erschütternd und mischt seine käsigen 50er Jahre Kitschmomente mit einer tatsächlich irrsinnigen, kaum zu glaubenden wahren Geschichte.


3 - Planet der Affen 3: Survival
Man muss kein Primat sein um zu sehen, wie prima Matt Reeves' reißerisches neues Affenteuer geworden ist. Was ein einfacher Kriegsfilm-Actioner mit CGI-Affen hätte sein können, ist eins der packendsten Familienactiondramen überhaupt geworden. Ein sensationeller Abschluss einer affenstarken Trilogie


2 - Dunkirk

Dass Christopher Nolans stürmischer Strandspaziergang kühl und klamm werden würde, war schon von vornherein abzusehen, doch nach dem hochemotionalen Sternenschweifler Interstellar überraschte der intellektüle Mann dieses Mal primür mit Bildgewalt. Im Meer der Kriegsfilme ist sein Dunkirk ein ausgesprochen origineller, extrem mitreißender Titel geworden, der mit der Flut mit vielen wenigen Worten zwar wenig sagt, aber vieles aus- und anspruchsvoll beansprechend anspricht; insbesondere, die Ausweglosigkeit, mittendrin gewesen zu sein. Nicht im Kino, in Dünkirchen.


1 - Logan: The Wolverine

Eine Filmreihe, die X-Men Origins: Wolverine, Wolverine – Weg des Kriegers und Logan: The Wolverine heißt, muss man auf den ersten Platz voten. So einfach ist das.

Oder man erwähnt beiläufig, dass Logan der erste Film seit The Dark Knight ist, der Superhelden endlich mal wieder ernsthaft ernst nimmt und dabei ein sehr guter Film dabei herumkam, der gleichermaßen das fantastische Schlusswort einer ikonischen Filmfigur geworden ist. Selten kommt es vor, dass derart beliebte Figuren auf ihrer höchsten Note abdanken können. Und dabei nahm ich an, "Logan" würde gar floppen, weil niemand den Filmtitel mit dem haarigen Typen aus der X-Men Reihe verbinden würde.


Sonst noch sehenswert waren: La La Land. Die Taschendiebin, Hell or High Water, xXx – Die Rückkehr des Xander Cage (wenn man Vin Diesel prinzipiell mag), Manchester by the Sea, Personal Shopper, Split, Hidden Figures, Boston, Bailey, A Cure for Wellness, Kong: Skull Island, Moonlight, Die Schöne und das Biest, Die rote Schildkröte, Die versunkene Stadt Z, Una und Ray, Fast and Furious 8, Guardians of the Galaxy Vol 2, Get Out, Alien: Covenant, Wonder Woman, Ich – Einfach unverbesserlich 3, Spider-Man: Homecoming, Thor: Tag der Entscheidung, Valerian: Die Stadt der tausend Planeten, Baby Driver, Atomic Blonde, Barry Seal, mother!, Good Time, Mord im Orient-Express, The Big Sick, Happy Death Day, Justice League, Paddington 2, Shin Godzilla, Okja, Geralds Spiel, The Meyerowitz Stories (New and Selected)

Zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht gesehen, aber womöglich sehenswert: Suburra, Jackie, Sieben Minuten nach Mitternacht, Nocturama, Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie, Tulpenfieber, Plan B – Scheiß auf Plan A, Die Verführten, Die Erfindung der Wahrheit, Bleed for this, The Promise, Your Name, Jugend ohne Gott, Schloss aus Glas, The Wailing, The Square, Lady MacBeth, The Secret Man, Suburbicon, Detroit, Aus dem Nichts, Battle of the Sexes, Coco, A Ghost Story, Jumanji 2, Ferdinand geht stierisch ab, Loving Vincent

Addendum: Inspiriert von meinem exzellenten Kollegen, der aktuell bedeutend besser schreibt als meine Wenigkeit, hier noch ein paar weitere Fundstücke des letzten Jahres:

Bester deutscher Filmtitel für einen ausländischen Film: Suburra - Die 7 Tage der Apokalypse. Suburra ist ein Film über die italienische Mafia.

Weitere beste Filmtitel des Kinojahres 2017 (alle diese Filme liefen wahrhaftig im Kino): Feuerwehrmann Sam - Achtung Außerirdische!
Offline – Das Leben ist kein Bonuslevel
Bob der Baumeister - Das Mega-Team - Der Kinofilm
William und das Petermännchen
Orientierungslosigkeit ist kein Verbrechen
Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper
Mann im Spagat - Pace, Cowboy, Pace
Problemos - Alle tot. Wir nicht.
Ein Sack voll Murmeln

Beste Tanzszene des Jahres: Sorry La La Land, aber Rihannas Szene in Valerian

Größte Offenbarung: Personal Shopper hat nichts mit Choppern und Bikern zu tun

Bestes Kostüm: A Ghost Story

Beste Vaterszene: Guardians of the Galaxy Vol 2

Beste Musikszene: Focus - Hocus Pocus, Baby Driver

Die eine überraschend starke Szene mittendrin: Boston

Bestes Comeback: M Night Shyamalan, Split

Herrlichster Blödsinn, leider zu lang: A Cure for Wellness

Beste Darsteller:
Andrew Garfield, Hacksaw Ridge
Andy Serkis, Planet der Affen Survival
Casey Affleck, A Ghost Story
Dane DeHaan, A Cure for Wellness
James McAvoy, Split
Jeff Goldblum, Thor: Tag der Entscheidung
Jennifer Lawrence ,mother!
Hugh Jackman, Logan
Kristen Stewart, Personal Shopper
Michael Fassbender, Alien: Covenant
Viola Davis, Fences

Unterhaltsamste Darsteller:
Alec Baldwin, The Boss Baby
Arnold Schwarzenegger, T2 Re-Release
BB8, Star Wars: Die letzten Jedi
Dave Franco, The Lego Ninjago Movie
Elizabeth Banks, Power Rangers
Ensemble, Es: Kapitel 1
Ensemble, Fast & Furious 8
Ensemble, Guardians of the Galaxy Vol 2
Ensemble, Thor 3: Tag der Entscheidung
Ensemble: Wonder Woman
Jeff Goldblum, Thor: Tag der Entscheidung
Jella Haase, Fack ju Göthe 3
Jessica Rothe, Happy Death Day
Michael Keaton, Spider-Man Homecoming
Trey Parker, Ich unverbesserlich 3
Will Arnett, The Lego Batman Movie

Sympathischste Darsteller:
Ansel Elgort, Baby Driver
Colin Farrell, The Killing of a Sacred Deer
Jeff Goldblum, Thor: Tag der Entscheidung
Kumail Nanjiani, The Big Sick
Ryan Gosling und Emma Stone, La La Land
Taraji P Henson, Hidden Figures

Das Beste, von dem 2017 niemand etwas mitbekommen hat: Uwe Boll – Ihr könnt mich alle mal
Die Autobiografie des oft zitierten, meistens gehassten enfant terrible, des deutschen Martin Scorseses der Videogameverfilmungen, bietet nicht nur alle bekannten Qualitäten des exzentrischen Postal, Far Cry und Alone in the Dark Regisseurs (also bissigste Kritik an allem und jeden - das ist schließlich der Mann, der in einem Boxevent Kritikern wahrhaftig aufs Maul gab, und jap, es kriegt wirklich jeder was ab, insbesondere die dt. Filmförderungslandschaft), nein, es ergibt sich neben tatsächlich interessanten Einblicken in die Produktion all seiner legendären Filmklassiker auch noch das Bild des bisherigen Menschenmysteriums Uwe Bolls. Und siehe da, es erklärt sich auf faszinierende Weise, wieso der jetzige Nobelrestaurantbetreiber so aufbrausend sauer war. Oder, noch ist. Wahrscheinlich bleiben wird.


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