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FAST GEDREHTE FILME
Teil 1


von Christian Mester

>
Verlorene Filme Teil 1 - Schwarzenegger bis Stallone
>Verlorene Filme Teil 2 - Coppola bis Kubrick

Aus verschiedenen Gründen werden auch große Filmprojekte immer wieder pausiert, verschoben oder gar abgebrochen. In der nachfolgenden Übersicht stellt bereitsgesehen.de ein paar der interessantesten und prominentesten Titel vor, die beinahe das Licht der Welt erblickt hätten.



CRUSADE, WITH WINGS AS EAGLES, SGT. ROCK, WESTWORLD, UMP
Stichworte: Arnold Schwarzenegger

Background: Arnold Schwarzenegger als Kreuzritter Hagen. Nachdem "Conan 3" auf sich warten ließ, bot man Schwarzenegger Anfang der 90er die Rolle eines blutrünstigen Raubritters in Crusade an, der in der Zeit der Kreuzzüge ein aufregendes Abenteuer erlebt hätte. Obwohl man schon in der Pre-Production war und Paul Verhoeven Regie führen sollte, wurde nichts draus, da das Filmstudio Carolco all ihr Geld für den Piratenfilm "Die Piratenbraut" aufbringen musste. Ein fataler Fehler, floppte der Film gewaltig und versetzte dem ohnehin schon angeschlagenen Filmstudio den Todesstoß - es ging bankrott und wurde geschlossen.

With Wings as Eagles wäre ein Kriegsdrama geworden, das Schwarzenegger zum ersten Mal etwas Anspruch abverlangt hätten. Er hätte einen deutschen Nazi-Offizier gespielt, der sich geweigert hätte, abgestürzte, sich bereits ergebende US-Piloten zu exekutieren und so selbst in Bedrängnis gekommen wäre. Sgt. Rock hätte ebenfalls vom Krieg gehandelt, allerdings wäre es eine actionreiche Popcorn-Version geworden. Die Verfilmung des Comics, die nun mit The Rock geplant ist, wäre eine Art "GI Joe" gewesen. UMP war ein Film im Stil von "Assassins", in dem Arnold einen alten Hitman gespielt hätte, der sich mit einer ganzen Mafiafamilie angelegt hätte. Dann wäre da natürlich noch Westworld, Remake des alten Sci-Fi Thrillers aus dem Jahr 1973, in dem Menschen einen Freizeitpark mit Roboter-Cowboys besuchen. Arnold mochte die Idee in Yul Brynners Spuren als Robo-Cowboy zu stapfen, hatte aber Bedenken, einen anderen Roboter als den Terminator zu spielen. Von allen Projekten ist es am wahrscheinlichsten, dass Arnold bei eventueller Rückkehr das Drama "With Wings as Eagles" wagen würde.



FATALIS, THE BODYGUARD, ISOBAR, POE, DEATH WISH
Stichworte: Sylvester Stallone

Background: Auch Kollege Stallone hat/te im Laufe der Zeit einige Projekte im Bau, aus denen letzten Endes nichts wurde. Neben nicht eingetretenen Sequels zu "Cliffhanger", "Demolition Man" und "Judge Dredd" gab es dabei spielsweise Fatalis. Darin wäre Los Angeles von Säbelzahntigern angegriffen worden, Sly hätte sich also mit prähistorischen Riesenkatzen angelegt. The Bodyguard wäre nicht der Bodyguard mit Kevin Costner gewesen, sondern ein von ihm selbst geschriebenes Script, in dem er einen Bewacher spielt, der versagt und sich dann auf blutige Weise an den Mördern rächt.


Isobar ist ein angestaubtes Projekt von Roland Emmerichs Geschäftspartner Dean Devlin, das in der Zukunft gespielt hätte. Nachdem die Menschheit unter die Erde gezogen ist, reisen ein paar Helden mit einem futuristischen Zukunft an die verseuchte Oberfläche um sich dort um neue Energieversorgung zu kümmern, dabei stoßen sie auf Mutanten. Das Projekt sollte mehrfach kommen, war letzten Endes aber stets zu teuer. John Carpenter drehte mit "Ghosts of Mars" 2001 eine leicht abgeänderte Handlung. Poe ist ein Wunschprojekt von Stallone, das er nach wie vor zu drehen versucht, Es würde sich um die Lebensgeschichte des berühmten Autoren Edgar Allen Poe drehen. Selbst Michael Jackson hatte zu Lebzeiten vor, einen Film über Poe zu inszenieren. Death Wish: Ein Mann sieht Rot wäre das Remake eines alten Charles Bronson Klassikers, in dem Sly als Paul Kersey zum Selbstjustizler wird. Als frustrierter Zivilist greift er zur Waffe und jagt eigenhändig Verbrecher. "Death Wish" und "Poe" sind nach wie vor Projekte, die noch möglich sind.



HERR DER RINGE: DER HOBBIT / DER BRÜCKENFILM
Stichworte: Herr der Ringe, Peter Jackson

Background: Momentan sieht es um die haarigen Füße schlecht bestellt aus, aber 2009 hatte man noch hohe Erwartungen an die nächsten Teile. Nachdem man sich dazu entschieden hatte, die kleine Geschichte der Vorgeschichte "Der Hobbit" zu strecken und auf zwei große Filme zu verteilen, kam man auf die Idee, das ganze zur Trilogie zu machen. Idee war, das Ende des "Hobbits" mit einer zum Teil neu geschriebenen, zum Teil vom "Silmarillion" inspirierten Story zu erweitern. Der Brückenfilm sollte das Bindeglied zwischen der Vorgeschichte und der eigentlichen Epik werden, sodass es wie bei Star Wars eine ganze Prequel Trilogie gegeben hätte.
Die Idee strich man jedoch schnell wieder, nachdem klar wurde, dass die Darsteller der ersten drei Filme trotz öffentlicher Zusprachen wenig Interesse daran hatten, in mehreren Jahren noch einmal als ihre alten Figuren in jüngerer Form aufzutauchen, auch war man nicht allzu begeistert von den nicht allzu begeisterten Fan-Reaktionen, Tolkien-fremdes Material zu verwenden. Im August 2009 meldete sich Peter Jackson und bestätigte, dass der Brückenfilm nicht (mehr) kommt.



X-MEN ORIGINS: MAGNETO
Stichworte: X-Men

Background: Nach dem Erfolg von "X-Men Origins: Wolverine" überlegte man, welche Figuren man noch in Einzelfilmen näher vorstellen könnte. Die Absicht war klar: "X-Men 4" wäre aufgrund der hohen Darstellerzahl zu teuer geworden, weswegen man sich überlegte, die beliebten Figuren beizubehalten, jedoch zu separieren. X-Men Origins: Magneto wurde von David S. Goyer ("Ghost Rider") geschrieben und sollte die Vorgeschichte von Eric Lehnsherr alias Bösewicht Magneto zeigen. Fortgeführt nach dem Intro aus "X-Men" 1 wäre der Film ein Drama im Stil von "Hannibal': Rising" geworden, in dem der junge Magneto eine Familie gründet, neues Leid erlebt und sich mit seinen Kräften gegen Angreifer erwehrt. Aus dem Projekt wurde letztendlich nichts, da man den Stoff als zu düster einschätzte. Stattdessen kommen nun "X-Men Origins: Wolverine 2", "X-Men First Class" mit jungen Versionen der bekannten Figuren und womöglich "X-Men Origins: Deadpool".
> BG Kritik zum Drehbuch



JUSTICE LEAGUE: MORTAL
Stichworte: Batman, Superman

Background: Wenige wissen, dass es 2009 fast einen Film mit Batman und Superman gegeben hätte. Noch inmitten der Produktion von "The Dark Knight" überzeugte "Mad Max" Regisseur George Miller Warner Bros., ihm die Rechte an einem Justice League Film zu vergeben. Diese ist eine Comic-Liga verschiedener Superhelden, darunter Batman und Superman. Warner Bros. erhofften sich davon, dass die neue Beliebtheit von Batman ihre andere große Figur Superman wieder auf die Beine helfen konnte. Es gab ein Script, ein Budget von über 100 Millionen Dollar und eine komplette Besetzung: Armie Hammer (Batman), Adam Brody (The Flash), Megan Gale (Wonder Woman), DJ Cotrona (Superman), Common (Green Lantern).

Das Projekt löste Wut in Fanforen aus und erzürnte auch "Batman Begins" Regisseur Christopher Nolan, der sich dafür aussprach, die aktuelle "Batman" Trilogie erst zu beenden und nicht mittendrin einen anderen Film mit einem jungen Batman dazwischen zu schieben. Der Autorenstreit 2008 und die Tatsache, dass Warner Bros. entgegen George Millers Wunsch nicht in Australien drehen wollte, legten das Projekt irgendwann (zum Glück) auf Eis.



PLASTIC MAN
Stichworte: Keanu Reeves

Background: Keanu Reeves hätte man beinahe als Gummifigur gesehen, denn Larry & Andy Wachowski ("The Matrix") überredeten Keanu Reeves 2008 für ihr dreizehn Jahre altes Script. Gespräche gab es, allerdings blieb es dann auch dabei, da Reeves bessere Angebote bekam und man sich einen lustigen Action-Fantasy Film mit Reeves nicht vorstellen konnte. Im Film wäre es wie in "Fantastic Four" darum gegangen, dass ein Mann aus Versehen durch Experimente verändert wird und sich dann unmöglich dehnen kann. Ein neuer möglicher Kandidat ist Taylor Lautner.



ROOSEVELT
Stichworte: Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio

Background: 2005 überlegte Regielegende Martin Scorsese, einen Film über den jüngsten US Präsidenten Theodore "Teddy" Roosevelt zu drehen. Für die Hauptrolle wollte er Leonardo DiCaprio haben, mit dem er gerade erst "Departed: Unter Feinden" abgedreht hatte. Aus dem Projekt wurde nichts, allerdings spielt DiCaprio 2010 eine andere skandalträchtige US-Historienfigur: J. Edgar Hoover, Gründer des FBI. Zu Anfang des Jahres spielte er hingegen eine Figur namens Teddy, in einer weiteren Zusammenarbeit mit Scorsese, "Shutter Island".



WAR MAGICIAN - ILLUSIONEN DES KRIEGES
Stichworte: Tom Cruise, Peter Weir

Background: 2006 überlegte Tom Cruise, im ungewöhnlichen Kriegsdrama War Magician (= Kriegszauberer) mitzuspielen. In dem Drama vom Regisseur von Die Truman Show wäre es um den britischen Illusionisten Jasper Maskelyne gegangen, der im zweiten Weltkrieg auf afrikanischem Boden gegen den gerissenen Nazi-General Rommel helfen sollte. Maskelyne nutzte Illusionen und optische Tricks, um seinen Gegnern eine größere Abwehr vorzugaukeln. Aus dem Projekt wurde nichts, da Cruise sich 2007 von Paramount Pictures trennte und stattdessen das Politdrama "Von Löwen und Lämmern" wählte (der unbeachtet blieb und floppte).



NO TRUE GLORY: DIE SCHLACHT UM FALLUJAH
Stichworte: Harrison Ford

Background: Dies wäre ein Kriegsfilm mit Harrison Ford geworden. Nachdem er eine Rolle in "Syriana" abgelehnt hatte, die dann von George Clooney übernommen wurde und für die dieser dann den Oscar bekamt, suchte Ford nach ähnlichem Material. No True Glory wäre die Verfilmung eines bekannten Sachbuches geworden, die den größten Schauplatz des Irak-Krieges dargestellt hätte. Fords Rolle? Die eines Generals.



THE SECOND LINE, DER 13TE APOSTEL, PSYCHOPATH, SCARED STRAIGHT, LA GOTHIC, THE PRINCE
Stichworte: John Carpenter

Background: Bis 2011 sollte es dauern, bis nach Ghosts of Mars ein neuer John Carpenter in die Kinos kommen sollte (interessant: im selben Jahr kommt ein Prequel zu seinem zweitgrößten Horrorklassiker, "The Thing" in die Kinos), doch zuvor hatte er bereits viele andere Projekte geplant. The Second Line sollte ein Film über ein Gruselhaus in den Bergen werden, Der 13te Apostel ein Polizei-Thriller mit übernatürlichen Elementen, Scared Straight ein Gefängnisthriller mit Nicolas Cage, in dem Cage einen lebenslänglichen Gefangenen spielen würde, der sich um einen Teenager kümmert. Der Film wurde später in Riot umbetitelt, dann wieder verschoben, dann auf Eis gelegt.

Psychopath
sollte erst ein Thriller über einen Serienkiller werden, der von einem CIA-Agenten gejagt wird. Im Juli 2010 wurde angekündigt, dass das Konzept als PlayStation 3 First-Person-Shooter entwickelt wird. LA Gothic wäre ein Episodenfilm geworden, in dem ein ehemaliger Priester seine Tochter gegen das Böse schützt, The Prince wäre ein Gangsterfilm geworden, in dem ein ehemaliger Topkrimineller aus Las Vegas seine entführte Tochter suchen geht. Aus all diesen Filmen ist jeweils nichts geworden, da Carpenter lange Zeit wenig Interesse hatte, sich wirklich für seine Projekte einzusetzen. Bei geringsten Kleinigkeiten brach er jeweils immer wieder ab. Als nächstes bringt Carpenter den Geisterfilm "The Ward" in die Kinos, 2011 folgt "Fangland", ein Vampirfilm mit Hilary Swank.

Fortsetzung folgt...


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