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Joker1986

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21

Freitag, 17. Oktober 2014, 11:13

Ich bin da gerade übrigens über diesen Artikel gestolpert, der gut zum Thema passt. Dort wird beschrieben, unter welchen Bedingungen momentan die deutschen Synchros zu "The Walking Dead" entstehen (die bereits einen Tag nach der US-Premiere ausgestrahlt werden). Schon krass.

Das ist schon krass... gestern kam ja auch zufällig TWD auf RTL 2. Hab kurz reingeschaut und hab wegen der Kolumne aus speziell auf die Synchro geachtet und muss sagen hab direkt etwas gesehen, was so gar nicht gepasst hat von den Lippen her.
Allerdings erklärt dieser Artikel nun auch warum das so ist.

Tyler Durden

Weltraumaffe

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22

Freitag, 17. Oktober 2014, 11:50

Weil viele Serienjunkies zu ungeduldig sind und nicht bereit sind, etwas länger auf eine qualitativ hohe Synchronisation zu warten. Sie wollen die neuen Folgen am besten noch vor ihrer Produktion sehen. ^^

Clive77

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23

Freitag, 17. Oktober 2014, 12:09

Weil viele Serienjunkies zu ungeduldig sind und nicht bereit sind, etwas länger auf eine qualitativ hohe Synchronisation zu warten. Sie wollen die neuen Folgen am besten noch vor ihrer Produktion sehen. ^^

Das ist ja bei Filmen nicht anders. Da will auch jeder möglichst zeitnah mit dem US-Start das Ding auf deutsch im Kino sehen und nicht lange warten.
Und aus Angst, dass es bei Synchronisationen im Vorfeld (also vor US-Start) ein Leak gibt, wird es dann zeitlich eng mit der Fertigstellung, worunter die Qualität leidet. Würde man bloß Untertitel anfertigen und den Film in der OV zeigen, gäbe es dieses Problem überhaupt nicht. ^^
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Woodstock

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24

Freitag, 17. Oktober 2014, 15:38


Clive, sorry aber an manchen Punkten hast nicht ganz recht. Die Synchronstimme kann besser sein als das Original. Ich habe es erst kürzlich wieder bei Star Trek Voyager bemerkt. Die Orignalstimme Janeway klingt so kratzig und kaputt, dass ich ihr ungern zuhöre aber die deutsche Stimme passt wesentlich besser zum Charakter. Wenn wir bei Star Trek bleiben, Sisko aus DS9 hat im Original und in der Synchro gute und passende Stimmen, die sich gegenseitig nichts geben.

Ähnlich dann wie bei Marge von den Simpsons im Original. Da war die deutsche Stimme (vor Anke Engelke) auch besser.
Andererseits finde ich das zb in TNG Picard vollkommen verfälscht wurde. Ich habe ihn immer als den väterlichen, freundlichen Captain gesehen. Bis ich das mal auf Englisch geschaut habe und er eigentlich ein strenger autoritärer Captain ist.

Stewart ist soswieo die coolste Sau auf der Welt. Er spricht Direktor Bullock in American Dad und ist einfach großartig. Manchmal ist er auch einfach so dabei.
¯\_(ツ)_/¯

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25

Freitag, 17. Oktober 2014, 21:35

Ich finde, O-Ton klingt meist eh scheiße. Dabe ist es mir völlig egal, ob es ein US-FIlm oder ein deutscher Film ist. Ich mag den originalen Ton einfach nicht und würde es vorziehen, wenn jeder Film synchronisiert wird. Auch deutsche Filme. O-Ton klingt für mich oft einfach nach "Heimvideo", und genau das mag ich nicht.

Das nenne ich mal einen extremen Standpunkt. Vor allem, weil Du vorher noch von "herrlichen britischen Akzenten" sprichst und auch gerne einiges in der OV schaust. Bei mir tritt der "Heimvideo"-Effekt eigentlich nur bei deutschen Soaps auf.
Ich kann auch irgendwo nachvollziehen, wenn man eine Sprache (oder einen Akzent) nicht mag und deshalb bewusst auf eine Synchro zurückgreift, weil der O-Ton als nervig empfunden wird. Aber alles synchronisieren, auch deutsche Filme? 8| Heftige Einstellung. Mir ist da in jedem Fall der O-Ton lieber, auch bei Sprachen, die sich "komisch" anhören.


Also in dem Punkt habe ich mich vielleicht auch komisch ausgedrückt. Aber ja, oftmals stört mich dieser "Heimvideo"-Effekt und das ganz besonders bei deutschen Produktionen. Um es noch schlimmer auszudrücken, ich kann den deutschen Originalton nicht ausstehen. Es klingt für mich komisch, die ganze Art zu sprechen ist anders und klingt für mich seltsam. Das ist bei ausländischen Produktionen zwar auch so, aber es fällt mir dort nicht so stark auf.
Was mir aber auch missfällt, ist wenn ich das Gesprochene aufgrund der ganzen Umgebungsgeräusche kaum hören kann. Beispielsweise bei "Smokey and the Bandit" habe ich große Probleme damit das Gesprochene zu verstehen, weshalb ich lieber auf die Synchro zurückgreife.
Bei Doctor Who hingegen fällt mir der Effekt nicht so stark auf, weshalb ich die Serie auch gerne im O-Ton schaue. Aber dort habe ich auch hin und wieder Probleme mit der Übersetzung, weil ich oftmals nicht weiß, ob mir nun einfach nur die passenden Vokabeln fehlen oder der Doctor einfach nur mit irgendwelchen Timey Wimey-Begriffen um sich wirft. :ugly:

Die Synchronstimme kann besser sein als das Original.

Hatte ich oben weiter im Gespräch mit Revolvermann schon eingesehen. ;) Würde ich generell aber als Ausnahme betrachten und hängt stark davon ab, ob man die Stimme des Darstellers bereits kennt oder nicht.

Also beispielsweise beim Doctor kann ich auch zuerst die Originalstimmen und erst danach die Synchro und fand diese eigentlich auch nicht wirklich schlechter. Ehrlich gesagt mag ich die deutschen Stimmen inzwischen ebenso sehr wie die Originale. Bei anderen Darstellern, wie zum Beispiel Michael Caine kann ich mich nicht an die Originalstimme gewöhnen. Oder bei Arnold.
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26

Montag, 20. Oktober 2014, 09:54

Mir kommt da noch ein kleines Pro Synchro Argument in den Sinn, welches ich noch nicht erwähnt gefunden habe:
Mir kommt es sehr häufig so vor, dass mit einer Synchro auch nochmal die Tonaussteuerung angepasst wird. Ich finde das regelmäßig extrem nervig, wenn ich beim englischen Original - gerade bei viel Action im Film - permanent an der Lautstärke rumspielen muss, weil mir gefühltt die Stimmen im Vergleich zu den Effekten viel zu leise rüberkommen.
Das Problem habe ich bei synchronisierten Filmen eigentlich fast nie.
..alles eine Frage der Definition..

Manny

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27

Montag, 20. Oktober 2014, 10:12

Das hab ich bei deutscher Synchro aber auch schon gehabt, dass das Gesprochene nicht zu verstehen war, weil Explosionen, Schüsse oder einfach nur Musik so laut war.
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Schneebauer

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28

Montag, 20. Oktober 2014, 10:28

Kenn ich ebenfalls von Synchronisierten Filmen und nervt mich tierisch. Zwischendrin musste so laut aufdrehen, dass man die Dialoge hört und dann geht wieder was in die Luft und die ganze Nachbarschaft steht mit Fackeln und Mistgabeln vor deiner Tür. :ugly:

Ist aber nur, wenn ich die Filme über die Anlage laufen lass...

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Dr. Serizawa

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29

Montag, 20. Oktober 2014, 10:58

Toller Artikel mit einer ausgesprochen balancierten Argumentation. Ich selbst bin ja stark O-Ton Verfechter. Ich sehe ein, dass da oft eine gute Arbeit geleistet wird (wobei ich irgendwie bei älteren Produktionen mich einfacher mit der Synchro anfreunden kann, als bei neueren Filmen. Sobald ich mich aber mit den Stimmen nicht anfreunden kann, wird der ganze Film negativer aufgenommen, da ich es einfach nicht schaffe mich hinein zu versetzen. Die deutsche Synchro zu Indiana Jones 4 z.B. (vor allem Ford selbst) fand ich so grottig, dass ich den Film kaum ausgehalten habe. Auf französisch aber, hat es viel besser geklappt. Mein größtes Problem mit Synchros ist einfach, dass man eine Stimme für mehrere Schauspieler hat, während ich Stimmen aber mit Gesichtern verbinde. Z.b. bei Doctor Who hat/hatte Tennant den ehemaligen Synchronsprecher von Lorenor Zorro aus One Piece. Da ich letztere Figur früher gekannt habe, präge ich die Stimme hauptsächlich damit und es stört mich dann die Stimme in anderen Rollen zu hören (bezieht sich auf Live-Action, bei animierten Produktionen stört es mich überhaupt nicht).

Dass die deutschen Synchros weltweit bei weitem die besten wären habe ich schon oft gehört jedoch nie unterstützt. Ja sie sind generell sehr gut, aber z.B. Frankreich hat mindestens ebenso gute Synchronisationen. In den USA oder England sieht das schon etwas anders aus. Mir fehlt es vielleicht an genügend Beispielen für den gesamten Markt, aber gerade die Synchronisationen von asiatischen Filmen ist absolut grauenhaft und unerträglich.
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Clive77

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30

Montag, 20. Oktober 2014, 11:44

Das Lautstärken-Problem kenne ich auch und ist mir generell schon öfter untergekommen. Da besteht bei der Anfertigung einer Synchro natürlich die Möglichkeit, das zu beheben oder etwas zu mildern, wenn die deutsche Sprache da eingefügt wird. Aber leider (wie Manny und Schneebauer ja schon schrieben) ist das nicht immer der Fall.

@Seri: Sehr schön. :top: Da meldet sich mal jemand, der auch anderssprachige Synchros kennt und ein wenig vergleichen kann. Also eher "Vive la France" bei den Synchros?
Den Eindruck bei asiatischen Filmen hatte ich auch schon öfter - also, dass sich dort weniger Mühe gegeben wird.
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Dr. Serizawa

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31

Montag, 20. Oktober 2014, 11:50

Für mich persönlich ja, aber auch nicht viel. Die generelle Qualität ist sich schon recht ähnlich. Wobei ich mich hier nur auf rein französische Synchros beziehe, also die für den französisch-europäischen Raum. Es gibt nämlich noch französisch-kanadische Synchros und da ist die Qualität schon wieder etwas schlechter.
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Manny

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32

Montag, 20. Oktober 2014, 12:02

Mir fällt gerade noch was zur Gestaltung des Artikels ein, was ich schreiben wollte:

Dieses "Clive meint" stört irgendwie. Wirkt irgendwie unprofessionell (sag ich mal so).
Der Artikel ist von dir. Da ist klar, dass er deine Meinung wieder spiegelt. Das brauch nicht bei jedem Punkt extra erwähnt werden. ;)
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Clive77

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Montag, 20. Oktober 2014, 12:22

@Manny: O.k., danke für die Anmerkung. Clive meint, da wird er dann in Zukunft drauf verzichten. ;)
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McKenzie

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Montag, 20. Oktober 2014, 13:04

Stimmt schon, Synchros von asiatischen Filmen wirken oft liebloser. Hängt vielleicht auch damit zusammen dass die Sprachen sehr verschieden sind und Sprechtempo, Gestik usw. einfach anders sind.

Französische Synchro mag noch so gut sein, es bleibt Französisch, welches per se blöd klingt :D

Was Indy betrifft...ehrlich gesagt ist Ford einer der wenigen Schauspieler, bei denen ich die Synchronstimme lieber hab. Ford selbst klingt so nasal kraftlos, sein dt. Sprecher klingt markanter.
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Jay

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35

Dienstag, 21. Oktober 2014, 17:45

Großartiger Artikel, Clive :) Du schaust ja doch nicht nur Serien :P

Zum Punkt Bequemheit: mein Englisch ist ziemlich gut, würde ich mal behaupten, aber auch mir kommts vor, dass Akzente (Tipp: Under the Skin Blu-ray mit den nuschelnden Extremschotten) so schwierig werden, dass ich wenig verstehe, oder sagen wir einen Teil nicht richtig identifizieren kann. Aus Kontext reicht das dann trotzdem um alles zu verstehen, aber es erschwert das Schauen und fordert sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Es kommt echt selten vor, aber in der Regel schalte ich dann doch eher Untertitel drunter als auf Deutsch zu wechseln.

Andererseits bin ich kein Otonverfechter. Du hast das sehr gut angebracht, dass der sprachliche Ausdruck wichtiger Teil des Schauspiels ist (und fast alle Deutschen somit immer nur die körperliche Darstellung mitkriegen), aber ich bin der Meinung, dass dt. Synchronsprecher einen bemerkenswerten Job machen. Es gibt schlechte Beispiele, aber das allgemeine Niveau ist doch auf einem sehr hohen Stand.

Dazu kommt, dass einige dt. Sprecher einfach bessere Stimmen als ihre Originale haben. Bei Cage, Bale und Willis entscheide ich mich lieber für den Stammsprecher, ebenso bei Thurman, Kidman und Jolie. Dann ists mir auch egal, wenn zwei Schauspieler des gleichen Sprechers aufeinander treffen. Fands ungut, dass Arnie und Sly in Escape Plan unterschiedliche Sprecher haben - bei allen drei Expendables haben sies ja sonst auch gemacht. Dann klingen sie halt gleich, ist doch egal, so kennt man sie. Wenn ein Schauspieler 20 Jahre lang die gleiche Stimme hat und auf einmal nicht mehr, stört das. Dann soll man die Sprachaufnahme halt runterpitchen oder dem Charakter Husten verpassen oder so.

Ja, das mit Akte X war ein ziemlicher Aufreger. Ich weiß nicht wieviel ein dt. AAA Synchronsprecher an Gehalt für einen Film bekommt, aber ich wette dass es in keinem Verhältnis zum Wert der Aufnahme steht (sprich, die sollten mehr bekommen).

Du sprichst noch weitere starke Punkte an. Was passiert, wenn im US Film deutsch gesprochen wird und die Filmfiguren es nicht verstehen sollen? Trifft ja manchmal bei Kriegsfilmen zu, wie du es auch schreibst. Wenn die dt. Soldaten dann plötzlich was anderes als deutsch sprechen um es unkenntlich zu machen, ist das irritierend, wenn alle die gleiche Sprache sprechen und die Filmfiguren sie aber nicht verstehen, wirkts komisch. Schwieriger Fall. Vielleicht dann den Deutschen heftigen Akzent verpassen und untertiteln?

Was ich bei der Verfolgung von englischsprachigen Diskussionen immer wieder auffällig finde, ist wie genau darauf geachtet wird, wie originalgetreu Dialekte sind. Verstellt ein texanischer Schauspieler seine Stimme um wie aus der Bronx zu klingen, wird das fast immer angemäkelt. Schlimmer noch, wenn ein Brite als Amerikaner durchgehen soll. Das scheint ihnen extrem aufzufallen.

Du sagst, dass die Lippenbewegungen nicht zum Gesprochenen passen. Das stimmt, das würde ich aber nicht als Manko bezeichnen. Ich denke, dass wir durch unser jahrelanges Schauen schon so darauf gedrillt sind, dass synchronisiertes Sprechen einen Film automatisch internationaler wirken lässt. Auch nimmt man einen Film ganz anders wahr, wenn offensichtlich deutsch gesprochen wird. Sagen wir, wenn man durchs Nachtprogramm schaltet, ein Actionfilm kommt dran und die Figuren reden direktes deutsch, sinkt die Erwartung sofort, weil man von deutschen Studios keine gute Action gewohnt ist.

Ich bin momentan nur bilingual (Latein lassen wir mal außen vor)(und hab noch vor das zumindest um FRZ und SPA zu erweitern, vl JAP), aber von Filmen hält mich das nie ab. Untertitel sind für mich immer okay und gerade bei Filmen, in denen Schauspiel sehr wichtig ist, bleibe ich auch lieber bei Oton mit Untertiteln statt deutscher Sprache. Gerade bei asiatischen Filmen lieber Oton, weil die wie McKenzie sagt, ganz anderes Sprechtempo und anderen Sprachklang haben. Wenn man da dann ein 1700 Drama über wortkarge Bauern schaut, ists komisch wenn die ganz modern und normal sprechen.

Ein großer Unterschied ist ja auch, dass es viele Filme gibt in denen das in der Szene tatsächlich gesprochene Zeug direkt aufgenommen wurde. Sagen wir, jemand steht etwas weiter weg und spricht - dann klingt er meist auch weiter weg, anders. In der Synchro (oder im Original bei Nachvertonung) spricht der Sprecher dagegen immer glasklar direkt in das Mikro vor ihm, was nochmal ein anderes Empfinden bewirkt. Wenn man eine Originalsoundkulisse mit Geräuschen, Wind, natürlichem Hall etc hat, wirkt das anders als wenn alle Geräusche inkl Gespräche aus der Postpro kommen.
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Clive77

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Mittwoch, 22. Oktober 2014, 20:45

Großartiger Artikel, Clive :) Du schaust ja doch nicht nur Serien :P

Danke. :) Und ja, ab und an darf es auch mal ein Film sein. :D

Die meisten Punkte wurden ja auch schon diskutiert. Gibt eigentlich nur ein paar Dinge, wo ich gerne noch was zu schreiben würde:
Tipp: Under the Skin Blu-ray mit den nuschelnden Extremschotten

Da bin ich mal gespannt. Wie gesagt, den werde ich mir bald auch ansehen.

Dazu kommt, dass einige dt. Sprecher einfach bessere Stimmen als ihre Originale haben. Bei Cage, Bale und Willis entscheide ich mich lieber für den Stammsprecher, ebenso bei Thurman, Kidman und Jolie.

Hmm, nee. Bei mir ist es so, dass ich generell bei mir unbekannten Originalstimmen eher mit einer Synchro leben kann als bei bekannten. Spielt dann auch keine Rolle, ob die Synchro "besser passt". Man schaut ja auch oft auf Youtube oder so rein, wenn es Interviews und dergleichen gibt. Wenn ich dann weiß, wie die Originalstimme klingt, stört mich das bei Synchros und ich brauche erst einige Zeit, bis ich mich umgewöhnt habe.

Ja, das mit Akte X war ein ziemlicher Aufreger. Ich weiß nicht wieviel ein dt. AAA Synchronsprecher an Gehalt für einen Film bekommt, aber ich wette dass es in keinem Verhältnis zum Wert der Aufnahme steht (sprich, die sollten mehr bekommen).

Da hab' ich mal was halbwegs aktuelles zu gefunden:

Zitat

Synchronsprecher arbeiten in der Regel freiberuflich. Sie werden nach gesprochenen Takes bezahlt. Die Gage für die Sekundenschnipsel beträgt 2,60 Euro aufwärts. Oft wird außerdem eine Grundgage ab 30 Euro pro Einsatz gezahlt.
- Quelle. Das war übrigens ein Artikel zum Sprecher von Leonardo DiCaprio - also nicht irgend so'n Hanswurst, der den Job ab und zu mal erledigt. Schon krass, wie wenig die verdienen - vor allem mit Blick auf den anderen Artikel, den ich oben weiter zu "The Walking Dead" verlinkt hatte. 8|

Wenn die dt. Soldaten dann plötzlich was anderes als deutsch sprechen um es unkenntlich zu machen, ist das irritierend, wenn alle die gleiche Sprache sprechen und die Filmfiguren sie aber nicht verstehen, wirkts komisch. Schwieriger Fall. Vielleicht dann den Deutschen heftigen Akzent verpassen und untertiteln?

Da gibt es keine gute Lösung. Im anderen Thread wurde da schon einiges zu "Inglourious Basterds" geschrieben, der im Original ja mehrsprachig ist und viele Untertitel einsetzt. So sollte man das dann halt in der deutschen Fassung auch machen - also, nichts synchronisieren (abgesehen vielleicht von den deutschen Passagen, falls die Darsteller die Sprache zu undeutlich sprechen - kommt ja öfter vor), sondern so lassen und halt deutsch untertiteln.

Was ich bei der Verfolgung von englischsprachigen Diskussionen immer wieder auffällig finde, ist wie genau darauf geachtet wird, wie originalgetreu Dialekte sind. Verstellt ein texanischer Schauspieler seine Stimme um wie aus der Bronx zu klingen, wird das fast immer angemäkelt. Schlimmer noch, wenn ein Brite als Amerikaner durchgehen soll. Das scheint ihnen extrem aufzufallen.

Das ist in der Tat oft ein Punkt, der bei Darstellern bemängelt wird, die ihren Akzent im Film umstellen müssen. Was da in meinen Ohren oft gut klingt, wird in den Kritiken angekreidet. Mel Gibson in Braveheart ist da so ein Beispiel. Natürlich sind die Muttersprachler dort stärker geprägt und können Akzente besser beurteilen. Aber ich finde es manchmal schon krass, was da in Kritiken für ein Ton angeschlagen wird, wenn ein Akzent nicht perfekt sitzt.

Ein großer Unterschied ist ja auch, dass es viele Filme gibt in denen das in der Szene tatsächlich gesprochene Zeug direkt aufgenommen wurde. Sagen wir, jemand steht etwas weiter weg und spricht - dann klingt er meist auch weiter weg, anders. In der Synchro (oder im Original bei Nachvertonung) spricht der Sprecher dagegen immer glasklar direkt in das Mikro vor ihm, was nochmal ein anderes Empfinden bewirkt. Wenn man eine Originalsoundkulisse mit Geräuschen, Wind, natürlichem Hall etc hat, wirkt das anders als wenn alle Geräusche inkl Gespräche aus der Postpro kommen.

Das dürfte aber heutzutage nur noch selten der Fall sein. Für den internationalen Markt wird der Film ja in der Regel so angelegt, dass man die Stimmen komplett ersetzen kann, während die Geräusche und Musik noch vorhanden sind. Sprich: Dialoge und Rest werden gleich von einander getrennt (behalten), sonst müssten bei der Synchro ja zusätzlich noch besagte Geräusche, etc. neu vertont oder weggelassen werden. Da passiert es eher, dass bereits in der Originalproduktion der Darsteller noch einmal ran muss und sich selbst dubbed.
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Bambi

hat verrückte Rehkitzideen

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Sonntag, 26. Oktober 2014, 17:37

So vorweg, meine ersten Medien waren VHS, die damals saftige Preise hatten. Das Internet war zu der Zeit kaum bekannt. Ich weiß noch, wie stolz ich war, als mir eine Freundin aus London „Beauty & the Beast“ mitbrachte.

Einer von Clives Punkten ist ja, dass jeder Darsteller im Original seine eigene Stimme hat. Das ist so nicht richtig, denn ad hoc fällt mir da aus der Abteilung „unnützes Wissen“ ein, dass Andie MacDowell in „Greystoke - Die Legende von Tarzan“ von Glenn Close synchronisiert wurde, da ihr Südstaatenakzent nicht wegzubekommen war und sie halt eine Britin spielte.

Klar funktionieren einige Serien nicht wirklich gut auf Deutsch. Als aktuelle Beispiele nenne ich mal „Grimm“ und, sollte es jemals synchronisiert werden, „Legends“ (mal ehrlich, was wollen sie da machen? Sean Bean sämtliche deutsche Dialekte verpassen für seine Tarnidentität?) Wenn es nur einzelne Szenen sind, kann man es gut lösen. Hier fällt mir z.B. „Die Waffen der Frauen“ ein. Im Original reserviert Sigourney Weaver ein Hotelzimmer auf Deutsch. Wäre die Synchro lustlos runtergenudelt hätte man es so gelassen, aber nein, die waren damals pfiffig und haben sie in der deutschen Fassung auf Italienisch reservieren lassen.

Hab ja mittlerweile viele Filme im O-Ton gesehen, aber nur einen einzigen zuerst in norwegisch, dann in englisch und dann in deutsch und ja, da hörte man sogar Unterschiede zwischen der norwegischen und der englischen Fassung. Stimmentechnisch meine ich, obwohl ich mir zu 99% sicher bin, dass Nikolaj Coster Waldau beides gemacht hat.

Überraschung, wusstet ihr schon, dass ich Kiefer Sutherland Fan bin? Natürlich muss der gute auch herhalten wenn es um das Thema geht. Ich liebe ja seine Stimme oder wie es immer so schön heißt, der kann sich zu mir setzen und mir aus dem Hamburger Telefonbuch vorlesen und ich wäre begeistert. Auch wenn die deutsche Synchronstimme recht passabel ist. Leider synchronisiert Tobias Meister ja auch noch u.a. Brad Pitt, Tim Robbins, Gary Sinise und in den Marvel Filmen Robert Downey, Jr.

Gibt auch noch ein weiteres Beispiel. Kenne die deutsche Fassung vom „Breakfast Club“ in- und auswendig. Besonders geprägt wurde ich durch Andrew Clark/Emilio Estevez. Nun hab’ ich immer das Problem, wenn ich die Stimme von Nicolas Böll höre, sehe ich bildlich die Szene vor mir, wie er die Kordel an seinem Kaputzenshirt zieht, was natürlich besonders blöd ist. Besonders bei „Person of Interest“.

Dann gibt es natürlich noch die Sachen, wo man O-Ton hört bzw. liest und man auf Hilfsmittel angewiesen ist. Hier erwähne ich zum einem „Life on Mars“ (das Original, nicht das US-Remake). Mal ehrlich, ohne englische Untertitel wäre ich wegen dem Liverpooler Akzent total aufgeschmissen gewesen. Das andere Beispiel ist das Buch „Sechs Millionen Kekse“. Da werden einige Texte abgedruckt, die Jessica Thom von sich gibt und mal ehrlich, ich hätte so einige Abschnitte komplett nicht verstanden, hätte die Übersetzerin nicht unten vermerkt, was es nun ist oder wisst ihr auf Anhieb wer Terry White oder Michael Aspel sind?

Kommen wir nun auch zu Beispielen wo ich zugebe, mit O-Ton könnte man mich da jagen und ich wäre schneller.

„Die Zwei“: Ja, schon älter, aber was man da aus der Synchro gemacht hat, ist einfach top. Die ganzen flapsigen Sprüche natürlich, besonders von Tony Curtis, finde ich auch heute noch super. Gehöre nicht zu den Leuten, die das Wort in jedem zweiten Satz benutzen, aber die deutsche Fassung ist für mich bis heute kult.

„Ice Age“: Mache kein Geheimnis draus, dass ich finde die Stimmen passen zu den Figuren. Und wie schon im anderen Thread erwähnt: Der lispelnde Sid gefiel den Amis so gut, dass mittlerweile auch deren Sprecher angeblich lispeln soll. Oder zählt sowas nicht, da ja kein „Realfilm“?

Was ich auch nie im Original sehen/hören möchte, ist Baby Dino Sinclair Bratpfanne schwingend: „Nicht die Mama, nicht die Mama...“ Das hatte sich bei mir soooo eingebrannt. Lehne mich mal aus dem Fenster und sag’, jeder hat eine Szene aus einer Serie/Film, die er kennt und liebt in der Synchro...


Glaube ein weiterer Punkt für deutsche Fassung war man muss nicht auf eine Fremdsprache oder störende Untertitel zurück greifen. Sorry das geht im O Ton aber auch prima hier ist für mich das beste Beispiel die Serie Banshee gibt, wo man mit relativ geringen Englischkenntnissen und ohne Untertitel zuschauen kann, ohne auf dem Schlauch zu stehen.

Ich persönlich komme zu dem Schluss mein Verhältnis O Ton zu Synchro beträgt geschätzt 85:15 und ich stehe dazu. Danke nochmals an Clive für das tolle Thema und ich bin schon mal gespannt ob es irgendwann vielleicht 2015 genau so ein tolles Thema gibt.
Mir ist egal wie viele Menschen in einem Film sterben. Hauptsache die Katze überlebt.


Gekaufte/ gefakete Rezis sind schlimmer, als schlechtes CGI

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bambi« (26. Oktober 2014, 19:57)


Clive77

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Montag, 27. Oktober 2014, 11:30

So vorweg, meine ersten Medien waren VHS, die damals saftige Preise hatten. Das Internet war zu der Zeit kaum bekannt. Ich weiß noch, wie stolz ich war, als mir eine Freundin aus London „Beauty & the Beast“ mitbrachte.

Da sprichst Du was an. Es gab damals (als ich auch noch kein Internet hatte, frühe oder Mitte 90er müssen das gewesen sein) einen Videoladen in Bielefeld, der sich auf VHS-Importe spezialisiert hatte. Dort hab' ich horrende Summen für Uncut-Fassungen (meist holländische, also OV mit holländischen Untertiteln) von "Friday, the 13th", "Hellraiser", etc. hingeblättert - und natürlich früh angefangen, mir OVs anzusehen. Werde da nie "From Dusk Till Dawn" vergessen, da habe ich anfangs nix von Michael Parks /Earl McGraw verstanden.

Einer von Clives Punkten ist ja, dass jeder Darsteller im Original seine eigene Stimme hat. Das ist so nicht richtig, denn ad hoc fällt mir da aus der Abteilung „unnützes Wissen“ ein, dass Andie MacDowell in „Greystoke - Die Legende von Tarzan“ von Glenn Close synchronisiert wurde, da ihr Südstaatenakzent nicht wegzubekommen war und sie halt eine Britin spielte.

Das Beispiel würde ich als seltene Ausnahme werten. Aber ja, sowas kommt natürlich auch vor. Es ist oder war sogar üblich, dass die Darsteller sich nach dem Dreh noch einmal selbst synchronisieren müssen. Das kann beispielsweise für unterschiedliche Ratings geschehen oder auch, um die Stimme noch einmal deutlicher zu bringen. "Zwei glorreiche Halunken" fällt mir da als ein ganz besonderer Fall ein. Als der gedreht wurde, wurden sämtliche Dialoge später von den Darstellern synchronisiert - und eher schlecht als recht. Die Methode war durchaus üblich. Zusätzlich dazu haben Eastwood, Van Cleef und Wallach ihre Rollen auf englisch gesprochen, während die italienischen Darsteller in ihrer Landessprache redeten. Sowohl die englische wie auch die italienische Fassung ist damit eine Synchro - hmm, sieht aus als wenn ich doch Synchro-Gucker bin. :D

Dann gibt es natürlich noch die Sachen, wo man O-Ton hört bzw. liest und man auf Hilfsmittel angewiesen ist. Hier erwähne ich zum einem „Life on Mars“ (das Original, nicht das US-Remake). Mal ehrlich, ohne englische Untertitel wäre ich wegen dem Liverpooler Akzent total aufgeschmissen gewesen. Das andere Beispiel ist das Buch „Sechs Millionen Kekse“. Da werden einige Texte abgedruckt, die Jessica Thom von sich gibt und mal ehrlich, ich hätte so einige Abschnitte komplett nicht verstanden, hätte die Übersetzerin nicht unten vermerkt, was es nun ist oder wisst ihr auf Anhieb wer Terry White oder Michael Aspel sind?

Nein, wer die beiden sind, wüsste ich jetzt nicht. So kulturelle Sachen oder mir unbekannte Akzente verstehe ich natürlich auch nicht auf Anhieb. Wie auch?
Aber die Frage ist halt, ob man sich damit auseinandersetzt oder nicht. Je mehr ich von "Life on Mars" auf englisch schaue, umso besser verstehe ich den Akzent. So ähnlich habe ich das oben weiter schon einmal geschrieben: Anfangs ist das anstrengend, aber mit der Zeit wird das immer leichter, bis man es als "normal" ansieht und so gut wie alles versteht. Learning by Watching. Ähnlich kann man das auch mit kulturellen Anspielungen handhaben. Wird Terry White erwähnt, kann man später mal nachsehen, wer das überhaupt ist. Kommt im nächsten Film eine Anspielung, gibt es den Aha-Effekt und man weiß bereits Bescheid. Und oben weiter hatte ich ja schon angedeutet, dass mir Dr. Brinkmann auch erstmal nix gesagt hat, obwohl ich ihn hätte kennen müssen - aber ist schon lange her, dass ich Schwarzwald-Klinik gesehen habe.

„Die Zwei“: Ja, schon älter, aber was man da aus der Synchro gemacht hat, ist einfach top. Die ganzen flapsigen Sprüche natürlich, besonders von Tony Curtis, finde ich auch heute noch super. Gehöre nicht zu den Leuten, die das Wort in jedem zweiten Satz benutzen, aber die deutsche Fassung ist für mich bis heute kult.

„Ice Age“: Mache kein Geheimnis draus, dass ich finde die Stimmen passen zu den Figuren. Und wie schon im anderen Thread erwähnt: Der lispelnde Sid gefiel den Amis so gut, dass mittlerweile auch deren Sprecher angeblich lispeln soll. Oder zählt sowas nicht, da ja kein „Realfilm“?

Was ich auch nie im Original sehen/hören möchte, ist Baby Dino Sinclair Bratpfanne schwingend: „Nicht die Mama, nicht die Mama...“ Das hatte sich bei mir soooo eingebrannt. Lehne mich mal aus dem Fenster und sag’, jeder hat eine Szene aus einer Serie/Film, die er kennt und liebt in der Synchro...

Klar, da spielt auch Nostalgie eine Rolle. Bei den Spencer/Hill Filmen schaue ich die meisten auch lieber auf deutsch, weil ich die als Kind rauf und runter gesehen habe und viele deutsche Sprüche sehr lustig rüber kommen (und auch deshalb, weil ich keine italienische Tonspur auf diesen DVDs habe). Was den Punkt von Ice Age angeht - da bin ich ja schon leicht von abgerückt: Ja, kann durchaus sein, dass eine Synchro-Stimme besser zu einer Figur passt. Bei animierten Filmen ist das sogar wahrscheinlicher, denn da verbinde ich natürlich erst eine Stimme mit, wenn ich mehrere Teile davon gesehen habe (in dem Sinne würde ich mich dann auch wundern, wenn Sid plötzlich in einem Teil anfängt zu lispeln).

Ich persönlich komme zu dem Schluss mein Verhältnis O Ton zu Synchro beträgt geschätzt 85:15 und ich stehe dazu. Danke nochmals an Clive für das tolle Thema und ich bin schon mal gespannt ob es irgendwann vielleicht 2015 genau so ein tolles Thema gibt.

85:15 ist doch schon recht ordentlich. Neues Thema muss ich mal schauen, wenn ich wieder mehr Zeit habe. Aber ich habe eigentlich vor, da in Zukunft noch mehr zu liefern.
Nächstes Thema für Clive's Crazy Corner? Abstimmung hier.

Schneebauer

Targaryen

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39

Montag, 27. Oktober 2014, 12:41

Bei mir ist das Ding eigentlich ganz schnell erklärt:

Serien: OTon. Warum? Um aktuell zu bleiben. Wenn mich ne Serie anfixt, hab ich keine Lust mehrere Monate auf die dt. Synchro zu warten. Ob diese letztendlich gut oder schlecht ist, ist zweitrangig. Mein Englisch ist mittlerweile so gut, dass ich in der Regel keine Probleme hab. Klar ein Paar Akzente, Redewendungen oder komplizierte Inhalte usw. sind immer dabei, aber selbst das ist manchmal durch Kontext zu verstehen. Nachteil: Ich muss mich wirklich drauf konzentrieren. Nebenbei noch was andres machen ist da raus. Deshalb schau ich Serien meist alleine.

Serien auf Deutsch? Kaum. House manchmal, wenn ich nur was brauch, das im Hintergrund läuft. Hier kann ich dann nebenbei noch aufräumen oder putzen z.B. ;-)

Filme: Hier ists genau andersrum. Zum Großteil auf deutsch. Warum? Weil wir so gut wie immer in ner Gruppe ins Kino gehen und es da einfacher ist, die Synchrofassung zu schauen. OTon im Kino nur, wenn nicht anders verfügbar, oder in speziellen Ausnahmefällen wenn dadurch z.B. ein besonderer Mehrwert für mich entsteht. Im Heimkino sieht das ähnlich aus, auch wenn ich hier öfters mal Filme, die ich bereits mehrmals gesehen habe auf Englisch kucke (ob mit/ohne UT entschiede ich je nach Film spontan).

Asiatische, oder z.B. Französische Filme schaue ich nie im OTon, sondern grundsätzlich synchronisiert.

Joa, ich fahr ganz gut damit. :top:

-BREAK-

Presko

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40

Montag, 9. Oktober 2017, 21:16

Per Zufall bin ich auf diese Aussage von Haneke zum Theme Synchornisation von Filmen gestossen:
"Dann sind Sie sicher ein Gegner der Synchronisierung.
Ich habe die Synchronfassung zweimal selber gemacht – bei „Caché“ und bei „Die Klavierspielerin“, da ging es, aber bei „Caché“ war sie schlecht. Synchronisierung ist die systematische Zerstörung der Arbeit, der synchronisierte Film ist tot. Nur im deutschsprachigen Raum und in Italien wollen die Leute synchronisierte Filme sehen. Es ist eine furchtbare Unsitte."

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/kultur/fi…boese--28541904
Zürich Filmfestival 2018
Blade Runner 2049 - The Killing of a Sacred Deer - Three Billboards Outside Ebbin, Missouri - The Ballad of Lefty Brown - Shock and Awe - Menashe - Call Me by Your Name - Glass Castle - Machines - Brigsbey Bear - Daphne - Borg/McEnroe - Weightless - The Wife - Pop Aye - Gook - Mollys Game - Battle of the Sexes - Disappereance ...

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