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  • »Joel.Barish« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 8. Februar 2017, 21:15

Trailer #2: Die Verführten ~ Coppola, Farrell, Kidman, Dunst, Fanning

Wie angekündigt hier der erste Trailer zum neuen Film von Sofia Coppola, der im Sommer startet. Eine Adaption des Romans von Thomas Cullinan und (vielleicht) dessen Erstverfilmung mit Clint Eastwood und von Don Siegel. Die Handlung: Die USA während des Bürgerkriegs. Ein Soldat der Union landet verletzt in einem Mädcheninternat und stellt dort natürlich alles auf den Kopf.

Trailer @YouTube (Ich habe den Verdacht, dass schon relativ viel gezeigt/angedeutet wird, aber vielleicht irre ich mich auch)

Spoiler Spoiler

"You vengeful bitches!" - Oooh, ungezogener Colin. Gar nicht fein.


Als Kirschtopping hat Entertainment Weekly ein paar Bilder veröffentlicht, inklusive dieses tollen Gruppenbildsmit Sofia und den Frauen/Mädchen.

Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten, den Film zu sehen. Nicht zuletzt weil die Kombi Kidman/Coppola lange überfällig war.
"Get your shit together. Get it aaall together and put it in a backpack.
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And if you gotta take it somewhere – TAKE IT somewhere, you know?
Take it to the shit store and sell it. Or put it in a shit museum.
I don’t care what you do. You just gotta get it together.
Get your shit together."
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Goodfella

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2

Mittwoch, 8. Februar 2017, 21:39

Hatte nicht den Eindruck, mehr gesehen zu haben als ich durch den Filmthread nicht ohnehin schon wusste.
Sieht jedenfalls nicht uninteressant aus.
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Argento

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3

Donnerstag, 9. Februar 2017, 01:38

Herrje, dass sich eine solche künstlerische Bankrotterklärung andeutet, hätte ich nun wirklich nicht vermutet.

Dass ich mich bei einem Film von Sofia Coppola an das unsägliche Remake von PSYCHO erinnert fühle, spricht schon Bände. Schon im Trailer sind Szenen zu sehen, die es dergestalt 1:1 in Siegels wunderbarem Werk aus dem Jahre 1971 zu sehen gibt. Auch in Sachen Handlungsaufbau oder Charaktere wurde scheinbar nichts, absolut nichts, verändert.

Eine Frage, eine einzige Frage muss nun beantwortet werden: Warum?
Warum bedarf es eines Remakes, welches sich nicht einmal in visueller Hinsicht vom Original absetzen will und stattdessen augenscheinlich sogar ganze Szenen kopiert? Der Trailer zeigt mir nicht, was Coppola in dem Stoff sieht, sondern nur dasjenige, was Siegel in jenem sah. Bedauerlich, höchst bedauerlich!

Ich kann nur all jenen, denen der Trailer zusagt, empfehlen, sich dem wundervollen Original von Don Siegel zu widmen, welches gegenwärtig auch von manchen Streaming-Diensten angeboten wird, wenn ich mich nicht irre.

Und ich selbst hoffe derweil inständig, dass Coppola mir im Kino zeigen wird, dass sie mehr im Sinn hatte als ein redundantes, da Siegel nachäffendes, Werk zu schaffen. Bis dahin stehe ich noch ein wenig unter Schock...

Nachtrag:
Ebenfalls bedauerlich ist, dass Coppola keiner schwarzen Schauspielerin eine Rolle gegeben hat. Die Rolle der Hallie, welche vorzüglich von Mae Mercer verkörpert wurde, gehört für mich zu den interessantesten Charakteren aus Siegels Film, was nicht heißt, dass man nicht etwas neues, eigenes, mit einer solchen Rolle für die Neuverfilmung hätte anstellen können.
"Ich spiele lieber fünf Minuten eine interessante Rolle in einem schlechten Film als 90 Minuten eine banale Rolle in einem guten Film."

Michel Serrault

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StuntmanMike

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4

Donnerstag, 9. Februar 2017, 02:05

Ist das ein Remake?
Ich erinnere mich, als Kind, den Film schon mal gesehen zu haben. Zumindest einen, mit gleicher Story.
"Nice guys are fine- you gotta have someone to take advantage of...
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Manny

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5

Donnerstag, 9. Februar 2017, 07:29

Ist das ein Remake?

So wie der Trailer aussieht, könnte man den Film wohl durchaus als Remake bezeichnen.

Beim Lesen von Argentos Beitrag, bei dem Punkt mit dem Absetzen von Original in visueller Hinsicht, hatte ich das Setting direkt in einer Sci-Fi Version vor Augen.....das wäre doch mal was gewesen.
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Donnerstag, 9. Februar 2017, 07:47

Ich mag Sofia und der Cast ist grandios. Freue mich drauf.
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Donnerstag, 9. Februar 2017, 07:52

@argento

ohne das Original gesehen zu haben, aber erst beschwerst du dich, dass der Film scheinbar nur kopiert und dann bescherst du dich, dass er was anders macht? 8|

Vielleicht hat sie bewusst einige Szenen 1:1 kopiert um das Werk Siegels zu ehren

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8

Donnerstag, 9. Februar 2017, 10:30

Ich bin auch eher unterwältigt, auch wenn ich ohnehin nicht glücklich über Coppolas Auswahl war. Ich mag aber auch Farrell und Kidman generell nicht, vielleicht hängt es auch daran.
Wie so häufig sehe ich auch nicht die Notwendigkeit eines Remakes, weil der alte Film als solches noch funktioniert, und es auf Basis des Trailers auch nicht so wirkt, als wenn Coppola da was wesentlich neues hinzuzufügen hätte. Einige Bilder sind visuell sehr schön, aber prinzipiell erinnert mich der Stil eher an Just Jaeckin ...
Hm, ich war ohnehin skeptisch, und der Trailer animiert mich jetzt auch nicht wirklich zu seiner Sichtung. Schade, da hätte ich mir von Coppola was anderes gewünscht.

Und ja, das Original sollte man sich wirklich ansehen und das dann in Relation zu Siegels bekannteren Filmen setzen - dann wird erst deutlich, was für ein großer und universeller Filmemacher der Mann war.

TheGreatGonzo

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9

Donnerstag, 9. Februar 2017, 11:32

Trailer gefällt mir. Sofia Coppola hat bisher auch noch keinen Film gemacht, den ich nicht mindestens mochte, und Lost in Translation und Marie Antoinette sind Meisterwerke. Mir gefällt, dass sie hier wohl mal einen etwas düstereren Genrestoff ausgesucht hat (oder zumindest zum ersten Mal seit, mehr oder weniger, The Virgin Suicides). Das "Original" mit Eastwood ist auf meiner Amazon Watchliste, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen nicht lieber zuerst sehen will. Bin sehr gespannt.
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Diego de la Vega

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Donnerstag, 9. Februar 2017, 11:33

Ich würde ja mit der ersten Interpretation anfangen.
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TheGreatGonzo

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Donnerstag, 9. Februar 2017, 11:39

So gesehen, könnte man dann ja eigentlich gleich mit dem Buch anfangen. :D
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Diego de la Vega

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Donnerstag, 9. Februar 2017, 11:48

Könnte. Man könnte wenn es nicht vorrangig um die Geschichte und mehr um die filmischen Aspekte, Bildkomposition, Ästhetik... geht, aber auch direkt zur ersten Verfilmung gehen. Dann erkennt man Ähnlichkeiten, Verneigungen, ja, evtl. kopierte Elemente der zweiten Verfilmung direkt und kann es chronologisch korrekt verankern. Sonst denkt man vielleicht "ist das visionär" und dabei ist genau diese Szene nur nachgedreht. Könnte ja sein.
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13

Donnerstag, 9. Februar 2017, 11:57

Das stimmt natürlich, auch wenn ich finde, dass sich das eine schnell aus dem anderen ergibt. Eine Buchvorlage ist ja auch nicht nur Geschichte allein. Vor allem ähnliche Bildkompositionen ergeben sich denke ich auch oft aus einer ähnlichen Geschichte, Setting, Stimmung und nicht zuletzt darauß, weil viele Bilder halt auch gerne mal nur Standard-Shots sind, die in so einer Form von jedem Regisseur kommen könnten. Auf jeden Fall interessieren mich beide Filme, und weil man ja nie wissen kann, wie lange sowas im Internet bleibt, werde ich die Eastwood-Version sicher auch früher als später schauen.
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Argento

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14

Donnerstag, 9. Februar 2017, 13:22

@argento

ohne das Original gesehen zu haben, aber erst beschwerst du dich, dass der Film scheinbar nur kopiert und dann bescherst du dich, dass er was anders macht? 8|

Vielleicht hat sie bewusst einige Szenen 1:1 kopiert um das Werk Siegels zu ehren
Ich hoffte eigentlich, dass jener Teil meines Beitrags nicht zu einem solchen Missverständnis führt. Gleichwohl rechnete ich - wohl aus guten Gründen - damit.

"Ebenfalls bedauerlich ist, dass Coppola keiner schwarzen Schauspielerin eine Rolle gegeben hat. Die Rolle der Hallie, welche vorzüglich von Mae Mercer verkörpert wurde, gehört für mich zu den interessantesten Charakteren aus Siegels Film, was nicht heißt, dass man nicht etwas neues, eigenes, mit einer solchen Rolle für die Neuverfilmung hätte anstellen können."

Die Hervorhebungen habe ich als entscheidenden Punkt meines Beitrags verstanden.

Und gerade, weil ich Potential sähe, mit einer schwarzen Figur neue Wege zu gehen und dem Stoff bezogen auf Teilsaspekte eine andere, vielleicht gar neue, Seite abzuringen, finde ich es mehr als schade, dass Coppola auf eine eben solche verzichtet hat. Ich schrieb, dass dieser Verzicht "bedauerlich" / "schade" ist. Dergleichen sollte nicht als eine Beschwerde verstanden werden. Ich war schlicht verwundert.

Aber wer weiß, vielleicht hat diese Veränderung ja etwas mit Coppolas Vision zu tun. Dies werde ich aber voraussichtlich erst im Kino erfahren. Vorerst kann ich mir nur eine Meinung auf Basis des Trailers bilden. Und jene tue ich hier kund.
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Freitag, 10. Februar 2017, 11:11

Der Film heißt in Deutschland übrigens "Die Verführten" und kommt am 22. Juni ins Kino.
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StuntmanMike

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16

Freitag, 10. Februar 2017, 13:51

Hab hier mal den Trailer des Originals:

https://www.youtube.com/watch?v=n47_BZ2pj5U
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17

Freitag, 10. Februar 2017, 16:29

Ich kann nur all jenen, denen der Trailer zusagt, empfehlen, sich dem wundervollen Original von Don Siegel zu widmen, welches gegenwärtig auch von manchen Streaming-Diensten angeboten wird, wenn ich mich nicht irre.
Tatsächlich gibt es den zurzeit bei Amazon Prime. Habe ich mir dann mal angesehen. Eigentlich wollte ich unverfälscht an Sofias Film herangehen, aber eigentlich ist es ein Grundsatz meinerseits, dass bei Remakes* sofern möglich das Original zuerst geguckt wird.

*auch wenn das hier ja theoretisch eine Romanvorlage hat

Der Film hat mir ganz gut gefallen, aber überwältigt bin ich nicht, muss ich sagen. Ich habe noch ein paar weitere Reaktionen gelesen und zumeist wurde betont, wie überraschend der Film doch ist, weil er für Siegel untypisch ist und weil es kein "klassischer" Western ist. Das fiel für mich aber flach. Einerseits bin ich bei Siegel nicht mit seiner kompletten Filmographie vertraut und andererseits wusste ich ja eben schon halbwegs, was mich erwartet. Würde diesen Überraschungseffekt ohnehin nicht zu hoch bewerten wollen, egal welcher Film. Das sind Äußerlichkeiten. Das, was Siegel hier macht und versucht zu erzählen sollte eigentlich viel mehr mein Ding sein als ein Western der Marke John Ford. Wobei ich mich ausgerechnet an Fords "Seven Women" erinnert fühlte.
Siegels Regie ist hervorragend, insbesondere im Schlussdrittel, wenn die Zügel straffer geführt werden. Aber die ständigen Gedanken-Einzeiler per Voice Over waren grauslig und störend, nicht zuletzt weil sie enorm plump sind. Überhaupt ist das Script ein Schwachpunkt, denn die Dialoge sind regelmäßig plump, offensichtlich und theatralisch übertrieben. Nicht falsch verstehen, es ist nicht maßlos schlecht, aber es ist ein Schwachpunkt. Wie auch die meisten der Mädchen keine guten Darsteller sind und entsprechend wenig zu sagen haben. Wenn sie es aber tun, dann gerät der Film ein wenig aus den Fugen. Clint, Miss Martha und das jüngste Mädchen sind gut, aber beim Rest häufen sich störende Schwächen.
Und apropos plump:

Spoiler Spoiler

das Script lässt einiges an Potential liegen. Abgesehen von einem Gespräch zwischen Hallie und Clint wird aus dem Bürgerkriegsumfeld wenig gemacht. Alles Folgende ist wenn überhaupt nur eine austauschbare Kriegssituation zwischen zwei Konfliktparteien. Dann wird der Faktor Religion eher beiläufig verwendet, was schade ist, weil ein derart sexuell aufgeladener Film in einer solchen Umgebung quasi darum bettelt. Und es gibt ein, zwei Momente, der eigenartige Traum und ein spätes Gebet, aber nie konkret, nie explizit und tiefergehend. Und dann zentral die Frauenfiguren, die eigentlich ganz passend als unterschiedliche Stereotypen angelegt sind; das junge Mädchen, das die "Liebe" zu Clints McBurney eher väterlich-freundschaftlich sieht, dann die von Lust getriebene Jung-Erwachsene, die unerfahrene Lehrerin und dann ganz besonders die Hauptlehrerin. Das ist literarisch eigentlich ganz passend abgesteckt, aber das Script hat wirklich wenige Ideen, daraus wirklich etwas Interessantes oder Handfestes zu machen. Irgendwann werden die drei (vier) zentralen Frauen gleichgeschaltet und egal wie komplex ihre individuelle Persönlichkeit und Sexualität sein sollte, letztendlich ist es nur ein Eifersuchtsstreit darum, wer Clint an die Wäsche darf. Die Abwesenheit einer männlichen Erwachsenenfigur in der Schule wird zwar angesprochen, aber die Folgen daraus werden eher banal zur Sprache gebracht. Das führt dann auch dazu, dass sämtliche Dialoge ein wenig simpel und ... na halt plump klingen. Egal ob Clints einfallslose Flirts, die stupide pornösen Anmachversuche der Carol-Figur, oder die Simplifizierung über den Begriff "Liebe" bei Edwina und später sogar bei der kleinen Amy.
- Auch hier, Kritik auf hohem Niveau, aber es gibt massig Raum zu Veränderungen und Verbesserungen. Die Geschichte schreit und bettelt geradezu um eine weibliche Stimme und Perspektive, d.h. eine Perspektive hinter der Kamera.

Aber ja, der Trailer zu Coppolas Version sieht Siegels Version schon sehr ähnlich und da kann ich dein Gepolter zumindest inhaltlich nachvollziehen, Argento. Ich war auch erst geneigt zuzustimmen, was die Figur der Hallie betrifft, war ihre Figur doch zu Beginn sehr interessant und macht eine solche Figur in einem Bürgerkriegsszenario doch Sinn. Aber in der zweiten Hälfte hat sie quasi nichts mehr zu tun, womit ihr Fehlen in Coppolas Version jetzt nicht so schlimm sein muss. (Wobei man mit dieser Figur dennoch viel erreichen könnte.) Aber ich kann dich etwas besser verstehen; wäre ein Remake zu einem von mir geschätzten Film angekündigt und ein solcher Trailer käme heraus, inszeniert von einem Regisseur, dem ich entweder nicht viel abgewinnen kann oder mit dem ich nicht besonders vertraut bin, dann wäre ich auch eher skeptisch.
Der Unterschied ist, dass ich Sofia Coppolas Arbeit liebe und - wichtiger noch - mir sehr gut vorstellen kann, wie sie diese Geschichte angeht, verändert und verbessert. Es fängt ja schon bei der Erzählperspektive an. Siegels Film ist mehr oder weniger "auktorial", wenn man so will, aber in einem Interview hat Coppola gesagt, sie wolle die Perspektive stärker (oder komplett) auf die Frauen und Mädchen ausrichten.


aber prinzipiell erinnert mich der Stil eher an Just Jaeckin ...
Lol. :nedu:
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18

Freitag, 10. Februar 2017, 18:15

Interessante Einlassungen zu Siegels Film. Die meisten Punkte sehe ich ähnlich. Überwältigt hat mich Siegels BETROGEN nun allerdings auch nicht. Es ist m. E. ein sehr guter, ja, ein bemerkenswerter Film. Aber ein bedeutendes Werk, nein, das ist es m. E. nun nicht. Solche findet man in Siegels Filmographie an anderer Stelle. Aber... was ist es für eine unglaubliche Leistung einen guten bis sehr guten Film zu schaffen? Eine solche enorme Leistung versetzt mich jedes Mal auf's Neue in Ehrfurcht.

In anderem Zusammenhang schrieb ich jüngst übrigens das Folgende:
"Frau Coppola schafft es hin und wieder fabelhafte Momente zu inszenieren, aber ein Gesamtwerk, welches ich als gänzlich gelungen bezeichnen würde, ist ihr bis dato noch nicht gelungen."

Gepoltert habe ich nicht. Dergleichen ist doch meist ein eher plumpes Gebaren ohne argumentatives Fundament. Sieh es so: Kritik ist die höchste Form der Wertschätzung, sagt man zumindest. Wäre dies kein Sofia Coppola-, sondern ein Peter Berg- oder Ron Howard-Trailer, hätte ich mich wahrscheinlich nicht einmal bemüßigt ein paar Zeilen zu schreiben.

Es ist also mitnichten so, dass ich Sofia Coppola nicht schätzen würde. Vertraut bin ich mit ihrem Werk ebenfalls. Bis auf ihren Kurzfilm habe ich jedes ihrer Werke gesehen. Lektüre in Form von Analysen habe ich allerdings in der Tat noch nicht bemüht, da ich bis dato nicht das Gefühl hatte, dass dergleichen meinen Horiont bzgl. ihres Gesamtwerks entscheidend erweitern könnte.

Nur eine Sache noch:
Du schreibst an einer Stelle sinngemäß, dass Siegels Werk Raum für Verbesserungen lässt. Dergleichen finde ich ein wenig problematisch, da es nicht meiner Übung entspricht, dergestalt über Kunst nachzudenken.

Ein Werk steht für sich, entfaltet Eigendynamik und braucht nicht verbessert zu werden. Es kann dann dsbzgl. vielleicht kritisiert werden. Aber eine solche Auffassung scheint dem seit Jahren grassierenden "Optimierungsgedankengut" zu entspringen. Alles was (vermeintlich) nicht stimmt, sollte umgehend verbessert, ja, perfektioniert werden. Ich fände es zumindest befremdlich, wenn man sich - überspitzt formuliert - die MONA LISA anschaute und dann sagte: "Ganz nett, aber derjenige, der sie das nächste Mal malt, sollte die Mundpartie ein wenig symmetrischer malen. Dann wäre es perfekt."

Freilich möchte ich Don Siegel nicht auf die Ebene eines Leonardo da Vinci heben. Er ist filmhistorisch m. E. den kleinen Meistern zuzuordnen, also kein Regisseur höchsten Ranges. Es geht mir natürlich nur um den dahinter stehenden Gedanken.
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Freitag, 10. Februar 2017, 19:24

Gepoltert. Ach, komm. ;) Du bist mit Begriffen wie "künstlerische Bankrotterklärung" und einem Van Sant Psycho-Vergleich in den Thread gekommen. Das ist schon Polterei. Und das ist okay. Manchmal muss man Dampf ablassen. Du lässt so etwas ja zumeist nicht völlig kommentarlos im Raum stehen. Also poltern nicht im Sinne maßloser und haltloser Kritik, sondern im Sinne einer emotionalisierten Übertreibung. Passiert mir auch. :) (Und was du zu Peter Berg/Ron Howard Filmen bzw. Trailern sagst kann ich sehr gut nachempfinden.)

Und Verbesserung? Na gut, nennen wir es "lohnenswerte Veränderung"? Das, was hier verbessert wird bzw. werden soll, ist nicht Siegels Film, der - wie du richtig sagst - ein eigenständiges und feststehendes Werk ist. Verändert wird die Geschichte, der Plot, die Handlung und das wohl sogar losgelöst von der Romanvorlage. Man könnte diskutieren, ob eine neue Version einer Geschichte mit verändertem Schwerpunkt nun eine Verbesserung darstellt oder lediglich durch den Vergleich mit der ersten Version einen Mehrwert erhält. Oder ob sich z.B. beide Versionen beeinflussen und sogar die ältere Version durch die neue Version neue Sicht- und Interpretationsweisen erhält. (So geht es mir beispielsweise bei den beiden Stieg Larsson "Verblendung" Verfilmungen oder besser noch, weil auch Coppola, durch die Nähe von "Virgin Suicides" und "Mustang".) Kann man diskutieren, halte ich gerade aber für müßig. Was ich sagen wollte, ist, dass ich mir bei Sofia Coppola sehr gut vorstellen kann, wie sie aus dieser Geschichte eine lohnenswerte neue Version gestalten kann.
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Freitag, 10. Februar 2017, 19:43

Was ich sagen wollte, ist, dass ich mir bei Sofia Coppola sehr gut vorstellen kann, wie sie aus dieser Geschichte eine lohnenswerte neue Version gestalten kann.
Da habe ich mich dann wohl ein wenig an der von dir benutzten Begrifflichkeit gerieben. Mit dem, was du nun schreibst, gehe ich nämlich völlig d'accord.

Ich selbst konnte mir im Vorhinein - zumindest theoretisch - sogar sehr gut vorstellen, dass Sofia Coppola etwas eigenes in der Vorlage aufstöbern und das Werk schlussendlich mit dem Stempel der Eigenständigkeit versehen könnte.

Nur, mit Blick auf den Trailer, lautet mein Fazit wie bereits geschrieben:
Der Trailer zeigt mir nicht, was Coppola in dem Stoff sieht, sondern nur dasjenige, was Siegel in jenem sah.

Aber, soviel sollte auch erwähnt weden, ich habe das Werk noch nicht abgeschrieben und hoffe inständig, dass Sofia Coppola mich eines Besseren belehren wird.
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