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Clive77

Serial Watcher

  • »Clive77« ist der Autor dieses Themas

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Montag, 11. September 2017, 21:22

The Last Ship S04E05 - Allegiance

In der Folge "Allegiance" der US-Serie The Last Ship wird Tom vor eine Entscheidung gestellt, die ihm nicht leichtfällt. Die USS Nathan James empfängt einen Notruf und kann sich dabei nicht sicher sein, ob es sich um eine Falle handelt.

Tom Chandler
The Last Ship präsentiert uns mit "Allegiance" die bislang ruhigste Episode der vierten Staffel. Es gibt zwar ab Folgenmitte ein paar Entwicklungen, die ein wenig an der Spannungsschraube drehen, aber im Großen und Ganzen passiert diese Woche nicht sehr viel. Im Fokus steht mehr oder weniger Tom Chandler (Eric Dane), der zu Beginn von Captain Meylan (Emerson Brooks) vor die Wahl gestellt wird, erneut seine Uniform anzulegen oder das Schiff bei nächster Gelegenheit wieder zu verlassen. Im Folgenden werden die Schritte und Gespräche gezeigt, die bei Tom zur Entscheidungsfindung führen - wobei das Resultat kaum überraschen dürfte.
Da haben wir sie also. Eine Episode, die sich fast ausschließlich mit der Crew befasst und so ziemlich allen Charakteren die Gelegenheit gibt, mal abseits eines Waffeneinsatzes zu punkten. Jetzt ist The Last Ship zwar im Kern eine Dramaserie, aber mit dem Drama will es hier dennoch nicht so recht klappen. Dazu bleiben die meisten Dialoge einfach zu oberflächlich. Das soll jetzt nicht heißen, dass gute Szenen fehlen. Aber so recht vom Hocker gerissen werden wir nicht.
Das Trio aus Miller (Kevin Michael Martin), Wolf (Bren Foster) und Azima (Jodie Smith) trifft da zu Beginn schon den Nagel auf den Kopf. Es gibt Figuren wie Azima, die sich schlicht über die Rückkehr von „Captain Tom“ freuen und für die überhaupt nicht in Frage steht, ob er nun wieder Teil des Teams ist. Dann gibt es (viele) Figuren wie Miller, die sich fragen, ob Chandler nicht bei nächster Gelegenheit wieder abhauen wird. Dass er die meiste Zeit in Zivil herumläuft, sorgt in der Tat für skeptische Blicke. Der Konsens ist bei den meisten jedenfalls, dass sie verstehen können, weshalb Tom die Nathan James verließ, aber die Dauer seines Wegbleibens und das Fehlen einer Erklärung oder Kontaktaufnahme doch größere Fragezeichen beschert. Auffällig ist übrigens, dass niemand - weder Tom noch jemand aus der Crew - den wohl wesentlichsten Punkt anspricht: Tom konnte sich in den vergangenen 16 Monaten um seine Kinder kümmern. Wobei dieses Thema, was durchaus ein Knackpunkt hätte sein können, diese Woche recht indezent zu den Akten gelegt wird - denn Ashley (Grace Kaufman) meldet sich über Funk und gibt an, dass alles in Ordnung sei. Papi darf somit getrost weiter den Helden spielen und die aktuelle Krise aktiv bekämpfen.
Tom hat somit ab da keinen triftigen Grund mehr, weshalb er auf die Begnadigung und das Angebot, wieder als Captain in den Dienst zu treten, verzichten sollte. Und da er ohnehin schon jede Menge Ratschläge zum weiteren Vorgehen beisteuert (worüber Meylan nicht immer glücklich ist, Chandler aber dennoch ein Ohr schenkt), verwundert es nicht, dass er am Ende wieder frisch rasiert und in Uniform auf der Brücke steht und seinen Eid wiederholt.
Also alles wieder in Butter zwischen ihm und der Crew? Nicht ganz. Vor allem Kathleen Nolan (Jade Chynoweth), die Tom für den Tod von ihrem Vater Tex (John Pyper-Ferguson) verantwortlich macht, ist über diese Entscheidung keinesfalls erfreut. Und auch bei Meylan könnte Tom in Zukunft auf Widerstand stoßen, denn die beiden gehen doch mit ihrer jeweiligen Sichtweise zur Situation sehr weit auseinander. Wobei Meylan aber sicher den Kürzeren ziehen wird - wie er es im Grunde genommen schon am Ende der Episode getan hat, denn die Nathan James wird sich mit Sicherheit sehr bald in Richtung Vellek (Peter Weller) bewegen.
Ansonsten sei angemerkt, dass die Szenen mit Slattery (Adam Baldwin) und Chandler ein wenig hervorstechen. Das ist allerdings Baldwin geschuldet, der hier eine sehr überzeugende Darstellung abliefert.

Notruf
Na, wer hatte damit gerechnet, dass es sich bei dem Notruf um eine Falle von Vellek handeln würde? Vermutlich jeder, oder? Tja, Pustekuchen. Kein Selbstmordattentäter (wie im Staffelauftakt), keine unverhoffte Explosion des in Seenot geratenen Bootes, die unseren schwerbewaffneten Rettungstrupp aus den Socken haut. Wobei es mal wieder erstaunlich ist, wie schnell alle über Dr. Paul Vellek im Bilde waren und fest mit einem Hinterhalt gerechnet hatten.
So ganz ohne „Hinterhalt“ und ganze ohne Velleks Zutun verläuft die Aktion zwar nicht, aber der große Knall bleibt vorerst aus. Sorgen dürfen wir uns derweil um Carlton Burk (Jocko Sims) machen, der ganz offensichtlich beinahe die Nerven verloren und auf eine Frau mit Kleinkind geschossen hätte. Mit ihm wurde auch verstärkt an der Spannungsschraube gedreht, zumal sein Zustand sich nach der Aktion nicht bessert. Sieht ganz so aus, als wenn Burk unter einer gewaltigen Portion PTSD leidet, was nach dem Staffelauftakt, bei dem sein Bruder Cameron (LaMonica Garrett) schwer verletzt wurde, zwar nachvollziehbar ist, aber sich erst jetzt äußert - jedenfalls zeigte er zuvor noch keine Symptome, wirkte in den letzten Wochen eher „normal“. Aber wie auch immer, mit Burk befindet sich nun eine Bombe an Bord, die jederzeit hochgehen kann. Danny (Travis Van Winkle) hat seinen Zustand zwar schon erkannt, so dass zumindest eine Person an Bord vorgewarnt ist, aber ob er im Falle des Falles auch eingreifen kann, bleibt fraglich.
Aber Burk ist nicht alles, worauf uns der Notruf aufmerksam macht. Fletcher (Jonathan Howard) entdeckt unter den Flüchtlingen Harry Sinclair (George Georgiou), einen britischen Spion und Kollegen, der ihm offenbart, dass Vellek auf die Briten zugegangen ist und denen ein Angebot gemacht hat, was sie nicht abgelehnt haben. Vermutlich war das der Vorschlag, den Velleks Sohn Christos (Drew Roy) seinem Vater letzte Woche unterbreitet hat. Harry soll nun die Samen für den britischen Geheimdienst und Vellek besorgen und setzt dabei auf die Hilfe von Fletcher, der sich frei an Bord bewegen kann. Die große Frage, mit der uns die Episode hinterlässt, ist folglich, ob Fletcher a) den Diebstahl tatsächlich durchführt und b) dabei nicht entdeckt wird.
Diese Situation bereitet allerdings auch ein wenig Kopfschmerzen. Denn weshalb sollten sich die Briten auf Velleks Angebot überhaupt einlassen, wenn der doch als der typische verrückte Wissenschaftler bekannt ist, wie das anfängliche Video mehr als deutlich zeigte? Nahrungsmittelknappheit hin oder her, wenn unsere amerikanischen Helden eines in den letzten Staffeln gezeigt haben, dann doch, dass sie ihre Lösungen wie den Impfstoff gerne mit der ganzen Welt teilen und daraus keinen Profit ziehen. Bei Vellek wird das mit Sicherheit anders aussehen, da besteht sogar die Gefahr, dass er sie hintergeht, sobald er die Lösung hat. Aber vielleicht schwebt ihnen vor, ähnlich wie Tom es anfangs vorschlägt, Vellek genau im Auge zu behalten und ihm die passende Motivation zu vermitteln? Wenn das mal gutgeht…

Fazit: The Last Ship schippert diese Woche sehr gemütlich dahin. Vom Drama um Tom hätte sich mehr erwarten lassen, denn hier gibt es von kleineren Wellen abgesehen keinen starken Seegang. Vielmehr wird einem der Argumente, weshalb er sich gegen die Wiederaufnahme seines ehemaligen Status' entscheiden sollte, direkt der Wind aus den Segeln genommen. Was die allgemeine Situation der Crew angeht, gibt es ab Mitte der Folge ein paar stärkere Böen, aber der große Sturm bleibt (noch) aus.

5,5/10
Out of order.

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