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Clive77

Serial Watcher

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Samstag, 7. Oktober 2017, 19:16

The Blacklist S05E02 - Greyson Blaise

In der Folge "Greyson Blaise" der US-Serie The Blacklist machen sich Red, Liz und die gesamte Einsatzgruppe daran, einem Kunstdieb zu Leibe zu rücken. Dembe verfolgt derweil eine weitere Spur zum mysteriösen Koffer und Tom versucht, den Inhalt identifizieren zu lassen.

Greyson Blaise
Greyson Blaise (Owain Yeoman) hat ein großes Vermögen und umgibt sich gerne mit höhergestellten Personen der gesellschaftlichen Schicht. Er hat eine Vorliebe für seltene Kunstobjekte - eine Eigenschaft die er mit Raymond Reddington (James Spader) teilt - und wenn er diese nicht bei Auktionen ersteigern kann, dann klaut er sie eben, wie uns in den ersten Minuten von "Greyson Blaise" auch gezeigt wird. Für Red ist Greyson kein Unbekannter und auch der Blacklister der Woche kennt unseren Kriminellen. Er weiß sogar, wie es um Reds Imperium bestellt ist, was die Geschichte ganz interessant macht.
Als Cooper (Harry Lennix) und Liz (Megan Boone) diese Woche bei Red aufschlagen, will er ihnen Greyson als nächsten Blacklister ans Messer liefern. Oder doch nicht? Red scheint eher darauf aus zu sein, sich die Kontakte des Herrn Blaise zunutze zu machen, um sein Imperium wieder in Gang zu bringen. Interesse weckt er bei Greyson durch ein verschollenes Rembrandt-Gemälde, welches er vorgibt, in seinem Besitz zu haben. Und damit beginnt das Abenteuer der Woche mit einem komplizierten (und sehr teuren) Plan seitens Red, welcher unter Coopers Widerwillen vom FBI finanziert wird, Ausflüge nach Paris und Italien involviert und selbstredend nicht ganz so verläuft, wie man es zunächst annehmen mag.
Greyson kann einem da schon ein wenig leidtun. Er wirkt auf ähnliche Art und Weise charmant und sympathisch wie Raymond, merkt aber leider nicht, dass er bloß ausgespielt wird. Da gab es einige Momente in der Episode, wo man das Blatt gut hätte wenden können. Beispielsweise als eine Wanze am Ohrring seiner Gefährtin Anna Cartwright (Riann Steele) gefunden wird - die beiden machten den Eindruck, schon länger zusammen zu sein und da verwundert es doch, dass Greyson sie direkt als Verräterin betrachtet. Ein anderer Moment, wo er hätte skeptisch werden können, war das Geschenk, welches Red ihm macht. Dabei hatte er selbst den Eindruck gewonnen, dass die Farbe noch nass ist und wenige Minuten vorher von Red noch die Wahrheit über dessen momentanes Vermögen zu hören bekommen. Schön blöd, wenn man da so wenig Skepsis an den Tag legt. Von Greysons Sicherheitsteam ein paar Szenen später wollen wir da lieber erst gar nicht anfangen.
Unterm Strich wurde Greyson zu Beginn ganz gut in Szene gesetzt, wirkt gegen Ende aber ziemlich dumm für jemanden, der es eigentlich besser wissen müsste und schon so lange im Geschäft ist. Zumal er Red bereits kennt, wäre es jedenfalls besser gewesen, wenn man ihn im Folgenverlauf ebenbürtiger gestaltet hätte. So bleibt er aber ein Spielball, der am Ende genau dort landet, wo er es verdient hat.

Red und Liz
Letzte Woche hatte sich schon angedeutet, dass Liz zwar kritisch gegenüber Reds Vorgehen dasteht, aber andererseits auch sehen möchte, wie er wieder in alte Gefilde zurückfindet und sich zu neuen Höhen aufschwingt. Nach dem Staffelauftakt ließ sich noch annehmen, dass das ein langsamer Prozess werden würde, der der Tatsache geschuldet ist, dass sie nunmehr in Red ihren Vater gefunden hat. Also, Blut ist dicker als Wasser, Familie geht über alles und so. Ein bisschen ist das auch diese Woche der Fall, wenn sie Red am Ende sagt, dass er ihr Angst macht und sie ihre Loyalität gegenüber dem FBI nicht aufgeben wird.
Aber was wir die Folge über zu sehen bekommen, spricht eine ganz andere Sprache. Reds elaborierter Plan ist am Ende „cool“, wir sehen Lizzie in fast jeder Szene lächeln, in der Red sein Spiel spielt und abgesehen von der kleinen Portion Widerstand am Ende ist da nichts, was uns glauben lassen würde, dass sie nicht schon nächste Woche ihren Job quittiert, um Vadder zu unterstützen und voll in eine kriminelle Laufbahn einzusteigen.
Das passt einfach nicht. Enthüllung der familiären Verhältnisse hin oder her. Liz konnte bereits in den letzten vier Staffeln aus erster Hand zusehen, wie Red sein Brot verdient und welche Maßnahmen er mitunter ergreift, um sein Imperium zu sichern. Diese Woche mag das vielleicht lustig und schön gewesen sein, weil „nur“ ein Kunstdieb zur Strecke gebracht wurde. Aber was ist mit dem Rest? Hat sie etwa vergessen, welches Schicksal Reds Gegner erwartet? Im Staffelauftakt wurde Lizzies Sinneswandel noch eher dezent inszeniert. Hier wirkt es nach „voller Fahrt voraus“ und das will nicht so recht schmecken.

FBI
Besonders viel gibt es hier nicht zu vermerken. Cooper war dabei, die Enthüllung des neuen Vorgesetzten lässt noch auf sich warten und die wenigen Szenen mit Ressler (Diego Klattenhoff), Samar (Mozhan Marnò) und Aram (Amir Arison) sind nicht der Rede wert. Das Team sitzt die Folge über eher auf dem Rücksitz, auch wenn Donald mal kurz bei Samar nachfragt, wie die Beziehung zu Aram läuft oder die beiden in Paris das Haus von Amalia Hammett (Delphi Harrington) unter die Lupe nehmen dürfen - mit dem Ausgang, dass das Gemälde nicht mehr dort ist.
Positiv lässt sich da bloß vermerken, dass Cooper am Ende wieder einen Blacklister durch Reds Hilfe einbuchten kann und somit ganz gute Karten bestehen, was die Einsatzgruppe als solche betrifft. Allerdings ließ sich das bereits am Anfang erahnen, auch wenn Reds Plan scheinbar ein wenig anders ausgesehen hat. Der Twist, der Lizzie zum Grinsen brachte, ließ sich jedenfalls vorhersehen.

Dembe und Tom
Dembe (Hisham Tawfiq) ist nach wie vor ein kleines Highlight der Serie. Diese Woche darf er Herrn Cho (Brian Yang) mit seinen Kochkünsten beeindrucken und kann dadurch auf Folter verzichten. Hoffentlich gibt es das Rezept bald auch bei Chefkoch.de - obwohl es nicht schwierig sein dürfte, anhand der Szenen die elementaren Zutaten ausfindig zu machen.
Aber Hut ab, das war mal was anderes. Was man leider nicht von Albert Dennison (Lawrence Jansen) behaupten kann, der schon sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, bevor erst Tom (Ryan Eggold) und schließlich Red und Dembe die Szene betreten.
Zweifelsohne liegt Red sehr viel daran, den Koffer mit den Überresten zu finden. Und der kleine „Flash Forward“ von letzter Woche deutete bereits daraufhin, dass er auch Erfolg haben wird. Wir wissen aber nicht, wie weit Tom dann bereits mit seinen Ermittlungen sein wird. Denn das ist der große Knackpunkt: Konnte er zuvor bereits Liz informieren oder nicht?
Diese Woche sehen wir jedenfalls, wie Tom Nik Korpal (Piter Marek) kontaktiert, der zuvor bereits den Tod von Lizzie inszeniert hatte. Das Ziel ist klar. Nik soll feststellen, zu wem die Überreste im Koffer gehören und wir haben bereits eine gute Vorstellung davon, um wen es sich handelt. Und wer für den Tod verantwortlich ist. Das schnelle Vorgehen in Sachen Liz und Red könnte da nach hinten losgehen, sofern die Vermutung bestätigt wird.
Aber wird es das oder kann Red es verhindern? Wie auch immer, die Entschlüsselung der Leiche wird sehr stark ins Gewicht fallen und kann wieder alles durcheinanderbringen. Beim jetzigen Tempo vielleicht schon nächste Woche. Und das ist sicher ein Faktor, der die Serie nach wie vor sehr sehenswert macht - es kann sich alles sehr schnell ändern.

Fazit: Der Fall der Woche war ganz okay, hätte aber besser sein können, wenn man Greyson nicht ganz so dumm dargestellt hätte. Das FBI-Team kam deutlich zu kurz, dafür waren Dembes Szenen klasse und bei Tom wurde es spannend. Lizzie entwickelt sich zu schnell in die falsche Richtung. Red rockt mal wieder. Alles in allem knapp über dem Durchschnitt.

6/10
Out of order.

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