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Clive77

Serial Watcher

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Sonntag, 22. Oktober 2017, 15:37

Supernatural S13E02 - The Rising Son

In der Folge "The Rising Son" der US-Serie Supernatural diskutieren Sam und Dean über Jack, als plötzlich ein vertrautes Gesicht an der Tür klopft. Der Höllenthron bekommt einen neuen Besitzer und in der Parallelwelt treffen Mary und Lucifer auf einen uns bekannten Erzengel.

Mary und Lucifer
Die Parallelwelt bleibt ein trostloser Ort. Von mehreren Kriegen zerfurcht und mit Feuerbällen, die vom Himmel fallen, wird sie uns durch einen permanenten Graufilter präsentiert. Marys (Samantha Smith) Fluchtversuch führt sie zwar zu einem Menschen, aber ohne Lucifers (Mark Pellegrino) Eingreifen wäre sie dort bloß vom Regen in die Traufe gekommen.
Es ist bislang sehr schwer, der ganzen Handlung in der Parallelwelt etwas Hoffnungsvolles abzugewinnen. Etwas mehr Farbe würde die Stimmung vielleicht anheben, denn selbst Pellegrinos Charisma hat Schwierigkeiten, in der graugetränkten Welt die gewünschte Wirkung zu erzielen. Es bleibt blass, auch wenn uns jetzt ein bisschen klarer wird, was Lucifer mit Mary vorhat.
Er strebt also einen Austausch an. Mary gegen Jack (Alexander Calvert). Aber wie er das anstellen will, ohne diese Welt verlassen zu können? Fraglich. Vermutlich setzt er darauf, dass Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) den Spalt erneut öffnen (lassen) werden, um Mama Winchester zu retten. Aber bis dahin kann er nichts unternehmen, außer Mary für den Fall der Fälle zu schützen und die aufkommenden Hindernisse - in Form von Engeln, Dämonen und Menschen - zu überwinden.
Letzteres könnte schnell langweilig werden, da Lucy bekanntlich ein tödliches Fingerschnippsen in seinem Arsenal hat. Mit Parallelwelt-Michael (Christian Keyes) bekommt er aber einen Gegner, der sich nicht so einfach überwältigen lässt. Was uns mit zwei Fragen zurücklässt. Die offensichtliche ist, wofür Michael unseren Lucifer noch braucht. Als möglichen Verbündeten im Kampf gegen wen auch immer? Da wird Lucifer nur schwerlich mitspielen.
Die zweite Frage ergibt sich daraus, dass Parallelwelt-Michael den Parallelwelt-Lucifer bereits besiegt und vernichtet hat. Aber Moment, sollte Michael dann nicht gewonnen haben und die graue Welt etwas fröhlicher und bunter aussehen? Das präsentierte Szenario will da nicht so recht in Bild passen. Folglich muss es da noch etwas anderes geben, was die Apokalypse voranschreiten ließ, obwohl Parallelwelt-Lucifer nicht mehr ist.
Unterm Strich ist der Handlungsbogen nicht unbedingt unspannend und wirft mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Aber die Macher werden einiges zu tun haben, wenn sie uns das Bild der trostlosen Welt halbwegs plausibel machen wollen.

Asmodeus
Letzte Woche kam noch die Frage auf, wer sich um die Dämonen kümmern würde, nachdem Lucifer und Crowley (Mark Sheppard) vorerst (?) aus der Welt sind. Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) ist die Antwort und der (letzte) Höllenprinz verkündet auch direkt, dass in der Hölle jetzt ein anderer Wind weht - mit „Crowleys Kindergarten“ ist es vorbei. Entsprechend schnell lassen sich hier auch Fortschritte verkünden, denn Asmodeus kreuzt wenig später schon die Wege von Sam und Dean, schnappt sich Jack und will mit dessen Fähigkeiten die Shedim befreien.
Der Name „Asmodeus“ ist nicht neu, erwähnte Ramiel (Jerry Trimble) doch bereits in "Stuck in the Middle (With You)" (12x12) diesen Höllenprinzen, der sich zurückgezogen hat, um sich um seine „Hobbies“ zu kümmern. Eines dieser Hobbies sind die Shedim, von denen wir bislang noch nichts gehört haben und die in einem eigenen, sehr speziellen Gefängnis hocken. Dass die Freilassung dieser neuen Kreaturen - die ein wenig aus dem Hut gezaubert wirken - keine gute Idee ist, wird unumstößlich klargestellt, denn selbst Lucifer hatte dahingehend Bedenken und Asmodeus vor langer Zeit ein paar Narben zugefügt, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
Dass der Höllenprinz jetzt einen neuen Versuch startet (und in Zukunft auch Erfolg haben könnte), deutet bereits daraufhin, dass er eine eigene Agenda hat und nicht unbedingt in Lucifers Fußstapfen treten wird. Charakterlich wird Jeffrey Vincent Parise es aber schwer haben, uns Zuschauer zu überzeugen. Die Ambitionen von Asmodeus können sich zwar sehenlassen und er verliert auch keine Zeit, seine Ziele umzusetzen, aber als Ersatz für Lucifer oder Crowley hat er einiges aufzuholen und hinterlässt einen eher gemischten ersten Eindruck.

Winchesters
Die Highlights der Folge erwarten uns in der ersten Hälfte, als Sam und Dean es sich zusammen mit Jack in einem Motelzimmer bequem machen. Jack erinnert hier mehr denn je an Castiel (Misha Collins), sei es, wenn er sich im TV Scooby Doo anschauen will oder später Dean imitiert, was zu den köstlichsten Szenen der Episode gehört. Außerdem zeigen die Nahaufnahmen von Jacks Gesicht weiterhin die uns bekannte Mimik des Engels im Trenchcoat.
Ob es gerade diese Merkmale des Nephilims sind, die Dean auf stur schalten lassen? Wecken die nicht von der Hand zu weisenden Ähnlichkeiten mit Castiel bei Dean Frust und Trauer über den Verlust seines Freundes und lassen diese Gefühle - wie Sam an einer Stelle anmerkt - in Wut und Sturheit umschlagen? Es scheint so. Denn nichts von dem, was Jack in dieser Episode leistet, kann bei Dean auch nur den Hauch eines Zweifels daran wecken, dass der Nephilim in die Fußstapfen von Lucifer treten wird.
Das ist sehr schade. Wir wissen zwar, wie schwer es Dean fällt, sein Gefühlsleben anderen gegenüber zum Ausdruck zu bringen - nicht umsonst fand das Gebet der letzten Episode in Abwesenheit seines Bruders statt. Aber er macht sich keine Gedanken darüber, welche Auswirkungen seine Einstellung auf Jack haben könnte. Mehr noch. Die permanente Ablehnung, etwas Gutes in Jack zu sehen, könnte genau dazu führen, dass der Nephilim letztlich zu einem Gegner geformt wird.
Hoffen wir also, dass Sam seiner Überzeugungsarbeit nicht müde wird und doch noch zu Dean durchdringen kann. In einer Szene, die leider durch Donatello (Keith Szarabajka) unterbrochen wird, sah es schon fast so aus, als wenn das gelingen würde. Aber der letzte Dialog zwischen Jack und Dean zeigt nur zu deutlich, dass Sams Bemühungen bislang vergeblich waren.

Jack
Der Prophet Gottes ist der Überraschungsgast der Episode und fungiert als eine Art Wünschelrute für den Nephilim. Durch seine Anwesenheit erfahren wir etwas mehr über Jack, der seine Fähigkeiten nicht unter Kontrolle hat. Am bedeutsamsten ist ein Dialog mit Sam (wobei sich hier später entpuppt, dass Sam sich in Wirklichkeit mit Asmodeus unterhielt), der eine Textstelle zitiert, nachdem ein Nephilim stärker ist als sein Erzeuger - in diesem Falle Lucifer.
Diese Offenbarung macht Jack mehr denn je zu einer Schlüsselfigur. Sams Hoffnung, dass Mary noch nicht verloren ist, wird diese Woche mehrfach erwähnt. Jetzt wissen wir aber, dass der Nephilim nicht nur den Spalt erneut öffnen kann, sondern auch Lucifer in Zaum halten könnte. Vorausgesetzt natürlich, er lernt mit seinen Fähigkeiten umzugehen und betrachtet auch in Zukunft unsere Brüder als Freunde.
Auf der anderen Seite wird uns veranschaulicht, was passieren kann, wenn Asmodeus Jack in die Finger bekommt und dessen Macht nutzen kann. Das Gegnerlager wäre nahezu unbesiegbar. Umso wichtiger erscheint es, dass Jack auf dem rechten Weg verbleibt. Wie Dean das nach diesem Ereignis nicht sehen kann, bleibt ein Rätsel.

Fazit: Es ist eine Menge passiert und das betrifft nicht nur das Auftreten neuer oder altbekannter Figuren. Im Mittelpunkt stehen Sam, Dean und Jack, der eindeutig eine Schlüsselrolle in dieser Staffel trägt. Als Zuschauer wird man sich bei Sam wiederfinden und hoffen, dass Dean seine Sturheit, die nur bedingt nachvollziehbar ist, bald ablegt. Die Hölle bekommt derweil einen neuen Anführer, mit dem nicht gut Kirschen essen ist, aber vom charakterlichen Format noch etwas zu wünschen übrig lässt. In der viel zu trostlosen Parallelwelt tun sich währenddessen verstärkt Fragen auf, die hoffentlich noch adäquat beantwortet werden.

7,5/10
Out of order.

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