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Clive77

Serial Watcher

  • »Clive77« ist der Autor dieses Themas

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Dienstag, 24. Oktober 2017, 21:48

Star Trek: Discovery S01E06 - Lethe

In der Folge "Lethe" der US-Serie Star Trek: Discovery steht eine Rettungsmission auf dem Programm, die nebenbei Einblicke in das Verhältnis von Michael Burnham und Sarek gibt. Ash Tyler hat seinen ersten Einsatz und Lorca erhält Besuch von Admiral Cornwell.

"Rules are for admirals and back offices. I'm out there trying to win a war." - Captain Gabriel Lorca (Jason Isaacs)

Captain Lorca
Star Trek: Discovery hat diese Woche hauptsächlich zwei Figuren im Fokus: Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) und Gabriel Lorca. Letzterer sollte es nach dem Treffen mit Admiral Cornwell (Jayne Brook) in "Choose Your Pain" eigentlich ruhig angehen lassen und sich auf Forschungsmissionen konzentrieren. Ganz zu schweigen davon, dass er gerade erst bei den Klingonen gefoltert wurde und zusammen mit Ash Tyler (Shazad Latif) nur knapp entkommen konnte (über eine gewisse Theorie reden wir später noch).
Stattdessen sehen wir Gabriel und Ash im Holodeck gegen Klingonen kämpfen - ein Wettkampf, den Ash nach Punkten gewinnt. Von PTSD bei beiden keine Spur. Aber die Intention des Captains ist es, mehr über sein neues Crewmitglied zu erfahren - ein Test, den Ash besteht und der ihm den ehemaligen Posten von Landry (Rekha Sharma) einbringt, womit die Position des Sicherheitschefs wieder belegt ist.
Das ging schnell. Vielleicht ein bisschen zu schnell, denn wenngleich sich Ash auf dem Holodeck beweist und auch die Fragen seines (offensichtlich existierenden) Resümees fast perfekt beantwortet, erscheint es doch arg voreilig, ihn direkt in eine Schlüsselposition an Bord zu befördern. Lorca mag zwar ungewöhnlichen Entscheidungen nicht abgeneigt sein - siehe Michael Burnham - aber er hätte sich (beispielsweise durch Dr. Culber (Wilson Cruz)) über Ash mindestens noch ein psychologisches Gutachten anfertigen lassen müssen. Schließlich sollten sieben Monate Kriegsgefangenschaft ihre Spuren hinterlassen haben.
Die wichtigeren Szenen mit unserem Captain folgen aber, nachdem er - ohne offiziellen Befehl der Sternenflotte! - die Discovery auf eine Rettungsmission schickt. Es gilt, Botschafter Sarek (James Frain) zu retten, der sich auf dem Weg zu einem diplomatischen Treffen befand und jetzt in Lebensgefahr schwebt. Diese Mission, bei der Michael, Tilly (Mary Wiseman) und Ash mit einem Shuttle den Botschafter finden sollen, führt zu einem Besuch von Cornwell, die ganz und gar nicht von Lorcas Vorgehen erfreut ist.
Nun ist es an Lorca, sich zu rechtfertigen und sowohl Isaacs als auch Brook können hier darstellerisch überzeugen. Gleichzeitig werden uns eine ganze Reihe neuer Informationen über beide Figuren geliefert, die sich nicht nur schon lange kennen, sondern (außerhalb der Uniformen) eine romantische Beziehung pfleg(t)en. Letzte Woche konnte man sich noch fragen, wie Lorca überhaupt nach dem Verlust seiner letzten Crew wieder ein Kommando bekommen konnte. Jetzt gibt es gleich zwei Antworten. Zum einen hat er alle psychologischen Tests mit Bravour bestanden und zum anderen ganz offensichtlich beim Admiral einen Stein im Brett - es geht doch nichts über Beziehungen. Die Skepsis von Cornwell legt sich zusehends, wobei wir uns nie sicher sein können, ob Lorca ihr nicht nur etwas vorspielt.
Bis zu dem Moment jedenfalls, als er nach seinem Phaser greift. PTSD? Und wie! Dieser Moment reicht dann auch vollkommen aus, um Cornwell davon zu überzeugen, dass Lorca dienstuntauglich ist. Aber bevor der Admiral ihn seines Amtes enthebt, steht zunächst noch die diplomatische Mission auf der Agenda. Wobei die Idee, dass Cornwell für Sarek einspringen soll, natürlich von Lorca stammt. Man rechnet schon fast damit, dass ihr Shuttle beim Start explodiert. Aber so weit geht unser Captain glücklicherweise nicht. Ob er sich nun darauf verlassen hat, dass Cornwell bei den Klingonen auf Probleme trifft oder nicht - der Admiral befindet sich nun in den Händen von Dennas (Clare McConnell), die mit Kol (Kenneth Mitchell) unter eine Decke steckt. Somit gehen ein weiteres Mal die diplomatischen Versuche mit den Klingonen in die Hose und Lorca könnte jetzt die Chance erhalten, durch eine weitere Rettungsmission wieder die Gunst von Cornwell zu erlangen. Ob es dazu kommt (dieses Mal wartet Lorca auf einen offiziellen Befehl) oder Cornwell ein baldiger Tod bevorsteht, müssen wir abwarten. Vielleicht geht es auch gänzlich anders aus. Aber vorerst bleibt Lorca dort, wo er ist: Auf dem Stuhl des Captains (oder zumindest davor stehend).

Michael und Sarek
Die zuvor etablierte Verbindung zwischen Sarek und Michael wird diese Woche erneut benutzt. Abgesehen davon, dass die Rollen dieses Mal vertauscht sind und Michael somit auf die Notlage ihres Ziehvaters aufmerksam wird, gibt es wieder mehrere Rückblicke, bei denen wir auch erstmals Amanda Grayson (Mia Kirshner) erblicken können. Einschneidende Erlebnisse für unsere Hauptfigur, wobei uns und ihr erst später der große Twist offenbart wird, weshalb Michael nicht in die vulkanische Expeditionsgruppe aufgenommen wurde.
Thematisch steht somit die Vater/Tochter-Beziehung im Vordergrund und die lässt sich nur als äußerst gelungen bezeichnen. Neben der Entwicklung zur großen Überraschung gibt es auch eine größere Portion Fanservice zu verzeichnen. Wobei es aber ein wenig verwundert, dass Sybok mit keinem Wort erwähnt wird. Zugegeben, er passt als reinrassiger Vulkanier nicht unbedingt ins Thema hinein. Aber wenn es schon um Sareks Kinder geht, hätte sich auch bei ihm eine kurze Erwähnung angeboten.
Die Nennung von Spock und dass diesem der Weg in die Expeditionsgruppe vorbehalten war, lässt für uns und Michael den Schluss zu, welchem seiner (halb-)menschlichen Kinder Sarek den Vorzug gibt. Eine bittere Erfahrung für Michael, die diese Woche ohnehin schon emotional mehr gefordert wird als sonst. Mit Blick darauf, dass Spock sich später für die Sternenflotte entschieden hat, aber auch gleichzeitig enttäuschend für Sarek, der seine Gefühle am Ende sichtlich im Zaum halten muss.
Was das Familiendrama - eingebettet in die Rettungsmission - angeht, kann "Lethe" jedenfalls voll punkten. Das Bild, welches Michael von Sarek als Vaterfigur und Mentor hat, wird spürbar erschüttert und hinterlässt bereits bei Michaels Umgang mit Tilly Spuren. Womit wir auch gleich beim nächsten Thema sind.

Michael und Tilly
Tilly blickt ihrerseits zu Michael auf und hat ein Vorbild gefunden, an dem sie sich orientiert. Die anfänglichen Szenen, in denen die beiden durchs Schiff joggen, verbreitet neben den ernstgemeinten Ratschlägen von Burnham auch wieder ein freundschaftlich-lockeres Bild. Dass die Freundschaft hier in beide Richtungen geht, wird uns zwar nicht sehr direkt vermittelt, aber wenig später beharrt Michael darauf, dass Tilly mit auf die Mission geht - ein klares Zeichen dafür, dass sie ihre Mentorenrolle angenommen hat. Und wie war das noch? Moralische Unterstützung! Etwas, was einem Freunde entgegenbringen.
Tillys Rolle ist folglich nicht zu unterschätzen und bislang passen die ungleichen Figuren doch sehr gut zueinander. Ansonsten sei noch angemerkt, dass die amüsantesten Szenen am Replikator stattfanden. Die Hinweise des Computers zum bestellten Essen waren jedenfalls recht köstlich. Ob die bei den späteren Generationen wohl deshalb wegfallen, weil die Crew langsam aber sicher davon genervt war? "Schon wieder Earl Grey, Captain Picard?" oder "Wollen Sie statt Schokolade nicht lieber eine Banane, Counselor Troi?"

Ash Tyler
Ash integriert sich unverhofft gut in die Besatzung der Discovery. Es dürfte vermutlich nur wenigen entgangen sein, dass es bei ihm die Vermutung gibt, es könnte sich in Wahrheit um Voq (Javid Iqbal) handeln, der nun als Mensch getarnt auf der Discovery spioniert. Gründe zur Spekulation in dieser Richtung gibt es jedenfalls einige. Nicht zuletzt, weil er in der letzten Folge neben L'Rell (Mary Chieffo) - die ich im letzten Artikel leider nicht als solche erkannt habe - nicht zu sehen war. Ob sich diese Theorie bewahrheitet, gilt es aber vorerst noch abzuwarten.
Sollte sich diese Vermutung aber bestätigen, schulden uns die Macher noch eine ganze Menge Erklärungen. Auffällig ist jedenfalls, wie gut Ash sich jetzt bereits mit Michael versteht (hier wären doch starke Konflikte zu erwarten gewesen) und wie wenig (bis gar nicht) er unter den Folgen seiner Gefangenschaft leidet. Aber die Fragen und (Logik-)Löcher würden bei einer solchen Offenbarung doch sehr groß ausfallen. Abgesehen davon, wie er und L'Rell überhaupt an ein Schiff samt Besatzung gekommen sind (letzte Woche), müsste er innerhalb kürzester Zeit menschliche Gewohnheiten, den Werdegang des echten Ash Tyler und zahlreiche andere Faktoren, die einen überzeugenden Spion ausmachen, erlernt haben. Wie man das glaubhaft vermitteln möchte? Keine Ahnung. Wirkt unmöglich. Der Rezensent wäre zwar geneigt, sich überraschen zu lassen, aber würde es eher begrüßen, wenn Ash das bleibt, was er momentan möglicherweise nur vorgibt.
Nächstes Thema für Clive's Crazy Corner? Abstimmung hier.

(die Abstimmung wird noch eine Weile laufen - zum Tippen komme ich vermutlich erst gegen Ende Mai...)

Clive77

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Dienstag, 24. Oktober 2017, 21:49

Sonstige Gedanken
Paul Stamets (Anthony Rapp) kommt diese Woche etwas kurz daher. Noch keine Hinweise dazu, was es mit dem Spiegelbild auf sich hat oder welche Folgen sein Einsatz beim Sporenantrieb hinterlassen hat. Der Antrieb wird diese Woche obendrein wieder benutzt, was die Frage aufwirft, wer sich dieses Mal in die Maschine gewagt hat. Wieder Paul? Erklärt sich dadurch womöglich auch, weshalb er so gut ("Groovy!") aufgelegt ist?
Die vulkanische Splittergruppe weckt mit dem Holzhammer Erinnerungen an andere Extremisten und Fanatiker in unserer Welt. Selbstmordattentäter, Fremdenfeindlichkeit, et cetera. An sich bestimmt nicht verkehrt, eine solche Gruppierung bei den Vulkaniern (und damit innerhalb der Föderation) zu bringen und somit nicht nur die Klingonen in diese Ecke zu schieben. Aber geht das nicht etwas feinfühliger? Es muss nicht immer ein Knall sein, um die Dinge ins Rollen zu bringen…
Sehr wenig gibt es diese Woche von Saru (Doug Jones) zu sehen, was schade ist. Allerdings ist es nach der Beförderung von Michael gut möglich, dass wir demnächst mehr über die restliche Crew auf der Brücke erfahren - so langsam wird es Zeit.

Fazit: Star Trek: Discovery lässt nicht locker und liefert eine weitere gute Folge ab. Burnham und Lorca stehen im Mittelpunkt der beiden Haupthandlungsstränge und wissen zu überzeugen - ähnliches gilt für Cornwell, Tilly und Sarek. Leider kommen andere Besatzungsmitglieder dafür zu kurz und bei Ash will die zügige Integration ins Team nicht ganz schmecken.

8/10
Nächstes Thema für Clive's Crazy Corner? Abstimmung hier.

(die Abstimmung wird noch eine Weile laufen - zum Tippen komme ich vermutlich erst gegen Ende Mai...)

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