Firefly - Ein Review

Clive77

Serial Watcher
Für Diego. :smile:
(diesen Artikel gab es zuvor bereits auf einer anderen Seite - aber er sollte hier nicht fehlen...)

Achso, und Spoiler sind inbegriffen. Wer die Reihe und den Film nicht kennt - bitte mal schnell nachholen, lohnt sich.

Wilder Westen trifft Space Opera
Firefly-Serienschöpfer Joss Whedon ist auch heute noch ein gefragter Mann, durfte er doch die Regie bei den Nachdrehs über DCs Justice League übernehmen und inszenierte und schrieb die Drehbücher zu Marvel‘s The Avengers und Avengers: Age of Ultron. Aber bereits 2002 war er kein Unbekannter mehr und hatte unter anderem mit Buffy und dessen Ableger Angel ein sehr langlebiges Serienformat geschaffen. Ferner wirkte er zuvor am Drehbuch zu Toy Story mit und verfasste das Skript zu Alien: Resurrection. Kein Wunder also, dass Fox damals gerne das nächste Serienprojekt von Whedon im Programm haben wollte.
Die Welt von Firefly ist auch heute noch einzigartig. Angelehnt an den amerikanischen Sezessionskrieg führt uns Whedon in ein fernes Planetensystem mit Raumschiffen und fortschrittlicher Technologie, die vor allem den Bewohnern der inneren Planten - wo die sogenannte Allianz dominiert - zur Verfügung steht und wo auch vor nicht allzu langer Zeit ein großer Bürgerkrieg stattgefunden hat. Auf den äußeren Welten, den Randzonen, scheint die Zeit derweil stillgestanden oder sich gar zurückgedreht zu haben, denn dort herrschen genau die Verhältnisse, die man der Zeit des Wilden Westens zuordnen würde. Auf den ersten Blick mag es da widersprüchlich erscheinen, wenn auf der einen Seite mit Raumschiffen zwischen den Planeten umhergereist wird, Hospitale fortschrittlichste 3D-Scanner besitzen und auch sonst zahlreiche futuristische Gimmicks präsentiert werden, aber auf der anderen Seite vornehmlich Colts, Schrotflinten und andere Gewehre als Waffen eingesetzt werden und der Transport von Kühen oder ein Zugüberfall - ganz zu schweigen von mehreren Shootouts im Wildwest-Style - wesentliche Teile der Handlung einnehmen.
Dennoch fällt es uns leicht, diese Welt zu betreten und den Abenteuern der neun Hauptfiguren zu folgen. Die Probleme, mit denen sich die Crew der Serenity konfrontiert sieht, mögen dabei zwar nicht unbedingt neu erscheinen. Aber das ungewohnte Setting sorgt doch dafür, der Serie eine angenehme Frische zu verleihen und unverbraucht zu wirken. Der Kern des Ganzen beziehungsweise der Faktor, wo die Begeisterung herrührt, liegt nun aber nicht im ungewöhnlichen Setting, sondern an anderer Stelle:

Die Figuren
Wenn eine Serie heutzutage mit einem größeren Ensemble an Hauptfiguren daherkommt, ist das sicher nicht neu. Ähnlich sieht es mit fortlaufenden Handlungen aus, die sich trotz diverser Einzelabenteuer von Episode zu Episode weiterentwickeln und mit jeder Folge mehr über die Hauptfiguren offenbaren. Vor 15 Jahren war dieses Konzept aber keinesfalls gängig, auch wenn es da einige Ausnahmen geben mag. Aber wie auch immer, hier nun ein paar Worte zu den neun Charakteren, die Herz und Seele der Serie sind:
Malcolm 'Mal' Reynolds (Nathan Fillion): Der Captain der Serenity, der damals im Krieg gegen die Allianz kämpfte (und auf der Verliererseite stand), verdient sich seinen Lebensunterhalt durch Schmuggelei und Diebstahl. Er ist listig, schnell mit der Hand bei der Waffe und ein guter Kämpfer. Die eigene Unabhängigkeit (und damit einhergehend auch der Kampf gegen die Allianz) ist neben seiner Loyalität zur Crew seine größte Motivation. Trotz der illegalen Geschäfte hat er das Herz am rechten Fleck und setzt sich oft für diejenigen ein, denen sonst niemand zu Hilfe eilt - auch wenn das wie in "The Train Job" bedeutet, sich mächtige Feinde zu schaffen. Zwischen ihm und Inara (Morena Baccarin) funkt es zuweilen gewaltig, auch wenn es dabei trotz gegenseitiger Zuneigung nie zu einer Liebesbeziehung kommt.
Zoe Alleyne Washburne (Gina Torres): Zoe ist schon seit dem Krieg an der Seite von Mal und mit Wash (Alan Tudyk) verheiratet. Auch sie verfügt über gute kämpferische Fähigkeiten und bewahrt selbst in Extremsituationen die Ruhe. Größere Geheimnisse bringt sie nicht mit, aber als Mals rechte Hand und stellvertretende Anführerin ist sie stets aktiv am Geschehen beteiligt. Episoden, bei denen sie stärker im Vordergrund steht, sind "War Stories" und "The Message".
Hoban 'Wash' Washburne: Wash ist der Pilot der Serenity und mit Zoe verheiratet. Ausgenommen von "War Stories" fällt er hauptsächlich durch seine Flugkünste und amüsanten Bemerkungen auf, ist sonst aber eher unscheinbar vertreten. Wäre die Serie nicht so schnell abgesetzt worden, hätte es sicher noch den einen oder anderen Einblick in seine Vergangenheit gegeben, auch wenn dort ebenfalls keine großen Geheimnisse lauern sollten beziehungsweise angedeutet wurden.
Inara Serra: Als registriertes Escort-Mädchen bietet Inara ihre Dienste den höhergestellten Mitgliedern der Gesellschaft an, wobei sie ihre Kundschaft selbst auswählt. Sie hat eines der Shuttles der Serenity dauerhaft gemietet und nutzt dies oft, um ihre Kunden aufzusuchen, während der Rest der Crew mit anderen Dingen beschäftigt ist. Ihre Zuneigung zu Mal verheimlicht sie (soweit es geht), zumal dieser nichts von ihrer Profession hält, was nicht selten zum Streit führt.
Jayne Cobb (Adam Baldwin): Jayne ist ein Söldner und angetrieben von der Aussicht auf fette Beute. Dafür würde er vermutlich alles und jeden bei einer passenden Belohnung verraten, was in "Ariel" sogar passiert. Seine Aufnahme in die Crew erfolgte ebenfalls durch Verrat, da Mal ihm ein besseres Angebot machte. Jayne ist nicht der Hellste und sorgt oft unfreiwillig für Humor. Aus seiner üblichen Rolle darf er in der Folge "Jaynestown" etwas hervorragen, bei der er verstärkt im Mittelpunkt steht.
Kaywinnet Lee 'Kaylee' Frye (Jewel Staite): Kaylee ist die Schiffsmechanikerin, die dafür sorgen muss, dass die Serenity nicht plötzlich auseinanderfällt - was ihr oft problemlos und ganz intuitiv gelingt, denn dafür ausgebildet wurde sie nicht. Sie hat ein aufrichtiges und ehrliches Wesen, sprüht vor Lebensfreude und zwischen ihr und Dr. Simon Tam (Sean Maher) wird im Staffelverlauf eine kommende Romanze angedeutet.
Dr. Simon Tam: Simon ist ein hochbegabter Arzt und kommt aus einer reichen, angesehenen Familie. Nachdem seine Schwester River (Summer Glau) ihm verschlüsselte Nachrichten aus der Akademie der Allianz zukommen ließ, befreite er sie aus den Fängen der Leute, die an ihr herumexperimentierten. Seitdem sind beide auf der Flucht und stehen auf der Fahndungsliste der Allianz. Im Serienpiloten "Serenity" finden sie Zuflucht auf der Serenity, wo seine Fähigkeiten als Arzt sehr willkommen sind. Auf Kaylee scheint er auch ein Auge geworfen zu haben, allerdings konzentriert er sich meistens darauf, seine Schwester zu schützen und ihre Eigenartigkeiten vor der Crew zu verteidigen - was nur wenig Raum für sein Privatleben lässt.
River Tam: River wurde von ihrem Bruder Simon an Bord der Serenity geschmuggelt. Sie ist hochintelligent, mitfühlend und verfügt über außergewöhnliche mentale und körperliche Fähigkeiten. Als Opfer ausgedehnter mentaler Tests und chirurgischer Eingriffe am Gehirn reagiert sie aber oft paranoid und wird mitunter auch gewalttätig, was ihr große Skepsis seitens der Crew einbringt. Vor allem Jayne, den sie in einer der ersten Episoden aus heiterem Himmel angreift und verletzt, plädiert oft dafür, sich von River (und ihrem Bruder) wieder zu trennen - oder noch besser: Die Belohnung für die beiden zu kassieren. River stellt das größte Geheimnis der Serie dar.
Shepherd Derrial Book (Ron Glass): Ein Geistlicher, der anfangs aus Missionszwecken an Bord der Serenity kommt, davon aber nie wirklich Gebrauch macht beziehungsweise zumindest bei der Crew keine großen Erfolge verbuchen kann - vor allem nicht bei Mal. Er steht den anderen oft mit Rat und Tat zur Seite, schleppt aber noch ein größeres Geheimnis mit sich herum. Denn in "Safe" wird er schwer verletzt und anschließend von der Allianz versorgt, nachdem er seine Identitycard vorzeigt. Scheinbar war er in seiner Vergangenheit mal ein hohes Tier bei der Allianz und hat diesen Status noch heute. Details dazu gibt es (zumindest in der Serie und im Film) aber leider nicht.
Erwähnenswerte Nebenfiguren in wiederkehrenden Rollen sind ferner Badger (Mark Sheppard), ein Mittelsmann für Schmuggeleien auf dem Planeten Persephone, Adelai Niska (Michael Fairman), ein skrupelloser Gangsterboss, der bei Fehlschlägen seine Opfer gerne zu Tode foltert sowie Saffron (Christina Hendricks), die die Opfer ihrer Betrügereien vorzugsweise verführt und heiratet, bevor sie sie ausnimmt.

Die Geschichten
Es gibt eine sehr abwechslungsreiche Bandbreite an Abenteuern, die unsere Hauptfiguren im Verlauf der ersten Staffel bestehen müssen. Einige davon exklusiv im Weltraum, andere auf den äußeren Planeten, wo sich verstärkt die Western-Szenarios ergeben, die auch schon einmal an Filme wie „Die glorreichen Sieben“ erinnern. Oft verschwimmen die Grenzen aber, was bereits im Piloten der Fall ist, wo unsere Crew zunächst im Weltraum illegalerweise ein Schiffswrack plündert, vor der Allianz flieht und anschließend versucht, die Beute auf einem der Planeten zu verkaufen. Zuletzt findet gar auf einem anderen Planeten ein Shootout statt.
 

Clive77

Serial Watcher
Den Möglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt, wobei aber darauf geachtet wird, die Welt von Firefly konsistent zu behandeln und auf bereits bekannte Faktoren aufzubauen. In Folge dessen lernen wir beispielsweise im Staffelverlauf sehr viel über die Allianz, die sich im Grunde genommen als eine gute Macht betrachten lässt, sorgt sie doch für Recht und Ordnung. Ihre Methoden hingegen zeigen uns immer wieder, dass die Allianz auch dunkle Seiten hat. Vor allem bei der Jagd auf River wird das deutlich - da werden auch schonmal die eigenen Leute geopfert. Erinnert manchmal ein bisschen an das Imperium aus Star Wars, aber ganz so leicht lässt sich die Allianz dann auch wieder nicht erfassen.
Ähnlich ist das übrigens auch bei unseren Figuren aus, die zwar die „Guten“ verkörpern sollen, aber eben auch Ecken und Kanten haben. Am besten lässt sich das noch bei Mal ausmachen, dessen Entscheidungen den Zuschauer nicht selten mit der Stirn runzeln lassen. Beispielsweise, wenn er die Tams auf einem Planeten zurücklässt, nachdem sie entführt wurden. Aber am Ende findet er doch immer auf den rechten Pfad zurück und lässt die Zweifel, die man als Zuschauer kurzzeitig an ihm hatte, unbegründet erscheinen. Die Serie spielt da - nicht nur durch Mal - sehr viel mit uns und lässt die Grenzen zwischen Gut und Böse mehrfach verschwimmen. Das ist einfach toll.
Ein wesentlicher Gegner außerhalb der Rangeleien zwischen der Crew der Serenity und der Allianz wird durch die Reaver verkörpert, die eine Gefahr für alle darstellen. Über die Ursprünge erfahren wir erst im Film mehr, der hier eine ganze Palette an Antworten bietet. In der Serie machen sie den Weltraum bei den äußeren Planeten des Systems unsicher, überfallen Schiffe, um die Crew zu vergewaltigen, zu Tode zu foltern und zu verköstigen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge). Sie sind die Monster, die jeder fürchtet, auch wenn die Allianz ihre Existenz gerne dementiert (warum erfahren wir im Film).

Besondere Merkmale
Wenn es um Science-Fiction geht, spielen die Spezialeffekte immer eine nicht unbedeutende Rolle. Die Serie hatte nun kein besonders großes Budget, aber was die Szenen im Weltraum angeht (die übrigens immer von Stille geprägt sind - wie es sein sollte, denn im Weltraum kann der Schall nicht übertragen werden), können die sich auch heute noch gut sehen lassen - es gab 2003 sogar einen Emmy für die Spezialeffekte. Die Oberflächen der Planeten sehen sich allerdings alle recht ähnlich, was den Eindruck, hier auf verschiedenen Welten unterwegs zu sein, doch recht stark dämpft. Erklären ließe sich das zwar durch das Terraforming, welches überhaupt erst die Umgebung für Menschen lebensfreundlich gestaltete, aber der Hauptgrund für die mitunter doch eintönigen Szenerien dürfte auf fehlende geldliche Mittel zurückgehen. Beeindruckend sind hingegen wieder die Soundkulisse und die Musikwahl, wobei das Intro natürlich besonders hervorsticht.
Wenn es um besondere Merkmale geht, muss natürlich auch die Sprache erwähnt werden. Hier gibt es gleich mehrere Besonderheiten zu verzeichnen. So werden die Meldungen der Schiffscomputer stets auf Chinesisch wiederholt und auch die Figuren geben nicht selten ein paar Sätze auf Chinesisch von sich (oft dann, wenn sie fluchen). Ganz offensichtlich ist die Welt von Firefly zweisprachig angelegt - englisch und chinesisch - was mit Blick auf die Anzahl der Menschen, die heutzutage diese Sprachen sprechen, durchaus stimmig erscheint.
Weitere sprachliche Merkmale sind bestimmte Ausdrücke, die in der Serie vermehrt auftauchen. So wird „shiny“ als ein positives Wort gebraucht, welches ausdrückt, dass alles in bester Ordnung ist oder „gorram“ anstelle von „goddamn“ benutzt. Es lässt sich sogar ein ganzes Wörterbuch mit sprachlichen Besonderheiten der Serie im Internet finden. So viel Kreativität muss man auch erstmal aufbringen, was wiederum zeigt, wieviel Arbeit die Macher in die Serie investiert haben.

Absetzung
Wenn es um die Frage geht, weshalb die Serie bereits nach der ersten Staffel wieder abgesetzt wurde, dann lautet die nüchterne Antwort, dass es zu wenig Zuschauer gab. Fox nahm die Serie sogar aus dem Programm, bevor die erste Staffel vollständig ausgestrahlt wurde - und das passiert halt nur dann, wenn das Publikum ausbleibt. Aber weshalb konnte Firefly sein Publikum nicht finden, wenn die Serie doch ziemlich großartig war und auch heute noch sehr beliebt bei zahlreichen Fans ist?
Dazu müssen wir einen Blick auf die Ausstrahlungspolitik des Senders werfen. Fox war schon zu Beginn mit dem Serienpiloten von Whedon nicht zufrieden und hatte sich unter anderem etwas anderes, gängigeres unter der Serie vorgestellt. Es gab also bereits im Vorfeld schon sehr viel Stress zwischen Sender und Serienschöpfer, was verschiedene Konsequenzen für die Ausstrahlung hatte und beinahe dazu geführt hätte, dass der Sender wieder abspringt.
So weit ist es bekanntlich nicht gekommen, aber die Voraussetzungen für ein großes Zuschauerinteresse wurden von Beginn an vom Sender erschwert. So wurde als Sendeplatz der Freitagabend auserkoren, der (besonders bei Fox) als Serienfriedhof bekannt ist - denn die Zielgruppe hat da meist anderes vor, als Serien zu schauen. Die blödeste Entscheidung war aber wohl, nicht mit dem 90minütigen Piloten zu starten, der die Charaktere vorstellt, sondern stattdessen mit der zweiten Episode zu beginnen. Und da hörte der Unsinn noch nicht auf. Fox hielt sich nicht an die vorgesehene Reihenfolge und wirbelte die Episoden gehörig durcheinander. Was Figurenentwicklung und Entfaltung der Welt angeht, werden da nicht wenige Zuschauer Probleme gehabt haben, dem Verlauf zu folgen. Obendrein gaben die Promos zur Serie ein falsches Bild wieder, was ein weiterer Faktor dafür gewesen sein wird, dass die Zuschauerzahlen sehr verhalten blieben.
Nichtsdestotrotz konnte die Serie aber eine treue Fanbase entwickeln, die durch zahlreiche Aktionen versuchte, die Absetzung zu verhindern. Zwar waren diese Versuche nicht von Erfolg gekrönt, aber durch die guten Verkaufszahlen der DVDs war es Whedon schließlich möglich, mit Universal einen Interessenten für einen abschließenden Film zu finden.

Serenity - Der Film
Seit der Absetzung der Serie blieben Versuche, die Reihe bei einem anderen Sender unterzubringen, erfolglos. Das Ende der Serie war somit besiegelt und Joss Whedon konzentrierte sich stattdessen darauf, einen Film als Fortsetzung an den Mann zu bringen. Dabei schwebte ihm ein TV-Film mit kleinem Budget vor, aber die Universal Studios steckten dann doch wesentlich mehr Kohle (39 Millionen US-Dollar) hinein und brachten „Serenity - Flucht in neue Welten“ 2005 sogar ins Kino.
Es gab positive Kritiken, einen Hugo Award for Best Dramatic Presentation, den Prometheus Special Award und den Nebula Award for Best Script. Das SFX Magazin bezeichnete Serenity im Jahr 2007 nach einer Umfrage mit 3000 Teilnehmern gar als besten Science-Fiction Film aller Zeiten - vor Star Wars und Blade Runner. Weniger beachtlich war allerdings das Einspielergebnis, denn der Kinofilm floppte an den Kassen und holte gerade mal sein Budget wieder rein. Erst die DVD-Verkäufe sorgten hier für einen Einzug in die Gewinnzone.
Inhaltlich ist seit der letzten Serienfolge einige Zeit vergangen und nicht alle neun Hauptfiguren sind an Bord der Serenity zugegen, wenngleich sie alle im Film vorkommen. In erster Linie geht es um die Story von River, welche jetzt durch einen Top-Agenten der Allianz (gespielt von Chiwetel Ejiofor) gejagt wird. Die anderen Figuren kommen zwar nicht zu kurz (jedenfalls die meisten) und dürfen durch die üblichen charakterlichen Eigenschaften glänzen, aber die Bühne gehört doch recht eindeutig Simons kleiner Schwester.
Angemerkt werden sollte, dass der Film inhaltlich auch funktioniert, ohne dass man die Serie vorher unbedingt gesehen haben muss. Die ersten Minuten zeigen da alles Notwendige, um der Handlung folgen zu können, wenngleich es natürlich schöner ist, die Figuren bereits zu kennen und gespannt zu verfolgen, wie der Film die größere Geschichte beendet.
Als Serienkenner kann man sich glücklich schätzen, dass es überhaupt diesen Film gibt. Besser wäre es natürlich gewesen, hätte Joss Whedon seine Geschichte um die Crew in den anvisierten sieben Staffeln (die er geplant hatte) zu Ende erzählen können. Da hätte es dann sicher auch mehr zu den einzelnen Figuren gegeben, als es mit diesem einen Film möglich war. Aber was soll man sich beschweren, wenn wir unser „Big Damn Movie“ bekommen haben?
Wer übrigens noch nicht genug hat und mehr möchte, sollte nach den Comics Ausschau halten, die seit 2005 bei Dark Horse Comics erschienen sind. Dort werden auch ein paar Lücken zwischen Serie und Film geschlossen und es gibt mehr zu den Figuren. Allerdings kamen die Comics eher gemischt an - Serien- oder Filmform würde vermutlich auch jeder vorziehen.

Abschließende Worte
Wer Firefly noch nicht kennt, dem seien die Serie und auch der Film wärmstens empfohlen. Dazu muss man sich übrigens nicht unbedingt die DVD- oder BluRay-Box zulegen, denn sowohl Amazon Prime wie auch Netflix Abonnenten können sich die Reihe kostenlos ansehen. Bei Amazon findet man auch den Film (O-Ton und deutsch).
Ich persönlich habe mir die Reihe samt Film noch einmal angesehen, bevor ich diesen Artikel verfasst habe und es hat - wie immer - sehr viel Spaß gemacht. Wertung? Mindestens so volle Punktzahl. Shiny!
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Diego de la Vega

Not Yet Rated
Ich hab jetzt eine extra für mich bei BG hochgeladenen Review, zu einer tollen Serie mit nachfolgendem Super Film.
Das kann nicht jeder von sich behaupten. :thumbsup:
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Hast dus gut :biggrin:

Schöne Arbeit, Clive. Ich halts für passend, dass es keine weitere Staffel gab. Vielleicht wärs nochmal so gut geworden, aber eventuell auch nicht. Dadurch hat Firefly jetzt den seltenen Ruhm, nicht wie andere Serien im Sand verlaufen zu sein.
 

Clive77

Serial Watcher
Diego de la Vega schrieb:
Ich hab jetzt eine extra für mich bei BG hochgeladenen Review, zu einer tollen Serie mit nachfolgendem Super Film.
Das kann nicht jeder von sich behaupten. :thumbsup:
¡Con mucho gusto! :smile:

Jay schrieb:
Schöne Arbeit, Clive. Ich halts für passend, dass es keine weitere Staffel gab. Vielleicht wärs nochmal so gut geworden, aber eventuell auch nicht. Dadurch hat Firefly jetzt den seltenen Ruhm, nicht wie andere Serien im Sand verlaufen zu sein.
Thanks.
Aber nein, da hätte es gerne mehr geben dürfen. Der Abschlussfilm war toll, aber neben River gab es eben noch andere Charaktere, von denen man gerne mehr Hintergründe erfahren hätte. Shepherd Derrial Book ist das beste Beispiel, denn da wurde sehr viel angeteasert. Somit ist das Ende, inklusive des Films, nicht so ganz vollständig und das ist schon schade. Die Comics habe ich leider nie gelesen, aber einige davon drehen sich gerade um die Figur.
 

Lunas

Well-Known Member
Vielen Dank Clive für deine Tolle Zusammenfassung!!!

Zu meiner Schande muss ich eingestehen das ich damals, den Film im Kino vor der Serie sah und mir erst später bewusst wurde das es so eine geniale mit viel Liebe erschaffene Serie gibt.
Man spürt auch mit wie viel Herz Blut die Darsteller ihre Charaktere zum Leben erwecken!! :love:


Sollte es wirklich noch jemanden geben der SciFi Fan ist und diese Serie samt Film nicht gesehen hat, bitte bitte Nachholen!!


Würde es plötzlich heißen das die Serie weiter geht wüsste ich ehrlich gesagt nicht ob ich das gut oder schlecht finden würde. So sehr habe ich mich mit dem Ende der ganzen Sache abgefunden....
 

Presko

Don Quijote des Forums
Lunas schrieb:
Zu meiner Schande muss ich eingestehen das ich damals, den Film im Kino vor der Serie sah und mir erst später bewusst wurde das es so eine geniale mit viel Liebe erschaffene Serie gibt.

War bei mir genau so :thumbup:
 

Andi83

Well-Known Member
Jetzt auch mal wieder geschaut und gerade den Film anschauen. Ich hatte den tatsächlich auch mit Freunden im Kino geschaut ohne zu wissen, dass es eine Serie gibt.
 
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