Die Kino-Neustarts ab 13.08.20

13. August 2020, Manuel Föhl

Ein bunter Mix läuft diese Woche in die Kinos an und sollte für fast jeden etwas zu bieten haben. Horror wie aus den 80er Jahren, ein italienisches Mafia-Epos, ein anspruchsvoller britisch-amerikanischer Film und eine gelungene deutsche Coming-of-Age/Coming Out-Geschichte in einem sommerlichen Berlin.

THE WITCH NEXT DOOR (USA 2019, R: Brett Pierce, Drew T. Pierce)

Eine Hexe zur Nachbarin zu haben, mag vielleicht nicht jedermanns Wunsch zu sein. Doch nicht immer kann man sich eben seine Nachbarn heraussuchen. So auch nicht der junge Ben, der nach der Trennung seiner Eltern, bei seinem Vater unterkommt und nach und nach feststellen muss, dass in der Nachbarschaft etwas nicht stimmt.

Die Brüder Pierce waren bisher mehr für kleine Horror-Komödien bekannt – wenn man da überhaupt von ‚bekannt‘ sprechen kann – sollen aber mit diesem Film eine gelungene Hommage an das Horrorkino der 80er Jahre und Alfred Hitchcocks REAR WINDOW (Das Fenster zum Hof, 1954) abgeliefert haben. Das klingt verheißungsvoll und wird vielleicht zeitnah auch noch in einer BG-Kritik genauer untersucht.

IL TRADITORE – ALS KRONZEUGE GEGEN DIE COSA NOSTRA (ITA/F/D/BRA 2019, R: Marco Bellocchio)

Nach einer wahren Begebenheit floh der Mafiaboss Tommaso Buscetta von Sizilien nach Brasilien, um einer Strafverfolgung zu entgehen, zog aber weiterhin aus Südamerika die Strippen seiner Geschäfte. Doch er wird von der brasilianischen Polizei geschnappt und ausgeliefert. Er beginnt zu ‚zwitschern‘ und eröffnet der Welt einen Blick in die Mechanismen der Mafia und ermöglicht die Maxiprozesse der 1980erJahre, die zu zahlreichen Verurteilungen in den USA und Italien führte.

WEGE DES LEBENS – THE ROADS NOT TAKEN (GB/USA 2020, R: Sally Potter)

Mit u.a. Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek und Laura Linney stark besetzt, erzählt Sally Potter in ihrem neuen Film von einem demenzkranken Mann, der immer wieder gedanklich in die Vergangenheit zurückfällt, bevor er sie ganz vergisst.

Der Trailer sieht gut aus und beschäftigt sich mit den Fragen, wie das Leben wohl verlaufen wäre hätte man sich anders entschieden.

KOKON (D 2020, R: Leonie Krippendorff)

Einen heissen Sommer in Berlin gibt es auch in diesem Jahr, aber für Nora (Lena Urzendowsky) ist er noch besonderer, da sie langsam erwachsen wird und sich selbst immer weniger in dieser Welt zurechtfindet. Sie sucht in fiebrigen Bildern ihren Platz um endlich aus dem titelgebenden Kokon herausbrechen zu können.

Ja es ist mal wieder der Handlungsort Berlin, aber ansonsten eine sehr sympathische Coming of Age/Coming-Out-Geschichte mit vielschichtigen Figuren, die es sich lohnt mal anzusehen.

Werdet ihr euch was diese Woche im Kino anschauen? Erzählt es uns im Forum.

© Salzgeber

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