Gestern gesichtet und ich war ehrlich gesagt mittendrin gar nicht mal so begeistert. Irgendwie konnte ich das gesehene stellenweise nicht richtig einordnen, vieles lief auch gegen meinen Erwartungen.
ABER
Heute, einen Tag danach, gibt einem der Film aber irgendwie viel mehr mit, als bei der Erstsichtung. Man bemerkt im nachhinein enorm viel dezente Einschübe von interessanten Themen. Da wären Traditionalismus, toxische Männlichkeit, Fremdenhass, der Umgang mit Krankheit und Sterbehilfe und natürlich vieles wie die menschliche Natur mit Ausnahmezuständen umgeht. Das fängt ja schon bei dem ungemein intensiven Gedicht "Boots" an, vorgetragen von Taylor Holmes an.
Danny Boyle und Alex Garland machen es dem Mainstream Publikum hier niciht einfach, das muss man zugeben, aber das macht das ganze auch hochinteressant. Anfangs ist man verwirrt ob der div. ungewöhnlichen Kamereinspielungen, den ungewohnten "Bullet Time Effect", und div. bewusst künstlichen Szenen, die irgendwie poetisch, aber gleichzeitig entrückt und unwirklich rüberkommen.
Dazu noch die Unterlaufung der "Zombie" Sehgewohnheiten, und die bewusste Entschleunigung gen Ende, bevor es sogar ein wenig Gaga wird.
Da sitzt man zuerst schon etwas vor dem Kopf gestoßen da und hat so etwas eben nicht erwartet.
ABER
Einen Tag später, wenn man sich auf das ganze einlässt, wirkt es eben umso besser. Und so geht es mir gerade. Ich bin gespannt, wie die Reise weiter geht und weiß jetzt, dass die Macher einem auf jeden Fall überraschen können. Das ist doch bei so einer Reihe schon etwas besonderes, bei der man, trotz relativ hohen Budget für einen Horror Film (75 Mio$) doch SO krass gegen die Durchschnittszusehergewohnheiten gewerkt hat.
Sehenswert, aber ich verstehe, wenn der Film polarisiert und mal sehen, wie sich das an den Kinokassen auswirkt.
Bin gespannt, wie der Film 28 Tage später wirkt. Bzw. 28 Monate...oder 28 Jahre..