A Star is Born (Remake) ~ Bradley Cooper, Lady Gaga [Kritik]

M

McFlamel

Guest
BG Kritik: A Star is Born (Joel)

Schon seit längeren gab es das Gerücht, dass Bradley Cooper auch als Regisseur tätig werden möchte. Nun steckt der Schauspieler laut Deadline mit Warner Bros in Verhandlung um den Regieposten und um die Hauptrolle in dem Film "A Star is Born"

Damit würde Cooper den Klassiker von 1937 neu verfilmen, welcher bereits 2 Remakes (1945 und 1976) mit sich trägt.
Für die Hauptrolle habe Cooper die Schauspielerin/ Sängerin Beyonce Knowles im Blick.

In "A Star is Born" geht es um eine aufstrebende Schauspielerin, die es mit Hilfe eines abgehalfterten früheren Stars in die erste Liga von Hollywood schafft.

q:

Habt ihr das Original gesehen? Findet ihr es ist zu früh für ein weiteres Remake?
 

Diego de la Vega

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Teammitglied
Ah, eine sehr interessante News. :biggrin:

Nein, finde ich gut. Und ich keine keine der früheren Versionen der Geschichte. Cooper und Regie? Gab schon andere Leute, die sich in dem Fach gut angestellt haben, wo man das nicht unbedingt erwartet hätte. Versuch macht klug.

Nur die Knowles kann nichts. :thumbdown:
 

Diego de la Vega

Not Yet Rated
Teammitglied
NEWS
Im Dreh. Daher gibt es ein erstes Bild von Regisseur und Darsteller Cooper, sowie Stefani Germanotta, besser bekannt als Lady Gaga.

Gaga war ja in Horror Story: Hotel wirklich gut. Mal sehen ob sich das fortsetzt.
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
Teammitglied
Oh, hatten wir gar keine Trailer dafür? A Star Is Born startet diese Woche. Ist übrigens ein Remake eines 30er FIlms namens Ein Stern geht auf, der in den 50ern schon mal mit Judy Garland als Ein neuer Stern geht auf und in den 70ern mit Kris Kristofferson als A Star is Born neuverfilmt wurde.

Trailer

Trailer dt

Musikvideo Shallow

Gaga hat für ihre Darstellung ne Menge Kritikerlob eingeheimst und der Film steht bei Metacritic bei 87/100.

Bei den Oscars wird der garantiert nominiert werden, zumindest für Best Song. Womöglich aber auch Beste Darstellerin, Beste Regie und Bester Film.
 

delta

Ghost in the Wire
Bin gestern zufaellig auf den Trailer gestossen - sieht auf jeden Fall interessant aus. Bin gespannt, ob er die Erwartungen erfuellen kann.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Hab keine der bisherigen Verfilmungen gesehen, deswegen kann ich dazu keine Vergleiche anstellen, was aber glaube ich auch nicht nötig ist, denn im Grunde ist die Geschichte hier relativ simpel und erzählt sich simpel von selbst. Was auch nicht weiter schlimm ist, im Gegenteil. Die Kameraarbeit von Matthew Libatique bleibt immer nah an den Figuren und arbeitet mit Farben, so dass man mittendrin auf der einen Seite den Aufstieg des Mauerblümchen zum Megastar erlebt und auf der anderen Seite, wie sich zwei Menschen verlieben. Das könnte beides ausführlicher passieren, doch ist gleichzeitig wunderbar sympathisch und kurzweilig.
Es hakt schließlich mehr im letzten Drittel, wo Bradley Coopers Figur zum einen sehr für die Dramaturgie instrumentalisiert wird ohne dies irgendwie feinfühlig umzusetzen und leider fehlt dann Bradley Cooper schließlich der letzte Schlif und die Kraft als Regisseur. Er und seine Darsteller finden noch starke Momente, aber am Ende kratzt man da nur an der Oberfläche.
Vielleicht hat man den Song "Shallow" im Film auch zu früh rausgehauen. :wink:

Für Song sollte da bei den Oscars auf jedenfall was herausspringen....Darsteller möglich...für Matthew Libatique wird es denke ich nicht reichen. Dafür ist seine Kamerarbeit womöglich zu unauffällig in manchen Augen. Lustigerweise hat er den auch diese Woche erscheinenden VENOM ebenfalls fotografiert. :biggrin:

Btw. Mindestens ein weiterer ALIAS-Darsteller, neben Bradley Cooper, ist im Film zu finden. :wink:
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
Teammitglied
TheRealNeo schrieb:
Vielleicht hat man den Song "Shallow" im Film auch zu früh rausgehauen.
Das könnte sein. Vielleicht hätte das der letzte Song sein müssen?

A Coop is Born sollte ja Bradley Coopers großes Spotlight als Darsteller und Regisseur und Autor werden und auf dem Papier gibt es die Rolle auch her. Der leicht alternde, stoffsüchtige Künstler mit schwieriger Familiengeschichte, der sich in eine äußerst begabte Aufsteigerin verliebt und sie und sich selbst dabei zu verlieren droht. Allerdings stiehlt ihm Gaga jedes Mal die Show, was ironischerweise primär dadurch gelingt, dass sie ihr immenses Gesangstalent mit einer für sie ausgesprochen ungewöhnlich wirkenden Natürlichkeit verbindet. Amüsant ist ebenfalls, dass sie im Film einen Grammy gewinnt... während sie im echten Leben schon 6 davon im Schrank stehen hat. Dennoch ist der Film nicht ihr 8 Mile, denn das, wofür Gaga bekannt ist, extreme Kostümierungen und laute Attitüde , hat ihre Figur nicht. Das wurde ihr wirklich nicht auf den Leib geschrieben und ist damit auch nicht Lady Gaga: The Movie. Und sie macht ihre Sache als Darstellerin für dieses Projekt wirklich gut, weit besser als z.B. Christina Aguilera in Burlesque. Coop selbst ist in allem was er macht solide, hinter der Kamera, vor der Kamera und vor dem Mikro.

Erfreulich ist auch, dass der Film entgegen meiner Befürchtungen doch keine wirkliche Country-Romanze ist. Stattdessen ist Coopers Charakter musikalisch eher bei Bruce Springsteen unterwegs, während Gaga später zu Pop schwingt. Insgesamt ist es eine schöne, wenn auch vorhersehbare Handlung, die daraus aber auch keinen Hehl macht. Mit 135 Minuten gefühlt ungefähr 15 Minuten zu lang, aber wenn man die Trailer mochte dürfte man insgesamt angetan sein.

Außerdem ists nett, dass die zwei eine Liebeshymne für den Haifilm The Shallows mit Blake Lively singen.

7/10
 

Diego de la Vega

Not Yet Rated
Teammitglied
Cooper spielt besser als Gaga (die wie nach Horror Story zu erwarten auch stark spielt) und dazu hatte A Star Is Born tolle Momente, grandiose Chemie der Hauptdarsteller, erfrischend realistisches „frisch machen“ und gute Musik. Dazu paar Gänsehaut-Szenen und ordentlich Drinks in denen der gepflegte Alkoholiker von Welt selbstverständlich trotzdem noch Eis hat. Die Oscars werden es lieben, ich mochte es ziemlich dolle bis sehr.
7,5/10
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Gesehen und für ziemlich gut befunden. Die erste Hälfte ist sogar sehr (sehr) gut, aber sobald sich die Dynamik dieser beiden verbundenen Karrieren so richtig verändert wird der Film irgendwie gröber, ein wenig oberflächlicher, weniger nuanciert. Aber wirklich schlecht ist das nicht. Es ist einfach auch verdammt viel Plot für einen ohnehin schon sehr langen Film. Ich bin mit zwei vorherigen "A Star is Born" Versionen vertraut, u.a. der klar schwächeren Kris Kristofferson/Barbara Streisand Version, an welcher dieser Film sich besonders stark orientiert. Von daher ist das Ende für mich dann nicht besonders überraschend, aber der Weg dorthin, wie der Film das Unvermeidliche kommuniziert, konnte ich genauer verfolgen. Und die paar Detailveränderungen, ganz zentral die Familiengeschichte von Coopers Figur und dabei insbesondere Sam Elliots Figur, machen diese Wandlung, wenn auch radikal und irgendwo extrem, dennoch sehr stark und sehr glaubwürdig.

Der größte Schwachpunkt liegt für mich eher darin, dass der Film ein wenig schwammig darin ist, wie er Gagas spätere Karriere bewertet. Wie Coopers Figur das findet ist recht klar, aber manchmal ist der Film auf seiner Seite, manchmal nicht. Es fehlt für mich eine klare Szene, in der Gaga, die ja bis dahin durchaus in der Lage war, ihre Meinung zu sagen, ihr eigenes neues Selbstverständnis bezüglich ihrer Karriere, ihrer Musik und ihres Images mitteilt.
Ansonsten mehr als positiv überrascht von Bradley Cooper, der die unweigerlich kommenden vier Oscar Nominierungen nur für ihn persönlich größtenteils verdient hat. Und Lady Gaga ist wirklich großartig, der erste große Bühnenmoment von beiden ein großes Highlight dieses Jahr.

Nun auch mit offizieller Kritik:
BG Kritik: A Star is Born (Joel)
 

Presko

Active Member
Sehr gute Kritik. Kann ich vieles unterschreiben. Auch die Punktevergabe würde ich voll unterschreiben. Ich hatte erst gar keine Lust auf den Film, war dann aber doch sehr gerührt. Die Geschichte ist sehr konventionell, das Ende fand ich etwas mäh. Aber schauspielerisch top und einige tolle Songs. Bezüglich Popzirkus weiss ich gar nicht recht, welche Position der Film wirklich einnimmt. Vielleicht ist aber auch genau diese Ambivalenz eine Stärke.
Wer hat eigentlich die anderen Verfilmungen gesehen und was sind die Unterschiede?
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Presko schrieb:
Bezüglich Popzirkus weiss ich gar nicht recht, welche Position der Film wirklich einnimmt. Vielleicht ist aber auch genau diese Ambivalenz eine Stärke.
Ich würde das eher als Schwäche sehen. Zumindest hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Für mich war klar, dass Jackson die spätere Karriere von Ally nicht gutheißt, dass er glaubt, sie verkaufe sich und verliere ihre Echtheit. Mir fehlt da entweder eine klare Kommunikation seitens Ally oder ein Inszenierungskniff des Films, um die andere Seite zu durchleuchten. Es scheint, dass Ally mit diesem neuen, poppigen, teils offensichtlich Gaga-inspirierten Pop gut klarkommt, aber ob sie bewusst ein wenig "Echtheit" geopfert hat, ob sie es noch immer als "100 % Ally" sieht oder ob sie vom (definitiv negativ gezeichneten) Produzenten übers Ohr gehauen und verfremdet wird, hätte gerne noch einen kurzen Moment bekommen können.

Presko schrieb:
Wer hat eigentlich die anderen Verfilmungen gesehen und was sind die Unterschiede?
Habs in der Kritik ja schon leicht angedeutet. (Beinhaltet natürlich Spoiler für alle, die keine ASiB Version kennen.) Ich kenne die Judy Garland Version (1954) und Kristofferson/Streisand (76).
Der Garland Film spielt noch in Hollywood und Esther Blodgett wird Musicalstar, spielt in der vielleicht besten Szene des Films eine Musicalrolle, die ihrem eigenen Lebensweg recht ähnlich ist und durch die Verfremdungseffekte des Kinos und des Musicals lebendig wird. Da steckt auch gerade am Anfang unübersehbar Hollywood/Showbiz Kritik drin, obwohl der Film aus Produktionssicht Hollywood pur ist. Esther wird mit Makeup verändert, man schlägt ihr eine OP vor, sie bekommt einen neuen Namen und quält sich am Anfang durch unwürdige Kleinstrollen, u.a. in Werbespots. Und sie gewinnt den Oscar, nicht den Grammy; dort bei den Academy Awards wird sie von ihrem betrunkenen Mann blamiert.
Der 76er Film ist nahezu deckungsgleich mit Coopers Films. Nur
der Selbstmord am Ende ist anders. Er ist in keinem Film gleich in seiner Durchführung, aber ich finde von der Stimmung und der Inszenierung sind sich 54 und 2018 ähnlicher.
Es gibt eine längere Sequenz im Ödland, auf einer neu errichteten Ranch. Mir kam es so vor, als spiele Coopers Film mit der Erinnerung an diese Sequenz, als es um das alte Familienhaus geht.
Coopers Film fügt Allys Job als Kellnerin/Küchengehilfe hinzu, Kumpel Ramon und die Transvestitenbar. Außerdem wie erwähnt Sam Elliott, nahezu sämtliche Details aus der Familiengeschichte der Brüder, und die Sache mit dem Hörschaden. Meiner Meinung nach alles Veränderungern oder Erweiterungen zum Besseren. Oh, und Allys Dad ist in der Form auch eine Neuerung.
 

Jay

hat Lust nen Film zu sehen
Teammitglied
Die Tatsache, dass Gaga mit poppigsten Pop berühmt geworden ist, mittlerweile aber auch Duette mit Tony Bennet singt, führt dem ganzen noch eine interessante weitere Beobachtungsebene hinzu. Gaga kann beides, aber wie sie heute ihre Pop-Anfänge sieht, zeigt der Film nicht. Also für mich schien sich Ally wohl zu fühlen und nicht zu empfinden, dass sie plötzlich ihre Authentizität für Cash verkauft hat. Klar ist ein Song wie Shallow gefühlvoller als ein Popogeshake, aber es muss ja auch nicht zwingend immer bluternst und passioniert sein.
 

Presko

Active Member
Jay schrieb:
Die Tatsache, dass Gaga mit poppigsten Pop berühmt geworden ist, mittlerweile aber auch Duette mit Tony Bennet singt, führt dem ganzen noch eine interessante weitere Beobachtungsebene hinzu. Gaga kann beides, aber wie sie heute ihre Pop-Anfänge sieht, zeigt der Film nicht. Also für mich schien sich Ally wohl zu fühlen und nicht zu empfinden, dass sie plötzlich ihre Authentizität für Cash verkauft hat. Klar ist ein Song wie Shallow gefühlvoller als ein Popogeshake, aber es muss ja auch nicht zwingend immer bluternst und passioniert sein.
War auch mein Empfinden, schön treffend ausgedrückt, Joel.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Jay schrieb:
Die Tatsache, dass Gaga mit poppigsten Pop berühmt geworden ist
Ja, aber das spielt wieder in dieses Vorurteil, dass Pop automatische minderwertige Musik ist. Und das ist sie nicht. Kate Bush, Michael Jackson, David Bowie, Madonna uva. hatten mal mehr mal weniger deutlich mit Pop geflirtet und große Kunst draus gemacht. Und wenn wir "Pop means popular" ins Spiel bringen, fällt der Begriff eh auseinander. Ugh. Genres sind eine Seuche. :ugly:
 
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