Anima ~ Paul Thomas Anderson und Thom Yorke auf Netflix

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Paul Thomas Anderson, vielleicht der beste Filmemacher unserer Zeit, unter anderem verantwortlich für Boogie Nights, Magnolia, There Will Be Blood, Inherent Vice und kürzlich Phantom Thread hat was neues in den Startlöchern. Bei Anima handelt es sich allerdings nicht um einen Spielfilm, sondern einen kurzen, musikalischen "One Reeler" mit Musik von Thom Yorke von Radiohead, der auch in der Hauptrolle zu sehen ist. Damit reiht der Film sich wohl eher in den größeren Output an Musikvideos- und Kurzfilmen, die PTA in den letzten Jahren unter anderem für Joanna Newsom und Haim, oder eben Radiohead gemacht hat.

Einen ersten kryptischen Teaser gibt es hier, den Kurzfilm kann man ab dem 27. Juni auf Netflix und in ausgewählten IMAX-Kinos zu sehen.

Gerade, wo ich mein Netflix-Abo gekündigt habe... oh man.
 

Puni

Active Member
Wirklich interessant, wie Netflix immer mehr "große" Filmschaffenden anlockt, auch wenn's kein ganzer Spielfilm ist.

Aber ja, PTA kann man ohne Zweifel als einen der größten Regisseure unserer Zeit bezeichnen. Der hat mich in diesem Jahrtausend noch nicht einmal enttäuscht.
 

Joel.Barish

dank AF
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Noch nicht gesehen, aber PTA + Thom Yorke/Radiohead ist eine Kombi, als hätte sie ein verrückter Wissenschaftler in einem Labor extra für mich zusammengebraut. :hae:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
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Habe ich schon zu meiner Netflix-Liste hinzugefügt, aber noch nicht gesehen. Frage mich gerade, ob dieser Kurzfilm nur eine Ausnahme ist oder ob PTA auch Spielfilme für Netflix drehen wird.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
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Möglich, wenn er sie woanders nicht finanziert bekommt. Er ist ja wohl auch ein Film-Fetischist, aber das hat ja auch schon einen Alfonso Cuaron nicht davon abgehalten.
 

Måbruk

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Gerade Mal reingehört, rein musikalisch kann es nicht mit seinem grandiosen Debüt mithalten, aber besser die neuen Sachen von Radiohead klingt es für mich schon, da es elektronischer und experimenteller klingt. Bin gespannt wie es im Gespann mit dem Film wirkt.
 

Joel.Barish

dank AF
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Gesehen. Das war auch ja Tanztheater. Noch besser! Und die Darstellerin ist übrigens Yorkes Lebenspartnerin. Mir hat es gefallen. Visuell sehr stark, insbesondere auf dem "schiefen Dach". Zeitweise fühlte ich mich wie in einer Folge Karambolage, da ich mir nicht sicher war, in welcher eindeutig europäischen, vielleicht französischen, aber vielleicht auch deutschen Stadt wir uns befinden. Und dann entdeckte ich tschechische Schrift. :shrug:
Hatte für so ein kleines "Experiment", wenn man so will, auch eine recht starke emotionale Note. Und Yorke hat sowohl tänzerisch (Hello, Lotus Flower Video) und mimisch viel drauf. Das Timing mancher Blicke und Gesten war echt gut.

Måbruk schrieb:
Gerade Mal reingehört, rein musikalisch kann es nicht mit seinem grandiosen Debüt mithalten, aber besser die neuen Sachen von Radiohead klingt es für mich schon, da es elektronischer und experimenteller klingt.
Tze. Erst verwundert sein, dass Radiohead noch eine Karriere nach OK Computer hatten (ist ja nur über 20 Jahre alt, das Album) und dann so was hier raushauen. Also wirklich. :nene: :ugly: Sorry, ich bin nur ein getriggerter Fan, aber das ist schon ein starkes Stück. :biggrin: Der Großteil von "Anima" hätte für mein Empfinden problemlos zwischen Amnesiac und King of Limbs Platz.
Und wenn man mich fragt, gibt es weltweit keine fünf Bands, die im Vergleich zu ihrer Popularität derart experimentell, unangepasst und stilistisch variabel sind wie Radiohead, ohne dabei signifikant an Qualität oder Popularität einzubüßen.
 

Måbruk

Active Member
Joel.Barish schrieb:
Tze. Erst verwundert sein, dass Radiohead noch eine Karriere nach OK Computer hatten (ist ja nur über 20 Jahre alt, das Album) und dann so was hier raushauen. Also wirklich. :nene: :ugly: Sorry, ich bin nur ein getriggerter Fan, aber das ist schon ein starkes Stück. :biggrin: Der Großteil von "Anima" hätte für mein Empfinden problemlos zwischen Amnesiac und King of Limbs Platz.
Und wenn man mich fragt, gibt es weltweit keine fünf Bands, die im Vergleich zu ihrer Popularität derart experimentell, unangepasst und stilistisch variabel sind wie Radiohead, ohne dabei signifikant an Qualität oder Popularität einzubüßen.
Für mich ist The Eraser, also Thom Yorkes Solo Debüt, sein bislang eindeutig elektronischstes Werk, bei dem er sich auch am ehesten von seinem Idol Autechre hat inspirieren lassen. Im Vergleich zu diesem Album kommt Anima meines erachtens deutlich weniger elektronisch experimentell, im Sinne von minimalistischtem Techno daher (siehe Autechre, Aphex Twin, Roman Flügel etc,). Früher auch passend aber etwas elitär als Intelligent Techno bezeichnet. Und da OK Computer von allen Radiohead Alben am ehesten noch mit The Eraser vergleichbaer ist, hats halt meinen Nerv getroffen. :tongue: :wink:
Aber es war natürlich hoffentlich erkennbar hochgradig ironisch gemeint, dass Radiohead anschließend keine Karriere mehr hatten. Bei mir persönlich stimmst aber halt, seit dem bin ich nicht mehr mit ihnen warm geworden, kein Radiohead Album klingt wie OK Computer. Muss es aber auch nicht, es ist immer gut, wenn ein Künstler seinen eigenen Weg geht, so lange er nicht rein kommerziell ausgerichtet ist. Wobei KID A und Amnesiac natürlich noch experimenteller waren, aber das war halt nicht mehr wirklich Radiohead, weil es zu experimentell war. die beste Symbiose aus Beidem ist ihnen meiner Meinung nach mit OK Computer gelungen.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Ich bin auch großer Autechre Fan. Nicht ganz so groß, wie ich ein RH Fan bin, aber z.B. "Amber" befindet sich ziemlich sicher in den Top 20 der meistgehörten Alben meines Lebens. Und ich mag auch Yorkes "The Eraser". Ich will dir auch gar nichts ein- oder ausreden. Wenn irgendwas deinen Nerv getroffen oder verfehlt hat - alles vollkommen okay. Ich fand, wie gesagt, die Kombination aus "Von RH seit OK Computer nichts gehört" und "besser als die neuen Sachen" recht amüsant und wollte/musste das aufgreifen. :shrug:

Yorke entscheidet ja nicht alleine über den Klang oder die Experimentformen der Band. Wenn man sich z.B. anhört, was Johnny Greenwood in seiner Soundtrackarbeit veranstaltet, kann man diese Spielformen eben auch hier und da finden. "Kid A" ist vermutlich mein Lieblingsalbum der Band, aber was diese von dir angesprochene Symbiose betrifft, verdienen (vielleicht...) "King of Limbs" und "In Rainbows" noch einen Durchgang. "Ok Computer" ist da im Vergleich (nur im Vergleich) noch relativ klar Rock. Wenn man Elemente wie "Fitter, Happier" ignoriert. :biggrin:
 
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