BG Podcast: The Witch, Hereditary und Co: was ist Elevated Horror und was will es von mir?

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied


Es ist Anfang September und wir sprechen schon über Horrorfilme. Warum auch nicht, wenn ein aktueller Netflix-Film nicht zuletzt wegen Beziehungen zu diesem Genre für Entzückung und Verwirrung sorgt? Schon im Vorgespräch - abgesehen von einem neuerlichen Ausflug in die Welt der Freizeitparks, Eindrücken vom Kultkino und dem Start der neuen Staffel "The Boys" - geht es bei @Shins und @Joel.Barish um Horror. Im Hauptteil (ab ca. 00:38:30) versuchen wir von "I'm thinking of ending things" ausgehend aktuelle Trends des Genres und genauer des Horrorgenres zu greifen, zu begreifen und zu analysieren. Alles fing mit "The Babadook", "The VVitch" und "Hereditary" an - vielleicht -, mit Horror der wahlweise künstlerischen oder verkünstelten Art, die nicht selten gerade den Hardcore-Genrefans nur bedingt zusagen, da sie irgendwie "anders" sind. Dieses "anders" nehmen wir ein wenig unter die Lupe, besprechen die Trends durch Studios wie Blumhouse und A24, greifen zurück bis zur so genannten "Torture Porn" Phase der frühen 2000er und versuchen einen Weg zu fingen, die anmaßende Konnotation des Begriffs "Elevated Horror" auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Es sind "Teilhorrorversatzstückfilme" und ja, das ist ein Wort. (Übrigens: Unser Outro könnte was für "Bob's Burgers" Fans sein.)

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Solche Trend-Oberbegriffe tauchen ja immer wieder auf. Selbst Begriffe wie "YA" oder "Superhelden" können ja schnell lückenhaft sein. Wie geht ihr mit diesen genannten Horrorfilmen um? Sind sie anders? Sind sie miteinander vereinbar? Oder ist es nur künstliche rhetorische Gleichschaltung? Unabhängig von 'besser' oder 'schlechter', können diese Filme einen Mehrwert fürs Genre und die Filmwelt haben? Sollte man den "von der Stange" Horrorfilmen der letzten Jahre vielleicht dankbarer sein, Vorarbeit geleistet zu haben? Oder sind diese Phänomene normal für ein so flexibles Genre wie Horror?
 

Shins

Administrator
Teammitglied
Ich bleibe ja dabei: Hereditary, Midsommar und VVitch sind sensationell gute Filme und ich mag sie sehr. Aber ich werde nicht zu 100 Prozent warm mit ihnen. Irgendwann verlieren sie mich, meistens im Laufe des letzten Drittels. Dann verpufft die von mir empfundene Grusel-Anspannung und es bleibt ein eher kurios-künstlerisches Seherlebnis abseits des Gewohnten. Das erkenne ich fasziniert an. Aber ich bedauere auch, dass die Filme ab diesem späten Moment für mein Empfinden ein wenig zu abgehoben sind, um mich noch zu erreichen. Bei Get Out, Wir und It Follows ist das anders, die sprechen mich in Gänze oder nahezu in Gänze an.

Geht es da wem ähnlich?
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Ich kann dir da etwas zustimmen, aber nicht bezogen auf die genannten Filme.
Ich habe ein ähnliches (!) Problem mit THE BABADOOK gehabt, der für mich nur als Horrorfilm funktioniert hat, aber sobald der Dramaaspekt das Kommando übernahm und alles etwas geerdeter werden sollte, verlor der Film für mich völlig an Faszination und Atmosphäre und konnte das auch mit dem Drama-Element nicht gut machen.
Mit der Meinung stehe ich bei dem Film, glaube ich, größtenteils alleine da, aber ich muss auch sagen, dass ich diesem vielleicht mal eine zweite Sichtung gönnen sollte.
 

Shins

Administrator
Teammitglied
Witzig. Soweit ich mich erinnern kann, funktioniert Babadook für mich eben nie als reiner Horrorfilm, sondern nur als Ganzes, wenn die zweite Bedeutungsebene mitgedacht wird. So sind Empfindungen anders bei solchen filmischen Experimenten.
 
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