BG zu Gast beim CineCast: Wir besprechen Dark und mehr...

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied


Podcast Zeit! Beim KultKino in Lippstadt trafen Daniel und Christian auf Filmfan und CineCast Moderator Jan-Michael Leifert. Es wurde gequatscht, Fachwissen wurde ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Nun wurden wir eingeladen, beim beliebten CineCast Podcast als Gäste mitzuwirken. Und hier wurde weiter gequatscht und geplaudert, über Gott und die Filmwelt. Und über eine aktuelle Hype-Serie.

Nach aktuellen Film- und Serientipps, Abschweifungen über die Jim Carrey Serie KIDDING, über JAMES BOND und THE LAST OF US, widmen wir uns dem deutschen Serienphänomen DARK (ab ca. 86:00). Die 3. Staffel startet ganz aktuell bei Netflix und stellt die Zuschauer wieder vor spannende und komplizierte Rätsel auf verschiedenen Zeitebenen und mit einem umfangreichen Cast. Davon ausgehend erforschen Jan, Daniel und Christian die Geschichte deutscher Genrebeiträge, die spärlichen Versuche der 2000er, Ausreißer wie ANATOMIE, Geheimtipps wie MARA UND DER FEUERBRINGER und Kuriositäten wie die deutsche No-Budget Video-Splatter Szene der frühen 90er, rund um "Ikone" OLAF ITTENBACH. Außerdem sind wir der vermutlich größten Verschwörung im deutschen Filmgeschäft auf der Spur, in deren Zentrum niemand Geringeres als Tech-Nick höchstpersönlich steht!

Zu hören hier oder direkt bei Spotify

Dieser Gastauftritt ist auch der passende Vorlauf für den eigenen BG Podcast. Ja, richtig. Nach logistischer Pause sehen wir uns hier im Juli wieder regelmäßig zum BereitsGesehen.de Podcast. Seid bereit!
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Ich bin gespannt drauf. Hab zwar noch nichts von DARK gesehen, aber das wird mich nicht aufhalten.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Der Podcast ist mit fast 200 Minuten ganz schön lang, aber es lohnt sich :thumbup: Wobei es für mich als Nicht-Bond-Fan am Anfang zu Bond-lastig war. Aber damit gehöre ich wohl zur Minderheit. :squint:

Dark habe ich auch noch nicht gesehen, ist aber auf meiner Netflix-Liste.
Und ich denke auch, dass es zu einem großen Teil an der (fehlenden) Filmförderung liegt, dass es so wenige deutsche Gernefilme gibt. Hoffen wir, dass es durch Netflix und Amazon geändert wird.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Mich würde mal interessieren, was der Hauptgrund ist, wieso die Filmförderung Genrestoffe nicht bzw höchst selten unterstützt:

- traut man denen einfach keinen finanziellen Erfolg zu? wenn nicht, wieso unterstützt man dann zahlreiche Dramenstoffe, die nicht mal 10.000 Besucher in Deutschland schaffen?
- WILL man solche Stoffe partout einfach nicht?
- gibt es keine Anfragen von vielversprechenden Stoffen?
- ist nach Abgabe an die typischen Geldmacher wie Schweiger und der weiteren Vergabe an ausgesuchte Dramenstoffe schlichtweg nichts mehr über für den Rest?
 

Shins

Moderator
Teammitglied
Lange her, dass ich da was drüber gelesen habe, daher nur mal recht vage: Die Filmförderung agiert noch wie vor vielen Jahrzehnten. Das aufgezwungene Gesetz: Jeder geförderte Film soll einen Bildungsauftrag erfüllen. Das erklärt die vielen Dramen und Geschichtsfilme. (Allerdings nicht die Schweigers und Schweighöfers, die aber wohl aufgrund der großen Beliebtheit als Förderungsfähig angesehen werden).
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Hmmm also müsste man einen Genrefilm nur als bildend verkaufen.... hmmmmmm Ghostbusters?
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Lange her, dass ich da was drüber gelesen habe, daher nur mal recht vage: Die Filmförderung agiert noch wie vor vielen Jahrzehnten. Das aufgezwungene Gesetz: Jeder geförderte Film soll einen Bildungsauftrag erfüllen. Das erklärt die vielen Dramen und Geschichtsfilme. (Allerdings nicht die Schweigers und Schweighöfers, die aber wohl aufgrund der großen Beliebtheit als Förderungsfähig angesehen werden).
Ich finde es ehrlich gesagt unverschämt, dass jemand wie Schweiger, der schon bekannt genug ist und auch selbst genug Kohle hat, noch solche Förderungsgelder bekommt. Die sollte man doch eher an die jüngeren, unbekannten Filmemacher geben, die sonst kein Geld für ihre Projekte auftreiben und auch keine Erfolge vorweisen können. Wie denn auch, wenn sie keine Chance bekommen, ihre Ideen umzusetzen. Wer weiß, wie viele Talente dadurch unentdeckt bleiben.
Ich kann mich aber an zwei größere Genrefilm-Versuche erinnern, die mal im Fernsehen liefen und (völlig zurecht) floppten. Einmal die billige Nachmache von "Die Vögel" und einmal dieser schrecklich dumme RTL-Film über das Schwarze Loch in der Schweiz: "Helden". Da bekamen anscheinend die völlig falschen Leute das Geld für diese seltenen Genrefilm-Projekte und verbockten es dermaßen, dass es für die nachfolgenden Filmemacher umso schwerer wird, Produzenten für einen weiteren Genrefilm zu finden. Ich glaube, bei dem Film über das Schwarze Loch lag das Budget bei ca. 10 Mio. Euro, was für einen deutschen TV-Film (meines Wissens) nicht wenig ist. Die Frage ist nur, wie viel von diesem Geld für die Gagen für Yvonne Catterfeld, Hannes Jaenicke, Christine Neubauer und Heiner Lauterbach draufging und wie viel Cent am Ende für die Effekte blieben. Das Drehbuch wurde anscheinend von einem Praktikanten während seiner Kaffeepause verfasst.
Glaube aber nicht, dass dieser Film irgendeine Förderung bekam. Man fragte sich beim RTL: "Also wir haben jetzt diese vielen bekannten SchauspielerInnen - in welchen Film würden sie am wenigsten reinpassen?" Und diesen Film haben sie dann gedreht.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Da ich gerade auch viel mit Förderungen zu tun habe...
Es spielen da vielen Faktoren rein. Der größte Malus ist eigentlich, dass sich das System wie so oft selbst aushebelt. Denn im Grunde wünschen sich die Länderförderungen immer, dass du schon jemand mit im Boot hast, der schonmal eine Förderung erhalten hat und im Grunde schon einen Sender oder Verleiher mit im Boot hast, der eine Auswertung garantiert.
So. Umgedreht will dann aber der Verleiher oder Sender gerne schon sehen, dass du eine Förderung hast, damit finanziell ein Polster bereits vorhanden ist und damit eine qualitativ hochwertige Umsetzung wahrscheinlich. Also hier stehen zwei Stellen in Abhängigkeit, die du beide brauchst, aber nur gemeinsam bekommst und dazu schwer einzusteigen, denn du solltest ja jemand dabei haben, der bereits eine Förderung erhalten hat.
Also man merkt wie man sich da das Leben selbst schwer macht.
Zudem ist man dort auch noch sehr konservativ unterwegs und kann mit Online-Projekten kaum was anfangen bzw. fördert die eigentlich gar nicht.
Es gibt von Thomas Wiedemann auch noch einen interessanten Interview-Band mit unterschiedlichen FilmemacherInnen, die diese Eindrücke bestätigen, Die Logik des Filmemachens, und dazu kommt dann auch noch, dass du ohne Filmhochschulabschluss noch mehr Steine in den Weg gelegt bekommst.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Es ist einfach traurig, denn es ist nicht wirklich werkorientiert. Es wirkt alles sehr industralisiert, dass es nur darum geht, diese Landschaft mit ihren Gehältern konsequent gleichmäßig zu halten. So kann es gar keinen Spielraum für Wagnisse oder Überraschungen geben.

Seit Jahren ist es ja so, dass Schauspielabsolventen am ehesten darauf hoffen können, eine gutbezahlte Rolle in einer nonstop laufenden Serie zu erhalten. Hat man erstmal einen Tatort gelandet, kann das gute Leben dann beginnen. Prima, wenn man das will, aber Filme wie Vergiss mein nicht oder Evil Dead oder Scott Pilgrim oder Alien können dabei einfach niemals bei rumkommen.

Zum Podcast: ich hätte nicht gedacht, dass ich den Namen Premutos noch jemals in meinem Leben hören würde :biggrin: Muss noch weiter hören, aber ist wieder mal super geworden.
 
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