Blade Runner 2049 ~ Gosling, Ford, Wright, Leto [Kritik]

Cimmerier

Well-Known Member
Måbruk schrieb:
Ich behaupte einfach Mal, dass Rutger Hauer solche Aussagen nicht trifft, wenn er den Film nicht gesehen hat. Aber letztlich macht das auch keinen Unterschied hier, denn selbst wenn Ihr wisst, dass er den Film gesehen habt, scheint Ihr trotzdem nichts mit seinen Aussagen anfangen zu können, oder?

Mit den Behauptungen drehen wir uns halt leider im Kreis. Der einzige, der es wirklich weiß ist Rutger und schwarz auf weiß sehe ich es halt nicht. Und klar kann ich was damit anfangen, aber trotz des Hintergrunds ist es für mich weiterhin nur eine Meinung von vielen. Sie hat in meinen Augen nicht mehr oder weniger Gewicht als andere. Sie untermauert einfach nur für dich dein empfinden gegenüber des Films. Wie Diego sagt, sei dir natürlich gegönnt, aber das hebelt für mich halt nicht aus.

Måbruk schrieb:
Klar ist er nur einer der dort mitgespielt hat, aber normalerweise macht ein Schauspieler so etwas ja nicht, gerade auch dann nicht, wenn der neue Regisseur sich sichtlich Mühe mit dem neuen Film gegeben hat - was Rutger Hauer ja auch gelobt hat.
Ich meine, so etwas äußert einer wie Rutger Hauer nur, weil er sehr am Klassiker hängt und weil er die Unterschiede zum neuen Film daher klar herausstellen möchte. Natürlich ist er in dieser Hinsicht in keinster Weise neutral und objektiv, er setzt den neuen Film einfach knallhart dem Klassiker gegenüber und in der Hinsicht kann ich seine Aussagen zu 100% nachvollziehen.

Was hat Rutger schon zu verlieren? Der hat doch null Investment in den Film, die Aussage hat null Impact auf seine Karriere. Ist doch schön, dass er frei von der Leber redet.

Måbruk schrieb:
Sehr interessant und mir selbst nicht ganz verständlich ist folgende Aussage von Ihm, "Lehne dich nicht mit einem Ellbogen auf den Erfolg, der vor über 30 Jahren im Untergrund erzielt wurde."
Man könnte meinen, dass er damit ansprechen möchte, dass dieser Film eigentlich nicht unter dem Banner Blade Runner laufen sollte, sondern eigenständig sein müsste.
Interessant auch, dass er der Meinung ist, dass der Erfolg des Klassikers im Untergrund erzielt wurde.
Aber wer und wo genau ist dieser "Untergrund"?

Mit Untergrund wird er wohl einfach meinen, dass das Original seinerzeit auch kein finanzieller Erfolg war und sich mit der Zeit einfach eine starke Fanbase gebildet hat. Er kritisiert ja grundsätzlich eher die Tatsache, dass das Original so gut ist, dass es alleine hätte stehen bleiben können/sollen. Per se ist das ja nicht falsch. Bevor ich den Film gesehen habe, habe ich einen ähnliche Meinung gehegt. Einfach weil viele Klassiker nicht neue angetastet werden müssen. Nur fand ich 2049 einfach komplett gelungen und die Fortführung der im Film aufgeworfenen Fragen immens interessant. Oder anders ausgedrückt: Der Erfolg gibt dem Film recht. Und mit Erfolg meine ich einfach die Tatsache, dass der Film bei mir die richtigen Saiten angeschlagen hat.
 

Måbruk

Dungeon Crawler
Cimmerier schrieb:
aber trotz des Hintergrunds ist es für mich weiterhin nur eine Meinung von vielen. Sie hat in meinen Augen nicht mehr oder weniger Gewicht als andere. Sie untermauert einfach nur für dich dein empfinden gegenüber des Films. Wie Diego sagt, sei dir natürlich gegönnt, aber das hebelt für mich halt nicht aus.
Klar, eine Frage der Sichtweise. Für die Leute die BR2049 sehr positiv gegenüber stehen, ist das nur eine von wenigen schlechten Meinungen. Für mich persönlich, der ich mit meiner Meinung etwas alleine auf weiter Flur stehe, hat das natürlich eine deutlich höhere Gewichtung, vor allem weil es auch nicht von irgrendwem geäußerst wurde. Aber klar hebelt das nichts aus.

Cimmerier schrieb:
Was hat Rutger schon zu verlieren? Der hat doch null Investment in den Film, die Aussage hat null
Impact auf seine Karriere. Ist doch schön, dass er frei von der Leber redet.
Anders gefragt, was hat er denn mit so einer Aussage zu gewinnen? Gar nichts! Das ist einfach nur seine ehrliche Meinung zu dem Film und ich finde, für alle die es interessiert, lohnt es sich diese Aussagen näher zu hinterfragen. Denn wieso BR2049 seiner Meinung nach keine Liebe und keine Seele besitzt, dazu hat er eigentlich nichts konkretes geschrieben. Da muss man dann schon selbst drauf kommen.

Cimmerier schrieb:
Mit Untergrund wird er wohl einfach meinen, dass das Original seinerzeit auch kein finanzieller Erfolg war und sich mit der Zeit einfach eine starke Fanbase gebildet hat.
Hatte ich mir auch gedacht. Nur bin ich mir nicht sicher wer genau das sein soll und was diese von BR2049 halten.
Ich bin der Meinung, dass es da sehr viele Trittbrettfahren gibt, die den Film nur mögen, weil er heute eben ein Kultklassiker ist und man kaum an ihn vorbeikommt. Das sind für mich nicht die Leute, die den Klassiker verdientermaßen groß gemacht haben.

Cimmerier schrieb:
Er kritisiert ja grundsätzlich eher die Tatsache, dass das Original so gut ist, dass es alleine hätte stehen bleiben können/sollen.
Das ist nur eine Sache, aber ich glaube er hat das nicht direkt kritisiert, sondern er hat einfach nur absolut bezweifelt, dass ein Nachfolger funktionieren würde - und sich nun bestätigt gefühlt.

Cimmerier schrieb:
Per se ist das ja nicht falsch. Bevor ich den Film gesehen habe, habe ich einen ähnliche Meinung gehegt. Einfach weil viele Klassiker nicht neue angetastet werden müssen. Nur fand ich 2049 einfach komplett gelungen und die Fortführung der im Film aufgeworfenen Fragen immens interessant. Oder anders ausgedrückt: Der Erfolg gibt dem Film recht. Und mit Erfolg meine ich einfach die Tatsache, dass der Film bei mir die richtigen Saiten angeschlagen hat.
Ok, diese Aspekte haben wir hier im Thread schon zig Mal durchgekaut, das sehe ich etwas anders. Aber hier kommen wir ohnehin auf keinen gemeinsamen Nenner, daher jeder so wie er es sieht und gut ist! :wink:
Und generell finde ich BR2049 ja auch nicht schlecht, das muss ich auch immer wieder betonen, weil das bei der ganzen Kritik von mir sicher öfter Mal untergeht. :wink:
Auf jeden Fall einer der besseren Filme im letzten Jahr.
 

Envincar

der mecKercheF
So mittlerweile mal gesichtet. Ich bin ja einer der wenigen Filmfans die mit dem Ersten so rein gar nichts anfangen konnten. Habe mich durchweg gelangweilt. Daher haben mich die fast 3 Stunden schon etwas abgeschreckt. Und eins bleibt. Blade Runner ist zu ruhig für einen Film mit dieser Länge und da wundert es mich überhaupt nicht, dass der gefloppt ist.

Optik super. Story ist recht flach aber könnte schlimmer sein. Blade Runner Jünger dürften ziemlich zufrieden sein. Gosling ist gut und hier und da ein paar nette Umsetzungen und Ideen. Aber irgendwie hat der Film zu wenig Spannung und ein Ticken zu wenig Action aber das ist nun mal Blade Runner. Letos Figur kam mir leider auch zu kurz.

Und sry Harrison Ford ist leider einfach zu alt für jedwede Action.
 

Måbruk

Dungeon Crawler
Habe den Film jetzt noch Mal gesehen und bin mir mittlerweile ziemlich sicher, wieso er mir weniger gefällt, als der erste Teil.

Der Klassiker hat sich geradezu in purer Melancholie gewälzt, sei es beim Tempo, den Bildern oder der Musik.
Ich finde, dass BR2049 da deutlich sachlicher rangeht. Das Temapo ist nicht schnell, aber eben auch nicht mehr im "Zeitlupen Modus" gefilmt. Die Bilder tragen nicht mehr diesen durchgehenden orangenen Filter und sind im Farbton abwechslungsreicher. Auch die Musik ist deutlich sachlicher, eher begleitend, denn den Ton angebend - und moderner.

Für mich ist der BR Klassiker wie so eine kleine, urige JAZZ oder Soul Bar, verruchen, irgendwie vergessen, die Nacht geht langsam zu Ende und die letzten Gäste lauschen den verbliebenen, verlorenen Klängen. Vielleicht auch vergleichbar mit der Szene im Club Silencio, wer Mulholland Drive kennt, weiß was ich meine.

Ich glaube das alles fehlt mir bei BR2049, er ist mir dahingehend zu sachlich, zumindest im Vergleich zum Klassiker.
 
Zuletzt bearbeitet:

Presko

Well-Known Member
Gestern zum zweiten Mal gesehen. Beim ersten Mal war ich ziemlich enttäuscht.
Jetzt gefiel er mir doch deutlich besser. Neben der Optik und dem Sound gefiel mir vor allem die Idee mit Joe und seiner wachsenden Hoffnung . Auch das Ende gefiel mir jetzt deutlich besser. Die eigentliche Handlung selbst ist ein bisschen arg konstruiert, wie es da von A nach B, nach C geht, aber das störte mich jetzt nicht mehr so sehr.

Besonders möchte ich aber auch Carla Juri herausheben, die mit ihrem eher kleinen Auftritt, einen sehr guten Job macht und eine enorm magische Persönlichkeit auf die Leinwand bringt. Eine Frage dazu hätte ich noch:

Die grösste Schwäche sehe ich weiterhin auf Seiten der Antagonisten. Die sind einfach böse und würden fast eher in einen James Bond-Film passen. Da waren Rutger Hauer und seine Truppe sehr viel interessanter und vor allem komplexer.
Was mich auch ein wenig störte, ist, dass ein Aspekt vom Original fast völlig fehlt. Nämlich dieser eigene Style in Technik und Mode. Bis auf die hohen Kragen gibt es kaum modische Ausreisser. Alle sind wie 2015-2020 frisiert und angezogen. Und auch auf Seiten der Technik gibt es wenig aussergewöhnliches, Charakteristisches. So etwas wie der Voigt-Kampff-Test oder auch dieses Bildanalyse-Tool fehlen.
Zuletzt bin ich bei Ford hin- und hergerissen. Ich sehe einfach keinen Rick Deckard in ihm, sondern den guten alten grumpy-Harrison-Ford, wie er ihn auch in den neuen Star Wars-Folgen gegeben hat.

Insgesamt bin ich jetzt aber doch sehr happy mit dem Film, vor allem aufgrund der saustarken Inszenierung (Optik, Sound) und damit einhergehend der allgemein sehr dichten Atmosphäre.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Den muss ich auch nochmal, auch wenn ich schon im Kino sehr angetan war. Die Bilder, der Sound.
 

McKenzie

Unchained
Zuletzt bin ich bei Ford hin- und hergerissen. Ich sehe einfach keinen Rick Deckard in ihm, sondern den guten alten grumpy-Harrison-Ford, wie er ihn auch in den neuen Star Wars-Folgen gegeben hat.
Ja..hier hatte ich überhaupt das Gefühl der hatte zuhaus verschlafen, und sie wären vorbeigekommen und hätten ihn gleich wie er war mitgenommen zum Dreh.
 

brawl 56

Ich bin auf 13 Sternen zum Tode verurteilt!
Ford war hier für mich perfekt. Vielleicht nicht ganz so im grau melierten Shirt, aber trotzdem war er Deckard.

In Episode 7 war er wirklich nur Ford der sich über seine Gage und den minimal/gar nicht geforderten Einsatz einen Ast abgefreut hat.


Übrigens ist BR2049 Zuhause auf 4K Scheibe eine Wucht. Für solche Filme ist das Medium perfekt.
 

McKenzie

Unchained
Schon, aber in Star Wars oder dem CGI-Hundefilm haben sie ihn wenigstens noch dazu gebracht, ein Kostüm anzuziehen, bei BR2049 bin ich mir nicht mal dessen so wirklich sicher :hae:
 
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