Chuck Palahniuk - Sammelthread (inkl. Fight Club 2)

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Es wird Zeit, dass ich euch meinen Lieblingsautor vorstelle: Chuck Palahniuk. Bekannt wurde er durch sein geniales Buch "Fight Club".

[url]http://img171.imageshack.us/img171/1135/palahniuk2tr8.jpg[/URL][/align]

Er schreibt unterhaltsame, interessante und vor allem skurrile Geschichten über... Alles. Aber vor Allem über die unterschiedlichste Arten von Mensch, über das Leben an sich und über Schmerz. Das sind gesellschafts- und medienkritische Romane. Manche Stellen sind tief philosophisch, manche sind pervers, manche sind einfach lustig. Und sein Humor ist tiefschwarz.

Bücher, die bisher auf deutsch erschienen sind:

"Fight Club"
Das einzige, was ich zu diesem genialen Buch noch sage: etwas besser als der Film, das Ende und einige Stellen sind etwas anders als im Film.

"Flug 2039" (Survivor)
Tender Branson ist der letzte Überlebende einer Sekte, er wurde erst mit 17 in die "Welt da draussen" entlassen, um als Haushaltshilfe Geld zu verdienen. Doch die Geschichte beginnt am Ende und wird in Rückblenden erzählt. Er erzählt diese Geschichte der Black Box eines Flugzeugs, das abstürzen soll. Die Seitenzahlen und die Kapitel laufen rückwärts, auf die Eins zu - Der Countdown läuft. Ist sehr gut und lustig geschrieben, eins von meinen Favoriten.

"Der Simulant" (Choke)
Victor Mancini ist sexsüchtig. Er geht in eine Therapiegruppe für Menschen wie er, aber nicht etwa, um dort Hilfe zu bekommen. Er sucht nach gleichgesinnten Frauen, um mit ihnen schnell eine Nummer zu schieben. Ausserdem arbeitet er in einem Museumsdorf, das das Leben von vor knapp 200 Jahren darstellen soll. Doch wenn ihr euch fragt, wie der Titel zustande kam - Viktor täuscht in teuren Restaurants Erstickungsanfälle vor. Auch eins von meinen Lieblingsbüchern, der Stil ist sehr schön und es liest sich superleicht.

"Lullaby"
Der einzige Roman von Chuck, in dem die Hauptfigur mehr oder weniger ein "Normalo" ist. Doch die Nebenfiguren sind alles andere als Durchschnittsmenschen. Es geht um ein Wiegenlied (wie es der Titel schon verrät), mit dem die früheren afrikanischen Völker ihre Todkranken von ihren Leiden befreiten - sie wurden in den Tod gesungen, denn es handelt sich dabei um eine Art "Zauberspruch". Hier gibt es jede Menge überraschungen, Running Gags und Medienkritik. Das war Chuck's erster "Gothik-Thriller".

"Das letzte Protokoll" (Diary)
Chuck's zweiter Gothik-Thriller. Misty ist eine Malerin, ihr Mann liegt seit langer Zeit im Sterben. Sie reist auf eine Insel, wo mit ihr mysteriöse Sachen passieren. Wände tauchen auf, wo es früher keine gab, seltsame Botschaften zieren die Wände. Im Grunde genommen geht es um die Suche nach der Natur des künstlerischen Talents. Ist in einer schwierigen Form geschrieben (Du) und unterscheidet sich von den anderen Büchern von Chuck.

"Die Kolonie" (Haunted)
Inhaltsangabe und Kritik findet man HIER

"Das Kainsmal" (Rant)
Inhaltsangabe und Kritik findet man HIER

"Stranger than fiction" ("Non Fiction")
WAHRE (also keine ausgedachten) Geschichten, unter anderem über Marilyn Manson (er hat ihn getroffen und interviewt).

Snuff
Pornolegende Cassie will den Rekord brechen: Sex mit 600 Männern haben und an vaginaler Embolie sterben. Diese Geschichte wird von 3 dieser Männer sowie von der Assistentin erzählt.

Über Ihn selbst:
Er wurde am 21.2.1962 in Pasco Washington geboren und ist von französisch-russischer Abstammung. Heute lebt er auf einer einsamen Farm in der Nähe von Portland, Oregon.
Bevor er jedoch schrieb, war er Automechaniker und hatte erste Ideen zu seinen Büchern während er unter schweren Trucks lag. Allerdings war er bereits als Journalist an der Universität von Oregon tätig. Erst als er bereits mitte 30 war, begann er damit Romane zu schreiben. Ein Selbsterfahrungskurs gab ihm den Mut dazu. Sein erster Roman "Invisible Monsters" wurde aufgrund seines Inhaltes abgelehnt.
"Chucks erster richtiger Kampf fand während eines Campingausflugs mit einigen Freunden statt. Die Leute auf dem Nachbarplatz spielten ihre Musik etwas zu laut. Als Chuck und sein Freund sich beschwerten, folgte bald ein btrunkener Lärm, dort wo Chucks Gesicht ein Sandsack wurde. Am nächsten Tag auf der Arbeit fiel ihm auf, dass niemand einen Augenkontakt mit ihm einging. Sie mieden ihn nicht, aber hatten es einfach nicht in sich, sich einem Mann mit so vielen Quetschungen zu stellen, weil die zwingende Frage ihnen immer auf der Zunge lang: " Was ist passiert?" Dennoch stellte Chuck fest, dass ihn niemand diese Frage fragen würde und dass er die Macht hatte, Leute zu entnerven, einfach indem er vor ihnen stand. Er konnte in diesem Geisteszustand alles tun. Und so...die Freiheit, die das war, hat Fight Club geboren.
[Quelle]: chuckpalahniuk.de

Mehr über ihn und seine Bücher kann man hier erfahren:

>>Klick<<

Jedes Buch von ihm lohnt sich. Aber anfangen würde ich entweder mit "Flug 2039" oder mit "Der Simulant".
 

Basti

Mr. Blonde
Er scheint ein guter Autor zu sein. Werde wenn ich mehr Zeit hab nach der Realprüfung, Fight Club lesen.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Also abgesehen von dem Film FIGHT CLUB kenne ich bislang nur die Bücher Flug 2039 und Das letzte Protokoll.

Flug 2039 ist verdammt gut - sehr ausgefallene Geschichte, die auch als Film Kultcharakter finden könnte. Auf was für Ideen Palahniuk kommt, das ist einfach durchgedreht. Es ist auch sehr interessant zu sehen, was für interessante Geschichten und Infos Palahniuk in seine Stories packt - zb wie man sich unter Adeligen zu Tisch benehmen muss, um die geheimen Regeln einzuhalten.

Das letzte Protokoll ist reichlich wirr, dürfte aber auch seine Interessenten finden. Als Film würde sich das meiner Meinung nach aber nicht so gut eignen.

Von ihm muss ich auf jeden Fall noch mehr lesen, und das mit Sawyer seh ich einfach mal als ehrvollen Wink richtung Palahniuk.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Ich will mir demnächst die alten Ausgaben von "Fight Club" und von "Der Simulant" kaufen. Sind recht selten und gefragt.
Und jeden Penny wert.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Original von Mickey Knox
Unterscheiden die sich denn von den Neuen?
Ich glaube, die neueste Ausgabe von Fight Club ist an den Film gelehnt. Kauf am besten bei Amazon - diese weisse Ausgabe mit den Filmrollen drauf - das müsste die echte sein.
Aber sicher bin ich mir nicht. Jedenfalls will ich die 1997er Ausgabe von Fight Club haben.

Und: Sein erstes Buch war eigentlich "Invisible Monsters", aber das war zu heftig für die Verleger. Sie haben es abgelehnt.

Und was auch noch gut ist: wenn du anfängst, ein Buch von ihm zu lesen, bist du geliefert. Du kannst nicht mehr aufhören.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Original von Phyrrax
Hab mir da der ja so toll sein soll(was ich wenn er Fightclub geschriben hat gerne glaube) habe ich mir heute Flug 2039, Lullabys und Fight Club ausgeliehen...aber da steht folgendes: Chuck Palahniuks Aus dramaturgischen Gründen wurde die Handlung des Romans an einigen Stellen geändert. Der Kanur Taschenbuchverlag wünscht viel Spaß mit dem Originalroman! Heißt das jetzt, dass das Buch an den Film angepasst (bzw. zensiert wurde) wurde oder ist es die originalversion ist bin ein bisschen verwirrt.
Das bezieht sich doch auf Fight Club, oder? Wenn ja, ist es die Ausgabe von 1999 mit den Bildern von Brad Pitt und Edward Norton? Wenn ja, dann glaube ich, dass es an den Film "angepasst" wurde.
Heute ist übrigens die Erstausabe von Fight Club bei mir angekommen, die ich bei ebay ersteigert habe.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Zu "Haunted"

Diese Rezension steht bei Amazon:

"Ach, die Jugend von heute liest ja so gut wie gar nicht mehr", lautet ein oft angestimmtes Trauerlied der aelteren Generation. Gebt ihnen Palahniuks neuen Roman "Haunted" zu lesen und ihr werdet sehen, was Literatur heute noch bewegen kann.

Der Autor von "Fight Club" wird mit seinem neuesten Werk die Leserschaft (mal wieder) spalten. Entweder man liebt es oder man hasst es. Einen Mittelweg gibt es nicht. "Haunted" enthaelt Passagen, die so ekelhaft und widerlich sind, dass der Leser beginnt, an der der geistgen Gesundheit des Autors zu zweifeln. Palahniuk festigt mit diesem Roman seinen Ruf als Totengraeber einer auf materiellen Reichtum und christlichen Werten beruhenden Gesellschaft.

Worum geht es? 16 Menschen folgen der Einladung des mysterioesen Mr. Whittier zu einem "Writers Retreat". Drei Monate voellig abgeschottet von der Aussenwelt und saemtlichen alltaeglichen Pflichten leben, um sich voellig auf das Schreiben von Romanen oder Kurzgeschichten zu konzentrieren. Doch leider ist Mr. Whittier ein total wahnsinniger Psychopath, der seine Kandidaten in einem hermetisch abgerielten Haus ohne Strom und Lebensmittel vor sich hinvegetieren laesst und ihnen sagt: Wenn ihr ueberleben wollt, muesst ihr euch selber verspeisen!
Doch die Verstuemmelungsorgie der Moechtegernschriftsteller gehoert noch zu den harmloseren Passagen des Romans. Wirklich atemberaubend sind die Berichte der einzelnen Personen, warum sie ihrem normalen Leben zu entkommen versuchen.

Schon die erste Geschichte von Saint Gut Free (der Heilige Eingeweiden-Lose) verstoesst nun wirklich gegen alle jemals aufgestellten Regeln des guten Geschmacks. Natuerlich soll hier nicht allzuviel verraten werden, ausser, dass die Absaugpumpe eines Schwimmbades und die Vorliebe des Herrn Gut-Free fuer Analmassagen eine wichtige Rolle spielen.

Es stellt sich die Frage: Was soll das?? Haben wir es hier mit den pubertaeren Gewalt- und Sexphantasien einer gestoerten Persoenlichkeit zu tun, oder dient die Gewalt nur als stilistisches Mittel, um dem Leser die Radikalitaet der Gesellschaftskritik schonungslos vor Augen zu fuehren? Die Antwort obliegt einzig und allein dem Leser, genauso wie die Entscheidung, ob man das Weltbild des Mr. Whittier teilt, oder nicht: "We love terrrorists. Hijackers. Dictators. Pedophiles. God, how we love the television news. The pictures of people lining up beside a long, open grave, waiting to be shot by another new firing squad [...] And we're born to suffer." (103 +
105)
Das hört sich ja echt heftig an.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Wow.. ich glaub, ich schau mir mal das englische Buch an (das ist schon raus).
 
J

jeremybentham

Guest
Original von Tyler Durden
Original von Basti of the Dead
Cool, den werd ich mir gleich Durchlesen :yeah:
Und nun? Hast du es gelesen?

Ich habe übrigens diese Kurzgeschichte "Guts" schon gelesen. Von der sollen ja über 60 (!) Leute in Ohnmacht gefallen sein. Und ich kann es verstehen - ich habe es erst beim dritten Anlauf geschafft, die Story zu Ende zu lesen, es ist wirklich nichts für schwache Nerven. Es tut weh.
oO

Ich glaub ich mach demnächst mal ne große Bestellung an Büchern.

Aber erstmal Bad Twin lesen :yeah:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
[url]http://img165.imageshack.us/img165/906/koloniexb1.jpg[/URL][/align]

Inhalt (Auf dem Schutzumschlag):
Siebzehn Autoren folgen der Einladung von einem Mann namens Mr. Whittier, zwölf Wochen lang in einer Künstlerkolonie zu leben und in dieser Oase der Kreativität ein Meisterwerk zu verfassen. Doch was wie das Paradies klingt, entwickelt sich schnell zu einer wahren Hölle: Die Kolonie ist ein altes Filmtheater ohne fließend Wasser, ohne Heizung oder Elektrizität. Auch Lebensmittel sind nicht ausreichend vorhanden. Und es gibt keine Fluchtmöglichkeit, da Mr. Whittier jeden Ausgang zumauern lässt, sobald die Schriftsteller eingetroffen sind. Drei Monate müssen die Männer und Frauen in diesem Gefängnis ausharren, Hunger und Durst ertragen, der Enge und der Dunkelheit trotzen. Ein Albtraum, dem keiner gewachsen ist und der schließlich die niedrigsten Instinkte der Eingeschlossenen weckt. Am Ende hat jeder nur noch ein Ziel vor Augen: das nackte Überleben...
So viel zur Rahmenhandlung. Aber das Buch enthält auch 23 Kurzgeschichten, die von den einzelnen (fiktiven) Autoren erzählt werden.

Kritik:
Nichts für schwache Nerven.
Die Rahmenhandlung wird mit der Zeit immer bizarrer und enthält immer mehr Splatter je weiter man liest. Die einzelnen Geschichten sind größtenteils auch sehr bizarr und schräg. Aber auch lustig. Und der Humor ist tiefschwarz. Wer also ansonsten nur žHerr der Ringe oder Dan Brown liest, sollte besser einen Bogen darum machen.
Der Schreibstil ist (wie immer bei Chuck Palahniuk) hervorragend, die Medien- und Gesellschaftskritik sehr kontrovers und kompromisslos. Und wie immer hat der Autor ein paar hübsche Überraschungen für uns parat.
Die Namen der Figuren sind auch nicht schlecht: Graf Schandmaul, Herzog der Vandalen, Reverend Gottlos, Killerkoch, Agent Plaudertasche, Miss Rotz usw. Ihre Geschichten sind sehr vielseitig Werwölfe und tödliche Fussmassagen, Hellseher und reiche Menschen, die ein Leben als Obdachlose führen, um einen Kick zu bekommen. Manchmal wird es ekelerregend (so wie bei der ersten Geschichte), manchmal nur noch lustig. Aber jede einzelne Geschichte hat mir gefallen von gut bis sehr gut.
Das Ende kommt ziemlich überraschend und unvorhersehbar. Ich bin mir nur nicht sicher, was ich von diesem Ende halten soll. Ich glaube, ich lese das Buch bald noch einmal.

Fazit:
Ein abgedrehter, kompromissloser, gesellschaftskritischer und bizarrer Horrortrip der Superlative.

10/10
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Mal ne Frage findet man im den Buch die eigentliche Geschihte und mittendrin wird dann immer mal wieder eine Geschichte der fiktiven Autoren eingefügt?
 
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