Clive Barker Sammelthread

Calibane

New Member
Hab mal kurz über die Seitenangaben geblättert.
Also in meiner Ausgabe kann man gaaaanz grob sagen, dass sie sich in einem Bereich von 50 Seiten pro Geschichte bewegen.
Ein paar kürzere Ausnahmen, aber oft auch eher bis ca. 60/70 Seiten. Aber so geschrieben, dass man es eigentlich relativ problemlos lesen kann.

Wäre das Thomas Mann, kannst du bei derselben Seitenanzahl vom 3-fachem Zeitanspruch sprechen. Barker geht aber eigentlich recht flugs.
Ich brauch mit Sorgfalt ungefähr 45 Minuten pro Geschichte, einfach drüber lesen geht sogar noch etwas schneller, wenn ich deine Frage mal etwas weiter interpretiere :wink: ...

Edit: Ups, zu langsam. -->schließe mich Priest an.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Original von Priest
@ Tyler: Hast du jetzt schon das 4. Buch? Wenn nein, soll ich weitermachen (kann aber ein paar Tage dauern)?
Du kannst ruhig weitermachen, ich werde mir wahrscheinlich erst Ende des Monats das dritte, vielleicht auch das vierte Buch kaufen. Also kannst du auch für die restlichen schreiben. :wink:

Und du hast gar nicht geschrieben, wie du die ersten Bände fandest. Muss ja keine lange Kritik sein, nur ein paar Worte/Sätze.:wink:
 

Priest

New Member
Endlich Wochenende und endlich den inneren Schweinehund überwunden :wink: . Jetzt also eine weitere Kritik von mir über den 4. Teil. Wieder wie beim 3. Teil eine kleine ----Spoilerwarnung---. Allerdings werden wieder keine entscheidenden Lösungen gegeben.
(Die Seitenanzahl in den Klammern gilt wahrscheinlich nur für meine Ausgabe ISBN oben)


Das Vierte Buch des Blutes (265 Seiten)


Das Leibregime (56 Seiten)
Man kann diese Geschichte ein wenig mit dem Film žIdle Hand vergleichen, allerdings sind von der Hauptperson beide Hände žbetroffen. Und dieses Problem hat nicht nur er¦
Was mir an dieser Geschichte so gut gefallen hat ist wie Clive Barker die žUnterhaltung der beiden Hände beschreibt. Eine klasse Idee, die einen auch zum Nachdenken anregt. Eine super Einstiegsgeschichte¦


Das nicht-menschliche Stadium (56 Seiten)
Ein Typ, dessen Hobby es ist, Knoten zu öffnen (es gibt schon komische Hobbys :wink: ) gelangt in Besitzt eines großen und fast perfekten Knotens, der von vielen kleinern Knoten gehalten wird. Natürlich muss er ihn sofort versuchen zu öffnen doch das hätte es besser nicht getan :finster: .
Der Autor beschreibt sehr gut Verlangen des Mannes, diesen Knoten zu öffnen. Man kann sich richtig in ihn hineinversetzten und man teilt auch mit der Zeit diesen Wunsch. Auch die Story an sich kann sich sehen/lesen lassen.


Offenbarungen (66 Seiten)
Hier eine schöne Geistergeschichte, die zum gruseln und auch zum amüsieren einlädt. Es geht um eine Frau, die mit ihrem Ehemann in ein Motel einkehrt in dem sich auch ein verstorbenes Ehepaar, dass seine letzte Reise wieder erlebt, žeingemietet hat.
Eheprobleme unter Geistern im Vergleich zu solchen unter Menschen - eine Story die echt Spaß macht zu lesen. Das Ende ist nicht wirklich vorhersehbar und lässt einen, obwohl das eine Horrorstory sein sollte, richtig schmunzeln. Eine gute Mischung :top:


Erscheine, Satan! (7 Seiten)
Die mit Abstand kürzeste Geschichte der Bücher. Um was es hier wohl geht? Richtig jemand versucht Satan ein Palast auf Erden zu bauen und ihn somit in unsere Welt einzuladen. Die ganze Story spielt noch vor oder etwas nach Christi Geburt und am Ende wünscht man sicht, dass die Geschichte etwas länger währe. Trotz (oder gerade wegen) dieser Kürze liest man sie sich aber gerne noch mal durch.
Eine klasse Idee. :top:


Das Zeitalter der Begierde (67 Seiten)
Hier geht es um ein Serum, dass einem Menschen injiziert wird und es (wie könnte es anders sein) ein paar Nebenwirkungen gibt¦.
Auch wieder eine gute Geschichte, die allerdings für mich beim ersten Mal lesen etwas zu verwirrend war. Dadurch war es auch schwierig, die Story in einem Schwung durchzulesen, da ich öfters zurückblättern musste. Aber beim 2.Mal wird die Story spätestens klarer :biggrin: .


Fazit: Ein super Buch, das auf jeden Fall eine bessere Mischung als die anderen Bücher hat. Es kommt sowohl Horror und Gewalt (vor allem bei der letzten Story) wie auch Humor (besonders bei žOffenbarungen) vor.
Meine Lieblingsstorys sind žOffenbarungen aber auch žErscheine, Satan!

Alles in Allem: 9/10 Punkten


@alle: Ich könnte es wahrscheinlich bis morgen schaffen auch zum 5. Buch eine Kritik zu schreiben, allerdings mal meine Frage: Wird das überhaupt erwünscht, oder sagt ihr, dass es jetzt langsam mal genug ist mit diesen Büchern :wink: .
Bitte ehrliche Antworten (ich lasse natürlich auch Kritik an meinem Schreibstil zu! :wink: )
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Original von Priest
@alle: Ich könnte es wahrscheinlich bis morgen schaffen auch zum 5. Buch eine Kritik zu schreiben, allerdings mal meine Frage: Wird das überhaupt erwünscht, oder sagt ihr, dass es jetzt langsam mal genug ist mit diesen Büchern :wink: .
Bitte ehrliche Antworten (ich lasse natürlich auch Kritik an meinem Schreibstil zu! :wink: )
Natürlich wird das erwünscht. Schreib auch die restlichen beiden. Dein Stil gefällt mir sehr gut. Ich hätte bei meinen beiden Büchern auch ein wenig auf den Inhalt eingehen sollen.
 

Priest

New Member
Jetzt also wie versprochen/angedroht der 5. Teil wieder mit ner ---Spoilerwarnung--- bla. bla, bla, ihr kennt das ja bereits :wink:


Das 5. Buch des Blutes (267 Seiten)



Das Verbotene (65 Seiten)

Eine Frau bricht in eine verlassene Wohnung ein um die Graffitis zu fotografieren, die dort hinterlassen wurden. Doch in dieser Wohnsiedlung geht es nicht mit rechten Dingen zu, aber das bemerkt die Frau zu spät¦
Diese mit 65 Seiten relativ lange Geschichte zieht sich leider zu sehr hin. Es kommt zwar zeitweise Spannung auf, doch diese verfliegt wieder recht schnell. Aus der Story hätte man echt was machen können, hätte man sie etwas gekürzt.


Die Madonna (66 Seiten)

Die Geschichte fängt ganz normal an. Ein Typ will ein altes Hallenbad umbauen und besucht dieses mit einem potentiellen Geldgeber. Da das Licht abgeschaltet wurde brauchen die Beiden eine Taschenlampe um sich in diesem riesigen Komplex fortbewegen zu können.
So. Eine super Ausgangslage. Jetzt noch einen Psychokiller der sein Unwesen treibt und die Story wäre fertig. Aber nicht bei Clive Barker, denn was dann folgt hat viel mehr mit ner Mischung aus Alptraum und Drogenrausch als mit nem 08/15 Horrorfilm zu tun.
Eine klasse Story, die man in einem Zug durchlesen muss und dabei aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskommt, denn was Clive Barker da niedergeschrieben hat, ist einfach unglaublich. :top:


Babels Kinder (50 Seiten)

Eine Frau macht Urlaub an der Ägäis in verfährt bei nem kleinen Ausflug ins Hinterland. Doch anstatt Hilfe zu finden wird sie Zeuge eines Mordes und darauf hin von nem Typen in Nonnentracht entführt. Sie findet sich in einem Komplex wieder, der von einer Gemeinschaft bewohnt ist, mit der wir alle (ohne dass wir es wissen) zu tun haben.
Nach der letzten Geschichte gönnt uns der Autor mal ne Pause, jedenfalls was den Horror angeht. In dieser Geschichte heißt es mitdenken. Denn auch diese Story ist recht Komplex und lädt auch nach dem lesen noch sehr zu nachdenken ein. Etwas unüblich ist die Story zwar schon, aber Clive Barker beweist, dass er auch etwas anders schreiben kann. :top:


Leibhaftig (82 Seiten)

Ein Gefängnisinsasse bekommt einen neuen Mitbewohner doch dieser steht mit einer Macht im Bunde, die alles andere als natürlich ist.
Viel kann man hier nicht verraten, sonst geht die Spannung verloren. Nur vielleicht, dass ein Teil der Handlung in der Wüste spielt. (Langweilig denkt ihr? Vielleicht ist das keine normale Wüste)
Ein schöner Abschluss für dieses Buch, dem noch etwas mehr Würze in der Spannung gut getan hätte. Man kann sagen, dass die letzte Story etwas zu solide geschrieben war, als man es von Clive Barker gewöhnt ist. Auch hier hätte man kürzen können.



Fazit: Das Buch bleibt insgesamt etwas hinter den Erwartungen zurück, die einem das 4. Buch gegeben hat Trotzdem ist dieses Buch auf jeden Fall lesenswert und das liegt größten Teils an žDie Madonna und žBabels Kindern, die zwar recht unterschiedlich, aber gut hintereinander zu lesen sind.
Aus dem Buch hätte man meiner Meinung nach viel mehr machen können, doch alleine der Schreibstil von Clive Barker tröstet darüber hinweg und macht zusätzlich noch Vorfreude auf das 6. Buch.
Also ich würde diesem Teil 6,5 von 10 Punkten geben.

---

Ich hoffe, dass die Kritik zum 6.Teil am Mittwoch folgt. Denn dann hab ich ENDLICH Ferien. :music:

Kritik? Verbesserungsvorschläge? Wird alles gerne genommen. :biggrin:
 

Mestizo

Got Balls of Steel
Original von Calibane
[...]
Hinsichtlich der Fantasie und teilweise Lovecraftschen Ausmaßen[...]
Was meinst du denn mit Lovecraftschen Ausmaßen? Hab hier die ersten beiden Bücher des Blutes, zwar nicht alle Stories gelesen, aber einen Vergleich mit Lovecraft würde ich in keinerlei Hinsicht ziehen wollen.
 

Calibane

New Member
Vergleiche kann man ja viele ziehen und mit Lovecraft sowieso, immerhin war er ja der erste, richtig große Horror-Autor und hat sicherlich das meiste was nach ihm kam beeinflusst und ich wette, das Barker Lovecrafts Werk vor den Büchern des Blutes kannte.

Aber, du hast Recht, man muss relativieren. Hab das etwas im ersten Überschwang geschrieben und Barkers Werk ist inhaltlich oft sehr anders ausgelegt.
Lovecrafts "Großen Alten" und dieser gigantsichen mythologischen Dimension stehen bei Barker eher die einzelnen Protagonisten im Mittelpunkt die in eine "abgefahrene" Situation verwickelt werden.

Mit Lovecraftschen Ausmaßen kann man aber sicherlich die starke Sprache sehen, die sowohl Barker und Lovecraft nutzen. Barker natürlich in sehr viel blutigeren, vulgären Bildern, aber nichtsdestotrotz eine gewichtige Sprache, die auch Lovecraft nutzt, wenn er versucht seinen "Cthulu"-Mythos bspw. in kraftvolle Umschreibungen zu setzen.

Zudem hat mich "Agonie der Städte" oder solche komischen Monsterkolonien wie im "Mitternachts-Fleischzug" oder in "Wüstenväter" schon an dieses Motiv von Lovecraft erinnert, der diese Monster in einer Form "Zwischenwelt" sieht, oder so ein riesiges, auf Tradition und Mythos beruhendes Ritual wie die kämpfenden Dörfer.
Nur Barker streut natürlich statt Mythos viel mehr "Lebensrealität" ein, in der Geschichte dann die beiden Schwulen vermischt mit Splatter, wo H.P. eher subtil, aber nichtsdestotrotz ebenso gigantös blieb.

Sollte man aber nich überstrapazieren, mir jedenfalls kommt bei Barker hin und wieder der Gedanke an Lovecraft, aber es gibt natürlich sehr markante Unterschiede :wink: .
 

Mestizo

Got Balls of Steel
Klar, da hast du schon recht, Vergleiche kann man immer ziehen, aber gerade der Vergleich mit Lovecraft erschien mir doch im ersten Moment ein wenig "unpassend".

Auch wenn Lovecraft einer der ersten Horror-Autoren war (ich persönlich bevorzuge im Zusammenhang mit Lovecraft das Wort Grusel :wink:), sind die Werke doch so unterschiedlich gewichtet wie es gerade noch so in einem Genre möglich erscheint.

Lovecraft verwendet eine deutlich subtilere Gangart und exzessive Beschreibungen von Gewalt kommen in der Regel gar nicht vor. Die Sprache ist (gerade im Englischen) sehr füllig und lebendig und spiegelt eine wunderbare Atmosphäre wider, dass ist sicherlich auch bei Barker in gewissen Werken der Fall, denn unter Phantasie-Mangel leidet der Herr sicherlich nicht, trotz alledem würde ich den Vergleich zwischen den beiden Genre-Vertretern eher scheuen wollen.

Aber danke für die Erklärung, hätte halt nie erwartet Lovecraft und Barker in einem Satz vorzufinden. :wink:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Original von Mestizo
Lovecraft verwendet eine deutlich subtilere Gangart und exzessive Beschreibungen von Gewalt kommen in der Regel gar nicht vor...
Zu Lebzeiten von Lovecraft gab es gar keine exzessive Gewaltdarstellung in den Büchern. Das kam erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wenn ich mich nicht täusche. Wenn man in den 20ern oder 30ern sowas wie Bücher des Blutes geschrieben hätte, wäre man auf dem Scheiterhaufen gelandet :biggrin: Ich übertreibe natürlich, ich will nur sagen, dass es damals noch ganz anders war.

Ich würde schon sagen, dass da gewisse Ähnlichkeiten bestehen. In der Originalität ihrer Ideen, in der Mischung aus Fantasy und Horror. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass Clive barker der moderne Lovecraft ist. Wobei ich eigentlich Vergleiche von Künstlern vermeide.

@ Priest: Wieder schöne Kritik. Diesen Monat habe ich mir schon drei Bücher von Barker geholt (Hellraiser, Abarat, Spiel des Verderbens), also werde ich mir die Bücher des Blutes 3-6 wohl erst nächsten Monat kaufen.
 

Mestizo

Got Balls of Steel
Unabhängig davon ob es zu Lovecrafts Zeiten bereits Gewaltdarstellungen in der Literatur gab oder nicht, ist der Schreibstil von Lovecraft ein vollkommen anderer als der Barkers. Natürlich hängt das auch mit der Zeit zusammen, trotz alledem würde der gewählte Stil Lovecrafts kaum mit einer Darstellung von Brutalität mit einhergehen, dafür arbeiten seine Geschichten auf einem ganz anderen Level.

Von dem eigenen Stil den Barker einläutet bzw. eingeläutet hat, könnte man ihn vielleicht als Lovecraft der Neuzeit bezeichnen. Ich persönlich würde aber einen Lovecraft eher mit einem Poe vergleichen wollen bzw. den anderen Leuten die auch Werke zum Cthulhu-Mythos beigetragen haben.

Ich kann mich mit dem Vergleich einfach nicht anfreunden, weiss auch nicht wo das herrührt.
 

Calibane

New Member
Sagen wir mal so. Ein Vergleich muss ja nicht heißen, dass sie gleich sind. Natürlich ist Poe näher an Lovecraft, ich sehe halt hier und da mal eine kleine Parallele, aber die Liste der Unterschiede (was ja viele Vergleiche auch beinhalten sollen) wäre sicherlich größer.
Will mich da auch gar nicht so dran aufhängen, selbstverständlich gibt es diese schriftliche Gewaltdarstellung bei Lovecraft nicht so explizit, aber das würde auch wahrlich nicht zu ihm passen.

Zumindest haben Barker und Lovecraft in diesem Genre ein ähnlich riesiges Fantasie-Potential und beide setzen auf sprachlichen Bombast, nur Barker halt 60 Jahre später.
Und letztlich führt dies zu einer Qualität, die sich meiner Meinung nach mit der der Werke Lovecrafts messen lässt, wenn natürlich auch, und das betone ich erneut, um Missverständnissen vorzubeugen, beide einen anderen Ansatz bzw. Hintergrund haben, aber dabei teils stilistisch und, bei Barker mehr hintergründig, bei Lovecraft zentral, inhaltlich ähnliche Motive einarbeiten, wo ich hier und da mal, wie oben beschrieben, daran denken musste.
 

Priest

New Member
So. Erst einmal sorry, dass ich meine Ankündigung, diese Kritik gestern abzuliefern, vergessen hatte .
Jetzt aber ohne Umschweife, außer, wie immer, bla, bla ----Spoilerwarnung--- bla, bla, mitten hinein in


Das 6. Buch des Blutes (246 Seiten)

Das Leben des Todes (53 Seiten)
Eine Frau wird von einem schweren Schicksalsschlag getroffen; ihr muss die Gebärmutter entfernt werden. Doch die Trauer hält nicht lange an, da sie auf eine Ausgrabung an einer Kirche aufmerksam gemacht wird. Da dies sie sehr interessiert, erkundet sie die Krypta, die man bei dieser Ausgrabung entdeckt wurde. Doch dort findet sie nur eine archäologische Besonderheit, die man allerdings besser nie entdeckt hätte.
Eine mittelmäßige Geschichte die zwar nicht zum lesen anregt, dies aber auch nicht verhindert. Die Story ist zwar teilweise echt gut, aber einen Logik-Test würde sie nicht bestehen. Dennoch kein unpassender Einstiegstext.


Wie Schänder bluten (48 Seiten)
Der Titel klingt nach einem Rachefeldzug? Ist es auch.
Diese Story spielt im Regenwald, in dem ein paar Amerikaner, mit einer Landbesitzurkunde in der Hand, die eingeborene Bevölkerung vertreiben wollen. Doch diese sieht es, zu Recht, nicht ein, das Land ihrer Väter verlassen zu müssen. Und der Medizinmann hat ein paar Flüche auf Lager¦
Eine Mischung aus Abenteuer und Horror, in der Clive Barker mal wieder zeigen kann, was er drauf hat. Hier gibt er eine Antwort auf die Frage: žWie gut kann man das Sterben an Krankheiten beschreiben? Sehr detailliert!


Festungsdämmerung (52 Seiten)
Nun, was soll man hierzu schreiben? Ein russischer und ein britischer Agent verwandeln sich mitten in West-Berlin in Werwölfe. Klasse Story? Würde ich eher nicht sagen. Hier wird mehr Wert auf das Verwandeln an sich gelegt, als auf die Auswirkung auf die Menschheit. Die ganze Story bricht dann auch, wenn man das Gefühl hat, dass es jetzt richtig losgeht, einfach ab.
Aus der Grundidee hätte ein Clive Barker mehr machen müssen. Diese Geschichte ist für mich eine Art Pause zwischen zwei wirklich guten Storys.


Die letzte Illusion (80 Seiten)
Um welche Berufsgruppe wird es hier wohl gehen? Richtig um die der Magier.
Allerdings nicht die Merlin-Abteilung des Mittelalters, sondern um solche wie David Copperfield. Leider stirbt der Magier, in dem es in der Geschichte geht, gleich zu Beginn. Aber keine Angst, man hat noch oft mit ihm zu tun, denn er hatte einen Pakt mit der Dunklen Seite und diese will nun ihren Anteil einfordern. Doch das soll ein Privatdetektiv verhindern.
Ein Super Abschluss für die Hauptgeschichten. Ganz klar die beste Story in diesem Buch und die Lesezeit vergeht wie im Fluge. Gute Story, klasse umgesetzt und mit super Ideen bestückt. :top:


Das Buch des Blutes (Ein Postskriptum) Auf der Jerusalem Street. (6 Seiten)
Jep. Eindeutig etwas zu lang geraten, die Überschrift. Außerdem fragt man sich, was jetzt noch als endgültiger Abschluss kommen kann. Na? Richtig. Eine Geschichte ist noch nicht zu ende. Und zwar die aller erste: žDas Buch des Blutes. Allerdings ist die Geschichte so kurz, dass man nichts schreiben kann, ohne was Wichtiges zu verraten. Nur eines: die Bücher haben einen würdigen Anfang und ein genauso würdiges Ende.


Fazit: Auch wenn dieses Buch nicht das beste der Reihe war, so kann man doch noch eine kleine Steigerung gegenüber seinem Vorgänger erkennen. Die besten Storys sind žDie letzte Illusion und žWie Schänder bluten. Auch das abschließende Geschichte der Reihe kann sich lesen lassen.
Also hier 7 von 10 Punkten.


Bezogen auf alle Bücher kann man nur sagen: Diese Reihe darf einfach nicht im Bücherregal fehlen. Alleine schon der Schreibstil von Clive Barker ist faszinierend. Eine klasse Serie!!! :yeah:
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
@ Priest: Tolle Kritik!

Am interessantesten finde ich die Beschreibung von "Wie Schänder bluten". Und ich will natürlich auch wissen, wie die "Hauptgeschichte" um das Buch des Blutes ausgehen wird.
Aber zunächsteinmal muss ich mir noch die Bücher 3-6 zulegen.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Hab jetzt mal das erste gelesen und bin so halb-halb zufrieden.

- Das Buch des Blutes -
gefiel mir nicht wirklich, eher ein Intro der langweiligeren Sorte.

3 / 10

- Der Mitternachts-Fleischzug -
sehr gut geschrieben und inhaltlich sehr interessant und spannend. Hat mir sehr gut gefallen, im Endeffekt hätte ich das auch gern in längerer Form gelesen.

8 / 10

- Das Geyatter und Jack -
Tolle Geschichte, sehr lustig und amüsant.

7 / 10

- Schweineblut-Blues -
Ich weiss nicht so recht. Zum einen schon originell, zum anderen aber vielleicht zu abgefahren. "geht so" würde ich mal sagen.

4 / 10

- Sex, Tod und Starglanz -
Das ist also die berühmte Sex, Tod und Starglanz Story von Clive Barker. Gefiel mir nicht. Zu träge, zu wenig los, zu langweilig.

2 / 10

- Im Bergland: Agonie der Städte -
Abgefahrene Geschichte, deren Höhepunkt allerdings nicht entschuldigt, das der Weg dorthin und auch der Schreibstil nicht übezeugen können. Schade eigentlich.

2 / 10
 

Paddywise

The last man
[url]http://img212.imageshack.us/img212/3669/clivebarkercabalrr6.jpg[/URL]

Inhalt - Boone weiß nicht mehr was er glauben soll. Sein Psychiater Dr. Decker behauptet er wäre für eine Mordserie verantwortlich.Irgendwie will Boone nicht so wirklich an seine Schuld glauben und flieht nach Midian. Dort wird er von Monstern angegriffen. Als er aufwacht muss er feststellen dass er selbst zu einem der Monster geworden ist. Doch damit hat der ganze Schlamasel erst angefangen.

Kritik : Hatte davor außer ein paar Kurzgeschichten noch nichts von Clive Barker gelesen. Deswegen bin ich fast unvoreingenommen an das Buch rangegangen. Sehr schnell hatte ich mich eingelesen. Die Geschichte ist zwar nicht neu aber interresant geschrieben.Zwar sind an ein paar Stellen kleine Hänger aber bei der Kürze des Buches fällt das nicht ins Gewicht. So werden mit der Zeit die Monster sympatischer, und die Menschen werden auch mit Fehlern dargestellt sodass ein merkwürdiges Gleichgewicht herscht. Einige von Clive Barkers Formulierungen lassen einen Stellenweise laut auflachen. An manchen Stellen ist der Humor aber merkwürdig platziert. Das hat mir aber nichts ausgemacht da ich über solche kleinen Ungereimtheiten leicht wegsehen kann.

8 von 10 Propheten

für den schrägen Fantasy/ Horror Mix
 

Orga

New Member
Das Buch ist sehr spannend erzählt und es hält einige Überraschungen parat.
Man kann sich die Geschöpfe der "Brut der Nacht" gut vorstellen (die wenigen, die beschrieben wurden).

Ist für mich das beste Buch bis jetzt und um einiges besser als der Film.

Ich gebe dem Buch: 9,3/10 Punkte.
 

Orga

New Member
Ich habe die Bücher des Blutes 1 - 3 gelesen (die Neuauflagen), da es noch keine News zu den anderen 3 gekommen ist, habe ich mir die Bücher des Blutes 4 - 6 von 2003 bestellt.

Zu den Büchern, die ich kenne:

Für alle drei Bücher allgemein gilt erstmal: Tolle Geschichten, gut geschrieben und spannend.


1: 9/10

2: 8,6/10

3: 8,8/10
 

Deathrider

The Dude
Ich bin jetz auch schon eine Weile an den Büchern des Blutes und kann jetz eigentlich von keiner Geschichte die ich bisher gelesen habe ("Jacqueline Ess: Ihr Wille, Ihr Vermächtnis" derzeit) sagen dass sie langweilig oder nicht zumindest interessant oder abgefahren ist. Lese die Geschichten mit Begeisterung und obwohl ich ein ziemlich lahmarschiger Leser bin, fliegen die Seiten nur so.
Allerdings muss ich sagen, die Übersetzung ist nicht immer ganz einwandfrei und eindeutige Fehler im Satzbau hab ich auch schon ein paar gefunden (und wenn ich die schon finde, soll das was heißen). Allerdings schmälert das nicht im geringsten den bisher hervorragenden Gesamteindruck.
 
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