Der Vorname ~ Sönke Wortmann verfilmt franz. Komödie neu

TheRealNeo

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Teammitglied
Ja DER VORNAME gab es bereits. Als französische Komödie im Jahr 2012, welche wiederum auf einem Bühnenstück basierte.
Dies erklärt auch den kammerspielartigen Aufbau des Films in und um ein Haus, in dem sich befreundete Pärchen über den Namenswunsch für einen Erstgeborenen streiten.

Trailer

Mit Florian David Fitz, Christoph Maria Herbst, Justus von Dohnányi, Janina Uhse, Iris Berben, Caroline Peters
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Dürfte hierzulande nochmal anders wirken hinsichtlich des Themas. Habe das Original aber noch nicht gesehen.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Ja es gibt auch gute deutsche Komödien und dazu kann man gut und gerne DER VORNAME dazuzählen. Mit Vorbehalt versteht sich.
Ich kenne leider den französischen Originalfilm nicht, geschweige denn das Theaterstück auf dem auch dieser basiert, doch ein Blick in den Trailer verrät schon, dass Sönke Wortmann und sein Team sich teilweise sehr bedient haben bzw. es keine größeren Veränderungen gab, was die Figuren oder ihre Konflikte betrifft. Nimmt man mal die zeitgeschichtlichen Bezüge bei Seite. Doch sind es eigentlich genau diese, die DER VORNAME dann neben einem GOTT DES GEMETZELS schlechter da stehen lassen. Kann man dem Roman Polanski Film bzw. wiederum dem vorlagegebenden Theaterstück eine gewisse Universalität bei seinem Themen attestieren, so darf zu befürchten sein, dass Sönke Wortmann da mit seinem Film weniger Glück hat und schnell zu einem Film über seine Zeit zu werden, der in 2-3 Jahren thematisch schon schnell gealtert sein wird.
Ein weiterer Malus, des ansonsten wirklich unterhaltsamen und kurzweiligen Films, ist zudem sein Umgang mit den Konfliktfeldern, die aufgemacht werden. Das liegt schon allein an den Figuren, die eben alle dem gut situierten, gehobenem Mittelstand entstammen. Womöglich auch das Kinopublikum, das der Film ansprechen möchte. Es fällt die AFD, genauso wie die Flüchtlingskrise. Man spricht es mal an, doch am Ende ist alles wieder gut, denn eigentliche Probleme haben die Figuren eigentlich nicht, die irgendwie ihren Alltag verändern sollten. Man echauffiert sich bei einem Glas Wein über die Probleme der Welt, doch so wirklich betrifft es einen dann doch nicht. Das ist womöglich der größte Vorwurf, den man dem Film machen kann. Er will doch eben nur unterhalten und den Zuschauer mit einem guten Gefühl aus dem Saal entlassen. Er will nicht zu politisch, kritisch oder zynisch werden. Das ist schade, aber konnte man das bei Sönke Wortmann auch groß erwarten?
 
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