Also erstmal ist der Verfassungsschutz dafür zuständig, die Verfassung zu schützen (wie der Name schon sagt) und die ist hierzulande nunmal demokratisch und freiheitlich, wie es im Paragraphen 21 des Grundgesetzes steht.
Wenn eine Partei nicht nach diesen Werten bei diesem Verfassungsorgan eingestuft wird, wie es bei der AfD jetzt der Fall ist, dann gehört diese Partei verboten. Punkt. Meinungsfreiheit hin oder her - und die ist hierzulande wirklich wohlwollend gegenüber dem Bürger eingestellt, was in anderen Ländern nicht der Fall ist - darf diese nicht durch eine Partei bedroht werden, die jetzt nachweislich als "gesichert rechtsextrem" eingestuft wurde. Und nicht von irgendwem, sondern vom Verfassungsschutz. Ein Verbotsverfahren MUSS hier jetzt in die Wege geleitet werden, sonst kann man auch gleich auf Demokratie pfeifen.
Und das hat sicher nichts mit irgendwelchen Intrigen oder Verschwörungstheorien zu tun. Wer den Verfassungsschutz in Frage stellt oder dessen Ergebnisse, kann auch gerne auswandern und sich woanders ein Land suchen, in dem freiheitliche, demokratische Rechte höher gewertet werden. Bitteschön, euch steht die ganze Welt offen.
Ein Verbot der AfD ist in meinen Augen derweil überfällig und dazu muss man gar nicht einzelne Aussagen diverser Parteimitglieder anschauen. Mir reicht da ein Blick ins Parteiprogramm, welches beim letzten Wahl-o-maten bei mir unter - sind wir freundlich - 10% gelandet ist. Wirtschaftlich wäre eine Umsetzung ein Super-Gau, aber allein die Isolationspolitik zusammen mit der Migrationspolitik unterstreicht schon, worauf diese Partei es absieht. Klar, es gibt immer noch Umfrage-Institute, die die Partei bei 30% oder mehr sehen - aber hat sich mal jemand gefragt, weshalb es überhaupt so viele Umfragen kurz nach der Wahl gibt und weshalb die auf solche Ergebnisse kommen? Ich will nicht sagen, dass die nicht unabhängig agieren (wie der Verfassungsschutz), aber wenn mir etwas auffällig anrüchig vorkommt, sind es "unglaublich hohe Zahlen für eine Partei, die noch vor etwas mehr als zwei Monaten gut 10% niedriger lag".
Ich hoffe jedenfalls, dass die Tatsache der neuesten Meldungen den gewöhnlichen AfD-Wähler mal zum Nachdenken bewegt und ins Parteiprogramm schauen lässt. Daraus lässt sich schon vieles erschließen, wenn man es mal ein wenig hinterfragt.
Unsereins ist mit der jetzigen Regierungsstellung übrigens nicht glücklich. Wie auch, das wirkt wieder zusammengeschustert und somit nicht von langer Zukunft. Aber es ist ein demokratisches Ergebnis und sollte die AfD nicht verboten werden und irgendwann mal an der Macht sein, bin ich sicher der erste, der dieses Land verlässt. Wäre mir nicht neu, da ich bereits mehrere Jahre im Ausland gelebt habe - damals aus beruflichen Gründen. Ich werde jedenfalls nicht dabei sein, wenn eine gesichert rechtsextreme Partei hier die Macht erlangt, Fremdenhass predigt, D isoliert und das Land mit ihrer Wirtschaftspolitik in Schutt und Asche lenkt.
Und oh ja, es gibt natürlich immer "Gründe", um die AfD zu wählen. Aber wenn man denn mal nachbohrt, was diese Gründe sind, kommt da immer nur die Antwort "weil die anderen es nicht schaffen", "weil die anderen uns nicht weiterbringen und den Karren nur noch weiter in den Dreck fahren". Ist das wirklich so? Ich glaube nicht. Ich glaube vielmehr, dass die aktuellen, sozialpolitischen Probleme sich nicht einfach lösen lassen und sehr viel herausfordernder sind, als viele glauben. Es gibt keine einfache Lösung für das (angebliche) Migrationsproblem, es gibt keine einfache Lösung für Inflation, Wirtschaftskrise und dergleichen. Umwelt? Dieses Problem lässt sich tatsächlich noch lösen, aber dafür muss jetzt was getan werden, nicht später.
Aber nuja, darf gerne jeder eine andere Meinung haben als ich. Ist in einer Demokratie ja so, dass man andere Meinungen nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern irgendwie anerkennt und versucht, nachzuvollziehen. Bei AfD-Anhängern - ob nun hier im Forum oder bei meinen Nachbarn - sehe ich das aber nicht. Also, keine Ahnung, weshalb man eine solche Partei - noch zudem nach den letzten Erkenntnissen - unterstützen kann oder sich direkt wie indirekt dafür äußert. Im Gegenteil, es ist dumm, deren Parteiprogramm für lösungsweisend oder gar richtig zu erachten. Und das nicht nur seit letztem Freitag.
Clive out.