Deutsche Politik in der Diskussion

Woodstock

Z-King Zombies
Warte! Wir leben gar nicht in einer Demokratie? Das muss mir durch die vielen Wahlen an denen ich teilnehme entgangen sein... :mellow:

@Joker
Ich persönlich hätte nichts gegen jemand neues als Kanzler. Kaiserin Merkel war lange genug dran und bisher sehe ich wirklich nur Schulz als Alternative. Ach was rede ich?! Gottkaiserin Merkel stirbt im Amt an Altersswäche.

Was mich aufregt ist diese ganze Schulzzug-Debatte. Nur weil ich jemanden auf Bundesebene gut finde, heißt es nicht, dass ich seine Partei auf Landesebene wählen muss, wenn mir der lokale Vertreter nicht gefällt.

Die Leute dürfen nur nicht den Fehler machen anzunehmen, dass die SPD viel reißen wird, wenn der Bund rot ist und alle Länder schwarz. Da gibt man aber dann wieder der SPD die schuld, wählt sie ab und setzt die CDU dran. Wahrscheinlich dann Kanzerlin van der Leyen und fragt sich warum sie nur scheisse baut und sich nichts ändert! :headbash:
 

Constance

Well-Known Member
Ganz einfach. Demokratie heißt Herrschaft des Volkes, und nicht Herrschaft durch Vertreter des Volkes. Per Definition ist das nur eine indirekte Form der Demokratie. Und bitte sagt jetzt nicht, dass die Mandate durch das Volk gewählt werden und somit all ihre Wähler zu 100% vertreten. Das ist unmöglich. Genauso wie reiner Kommunismus und echte Demokratie unmöglich sind: Denn dann müsste jede Entscheidung per Volksabstimmung entschieden werden und als ob das bei den vielen Hirnlosen so erfolgreich wäre... :biggrin:
Dennoch sollte man sich darüber stets bewusst sein: den Löffel gibt es nicht.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Constance schrieb:
Ganz einfach. Demokratie heißt Herrschaft des Volkes, und nicht Herrschaft durch Vertreter des Volkes. Per Definition ist das nur eine indirekte Form der Demokratie. Und bitte sagt jetzt nicht, dass die Mandate durch das Volk gewählt werden und somit all ihre Wähler zu 100% vertreten. Das ist unmöglich. Genauso wie reiner Kommunismus und echte Demokratie unmöglich sind: Denn dann müsste jede Entscheidung per Volksabstimmung entschieden werden und als ob das bei den vielen Hirnlosen so erfolgreich wäre... :biggrin:
Dennoch sollte man sich darüber stets bewusst sein: den Löffel gibt es nicht.
*meckert das wir nicht einer per Definition unmöglichen Staatsform leben*

:facepalm:
 

Revolvermann

Well-Known Member
@Constance
Demokratie ist aber nunmal genau das. Die Herrschaft durch gewählte Volksvertreter. Auch wenn es das nicht wörtlich heißt. :rolleyes:
Die Erde ist auch unbestreitbar real obwohl sie größtenteils mit Wasser bedeckt ist und nicht bloß aus "Erde" besteht.
Wörter werden von Menschen definiert. :wink:
 

Woodstock

Z-King Zombies
Letzteres scheitert sowieso vorm Verfassungsgericht oder bei der EU.

@Ehe für alle
Ehe für alle beschlossen. SPD, Linke und Grüne votierten geschlossen dafür, der like Flügel der CDU hat mitgezogen - Merkel stimmte dagegen.


Mein erster Gedanke: Das kann sie die Wahl kosten! Allerdings hätte ein "Ja" ihr vermutlich den Rückhalt in der Partei gekostet. Bis zur Wahl kann sie versuchen diesen Spd/linke/grün-Sieg auszugleichen aber den Rückhalt in der Partei zu verlieren, würde sie jetzt schon empfindlich stören.

Merkel rechnet mit dem üblichen Kurzzeitgedächtnis der Wählerschaft. Riskant aber die Rechnung kann durchaus aufgehen. Die Stimmen der LGBTQ(und was noch alles)-Community geht aber wohl in die Schulzregion.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Ich freu mich für alle schwulen und lesbischen BG Leser, dass sie da endlich offenere Türen haben. Hat ja auch lang genug gedauert. Jetzt kann eine Frau endlich sagen, sie habe eine Frau und ist verheiratet, nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Das klang doch immer arg separierend speziell.

Es gibt auch keine sinnigen Kontra-Argumente, und "nicht gönnen" oder "nicht wahrhaben wollen" zählen nicht.
 

nachoz

New Member
Freut mich ebenfalls für alle Betroffenen.
Dennoch muss man einfach sagen: Kaum Jemand der dort abgestimmt hat interessiert das Thema überhaupt.

Für die SPD war es lediglich ein Druckmittel und ein Imagegewinn.
Für Merkel war es einfach nur Strategie.
Sie wollte mal wieder mit leeren Sätzen ihr Ansehen steigern. Ganz nach dem Motto "oh cool schau mal unsere Kanzlerin ist sogar bei dem Thema offen und nimmt sich einer Minderheit an, welche gehört werden will."
Wie sie wirklich über das Thema denkt kann man nach dem nein-vote höchstens erahnen. Denn wie so oft beweißt sie, dass eine Fahne im Wind ist. Keinen Plan oder Haltung. Wie bei alle Themen.
Glücklicherweise ist das Spiel diesmal nicht gut gegangen.
 

HurriMcDurr

Well-Known Member
@nachoz:
Der innere Zyniker sagt zwar so Sachen wie, dass Merkel bloß noch die SPD fix um ein potentielles Wahlkampfthema erleichtern wollte, auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass sie die Durchsetzung eines Gesetzesentwurfes, der von der Bevölkerung mehrheitlich gefordert wurde, entgegen ihrer persönlichen Überzeugung ermöglicht hat - und das ist doch eigentlich genau das was Volksvertreter tun sollten, oder?
 

nachoz

New Member
So wie ich das sehe, gab es diesen Entwurf bereits seit 2015. Das Thema selbst ist wohl sogar noch älter, wenn man einigen CDU(!) Politikern glauben darf.
Und wie schnell man so eine "Gewissensentscheidung" hätte durchbringen können, haben wir eben gesehen.
Außerdem wurde von mehreren Stellen bestätigt, dass das Thema für die nächste Kanzlerzeit vorgesehen war, wo es - sind wir mal ehrlich - wieder unter den Teppich gekehrt worden wäre...

Sorry, aber man muss nur Google anwerfen um die Widersprüche und Planlosigkeit von AM enttarnen zu wollen.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Ich bin auch froh für alle die es wollen aber es ist eine Wahlkampfaktion und hat gleichzeitig über Heiko Maas Netzdurchsetzungsgesetz hinweggetäuscht. Dieses Gesetz ist eindeutig ein Problem für die Meinungsfreiheit und darf nicht untergehen.
 

nachoz

New Member
Munter, bunter, Heiterkeit was da los ist mit dem Dieselgate.

Tja, jetzt sind die ersten Beschlüsse gefallen und sie sind - für mich zumindest - ziemlich ernüchternd.
Am schönsten ist eigentlich der Absatz:

"Gastgeber waren Verkehrsminister Alexander Dobrindt(CSU) und seine Umweltkollegin Barbara Hendricks (SPD). Aus dem Kabinett waren noch Brigitte Zypries(SPD/Wirtschaft) und Johanna Wanka (CDU/Forschung) dabei. Dazu kamen neun Ministerpräsidenten: einerseits aus den Autoländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland - anderseits aus den Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit hoher Luftverschmutzung.

Für die Branche nahmen die Chefs von Volkswagen, Porsche, Audi, Mercedes, BMW sowie Opel und Ford in Deutschland teil. Am Tisch saßen außerdem Städtetag, IG Metall und die Arbeitgebervereinigung BDA. Umwelt- und Verbraucherverbände mussten draußen bleiben."


Da sieht man anhand der Gäste wohin die Reise geht.
Grundsätzlich muss man natürlich aufpassen nicht zu sehr in Rage zu kommen. Immerhin hängen etliche Jobs an dem Skandal. Und es sind die Arbeitnehmer welche am Ende wieder dafür ins Gras beissen müssen, sollte es der Automobilbranche richtig an den Kragen gehen.
Nachvollziehen kann ich diesen Deal dennoch nicht. Ein Software Update bringt also die Autos wieder auf Vordermann. 50-100 Euro soll das kosten. Da fragt man sich schon, wieso dieses nette Update nicht von Anfang an im Auto dabei war und die 100€ irgendwie am Fahrzeugpreis abgebildet worden sind. Aber ok.
25-30% Stickoxid soll dadurch gesenkt werden. Die Ersten rufen schon, dass das besonders in Berlin, Hamburg, Ruhrpott ein Witz ist. Aber ok.
Wie ein Software Update die Hardware dermaßen optimieren und quasi ersetzen soll steht auch noch etwas in den Sternen. Aber ok.

Unterm Strich kotzt es mich dennoch an.
Die Top Manager, Vorstand und Geschäftsführer kriegen nicht mal ein blaues Auge. Und wenn doch, wird es auf die Belegschaft abgewälzt. Die 10 Mio. Jahresgehalt müssen ja weiterhin drin sein...ist klar....

Wie seht ihr das Thema?
 

DoubleD.01

Well-Known Member
Ich bin da absolut bei dir.
Das, was die Unternehmen da gemacht haben, ist Betrug. Ende.
Wenn ich meine Frau betrüge, hat das andere Konsequenzen. Die Manager halten still und sitzen das einfach aus.
M.E. sollten die mit Ihrem Privatvermögen ran. Oder wirklich in den Knast. Denn, die verdienen so viel Geld weil sie eben der Kopf der Schlange sind und selbigen halt auch hinhalten müssen wenn Scheiße gebaut wird.

Das beste ist aber, dass die "Diesel-Affäre", abgesehen von VW Aktienkurs, wohl fast gar nicht (mehr) in den Verkaufszahlen messbar ist...
 

Schneebauer

Targaryen
ja hängen sollte man sie!!

Das warum liegt doch auf der Hand. Die Softwareupdates verringern zwar den Schadstoffausstoß, erhöhen aber Verbrauch und senken Leistung. Beim Endverbraucher zählt mehrheitlich aber immer noch mehr Leistung und weniger Verbrauch > Ökologischer Fußabdruck.

Und in den "Führungsriegen" ist es aktuell alles andere als still - nur weil das nicht auf den Titelseiten von SOPN und BILD steht, heißt das nicht, dass die alle in einem Konferenzraum sitzen und mit Cognac anstoßen...
 

nachoz

New Member
Etwas weniger Überspitzung und mehr Inhalt würde deinem Beitrag gut tun.

Ist die Wirksamkeit von der Software bereits erwiesen und langfristig getest? Wäre mir zumindest neu.
Angeblich soll die Software weder Leistung noch Verbrauch beeinflussen. Bild lese ich nicht. Aber neben SPON habe ich auch auf keiner anderen Nachrichtenseite dazu etwas gelesen.
Woher also diese Behauptung?
 

00Doppelnull

Statussymbol.
Man sollte dazu sagen, dass Umweltverbände und sonstige zivilgesellschaftliche Organisationen im normalen Fall von solchen Verhandlungen zwischen Staat und Industrieakteuren ausgeschlossen sind. Die demokratisch gewählte Regierung sollte einerseits bereits indirekt den Volkswillen repräsentieren. Und mehrere verschiedene Akteure mit gänzlichen gegensätzlichen Zielen an den Tisch zu holen, ist bei so einem Prozess auch nicht besonders zielführend, wenn man überhaupt ein Ergebnis erreichen will. Ersteres ist in diesem Fall natürlich echt fragwürdig - es gibt zahlreiche Ministerpräsidenten, die in der Rolle des Lands als Anteilseigner, im Aufsichtsrat der großen Automobilhersteller sitzen. Ebenso gibt es seit Jahrzehnten fleißigen Personaltausch zwischen Autobranche und Politik. Das muss jetzt nicht immer Korruption bedeuten, wirft aber zumindest einen dubiosen Schatten auf das Ganze. Und letzteres, dass man zeitnah zu einem Ergebnis kommen will, stellt natürlich auch immer die Frage, ob die rasche Abhandlung der Affäre vom Volk überhaupt gewünscht wird. Ich mein, ich als Privatperson, ich würde die Automobilhersteller dafür gern lange bluten sehen. Ich find das war eine ganz schön peinliche Sauerei, die da abgezogen worden ist. Systematisches, von Gier getriebenes Fehlverhalten. Aber aus Volkswirtschaftlicher Sicht sieht das ganze anders aus. Klar - jetzt kommen schon einige um die Ecke, die sagen: Der Abgas-Skandal schadet der Wirtschaft jetzt noch mehr und so weiter. Aber wird der Image Schaden wirklich soviel schlimmer sein, wenn man mit einem blauen Auge davon kommt, als die Kosten, die für die Automobilbranche durch eine harte Abstrafung entstehen? Und würde ein härter Beschluss an diesem Image Schaden noch irgendetwas ändern? Die Automobilbranche ist noch immer ein wichtiger Wirtschaftszweig für den sekundären und tertiären Sektor in Deutschland. Vor allem weil sie auch immer noch tatsächlich in Deutschland produzieren. Wer weiß, ob der Zustand der Wirtschaft mehr Wählerstimmen bringt, als der Zorn der Verbraucher und Umweltschützer. Ist eine richtig unschöne Situation. Ich finds gut, dass die Affäre wieder die Frage aufwirft wie man Regulierung effizienter und kontrollierbarer machen kann. Da muss jetzt bald mal mehr passieren: Wir haben in den letzten Jahren wiederholt erlebt, wie das massive Fehlverhalten von Unternehmen zahlreiche disruptive Effekte hervorrufen kann, die durch die zunehmende Globalisierung auch immer weitreichende Folgen haben. Unternehmen werden immer größer, Markt ist entkoppelt von Moral und wir gucken doof aus der Wäsche, weil best practice und good faith eben doch nicht weiter als Gier reicht. Da müssen bessere Wege gefunden werden, um Normen effektiv durchzusetzen.
 

nachoz

New Member
Manny schrieb:
Ich bin da ganz optimistisch. :biggrin:


Haha herrlich!
"Allein unser Ausstoß an schädlichen Stickstoffoxiden ist von 19.300 Tonnen im Jahr auf 0,8 Milligramm pro Kilometer gesunken. Und weil sich unser Kraftwerk praktisch nie fortbewegt, geht die tatsächliche Verschmutzung gegen Null."" :ugly:

Wegen dem Image sehe ich das wie Doppelnull. Wäre der Imageschaden nicht geringer und schneller wieder behoben, wenn man einfach mal gesagt hätte: "Alles klar Leute, wir haben Scheiße gebaut. Und jetzt sind folgende Maßnahmen geplant um allen betroffenen Verbraucher und darüber hinaus schnellst möglich zu helfen!"

Selbst die Autobild - welche die von Schneebauer angesprochenen Werte (sprich: schneller, schneller, schneller) mehr als alle anderen verkörpert - hat scheinbar Lösungsansätze neben denen ein Softwareupdate lachhaft ist.
 
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