Die "Der Echo" Verleihung

Kinobesucher

Sternenflottenoffizier
Für mich ist der auftritt von Kraftklub und Casper der Beste des Abends gewesen. Dagegen bin ich bei Rammstein ja fast eingeschlafen. :biggrin:
Und der gute Casper gewinnt dann auch noch einen...jetzt kann ich Sterben. :rolleyes:
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Just for the record, Echo 2013 Gewinner Kategorie Rock / Alternative National

Unheilig

!
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Hab es natürlich nur wegen einen Song geschaut..Heulsuse des Abend Lena...

Hat jemand die Red Carpet Show im Internet gesehen die Moderatorin hat fast jeden gezwungen was Gutes zu Depeche Mode zu sagen. Fremdschäm Alarm.

Ach ja Udo Lindenberg ist Jahrgang 1946..
 

Butch

Active Member
Dafür wird es ja eine neue Preisverleihung geben für die dann weniger Verkaufszahlen entscheidend sind. Ob das besser ist?
Ich versteh den ganzen Skandal sowieso nicht, was war denn überhaupt der Skandal, das die beiden gewonnen haben? Die deutschen Jugendlichen stehen halt auf Gangster Rap, ich finds zwar auch kake aber lasst sie doch, wenn sie viele CDs verkaufen haben sie den Preis nunmal verdient. Ich versteh die Aufregung nicht und die angeblich antisemitische Textzeile habe ich gestern mal gegoogelt, für mich ist das schwarzer Humor, makaber für viele vielleicht geschmacklos aber nicht antisemitisch, wenn man sich darüber aufregt dann dürfte auch kein Familyguy oder Southpark mehr im Fernsehen laufen.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Ich habe keine Ahnung wer Farid oder Kollegah sind und ich interessiere mich nicht mal ansatzweise für den Echo. Seine Existenz oder das Fehlen dessen betrifft mein Leben überhaupt nicht...

Keine Ahnung warum ich hier überhaupt einen Kommentar hinterlasse. :mellow:
 

Bambi

hat verrückte Rehkitzideen
Frag mich grade warum ich vor 5 Jahren gepostet habe Ach ja Udo Lindenberg ist Jahrgang 1946..

Die Echo Rückgabe von MMW war für mich peinlich. Immerhin stammen ja von ihn auch die Zeile Dicke schwitzen wie die Schweine etc pp. Wäre heute wahrscheinlich auch etwas zum aufregen.. Aber was weiß ich schon
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Der Echo war für mich immer belanglos, weils ne reine gegenseitige Lobhudelei auf Verkaufszahlen war. Da konnten auch DJ Ötzi und der Ringdingdingding Frosch gewinnen, wenn die genug Umsatz generiert haben.

Ich finds prinzipiell gut, dass man mal öffentlich was gegen die oft fragwürdige Posermachorapkultur sagt (Mooooment, weiterlesen), andererseits ists albern, solche Leute zu so einem Galaabend einzuladen und sich dann drüber zu pikieren, was die so machen. Ist ja nun auch nicht so, als würd man Helene Fischer zu den Kerrang Awards einladen und sich dann dort über sie lustig machen. Ich halte gar nichts von "solcher" Musik, primär wegen der "BMW und Ehre sind alles, Frauen sind nix" Attitüde, die da zelebriert wird, aber wems gefällt, ist doch kein Problem, vor allem ist die Musik an sich, und da gehört Rap gleichgültig der Lyrics nunmal zu, Geschmackssache. Es bringt sowieso überhaupt nichts, die Musiker an sich anzukreiden. Das Problem ist nie der Rapper, der u.U. zu Gewalt und Rassismus aufruft. Das Problem sind diejenigen, die das hart abnicken, ernster als die Musiker nehmen, dies vielleicht nur für blöde lustige provokante Worte halten, und dann nach außen hin leben. Und diese Bereitschaft ändert man nicht durch Schlechtreden der Musiker, das festigt bloß das Verständnis und den Zusammenhalt untereinander. Kein Onkelz Fan hat je seine Platten zur Seite gelegt und ist dann auf Andrea Berg gewechselt.

Ich versteh auch, dass manche Eltern nicht wollen, dass ihre 14jährigen solche Musik cool finden, aber sorry, es liegt in ihrer Verantwortung, moralisch versierte Kinder aufzuziehen, die passend auf jeglichen Einfluss reagieren können. Wer emotional okay ist, kann problemlos den ganzen Tag lang Haftbefehl, Rammstein und Cradle of Filth hören, Shooter spielen und mit dicken Stiefeln herumlaufen. Das macht noch längst keinen Menschen, der anderen gegenüber zum Problem werden könnte.

Das schlechte Presseecho sollte meiner Meinung nach nicht Kollegah und Farid Bang treffen, die das eh lachend und schulterzuckend abfeiern werden, sondern die Veranstalter. Wenn man unbedingt Musik mit gewissen gesellschaftlich vorbildlichen Attitüden auszeichnen will, sollte der gesamte Preis u.U. darauf ausgelegt sein, und zwar transparent. Dann wirds zwar langweiliger, und ich WETTE, dass die PR Abteilung des Echos mit Absicht Kollegah mehrfach ausgezeichnet hat, damit der kontrovers reagiert oder liefert. Tja, ging wohl diesmal nach hinten los.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Möchten wir bzw. ich wirklich auf bzw. in diesen Abgrund blicken, der sich da im größeren Kontext aufgetan hat bzw. schon lange offen dastand und nun verstärkt ins Zentrum rückt? Uagh ... :bibber:

Grundsätzlich ja, der Echo war ein alberner Pseudopreis, der schon seit Jahren belächelt wurde und der nicht erst seit den beiden Rap Kollegen (und auch nicht erst seit Freiwild oder wie die hießen) über eigens geschaffene Probleme stolpert. Und ja, da steckt eine ganze Menge Heuchelei und Doppelmoral drin. Sei es von plötzlich erwachten Kritikern und selbstgefälligen Distanzierungsäußerungen anderer Musiker bzw. Preisträger oder ganz besonders von Veranstaltern und Plattenfirmen, die einerseits ordentlich profitieren und andererseits halbgare "die Aussagen der Künstler repräsentieren nicht Plattenfirma XY" Statements abgeben. Wie in den meisten aktuellen Konfliktsituationen gilt zwar, dass öffentliche Kritik und Positionierung einer anhaltenden Duldung oder Vertuschung vorzuziehen sind, aber man sollte sie schon ernst nehmen können. Und ebenfalls ja, Konsumenten (oder Erziehungsberechtigte potentieller Konsumenten) sind bis zu einem gewissen Punkt selbstverantwortlich bzw. ist der Künstler nicht automatisch für Fehl- bzw. Überinterpretationen verantwortlich.

Aber... Das Problem mit Kollegah und Farid Bang ist ja nicht einfach dieses angesprochene "Muckis, Autos, Goldkettchen, Bling-Bling und Frauen als Objekte" Image. Wäre die Musik auf dem Level z.B. des alten Kool Savas (ihr wisst schon was ich meine), wäre das Problem wesentlich kleiner bzw. klarer. Es geht auch gar nicht mal um diese eine Textzeile (bzgl. Auschwitz), die jetzt in jeder noch so spießigen oder kleinstädtischen Nachrichtenform wiederholt wird. Jedenfalls nicht ausschließlich. Insbesondere Kollegah scheint mächtig tief im dubiosen und unbestreitbar antisemitischen Verschwörungstheoriesumpf zu stecken, kämpft in Musikvideos gegen die jüdische Weltverschwörung und befreit u.a. Jerusalem (und damit impliziert die Welt) von den (impliziert jüdischen) "Dämonen", um „Buddhisten, Muslime und Christen“ eine gute neue Welt zu geben.
Das ist für meine Begriffe schon ein anderer Level, schon ein anderer Kontext und keine streitbare Kleinigkeit mehr. Wir hatten doch jüngst (vor nicht einmal einer Woche etwa) auch wieder gewalttätige Übergriffe auf jüdische Menschen in Berlin in den Nachrichten. Und die leider nicht zu verleugnende Tatsache, dass ein nicht unerheblicher Teil (aber eben auch nicht ausschließlich) dieses neuen-alten Antisemitismus muslimische Hintergründe hat, macht die ganze Sache so kompliziert. Denn bei unserem Talent schlägt eine Reaktion auf diese Prozesse dann auch schnell in pauschale anti-muslimische Denkweisen und Aktionen um, womit nur ein anderes Problem vergrößert würde.

Aber ich würde daher so was ...
Jay schrieb:
Das Problem ist nie der Rapper
... nicht zu wörtlich nehmen, also das "nie" wirklich bis zum Extrem ausreizen. Denn so, wie es eine Reflektions- und Bildungspflicht für Konsumenten gibt, so gibt es auch Grenzen in der künstlerischen Meinungsäußerung. Keine gesetzlichen Grenzen*, aber Grenzen der Vernunft, des Anstands und der Empathie. Idealerweise sollte jeder, dem es wirklich um Kunst geht, so was einsehen. Wem es um Ideologie geht, der schert sich auch nicht um solchen Grenzen.

*Das wird garantiert falsch verstanden. :ugly: Das soll natürlich keine Legitimation für z.B. "Mord als Kunst" sein. Aber eigentlich sollte das offensichtlich sein.
 
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