Dinge, die ihr heute gelernt habt

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Ich finde es langsam albern, wie immer weitere "Phobien" erfunden werden - Homophobie, Islamophobie, Transphobie... Phobien sind Angststörungen, und wenn die drei genannten tatsächlich Angststörungen sind, ist es höchst unangebracht, die Menschen, die daran leiden, dafür zu kritisieren.
Für mich sind das keine Phobien, sondern Ansichten oder Meinungen. Die kann man kritisieren und anzweifeln. Was kommt denn als Nächstes? Latinophobie? Veganophobie? Hirnophobie? :netflix:
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Naja, Begriffe wie Xenophobie, Homophobie usw. sind allerdings anerkannte Begriffe. Neben den tatsächlichen Angststörungen hat sich eben auch die Verwendung von "-phobie" für unterschiedliche Formen der Aversion etabliert. Ist aber ja auch nicht nur in Deutschland so. Das hat auch nichts mit einer Kritik an Menschen mit Angststörungen zu tun. Also, sehe ich auch einfach nicht.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Nur weil es sich etabliert hat, muss die Verwendung des Begriffs nicht richtig sein. Jemand hat damit angefangen und die anderen haben es übernommen, ohne darüber nachzudenken, was sie da eigentlich sagen. Oder sie kennen schlicht die Bedeutung dieses Wortes nicht. Wörter zu benutzen, deren Beudetung man nicht kennt, zeugt nicht gerade von hoher Intelligenz.
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Ich glaube, dass sich der "-phobie"-Part dieser Ablehnungen auf die Irrationalität dieser "Ängste" gegenüber beispielweise trans- oder homosexuellen Menschen, aber eben auch auf die tatsächlichen (sozio-)psychologischen Ursachen bezieht.

So ist ja auch bei "klassischen Phobien" nicht vollständig geklärt, ob diese Angststörungen eben natürlich oder eben durch soziale Prägung entstehen, soweit ich da jetzt korrekt informiert bin - ist jetzt sicherlich nicht mein Fachgebiet.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Der Unterschied zu den echten Phobien ist wohl, dass die echten Phobien die betroffenen Menschen in einen Affektzustand oder in Panik versetzen und sich nicht steuern lassen. Außerdem sind sie in der Regel eine übermäßige Ausprägung von "natürlichen", rationalen Ängsten. Die Höhe ist lebensgefährlich, in einem engen geschlossenen Raum kann man ersticken, Flugzeuge können abstürzen etc.
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Die meinerseits erwähnten Phobien können allerdings ja auch in gewisse Panik versetzen bzw. sie Verhaltensweisen an den Tag legen lassen, die wir ansonsten auch mit gewissen Störungen in Verbindungen bringen würden.

Auch lassen sich gewisse "echte Phobien" wie beispielsweise Coulrophobie (die Angst vor Clowns) oder Triskaidekaphobie (die Angst vor der Zahl 13) eben nioht durch zwangsläufig rationale Ängste erklären bzw. haben eben nicht die gleiche Grundlage wie die Flugangst zum Beispiel.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Der Unterschied zu den echten Phobien ist wohl, dass die echten Phobien die betroffenen Menschen in einen Affektzustand oder in Panik versetzen und sich nicht steuern lassen. Außerdem sind sie in der Regel eine übermäßige Ausprägung von "natürlichen", rationalen Ängsten. Die Höhe ist lebensgefährlich, in einem engen geschlossenen Raum kann man ersticken, Flugzeuge können abstürzen etc.
Phobien im diagnostischen Sinne lassen dich Reaktionen zeigen, über welche du keine Kontrolle hast: Panik, Entsetzen usw. Darum nennt es sich Angststörung. Aber im Zusammenhang mit Transphobie, Homophobie usw. ist es keine Angst, sondern eine Verachtung. Du hast recht, der Begriff "-Phobie" ist hier in der Tat unpassend. "-intolleranz" wäre aber auch eine ungewollte Reaktion: Laktoseintolleranz löst Übelkeit, Erbrechen usw aus, darüber hat man auch keine Kontrolle.

Diese alternative Art von Phobien sind aber anders.

Eigentlich müsste man dann wirklich von Abneigung oder Feindseligkeit sprechen: Transantipathie? Homoantipathie?
Antipathie (altgriechisch αντιπάθεια antipatheia, deutsch ‚Gegengefühl, Abneigung') ist eine Form der spontanen Abneigung, die sich primär dann entwickelt, wenn ein Mensch andere Personen oder Sachen und Gegenstände nicht leiden kann oder nicht mag. Eine starke Antipathie kann auch als Hass empfunden werden.
Und ja, die Diskussion ist berechtigt. Richtige Begriffe sind wichtig.

Aber sind diese wirklch so anders? Phobien und Antipahtien sind beide im Grunde antrainiert und können abgelegt werden. Je nachdem wie schwerwiegend sie sind. :check:
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
...ist eine Form der spontanen Abneigung...
Im Falle von Transphobie oder Xenophobie reden wr aber ja nicht nur von einer spontanen Abneigung, sondern oftmals von tief verwurzelten Reaktionen, die in ihrer Art und Weise jetzt nicht unähnlich der Reaktionen von Angststörungen sein können. Ein Mensch, der an Xenophobie leidet, empfindet ja Furcht vor den bzw. dem Fremden, weil er sie Gefahr für sich, seine Familie, Kultur, Lebensraum etc. pp. ansieht. Dabei achtet er ja nicht auf Statistiken oder Fakten, sondern lässt sich in seinen Reaktionen ja ganz und gar von seiner Angst steuern.

Es ist zwar ein hinkendes Beispiel, aber ich leide an einer mittleren Flugangst. Ich kann zwar in ein Flugzeug steigen, aber das ist schon mit einigen Reaktionen verbunden, die ich einfach nicht steuern kann und bei der mir auch keinerlei Flugsicherheitsstatistik helfen kann. Ebenso beruhigt mich auch der Fakt, dass gleichzeitig buchstäblich Tausende andere Menschen sicher in Flugzeugen unterwegs ist, für keinerlei Beruhigung.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Ängste und Abneigungen haben aber beide Auslöser oder werden antrainiert. Das trifft auch auf unmoralische oder irrationale Ängste oder Abneigungen zu.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Die meinerseits erwähnten Phobien können allerdings ja auch in gewisse Panik versetzen bzw. sie Verhaltensweisen an den Tag legen lassen, die wir ansonsten auch mit gewissen Störungen in Verbindungen bringen würden.

Auch lassen sich gewisse "echte Phobien" wie beispielsweise Coulrophobie (die Angst vor Clowns) oder Triskaidekaphobie (die Angst vor der Zahl 13) eben nioht durch zwangsläufig rationale Ängste erklären bzw. haben eben nicht die gleiche Grundlage wie die Flugangst zum Beispiel.
Ich wusste, dass die Coulrophobie als Gegenbeispiel genannt wird :biggrin: Zm einen sind diese besonderen Phobien extrem selten, zum anderen entstehen sie meistens durch traumatische Erlebnisse in der Kindheit.
Für abergläubische Menschen ist die Zahl 13 eine Unglückszahl, und wenn dieser Aberglaube besonders stark ist, kann es wirklich zu einer Phobie werden. Aber wie gesagt, sowas ist extrem selten.

Im Falle von Transphobie oder Xenophobie reden wr aber ja nicht nur von einer spontanen Abneigung, sondern oftmals von tief verwurzelten Reaktionen, die in ihrer Art und Weise jetzt nicht unähnlich der Reaktionen von Angststörungen sein können. Ein Mensch, der an Xenophobie leidet, empfindet ja Furcht vor den bzw. dem Fremden, weil er sie Gefahr für sich, seine Familie, Kultur, Lebensraum etc. pp. ansieht. Dabei achtet er ja nicht auf Statistiken oder Fakten, sondern lässt sich in seinen Reaktionen ja ganz und gar von seiner Angst steuern.
Womit wir wieder beim Anfang der Diskussion wären - wenn das tatsächlich Angststörungen sind, die sich nicht kontrollieren lassen (und von den Betroffenen nicht gewollt sind), ist es absolut unangebracht, die Betroffenen dafür zu kritisieren. Sobald ein Promi eine homo"phobe" oder trans"phobe" Äußerung macht, bekommt er/sie einen riesigen Shitstorm. Würden diese Leute auch jemanden mit einem Tourette-Syndrom so angehen? Das wäre geschmacklos.

Ich bleibe aber dabei, dass diese neuen "Phobien" keine Phobien sind, weil sie die Leute nicht in so eine unkontrollierbare Panik versetzen, dass sie ihre Handlungen nicht steuern können. Wenn eine J.K. Rowling ihre Ansichten äußert, tut sie es bewusst.
 

HurriMcDurr

Well-Known Member
Ich bleibe aber dabei, dass diese neuen "Phobien" keine Phobien sind, weil sie die Leute nicht in so eine unkontrollierbare Panik versetzen, dass sie ihre Handlungen nicht steuern können.
Diese "neuen" Phobien sollen und wollen ja auch gar nicht behaupten, dass Leute in unkontrollierbare Panik versetzt werden. Irgendwie verstehe ich nicht ganz wieso du so ein Problem mit den Begriffen hast - es ist doch klar, wie sie zu verstehen sind. Griechische Prä- und Suffixe- werden doch überall und ständig verwendet - auch mit leicht verschiedenen Bedeutungen. Nur weil "-phobie" von den meisten Menschen zuerst mit Angsstörungen assoziiert wird, heißt das doch nicht, dass ein weiterer Gebrauch unmöglich/falsch ist. Zumal Wasser doch auch trotz Lipophobie beim Anblick von Öl keinen Heulkrampf kriegt und der Begriff "Xenophobie" (von dem sich die "neuen" ableiten) ne Ecke älter als du ist.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Was heißt denn "so ein Problem mit den Begriffen"? Ich schrieb, dass ich sie albern und falsch finde, aber so ein großes Problem habe ich damit nun auch wieder nicht. Vielleicht leide ich auch einfach nur an einer Phobophobie.
 

HurriMcDurr

Well-Known Member
Mit "Problem" meinte ich, dass du sie albern und falsch findest - es sind doch auch nur Wörter wie alle anderen, die geliebt und benutzt werden wollen. :sad:
 

McKenzie

Unchained
Jop, deswegen mach ich das auch fast nie, außer ich hab wirklich den ganzen Tag davor was körperlich anstrengendes gearbeitet oder so. Werde da eher matschig-ziellos, und zusätzlich verärgert ob der "verlorenen" Zeit. Aber im Winter geht's noch eher als im Sommer..oder bei Gewitter. :squint:
 

Revolvermann

Well-Known Member
Es ist aber auch so, dass Ausschlafen eher über einen längeren Zeitraum echte Vorteile bringt bzw. einfach gesund macht.
Es gibt da wirklich einige Studien zu. Wenn man beispielsweise die Woche immer 5 oder 6 Stunden geschlafen hat, macht eine Nacht mit 9 oder 10 Stunden nicht wieder alles in Ordnung. Da fühlt man sich dann in der Tat eher abgeschlagen und unfokussiert.
Außerdem kann man selbstverständlich nicht ohne ende pennen und sinnloses rumwälzen bringt keinem etwas.
Besser ist es, seinen Rhythmus zu finden und zu versuchen je nach Typ wirklich seine sieben bis acht Stunden die Nacht zu bekommen. Und zwar dauerhaft. Das steigert messbar die kognitiven Fähigkeiten, senkt den Blutdruck, macht gelassener und belastbarer.
Ich merke das immer, wenn ich im Urlaub bin oder wirklich ein paar Wochen komplett frei habe.
Manchmal merke ich das erst ab Woche 2 oder später aber dann fühle ich mich wie ein komplett neuer Mensch. Voller Elan und einfach besser zufrieden. Ist aber natürlich nicht bei jedem genau gleich.
Ich empfehle da mal das Buch "Das grosse Buch vom Schlaf" von Dr. med. Matthew Walker. Fand ich sehr aufschlussreich.
Ist auch jetzt keine windiges Selbsthilfebuch sondern basiert auf wissenschaftlichen Fakten. Der Autor ist Professor für Neurowissenschaften und Psychologie in Berkeley und war vorher Professor für Psychiatrie in Harvard.
Nur mal so nebenbei, falls das Thema jemanden interessiert.
 

Deathrider

The Dude
Meiner Erfahrung nach ist der Trick "gut" zu schlafen, nicht "viel" zu schlafen.

Du kannst ohne Probleme mit 6 Stunden Schlaf auskommen. Wichtig ist, dass ganze Schlafzyklen durchgemacht werden. Ein Schlafzyklus dauert circa 1,5 Stunden. Das heißt, dass man seinen Schlaf entsprechend in diesen 1,5 Stunden Schritten planen und als Maximum unter der Woche 7,5 Stunden Schlaf ansetzen sollte, ansonsten überschläft man sich. Tagsüber ausreichend Sport zu machen oder anderweitig körperlich aktiv zu sein, sorgt dann dafür dass man vernünftig einschlafen kann. Auch ein ausgeglichener Mineralienhaushalt hilft dabei (bei zu wenig Magnesium habe ich z.B. immer unruhige Beine beim Zubettgehen).

Seit ich mich an die paar Regeln halte, geht's mir im Vergleich zu vorher so viel besser und ich fühle mich trotz vergleichsweise frühem Aufstehen idR direkt fit und kann noch vor dem Frühstück Sport machen.
 

Woodstock

Z-King Zombies
"Hey, Lebewesen. Ich weiß ihr habt alle Fressfeinde und das Leben ist hart, darum habe ich beschlossen, dass ihr jeden Nacht für sechs Stunden bewusstlos werdet."
"WTF? Warum Natur?"
"Damit ihr ausgeruht seid und nicht sterben müsst."
"Oh, achso. Ja, das ist okay. Da können die Meisten von uns sowieso nichts sehen."
"Außerdem gibt es jetzt nachtaktive Fleischfresser mit Nachtsicht."
"The fuck? Natur!"
 

CPL386

Well-Known Member
@Woodstock hat deswegen nicht die Natur den Schichtdienst eingeführt? :squint:
Die einen Schlafen, die andere Schlafen bei der Wache. :squint:
Oder ist das so ein neumodisches Ding von den Menschen wieder? *g
 
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