Game of Thrones (Serie) - die finale Staffel 8

Cimmerier

Well-Known Member
Zum Thema Hobby und Leidenschaft. Ist alles nur recht und billig, man darf nur die Perspektive nicht verlieren. Star Wars, das MCU und GoT zeigen leider nur zu häufig die Kehrseite dieser Leidenschaft. Ich bin am Thema GoT, HdR oder Fantasy allgemein auch sehr leidenschaftlich involviert, weil mich das Genre schon seit mehr als drei Dekaden begleitet und umtreibt. Am Ende muss man aber auch akzeptieren können, dass die eigene Vision nicht die Vision der anderen ist. Im Zweifelsfall muss man dann eine eigene Welt aufbauen, die man dann nach eigenem Ermessen formen kann.

Ich finde es einfach nur erschreckend, wie schnell diese Kritik ausufert (nicht auf BG bezogen), wie Entscheidungen von D&D persönlich genommen werden, GoT als absolutes Desaster bezeichnet wird, obwohl es sicherlich noch positive Aspekte gibt, die man in Betracht ziehe könnte.
 

Måbruk

Dungeon Crawler
Ich finde das kann man alles so oder so sehen, ob man übertreibt oder nicht ist ziemlich subjektiv zu betrachten.
Aber im Endeffekt bleibt finde ich, dass der Serie mit Staffel 7 und 8 einige sehr grobe Schnitzer in den Handlungsentscheidungen und einigen Charakterentwicklungen unterlaufen ist.
Wie sehr man sich nun darüber aufregen möchte, sei jedem selbst überlassen, manche übertreiben viellecht auch. Aber dass man das ankreiden kann, ist denke ich bei den meisten Fans ziemlicher Konsens.

Ich finde es halt sehr ärgerlich, weil GoT sich mit Stafel 1-6 sehr vom alltäglichen Serien Allerlei abgehoben hatte und das nun alles über Board geworfen hat, nur um Spektakel abzufeiern. Ich finde, darüber kann man sich schon sehr ägern.
 

Cimmerier

Well-Known Member
Klar, ist das alles subjektive, aber wie oft die eigene Meinung als absolute Wahrheit in den Raum gestellt wird, empfinde ich als völlig übertrieben.
 

McKenzie

Unchained
Es ist einfach. Im Vergleich zu der Qualität der ersten 4 Staffeln ist es einfach ein Trauerspiel. Im Vergleich zum Großteil der restlichen Serienlandschaft ist es immer noch ziemlich weit oben. Allein durch den Production Value und das, was die vorigen Staffeln aufgebaut hatten.
 

Puni

Well-Known Member
Ich sehe das ähnlich wie Cimmerier. Habe die Folge mit drei Mädels aus dem Studium geguckt, die sich größtenteils an wirklich jeder Kleinigkeit aufgehangen und richtig reingesteigert haben. Die Serie so "schnell" zu Ende führen zu müssen fordert natürlich seine Opfer und mir gefällt auch einiges nicht, dabei merken aber viele gar nicht, wie sehr sich da eigentlich gerade reingesteigert wird. Und dass die Serie nunmal mit einem Spektakel enden wird, war doch ansich spätestens bei den Budgets und Storyverlauf klar, auch wenn sich das viele (ich auch) sicher etwas anders gewünscht haben.

Für mich ist die letzte Folge bisher das Highlight gewesen, auch dank Arya, die jetzt endlich wieder menschlicher gezeigt wurde und nicht wie ein Supersoldat.
 

McKenzie

Unchained
Naja müssen stimmt so nicht ganz. HBO hatten D&D anscheinend laut deren eigenen Aussagen mehr Geld für mehr Folgen geboten, aber sie wollten nicht. Nach 10 Jahren GOT zwar durchaus verständlich, aber man sieht im Resultat, dass da kaum mehr wirklich Freude am Material vorhanden ist.
 

HurriMcDurr

Well-Known Member
Ich glaube wie so oft hängen diese Grabenkämpfe zwischen Leuten denen die Show noch immer super gefällt, denen die bei der letzten Staffel (bzw. den letzten Staffeln) die Krise kriegen und allen dazwischen mit dem stark polarisierten und enthemmten Online-Diskurs zusammen. In meinem privaten Umfeld kann ich die Show mit Leuten aus allen Sparten besprechen, ohne dass wir uns dabei an die Gurgel gehen. Hier im, wenn nicht privaten, dann zumindest noch relativ familiären Forum funktionieren die Diskussionen ja auch weitestgehend gut, aber sobald man sich in die raue Welt der großen, unpersönlichen, Portale begibt, sieht man ständig, wie sich Leute die Köpfe über die aktuelle Staffel einschlagen. Mir selbst vergeht dabei die Lust am diskutieren und ich denke so geht es vielen Leuten die weder die Macher hängen sehen, noch ihre makellose Lieblingsserie gegen missgünstige Jammerlappen verteidigen wollen.

Nach dem allgemeinen Teil noch ein paar Worte zu meiner Meinung zum Thema:
Ich habe die ersten Staffeln sehr genossen und war von der Welt und den Charakteren so fasziniert, dass ich mit wachsender Begeisterung Theorien, Diskussionen und Hintergrundinformationen gelesen habe. Beim Gucken selber war ich eigentlich bis Staffel 6 immer rundum zufrieden - manchmal gab es im Anschluss ein paar Stirnrunzler. In Staffel 6 ging dann langsam der Arya-bei-den-Assassinen-Handlungsstrang zuende und die Runzler fingen an, sich bereits während der Folge auf meine Stirn zu schleichen. In Staffel 7 fing es dann an, mir vermehrt aufs Gemüt zu schlagen. Plötzlich gab es nicht nur seltsame Einzelszenen, es schlich sich der Verdacht ein, dass die Macher offenbar Charaktere und Ereignisse merklich zurechtbiegen müssen, um an einen, damals noch unbekannten, Endpunkt zu kommen. In dieser Zeit habe ich dann, in einer Art Vorschuss des guten Willens gegenüber den Schreibern, versucht mir irgendwelche Szenarien für die Auflösung zurechtzulegen, die das bisher Gesehene sinnvoll unter einen Hut brachten und versucht, die Serie mit etwas mehr Abstand zu betrachten. Schauwerte, Produktion und Komplexität waren ja noch immer auf einem (im Fantasy-Serienbereich) nicht gesehenen Level. Dann kam Staffel 8 Folge 3 und mein ganzes mentales Kartenhaus ist in sich zusammengefallen weil für mich klar wurde, dass es keine cleveren, rückwirkenden Rechtfertigungen bzw. Erklärungen für vorangegangene Probleme mehr geben würde. In der Folgewoche bin ich dann fix durch so eine Art "stages-of-grief" Phase gelaufen und habe mich damit arrangiert, dass GoT leider meinen anfänglich geweckten Erwartungen nicht gerecht wird. Ich nehme an, so in etwa ging es den Lost-Fans, die das Ende beknackt fanden.
Dabei gab es in Folge 5 wieder einiges was mir beim Schauen gefiel, aber weil der Weg dort hin so verkürzt und beizeiten bescheuert war, wollte mich das Gesehene leider nicht emotional packen bzw. zu einem positiven Gesamtbild zusammensetzen. Hinzu kamen dann noch die altbekannten und mittlerweile zu erwartenden Stirnrunzler.

Es wurde ja schon zur Genüge über die Situation hinter den Kulissen gesprochen, und während ich die Beweggründe aller Beteiligten nachvollziehen kann, komme ich trotzdem nicht umhin, das Verhalten von Benioff und Weiss zu kritisieren. Die hätten sich einfach entscheiden müssen ob sie die Serie persönlich beenden wollen oder ob ihnen das bei fehlender Vorlage (nachvollziehbarer Weise) zu stressig wird. Mit diesem husch-husch Ende bei verkürzten Staffeln und demenstprechend zurechtgebrochener Handlung gibt es sicher eine ganze Menge mehr Enttäuschung als hätten die zwei beiden einfach die Zügel jemandem in die Hand gegeben, der die Zeit und die Lust hat die Story im Geiste der anfänglichen Staffeln zu beenden.
 

McKenzie

Unchained
Ich kann alles an Hurris Post so unterschreiben. Das ist zwar einfallslos, aber copypasten wär noch uncooler.
 

nachoz

New Member
Manny schrieb:
I
ch frage mich btw. ob Feuer tatsächlich so funktioniert, dass ein Drache (wenn es welche gäbe) ganze Burgen mit seinem Feuerstrahl so zum Einsturz bringen könnte.

Ich glaube die Kombination von Feuer und Sturm macht es.
Man weiß ja was ein Tornado mit einem Haus anstellen kann. Und hier pustet der Drache quasi gezielt in eine Richtung, ähnlich wie eine Rakete. Könnte schon sein, finde ich.
 

Batou9

Well-Known Member
In Hollywood regen dank des herrschenden Hypes und damit vorprogrammierten Schlagzeilen nun viele Social Justice Warrior (die die immer scheiße drauf sind und hinter allem Faschismus und pöse weiße Männer wittern) über die Entwicklung der Frauenrollen in Game of Thrones auf. Das ist schon eine sehr lustige Zeit in der wir leben. Vielleicht kommt ein SJW-Reboot von Rian Johnson? Könnte dann auch ne Netflix-Eigenproduktion werden (SJW-Garantieplattform). Dann wird der Mann in Folge 1 von der Frau rangenommen und am Ende läuft es genau in die Richtung nach der sich alle SJW-Serienjunkies gesehnt haben. Würde das an diesem "bisher" völlig dummen Ende der Serie etwas ändern? Nee, es bliebe der selbe Müll. Man kann doch nur noch den Kopf nach allem was bis Staffel 6 passiert ist Schütteln. Das biegen sie nicht mehr gerade. :facepalm:
 

TheReelGuy

The Toxic Avenger
Batou9 schrieb:
In Hollywood regen dank des herrschenden Hypes und damit vorprogrammierten Schlagzeilen nun viele Social Justice Warrior (die die immer scheiße drauf sind und hinter allem Faschismus und pöse weiße Männer wittern) über die Entwicklung der Frauenrollen in Game of Thrones auf.
Erst einmal: SJW :clap:

Es gibt aber ja wohl durchaus berechtigte Kritik an der Darstellung der Frauenfiguren. Missandei ist Dany's token black friend, Sansa muss Folter, Vergewaltigung usw. durchmachen, ehe sie zu einem ernsthaften Charakter werden darf und Jaime's Vergewaltigung von Cersei wird von den Autoren rasch als einverständlicher Sex interpretiert, obwohl die Bildsprache etwas vollkommen anderes suggeriert. Die Autoren haben da klare Defizite und da hilft es einfach nicht, dass sie sich bei Nachfragen saublöd anstellen.​

Batou9 schrieb:
Das ist schon eine sehr lustige Zeit in der wir leben. Vielleicht kommt ein SJW-Reboot von Rian Johnson? Könnte dann auch ne Netflix-Eigenproduktion werden (SJW-Garantieplattform). Dann wird der Mann in Folge 1 von der Frau rangenommen und am Ende läuft es genau in die Richtung nach der sich alle SJW-Serienjunkies gesehnt haben. Würde das an diesem völlig dummen Ende der Serie etwas ändern? Nee, es bliebe der selbe Müll. Man kann doch nur noch den Kopf nach allem was bis Staffel 6 passiert ist Schütteln. :facepalm:
Sag mal, was willst du uns damit eigentlich sagen? Ich verstehe ja eine gewisse Aversion gegenüber gewissen Aspekten der political correctness, aber deine Schilderung lesen sich hier wirklich einfach nur wie Wahnvorstellungen. Es tut mir wirklich leid, aber das war meine erste Reaktion und auch nach dem zweiten und dritten Lesen wird es nicht besser.

Wenn du ein paar sinnige Argumente am Start hast bzw. die Debatte um wirklich interessante Aspekte erweitern möchtest, würde ich das gerne lesen, aber sowas ist einfach nur Quatsch!​
 

Batou9

Well-Known Member
Hatte gestern Abend ein so lustiges Video zur letzten Folge und dem erwarteten SJW-Alertmodus gesehen, dass ich eben dachte, ich könnte genau so lustig sein. ich bin aber nicht so lustig. Bin ich wirklich nicht.

Das was ich oben geschrieben habe bleibt dennoch der Knackpunkt. Jetzt twittert schon die für Entsetzen sorgende Schauspielerin, dass es pöse weiße Männer waren, die dieses respektlose Finale zu verantworten haben. Die Drachenreiterin und ihre Gefolgschaft fordert gar schon, dass die Geschichte neu geschrieben wird.

:smile: Ich sag es ja, eine lustige zeit in der wir leben.

2019 und am Ende liegt die Hoffnung in den Händen eines
Bastards
. Oldschool vs. SJW-Erwartungen 1:0

:netflix:
 

Woodstock

Z-King Zombies
Hurri hat recht, Batou nicht.

TheReelGuy schrieb:
Es gibt aber ja wohl durchaus berechtigte Kritik an der Darstellung der Frauenfiguren. Missandei ist Dany's token black friend, Sansa muss Folter, Vergewaltigung usw. durchmachen, ehe sie zu einem ernsthaften Charakter werden darf und Jaime's Vergewaltigung von Cersei wird von den Autoren rasch als einverständlicher Sex interpretiert, obwohl die Bildsprache etwas vollkommen anderes suggeriert. Die Autoren haben da klare Defizite und da hilft es einfach nicht, dass sie sich bei Nachfragen saublöd anstellen.
Naja, Missandei ist schon mehr als Danys token black friend aber ihr Charakter kam halt zu spät in die Serie und wurde halt nur mit wenig Buchmaterial irgendwie reingequetscht. Ihre Hautfarbe oder ihr Geschlecht diesbezüglich als Argument zu nehmen sehe ich nicht. Bronn, der Dorncast und Euron haben das gleiche Problem und da meckert keiner von wegen und Rassismus und Sexismus. Es ist einfach nur hingerotzt und schlecht geschrieben.

Es ist nun mal eine Fantasywelt welche vom Mittelalter inspiriert war. Dunkel und brutal, so wie Martins Fantasy. Sansa war ein politisches und diplomatisches Instrument, so wie Frauen es auch in unserem Mittelalter nun mal meistens waren. Auch hier sehe ich keinen Grund über Sexismus zu meckern, da alles andere wahrscheinlich unglaubwürdig gewesen wäre.

Die Vergewaltigungszene haben sie einfach schlecht gefilmt. Das haben die Macher damals auch schon gesagt.

GoT hat wahrscheinlich mehr Königinnen, Fürstinnen und weibliche Helden als fast unser gesamtes Mittelalter zusammen. Wer sich hier wegen Sexismus beschwert, darf sich gerne an die nächste Ziegelmauer wenden. Ich bin die Diskussion langsam so satt.
Es ist immer gleich sexistisch, wenn einer Frau in einer Geschichte Leid angetan wird, wenn sie sich nicht als Gute herausstellt oder einen Fehler macht. Auch Frauen können komplexe Charaktere haben und sie sind keine zerbrechlichen Wesen. Sie sind Menschen mit guten und schlechten Seiten und können die gleichen Dinge durchmachen wie männliche Figuren. Das beudetet, sie können auch mal leiden, böse sein und versagen, so wie Männer auch. Alles andere ist in meinen Augen einfach Bevormungung und damit sexistisch!

EDIT:
@Batou
Es heißt "böse" mit B! Dein "pöse weiße Männer" hat nur die Wirkung das ich umgehend einen dicken Strahl der Verachtung kotzen möchte, danke! :facepalm:
 

McKenzie

Unchained
Missandei kam Anfang der 3. Staffel dazu, das ist nicht so spät. Aber ja, ihr wurde nie wirklich Charakter gegeben, weil sie im Buch einfach nicht sonderlich wichtig ist. Ihre Figur wurde von Serienmachern schon künstlich aufgepimpt mit beratender Funktion und hineingezwungener Lovestory. Kam zumindest bei mir emotional alles nicht an.

Ansonsten eh das was Woodstock zum Thema sagt.
 

Cimmerier

Well-Known Member
Der Aufschrei wegen Missandei erschließt sich mir aber auch nicht. Da sterben hunderte Menschen, aber bei Missandei gibt es Beschwerden. Das wirkt auf mich schon sehr willkürlich.
 

Woodstock

Z-King Zombies
Cimmerier schrieb:
Der Aufschrei wegen Missandei erschließt sich mir aber auch nicht. Da sterben hunderte Menschen, aber bei Missandei gibt es Beschwerden. Das wirkt auf mich schon sehr willkürlich.
Ich bin der Meinung wer Twitter und die modernen sozialen Medien verstehen will, muss einfach nur Orwells 1984 lesen. Da ist alles schön erklärt.
 

fNx

Well-Known Member
oldjoe schrieb:
@Mabruk
Aus dir spricht in meinen Augen einfach nur die Enttäuschung, weil deine Erwartungshaltung der Serie gegenüber nicht erfüllt wird. Ich teile deine Meinung nicht, respektiere sie aber und will dich auch nicht vom Gegenteil überzeugen.

Bzgl. Hobby - Das sehe ich im großen und ganzen genauso. Aber generell lebe ich nach dem Motto "Man kann es treiben, man soll es nur nicht übertreiben."

Für mich sind Game of Thrones, Herr der Ringe, Star Wars und sämtliche anderen Serien- und Film und Buchuniversen Entertainment und ein Mittel zur Realitätsflucht aus dem Alltag. Nicht mehr und nicht weniger.

Soweit stimme ich Deinem Ansatz zu, allerdings muss man bei aller Liebe sagen, so dummdreist dämlich, faul und fehlerhaft wie die Skripte in den Staffeln 7 und 8 auch sind, kann so eine Serie nicht mehr unterhalten. Jede dieser Dümmlichkeiten reißt Dich aus dem Erlebnis heraus. Inzwischen kann man ja mit ein bisschen Gehäßigkeit schon sagen, das Capain Marvels Auftritt in Endgame besser geschrieben war als die meisten Plotentwicklungen in den letzten beiden Staffeln. Sowas reißt halt viele Leute aus dem Erlebnis heraus, weil es teilweise so offensichtlich und vielfach auftritt, soviele Augen kann man nicht zudrücken, leider :sad:
 
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