Das ist indirekt eine Entschuldigung von Sony.
Nein, ist es nicht.
Sony hat für Bungie 3,6 Milliarden US-Dollar gezahlt – für ein Studio, das zu diesem Zeitpunkt im Grunde nur ein aktives Franchise hatte: Destiny.
Bungie hatte allerdings offenbar keine Lust mehr auf die Probleme rund um Destiny und setzte stattdessen stark auf Marathon. Der Plan war, damit den nächsten großen Erfolg zu landen. Das ist allerdings nicht aufgegangen. Trotz der Einstellung bzw. des Auslaufens von Destiny liegt das Spiel weiterhin bei ungefähr 100.000–200.000 Spielern, während Marathon teilweise mit gerade einmal 2.000–10.000 Spielern zu kämpfen hat.
Damit hat Bungie aus meiner Sicht bisher nicht ansatzweise den Wert geliefert, den Sony mit der Übernahme für 3,6 Milliarden US-Dollar eingekauft hat. Jetzt scheint auch Bungie bzw. Sony erkannt zu haben, dass Marathon nicht der erhoffte nächste „Geldautomat“ ist, und rudert entsprechend zurück, um aus dem Studio bzw. seinen Projekten noch etwas Wertvolles herauszuholen.
Dazu kommt, dass Bungie schon seit Jahren einen schlechten Ruf innerhalb der Destiny-Community hat, weilnicht auf die Wünsche der Spieler eingegangen wurde und sich Destiny zunehmend verschlechtert hat.
Ich habe selbst rund 2.000 Stunden in Destiny gespielt und vor etwa zwei Jahren aufgehört, weil es für mich immer schlimmer wurde. Jedes Jahr kam ein DLC, der teilweise nur ungefähr zehn Stunden neuen Content geboten hat, während die Seasons sich für mich zunehmend wie Wiederholungen bereits bekannter Inhalte angefühlt haben. Und dafür wurden im Jahr rund 120 € verlangt.
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Xbox räumt übrigens ordentlich auf.
Studio 343 Industries bzw. jetzt Halo Studios hat das Halo-Franchise verloren.
Das gesamte Studio wird sozusagen ausgeschlachtet und ein Großteil der Mitarbeiter soll entlassen werden. Anschließend soll Activision ein neues Team zusammenstellen, das künftig am Halo-Franchise arbeitet.
Ninja Theory (Hellblade) wird geschlossen, weil sich offenbar kein Käufer für das Studio gefunden hat. Es war ja bereits bekannt, dass der Hellblade-3-Trailer wohl auch dazu dienen sollte, das Interesse am Franchise weiterhin aufrechtzuerhalten und potenzielle Investoren bzw. Käufer zu finden. Microsoft/Xbox scheint jedenfalls kein großes Interesse mehr am Franchise/Studio zu haben.
Turn 10 (Forza-Reihe) und Playground Games (Fable) werden zu einem Studio zusammengeführt, das künftig sowohl für Forza als auch für Fable zuständig sein soll.
Xbox versucht damit momentan wirklich, die Strukturen der letzten 15 Jahre komplett über Bord zu werfen und vieles neu aufzubauen. Anstatt auf viele kleinere Studios zu setzen, wird offenbar verstärkt auf größere Fusionen und zusammengelegte Teams gesetzt.
Ich denke, dass das durchaus sinnvoll sein kann, weil sich die Planung dadurch möglicherweise einfacher gestaltet und die Chancen auf neue Ableger der jeweiligen Franchises steigen.