Harry Potter 5: Harry Potter und der Orden des Phönix [Kritik]

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Nachdem gestern ja diese kurze Diskussion zu Potter 6 aufkam, muste ich gestern Nacht mir mal wieder den 5. anschauen, den ich nicht ganz so gut in Erinnerung hatte. Ich habe ihn auch nach dem Kinobesuch vielleicht nur noch einmal, maximal 2mal gesehen.

Und es hat sich gelohnt, denn ich hatte ihn wohl wirklich schlechter in Erinnerung als er ist. Ich würde ih nfast sogar über den 6.Teil stellen, der wirklich gute Momente hat, aber auch den großen Hänger was den ganzen Plot in der Schule betrifft.

Inhaltlich ist der fünfte nämlich gar nicht so dumm. Er nimmt sich nur manchmal nicht die Zeit, die er noch bräuchte. Sei es einmal für den Showdown und dann auch für die einzelnen Charaktere. Klar es sind so viele, aber z.b. wenn ich da an die Liebeleien mit Cho denke. Da baut man warum auch immer den Kuss ein, aber die ganze Beziehung wird im Film nie aufgelöst und im nächsten ja auch nicht. Warum dann überhaupt einbauen?
So jemand wie Helena Bonham Carter ist verschenkt. In Teil 6 hat sie zum Glück ein wenig mehr zu tun, aber im 5. beschränkt sich das, nicht nur bei ihr, auf das Wesentliche.
Oder die Sache mit der Prophezeihungm, ok schon im Buch fand ich die überflüssig, denn welchen Vorteil hätte Vldemort denn dadurch. Das Buch liegt auch schon weiter zurück, also falls ich da was vergessen habe, kann man mich gerne vergessen. Die Prophezeihung wird im Film gefunden und gut ist. Dafür wird die "Waffe, die Voldemort das letzte Mal nicht hatte" noch oft angekündigt, doch am Ende ist es eher eine Szene der DA in Action.

Was gut war ist eigentlich Yates Einsatz dem ganzen mehr Realität zu geben. Sei es durch das Intro oder dem Einschieben der Zeitungsartikel, die dem ganzen Geschehen mehr Leben und Glaubwürdigkeit einhauchen.

Das so meine Gedanken über den 5.Teil, der seine Makel hat, aber doch auch gute Seiten und insgesamt einen besseren Eindruck hinterlässt, als ich ihn in Erinnerung hatte.
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Joel.Barish schrieb:
Wieder ein neuer Regisseur und noch mehr Kürzungen zum Buch. Dabei ist der Einstieg mehr als gelungen, wenn auch irgendwie befremdlich. Die Spielplatz-Sequenz wirkt in ihrer künstlichen Optik eher wie "The Cell 2" und der Angriff der Dementoren hatte was dezent Apokalyptisches.

Doch dann beginnt auch hier wieder der Hogwarts-Express und braust im Eiltempo durch die Geschichte, ratzfatz hin und her bis ins Ministerium, das zwar schick aussieht, aber immer nur Detailfetzen serviert, die man schnell aufnehmen muss, da die Handlung schon zwei Stationen weiter ist.

Vieles bleibt einfach zu unklar und Figuren werden völlig verschenkt. Gerade Moody, Tonks und Co. hätte man gerne noch länger gesehen, Bellatrix schaut zwei mal rein und war nicht mehr gesehen, ähnlich ist die öffentliche Demaskierung von Lucius irgendwie ohne Konsequenz und Sirius Schicksal wird zu einer 3 Sekunden Nummer degradiert. Und wenn man schon bei Degradierungen ist, muss man auch auf Ron und Hermine zu sprechen kommen, die fast nicht stattfinden.

Toll war dagegen Luna Lovegood, von der man gerne noch mehr gesehen hätte. Auch gefällt Imelda Staunton, als pinke Diktatorin. Eine tolle Darstellung und man merkt, wie gut durchdacht Rowlings Roman war, denn die schleichende Dikatur und der Verlust der Freiheit, der die Schüler zum Handeln treibt, funktioniert im Film zwar, ist aber zu überhastet. Schade auch, dass Harry Kuss mit der viel zu blassen und uninteressanten Cho ebenfalls nicht mehr als eine Randnotiz ohne Wirkung ist.

Das Gefecht mit Voldemort ist schick, aber in Windeseile auch schon vorbei und am Ende ist man kaum wirklich weiter als am Anfang. Dass Herr Yates auch Teil 6 macht, lässt einen etwas skeptisch werden, denn Teil 5 ist noch mal etwas schlechter als Teil 4.
5/10
Bis auf deine Wertung kann ich das alles abnicken. Habe den Film jetzt mal wiederholt, weil ich neugierig war, wie man einen 1000 Seiten Roman auf 2 Stunden reduzieren können will - CRUCIO! Es kam mir vor, als liefe der Film auf 1.5facher Geschwindigkeit. Zackzackzackzack durch alle Handlungsstränge, alles schnell abgehakt und rasch weiter. Also jetzt aus Lesersicht ist der Film vieeeel zu knapp gehalten. Dass Quidditch nicht drin ist, kann ich verstehen, aber sonst? Ich hätte beispielsweise den ganzen Hagrid/Riesen Plot rausgelassen und auch Grawp gestrichen. Umbridge kommt viel zu kurz. Im Buch ist sie ein herrliches Monster und so schrecklich wie Schwester Ratched aus Einer flog übers Kuckucks Nest. Man weiß gar nicht so sehr, ob sie es alles nur für Fudge macht. Im Film erscheint das einfacher gestrickt und damit weniger reizvoll. Auch kommt die ganze Cho Chang Chose im Film zu kurz, im Gegensatz zu den Büchern wirkt sie in den Filmen nicht sonderlich relevant.

Ich würde den Film jetzt aus entmuggelten Augen eher bei 6-7/10 sehen, schon allein weil die Gehirne mit Tentakeln fehlen! Das muss Rowlings <3 für den 50er Jahre B Horrorfilm The Fiend without a Face gewesen sein.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Nachdem ich in der Vergangenheit nur die Verfilmungen der ersten drei Teile gesehen hatte, gucke ich die Tage einmal alle Filme. Die letzten Tage waren Teil 1-4 dran, im Moment gucke ich Teil 5 und danach noch Teil 6. Die 2 Filme zu Teil 7 müssen bis übermorgen warten.

Die Athmosphäre in Hogwarts wird in den Büchern (soweit bisher gesehen) überhaupt nicht akkurat eingefangen. Durch das Auslassen unter anderem einiger Quidditch Spiele, Unterrichtseinheiten, Gesprächen im Hogwartsexpress, beim Essen oder an den Abenden wirkt das ganze viel zu gehetzt. Wenn zwischendurch in Kameraschwenks nicht das Wetter und damit die Jahreszeit gezeigt werden würde, könnte man meinen, dass die Ereignisse sich jeweils innerhalb weniger Tage statt in einem kompletten Schuljahr abspielen.

Ganz schlimm auch gerade im 5. Teil
Da wird der ganze Part, mit der Befragung der Lehrer durch Umbridge, der im Buch mal hier mal da eingestreut wurde, mal eben in wenigen Minuten (lückenhaft) zusammengefasst. :facepalm:
St. Mungo wurde mal einfach komplett rausgenommen. Snape schleppt Harry direkt nach dem Angriff auf Rons Dad weg, um Okklumentik zu lernen. Umbridge verschafft sich mit Gewalt zutritt zum Raum der Wünsch und erwischt "Dumbledores Armee" in kompletter Zahl. Wie Harry von den Thestralen erfährt.....so viele :facepalm: -Szenen.

Möge sich WB bitte erbarmen und die Buchreihe als Serie verfilmen. Mit vielleicht 8 Folgen a 45 Minuten oder 6 Folgen a 60 Minuten pro Staffel/Buch.
 

Revolvermann

Well-Known Member
@Manny
Ich habe vor einigen Jahren die Bücher gelesen und dann immer direkt nach einem Buch, die Verfilmung geschaut. Mein Eindruck war da ähnlich wie deiner. Im direkten Vergleich kommt einem die Verfilmung wie ein kurzer Best-of Zusammenschnitt vor.
Wenn man aber einige Zeit vergehen lässt und sich dann wieder den Filmen widmet, erkennt man schon, das die eigentlich einen ganz soliden Job gemacht haben.
Ich meine, bei Spielfilmen muss man halt Kompromisse machen. Gerade der hier angesprochene 5. Teil hat im Buchformat fast 1000 Seiten. Fast so viele Seiten wie "Der Hobbit" und "Die Gefährten" zusammengenommen. Nur um mal vergleichsweise zu verdeutlichen, wie viel Story man in diese Seitenzahl pressen kann.
Da kann kein Film mithalten und muss er auch gar nicht.
Eine Serie wäre da durchaus die bessere Variante, wenn man nah an der Buchvorlage bleiben möchte. Ob ich das möchte, kann ich nicht mal genau sagen. Mit den Filmen wurde schon etwas durchaus Besonderes geschaffen. Wenn ich mich an die Bücher zurückerinnere, weiß ich noch ziemlich genau, das ich öfter mal dachte "oh wie toll...schon wieder Quidditch". Beispielsweise hat ja Ron noch eine richtige Quidditch Karriere.
So erging es mir mit ein paar weiteren, immer wiederkehrenden Sachen. Ich fand die Bücher wirklich toll aber detaillierter, großflächiger ausgebreitete Plots und Seitenplots bedeuten nicht unbedingt auch ein besseres Lese- oder Kinoerlebnis. Auch wenn es natürlich der Fall sein kann, ist es bei Potter ein wenig hit-and-miss. Im Grunde bin ich recht froh, dass es die tausende Seiten starke, sehr detaillierte Fassung gibt und zusätzlich noch diese großen, auf Spektakel gebürsteten Kinofilme.
 

TheRealNeo

Well-Known Member
Teammitglied
Da muss man auch realistisch.
Bei einem Spielfilm kann man doch keine vier Quidditch-Matchs erwarten. Die Filme müssen in einer gewissen Spielfilm-Dramaturgie funktionieren und das schaffen sie auch größtenteils. Klar können da nicht hunderte Seiten Buch einfach integriert werden.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Von den Büchern hatte auch keines vier Quidditch Matches. Mehr als zwei wurden meiner Erinnerung nach in keinem beschrieben.
Und auch bei mir gab es Kapitel, die ich weniger gut fand (z.B. öfter die, in denen mit Hagrid irgendwas los war).
Dennoch würde ich bei HP keine Szene missen oder große Änderungen wollen. Daher ja die letzten zwei Sätze bzgl einer Serie.

Die Filme werde ich so schnell wohl nicht wieder sehen.
 
Oben