Hunters (auf Amazon) ~ von Jordan Peele mit Al Pacino

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
"Hunters" spielt in New York im Jahr 1977. Eine Gruppe von "Nazi-Jägern" - "The Hunters" - hat herausgefunden, dass hunderte von hochrangigen Nazis in den Staaten leben und ein "Viertes Reich" in den USA planen. Eine blutige Suche beginnt, die die Nazis und deren Pläne aufhalten soll.

Die Serie stammt aus der Feder von David Weil und wird u.a. von Jordan Peele produziert. Im Cast finden sich Al Pacino, Logan Lerman, Kate Mulvany, Tiffany Boone, Carol Kane, Saul Rubinek, Josh Radnor, Louis Ozawa Changchien, Jerrika Hinton, Greg Austin, Dylan Baker und Lena Olin wieder.

Einen ersten Eindruck gibt es im neuen Red Band Trailer oder dem offiziellen (weniger blutigen) Trailer:

Serienstart ist am 21. Februar 2020 auf Amazon.

Meinung: Ich bin gespannt.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Jewper Hero. :ugly:

Joa.....den Grundplot finde ich nicht schlecht. Der Trailer gefällt mir dagegen jetzt nicht so sehr.
Werde bei Zeiten sicher trotzdem mal reinsehen.
 

squizo

Zillion Dollar Sadist
Bin jetzt bei Folge 6. Bisher ganz gut. Allerdings kann ich nicht ganz einschätzen, wohin die Serie will. Einerseits sehr lustig und dann wieder sehr düster und langsam. Mit den Szenen aus den Konzentrationslagern tu ich mir etwas schwer.. Spoiler: "Ein Schachspiel mit echten Menschen im KZ, die sich mit Rasiermessern dann umbringen mussten. Aber das musste nicht sein.. Das hätte zu einem Comicbösewicht gepasst aber unpassend zu der Thematik
 
Zuletzt bearbeitet:

TheReelGuy

Well-Known Member
Leute, schlaft mal nicht, was diese Serie angeht. Das hier ist zwar keine große Kunst, aber schöne Schund-Unterhaltung mit ganz tollem 70er-Jahre Flair. Der Stil der Serie ist dabei ein tonales Potpourri aus Filmen wie "The Boys from Brazil", "Inglourious Basterds" oder Videospielen wie "Wolfenstein". Es geht um böse Nazis und die verhalten sich bitterböse, bevor sie dann möglichst gewaltsam aus dem Leben scheiden. Drumherum gibt es dann noch eine große Verschwörungsgeschichte, die sich größtenteils an Operation Overcast & Paperclip entlanghangelt

Al Pacino versprüht hier fast schon mehr Energie und Spielfreude als noch in "The Irishman", aber neben ihm sind auch Logan Lerman, Dylan Baker und Josh Radnor (ja, Ted von "How I Met Your Mother") echt zu guten Performances aufgelegt. Man merkt auch, dass alle wissen, was für eine Serie das hier ist. Speziell Radnor liefert hier ganz großen Camp ab.

Spoiler: "Ein Schachspiel mit echten Menschen im KZ, die sich mit Rasiermessern dann umbringen mussten. Aber das musste nicht sein.. Das hätte zu einem Comicbösewicht gepasst aber unpassend zu der Thematik
Ich kann deinen Punkt schon verstehen und habe auch das Statement der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau dazu gelesen, aber ich finde, dass die Serie sich schon sehr deutlich als fiktionales Werk mit einer übertriebenen Darstellung identfiziert. Insgesamt unterscheidet sich die Serie da nur wenig von so Filmen wie "Hellboy" oder auch den "Indiana Jones"-Filmen.

Es sollte allerdings auch erwähnt werden, dass die Verbrechen des Holocaust in "Hunters" eben nicht nur in einer Comic-Bösewicht-Art inszeniert sind, sondern in vielen Szenen recht authentische Situationen dargestellt werden. Gerade auch, weil das Trauma dieser Erfahrungen zum essenziellen Bestandteil einiger Figuren gehört.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Habe ich auf dem Zettel, hat für mich aber nicht direkt Priorität. Dürfte aber nicht mehr lange dauern bis ich einen Blick drauf werfen kann.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Habe die erste Staffel ebenfalls gesehen und gehe da ganz mit TheReelGuy. So'n paar Probleme ergeben sich zwar immer, weil die Serie einerseits auf Humor, andererseits aber auf Drama setzen will, doch so insgesamt ist es doch eine ziemlich runde Sache, dir mir gefallen hat. Auf jeden Fall einen Blick wert und zwar nicht nur wegen Al Pacino - auch die anderen Darsteller sind gut bis sehr gut. Abstriche muss man als O-Ton-Zuschauer allerdings (mal wieder) bei den deutschen Passagen machen. Altes Problem, heutzutage weniger präsent als zuvor, aber leider noch immer vorhanden.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
Auf jeden Fall einen Blick wert und zwar nicht nur wegen Al Pacino - auch die anderen Darsteller sind gut bis sehr gut.
Speziell Josh Radnor kann in der Rolle des selbstverliebten Schauspielers Lonny Flash punkten, während Dylan Baker in seiner Paraderolle als aalglatter Bösewicht brilliert. Mein Lieblingsschauspieler in der ersten Staffel war aber wohl Saul Rubinek, der ein schöner Ruhepuls inmitten all der Gewalt ist.

Nach dem Ende der ersten Staffel bleiben aber einige Fragen und ein großes 'WTF' zurück, weswegen eine zweite Staffel für mich so oder so Pflicht ist.
 

Puni

Well-Known Member
Bin fast durch und kann die Begeisterung vom ReelGuy nicht so ganz teilen. Ich finde es ist gut gemacht, ähnelt von der Aufmachung her Sachen wie Preacher, aber so richtig zünden tut die Serie nicht. Ich bin mir teilweise wirklich unsicher, was ich insbesondere von den KZ-Rückblicken halten soll. Auch hätten die Szenen in der Gegenwart mehr "Pulp" vertragen, wenn man das ganze stilistisch schon so aufzieht. Aus der Fülle an Charakteren wird mir dann doch zu wenig gemacht, und es klingt jetzt komisch, aber irgendwie sind nur die Nazi-Gegner auf eine seltsame Art unterhaltsam, während alle Szenen um die Hunters dann doch wieder ziemlich ernst sind, dass auch so Spielereien wie die eingestreuten fiktiven Fernsehwerbespots wiederum unpassend wirken. Entweder ganz, oder gar nicht, was bei der Thematik aber halt auch wirklich schwierig ist.

Irgendwie lässt mich die Serie ziemlich ratlos zurück.
 

Clive77

Serial Watcher
Teammitglied
Das "Problem" der Serie ist auch irgendwie die Vereinbarung von Humor und Drama, was sich gerade mit Blick auf die Thematik beißt. Die "Schund-Unterhaltung", die TheReelGuy anführt, trifft es da noch am ehesten. Darauf muss man sich irgendwie einlassen, um der Serie überhaupt was abzugewinnen.
 

TheReelGuy

Well-Known Member
Also ich sehe die Serie da halt wirklich eher in der Tradition von Filmen der 70er-Jahre, in denen auch wild Themen und Emotionen vermischt wurden und bei denen dann so eine eigenartiger Mix aus ernsten Themen und over-the-top Inszenierung herauskam. Der "Marathon-Mann" oder "Boys from Brazil" sind da vielleicht noch etwas bodenständigere Vertreter, aber dann gibt's da auch noch Filme wie "Ilsa" oder ähnliche Vertreter des Nazisploitation Subgenres. welches sich speziell in der Zeit großer Beliebtheit erfreute, wenn es in die B-Movie Richtung geht.

Wie gesagt, ich verstehe die Probleme, die man mit den tonalen Tempowechseln haben kann, aber ich bin da einfach anders vorbelastet, weshalb ich die Serie halt auch einfach anders gucke. Wenn du die letzte Szene gesehen hast, schreiben wir uns dann nochmal hier, Puni :biggrin:
 

Indian03

Member
Seit gestern auch durch und ich muss sagen: najaaa - ein Highlight wars nicht. Es hat sicherlich Spass gemacht Al Pacino und Josh Radnor zuzuschauen, dass 70er Jahre Flair war auch nett anzusehen, aber die Story war irgendwo so belanglos, dass es fast weh tat. Ich habe die ganze Zeit davor gesessen und mich gefragt, was will der Autor mir damit sagen und ich habe nichts gefunden. Sollte das Tarantino-eskes Spiel mit der Geschichte sein, ein Drama um die Verbrechen in der Nazi-Zeit oder ein Actioner mit Nazi-Jagd. Irgendwie will die Serie alles sein und macht dabei nichts richtig. Was leider dann es hat richtig schlecht werden lassen sind die beiden "Twists" am Ende, die nun so abgeschmackt waren, dass die Autoren gehauen gehören dafür.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Wenn ich solche Kritiken lese, frage ich mich immer, was von der Serie/ dem Film erwartet wurde.
Bei Hunters geht es darum, dass ein paar Leute Nazis jagen und wie sie dies ggf. verändert. Bei Wikipedia werden Drama, Thriller und Fantasy als Genre angegeben. Dem wird Hunters denke ich ganz gut gerecht. Drama mit einem bisschen Thrill und ein wenig zu lachen hier und da. darüber hinaus eben in gewissem Grade brutal.

Mir hat Staffel 1 ganz gut gefallen. Die Truppe war überwiegend sympathisch, die bösen Nazis entsprechend unsympahisch.
Dass einzige, was ich sehr schade fand, war dass Murray draufgegangen ist, weil der mir am sympathischsten war und ich Saul Rubinek generell gerne (in sympathischen Rollen) sehe.

Dass Offerman aka Zucks draufgegangen ist, wundert mich weniger, da es mich schon etwas gewundert hätte, wenn Pacino eine Serienrolle annimmt, die er länger als eine Staffel spielen muss. Dass er am Ende der Wolf ist, habe ich nicht gedacht, wobei ich nach all den Filmen und Serie über die Jahre doch langsam auch solche Möglichkeiten im Hinterkopf haben müsste. Fand ich aber ganz gut.


Bin durchaus gespannt, wie es da in Staffel 2 weiter geht.
 
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