Knives Out - Mord ist Familiensache ~ Krimi von Rian Johnson, mit Daniel Craig

Presko

Well-Known Member
@Presko

Da kann man auch mal einfach um 4:20Uhr Morgens antworten. Und nein, ich habe noch keine Sekunde geschlafen diese Nacht. Hach...die gute alte Insomnia. Zumindest muss ich nicht raus Morgen. Naja, wen interessierts?

Er wusste bereits (Blutpunkt), dass sie involviert ist, es aber mit ziemlicher Sicherheit nicht war (ununterbrochene Blutspritzer/niemand stand nahe des Opfers plus ihre hervorragende Reputation). Da er die Umstände komplett aufklären wollte und ihre Hilfe Gold wert war, wollte er sie keinem Risiko aussetzen, da die Schuldgefühle sie zu einer ehrlichen aber falschen Antwort hätten bewegen können.
Wenn du weißt, jemand ist involviert, aber du weißt nicht wie, nimmst du die Person nicht aus dem Spiel bzw. lässt es zu, dass diese Person sich vor der Polizei belastet oder entlastet.
Ihre Antwort wäre allerdings mal ziemlich interessant gewesen. Denn ein "Nein" würde sie sicher als nicht richtig empfinden, wäre aber komplett korrekt. Auch aus früher Sicht der Dinge, wenn du verstehst, was ich meine.

Gute Antwort. Ist akzeptiert. :smile:
 

Presko

Well-Known Member
Vielleicht dann noch ein paar Worte zu Craig, denn auch er spielt fantastisch. Insbesondere Anfangs mit einer nonchalanten Coolness, wobei man mit der Zeit immer weniger sicher ist als zu Zuschauern, ob er nun wirklich so ein genialer Ermittler oder doch nicht eher eine Art trotteliger Inspektor ist, der seine Trotteligkeit nicht gar nicht wahrnimmt. Dazu kommt eine Sanftmütigkeit, die gerade in der zweiten Hälfte nach vorne kommt. All das verbindet Craig in der Rolle wirklich phänomenal.

Und es stimmt, was Gonzo schrieb. Der ganz grosse Wow-Effekt kam etwas früh und ich hab mich dann schon gefragt, wo das jetzt noch hinführen soll und wie da noch Spannung erzeugt werden will. Aber gerade auch dieser Wechsel der Perspektive, ist schon sehr gewagt aber auch genial. Ich würde aber schon sagen, dass am Schluss nochmal ein Twist kommt:
Die Offenbarung, dass Marta Harlan gar nicht getötet hat.
Die Auflösung, wie Gonzo ebenfalls sagt, lebt auch davon, wie die Fäden zusammenkommen und wie man als aufmerksamer Zuschauer auch durchaus das eine oder andere schon ein wenig vorher kommen sieht, was in seiner eigenen Weise auch befriedigend ist. Ja, ich gebs zu, ich bin richtig begeistert:clap:

Meine grosse Befürchtung war übrigens lange
dass die Auflösung wäre, dass Harlan das alles eingefädelt hat und evtl. gar nicht tot ist
 

Cartman

Well-Known Member
Ich hatte auch gedacht, dass

Harlan selbst dahinter steckt

Der Twist, dass
Martha am Schluss gelogen hat und sich übergeben wird
war jedoch meilenweit zu riechen.
 

Noermel

Well-Known Member
Vielleicht dann noch ein paar Worte zu Craig, denn auch er spielt fantastisch. Insbesondere Anfangs mit einer nonchalanten Coolness, wobei man mit der Zeit immer weniger sicher ist als zu Zuschauern, ob er nun wirklich so ein genialer Ermittler oder doch nicht eher eine Art trotteliger Inspektor ist, der seine Trotteligkeit nicht gar nicht wahrnimmt. Dazu kommt eine Sanftmütigkeit, die gerade in der zweiten Hälfte nach vorne kommt. All das verbindet Craig in der Rolle wirklich phänomenal.

Und es stimmt, was Gonzo schrieb. Der ganz grosse Wow-Effekt kam etwas früh und ich hab mich dann schon gefragt, wo das jetzt noch hinführen soll und wie da noch Spannung erzeugt werden will. Aber gerade auch dieser Wechsel der Perspektive, ist schon sehr gewagt aber auch genial. Ich würde aber schon sagen, dass am Schluss nochmal ein Twist kommt:
Die Offenbarung, dass Marta Harlan gar nicht getötet hat.
Die Auflösung, wie Gonzo ebenfalls sagt, lebt auch davon, wie die Fäden zusammenkommen und wie man als aufmerksamer Zuschauer auch durchaus das eine oder andere schon ein wenig vorher kommen sieht, was in seiner eigenen Weise auch befriedigend ist. Ja, ich gebs zu, ich bin richtig begeistert:clap:

Meine grosse Befürchtung war übrigens lange
dass die Auflösung wäre, dass Harlan das alles eingefädelt hat und evtl. gar nicht tot ist


Ja dem muss ich auch zustimmen.
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TheReelGuy

The Toxic Avenger
Ich habe den Film jetzt auch endlich gesehen, nachdem ich es am Wochenende nicht geschafft habe. Und was soll ich sagen?!

Der Film ist absolut unterhaltsam, der Cast ist nicht nur namhaft, sondern liefert auch vollkommen ab und das Drehbuch ist richtig stark. Die Art, wie hier in gewissen Zügen mit der Whodunnit-Formel gespielt wird, ist toll und dabei kommen dann noch einige recht scharfe Beobachtungen und entlarvende Momente hinzu. Ich habe - abseits von ein paar schwächeren Gags - wirklich kaum etwas zu beklagen, deshalb vorerst:

9 / 10 Momente mit Trooper Wagner

- Ich muss sagen, dass mir die Twists insgesamt ganz gut gefallen haben. Zum Ende hin wurde es natürlich immer klarer, auf was es hinausläuft, aber so sollten solche Geschichten ja auch sein. Sie sollten genug Anhaltspunkte geben, damit man es selber zusammenbauen kann und das hat die Geschichte sehr gemacht.

- Gerade die Verarbeitung des unterschwelligen und oberflächlichen Rassismus hat mir super gut gefallen. Von Richard hat man sowas erwartet, bei Linda war es auch sehr wahrscheinlich, aber als dann noch Meg dazukam. Autsch! Das war ein großartiger, weil niederschmetternder Moment. Auch das ständige Ändern von Marta's Heimat in verschiedenen Unterhaltungen hat sich recht authentisch angefühlt.

- Ich hätte mir ruhig noch ein wenig mehr von Jacob, dem "Nazi-Kind", gewünscht. Da wären sicher auch nochmal ein paar entlarvende Momente möglich gewesen, aber insgesamt stimmt die Mischung schon. Irgendwie läuft seine Rolle in der Familie auf wenig heraus, während alle anderen eine gewisse Funktion haben.
 

Deathrider

The Dude
Gestern im Kino geschaut und ich möchte sagen...

Ja!

Danke, Rian Johnson!

DAS darfst Du bitte gerne öfter machen!

Hier hat fast alles gestimmt. Die Handlungen waren nachvollziehbar, logisch und in-character. Einige der Wendungen kamen wirklich überraschend, während andere zwar voraussagbar waren, was aber nicht schlimm ist da man als miträtselnder Zuschauer auf diese Weise noch mehr mitfiebert, wenn man merkt dass man hier und da richtig kombiniert hat. Dass die Schauspieler eine tolle Leistung abgeliefert haben, ist bei diesem Ensemble kaum verwunderlich, darf aber durchaus erwähnt werden. Der Humor reichte von Holzhammer bis zu sehr subtil, war aber immer geistreich. Set up und pay off wurden wie im Lehrbuch umgesetzt. Ein Film der es schafft zu überraschen und gleichzeitig zu befriedigen.
Also das genaue Gegenteil von Rian Johnsons letztem Werk Star Wars: Episode 8

Ich vergebe mal...

9/10 Filmrequisiten

...in der Hoffnung auf viele Fortsetzungen.
 

Mr.Anderson

Kleriker
Ich habe nicht geglaubt, dass das wirklich der Fall sein könnte, aber Rian Johnson hat einen wirklich zufriedenstellenden Film abgeliegert. Seine vorherigen Filme fand ich alle okay, bis auf eine Ausnahme die ziemlich abfiel, aber nichts was ich mir unbedingt noch ein zweites mal ansehen würde. Das hier ist die Ausnahme! Wirklich toll gemachte Murder Mystery. Für mich war einiges, trotz der vielen Haken die der Film schlägt, vorhersehbar. Das kann aber wohl nur der Tatsache angelastet werden, dass ich seit geraumer Zeit einal im Jahr alle 69 Columbo Episoden ansehe und da bleibt einiges hängen.

Als die Pflegerin ihm das Gegenmittel spritzen wollte und es nicht fand, war klar, dass es später nicht mehr um sie als Mörderin gehen würde, sondern um eine dritte Partei. Jemand hat das Zeug verschwinden lassen. Ich habe mich nur gefragt, wie die Person wissen konnte, dass sie die Medikamente vertauschen und das Gegenmittel benötigen würde. Das der Detektiv sie als Mörderin in Betracht zog, kam mir in den Sinn, weil er sie Anfangs immer bei sich hatte, auch wenn er sie nicht unbedingt brauchte. Es sind bei Columbo IMMER die Verdächtigen, die aktiv an der "Lösung" des Falls mitarbeiten. Columbo fördert dass, in dem er seine Verdächtigen auch gerne auch aktiv um Hilfe bittet. Irgendwie habe. Ich habe meiner Frau gesagt, dass am Ende bestimmt folgender Dialog kommt: "Ab wann wussten Sie es" "Ab unserem ersten Gespräch". Der Dialog kam ja tatächlich am Ende. Das der prominent ins Bild gesetzte Blutfleck auf dem Schuh damit zu tun haben würde, dachte ich nicht. Wirklich überraschend und null vorhersehbar war die Erpressung und alles was damit zusammenhing. Das es Hugh war, wurde mir klar, als der Detektiv kurz vor ihrem Geständnis eingriff und sagte dass es ein Selbstmord war. Wie die näheren Umstände waren weiß ich nicht. Es war aber immer noch das anonyme engagieren des Detektivs im Spiel und das verschwundene Gegenmittel. Die dritte Partei war also noch nicht aufgetaucht. Wer bot der armen Erbin ganz schnell eine Mitfahrgelegenheit und ihr völlig selbstlos nach dem Geständnis im Restaurant seine Hilfe an? Captain America! Was habe ich von Columbo gelernt? Der hilfsbereiteste ist IMMER der Mörder.

Soweit war das ganz einfach. Allerdings gab es noch soviele Haken die geschlagen wurden, besonders zum Ende hin, das mich zwar nicht die schuldige Person, aber die ganzen Begleitumstände extrems überrascht und unterhalten haben! Klare Empfehlung!

9/10


Vielleicht dann noch ein paar Worte zu Craig, denn auch er spielt fantastisch. Insbesondere Anfangs mit einer nonchalanten Coolness, wobei man mit der Zeit immer weniger sicher ist als zu Zuschauern, ob er nun wirklich so ein genialer Ermittler oder doch nicht eher eine Art trotteliger Inspektor ist, der seine Trotteligkeit nicht gar nicht wahrnimmt. Dazu kommt eine Sanftmütigkeit, die gerade in der zweiten Hälfte nach vorne kommt. All das verbindet Craig in der Rolle wirklich phänomenal.
Lässt man die nonchalante Coolness weg, hast du gerade Columbo beschrieben. Bisher hätte ich mich mit Händen und Füssen dagegen gewehrt, aber sollte man doch mal auf die Idee kommen Columbo ins Kino zu bringen, sollte man Craig auf jeden Fall in Betracht ziehen... und Hulk(wie heißt der Darsteller noch?)
 
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Revolvermann

Well-Known Member
Hat zwar nichts mit dem Film zu tun aber ja! Mark Ruffalo als Columbo sag ich seit Jahren. Nicht nur dass sie sich optisch halbwegs ähnlich sind, Ruffalo verkörpert auch sehr überzeugend diesen nach außen hin trotteligen Typ, welcher aber in Wirklichkeit ziemlich smart ist.

Hab sogar schon ein paar mal gesehen, dass er die Rolle spaßeshalber nachmacht. In Talk Shows und Interviews.
Leider hab ich keine Ahnung mehr wo genau.

Edit: Konnte mich gerade noch erninnern das es eine ganz kurze Szene bei den Age of Ultron Bloopers gab, wo er ihn imitiert. Wirklich nur ganz kurz ab ca. Sekunde 0:37 nachdem er versucht den Hammer zu heben.
HIER "Könnte ich ihnen eine Frage stellen?"
 

Woodstock

Z-King Zombies
Ich muss hier nichts mehr groß erwähnen. Rian Johnson sollte großen Franchises fernbleiben und solche einfachen Projekte drehen. Das kann er. Die Geschnisse sind logisch nachvollziehbar, es gibt Indizien die nirgendwo hinführen und den Zuschauer verwirren können und alles Gesagte und Getaene wird später wieder aufgegriffen. Sehr gut! :smile:

EDIT: Gut ja, manche Sachen kann man logisch nachvollziehen, wenn man die Charaktere der Leute bedenkt. Manche davon sind leicht dumm. :squint:
 
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NewLex

Well-Known Member
Gibt´s aktuell gratis bei Amazon Prime! Der Film hat mir außerordentlich gut gefallen. Nicht zu kompliziert, nicht zu übertrieben und in sich einfach stimmig. Sehr gute Schauspieler, toll inszeniert, gut gefilmt, weder zu lang noch zu kurz, sowie passender Humor. Ich hab eigentlich nix zu bemängeln.
Da könnte man glatt eine 10/10 zücken. Aber keine Ahnung irgendwas fehlt halt für die Höchstwertung.
 

Beckham23

Well-Known Member
Heimkinomäßig ist 2020 ein total verlorenes Jahr - was sich in den letzten Jahren während meiner Serien-Saisons (die Sommermonate) an BRs immer auf den Herbst angestaut hatte...und dieses Jahr??? Absolut nix - kein Wunder, wenn aus dem Kino nix nachkommt...echt enttäuschend...;-(

Also, habe ich mal zu einem älteren Film gegriffen, diesen hier und wurde hervorragend unterhalten! Spannung und die Frage nach dem wer´s war, war sehr unterhaltsam.

Becks
 
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