Kritikenreihen Treasure Tuesday & Treasure Monday (diese Woche: "Belladonna of Sadness")

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
@Schneebauer
Erweitere deinen Horizont. :wink:

Zum Film:
Habe ja schon den einen oder anderen Film mit der Hepburn gesehen und sie (und vor allem sie - also Audrey) haben mir soweit immer ganz gut gefallen. Dann muss ich dem hier natürlich auch mal eine Chance geben. :smile:
 

TheGreatGonzo

Not interested in Naval Policy
Teammitglied
Oh, schön. A.I. mag ich eigentlich auch sehr, wenn der sich auch gegen Ende etwas sehr zieht. Dafür macht der Teddy so ziemlich alles wett und als bildgewaltiger, aber sehr emotionaler Sci-Fi-Film ist er schon irgendwie was besonders, auch als symbolträchtige Odyssee mit Pinocchioanleihen finde ich das sehr gelungen. Muss ich mal wieder anschauen.

Von Krieg der Welten war ich dagegen noch nie ein besonders großer Fan. Finde den Film definitiv nicht schlecht und er ist oft wahnsinnig spannend, aber so richtig ist der Funke nie übergesprungen, auch wenn ich dir bei einigen Punkten theoretisch zustimmen würde. Dafür bietet der Film eine von Spielbergs großartigsten Szenen, nämlich die schnittlose Autofahrt, in der die Kamera unuterbrochen von Figur zu Figur wandert. Spielberg hat das ja recht gerne gemacht, verschiedene Einstellungen als unscheinbare Plansequenz (z.B. das Trinkduell in "Raiders"), aber hier in Krieg der Welten ist das schon wahnsinnig beeindruckend gemacht, wenn auch vermutlich unter Zuhilfenahme von visuellen Effekten. Aber wen interessiert das schon, wenn es am Ende so gut funktioniert.
 

Revolvermann

Well-Known Member
Ein doppelter Spielberg von Joel?
Hat Jay deinen Account geknackt? Nach der ganzen "Gefährten" Schelte im Podcast. :squint:
Sehe ich aber genauso und würde bei beiden Filmen sogar noch 0,5 höher gehen.
Gerade bei "Krieg der Welten" werden so viel Sachen sträflich übersehen. Da denken die meisten Leute einfach es gäbe in der 2. Hälfte zu wenig Action für einen No-Brainer-Invasionsfilm. Hirn mal eingeschaltet lassen tut es auch. Vor allem weil man hier sicher trotzdem kein hochkompliziertes Deutungs-Konstrukt vorgesetzt bekommt.
Da regen sich viele auf das man in einer Szene nicht mitbekommt was hinter dem Hügel abgeht und niemand fragt sich warum Spielberg mit der Kamera überhaupt bei Cruise bleibt.
Naja. Jedenfalls schöne Kritiken.
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Wieder gute Kritiken, Joel. Ich mag auch beide Filme, wobei ich A.I. ein Stück besser finde. Aber Krieg der Welten ist ein unterhaltsamer und optisch beeindruckender Film, den ich im Kino genossen habe. Das Ende fand ich naheliegend.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
Krieg der Welten hat mir von der ersten Sichtung an gefallen. A.I. dagegen so gar nicht. Vielleicht geb ich ihm irgendwann nochmal eine Chance.
 

Slevin

New Member
Manny schrieb:
Krieg der Welten hat mir von der ersten Sichtung an gefallen. A.I. dagegen so gar nicht. Vielleicht geb ich ihm irgendwann nochmal eine Chance.

Geht mir genauso, A.I. ist überhaupt nicht mein Fall, das Kind nervt mich auch richtig. Krieg der Welten hingegen ist ganz gut.
 

brawl 56

Ich bin auf 13 Sternen zum Tode verurteilt!
Von AI hielten mich bisher immer die durchwachsenen Kritiken ab, aber jetzt werde ich dem wohl mal eine Chance geben :3
 

Tyler Durden

Weltraumaffe
Teammitglied
Slevin schrieb:
Manny schrieb:
Krieg der Welten hat mir von der ersten Sichtung an gefallen. A.I. dagegen so gar nicht. Vielleicht geb ich ihm irgendwann nochmal eine Chance.

Geht mir genauso, A.I. ist überhaupt nicht mein Fall, das Kind nervt mich auch richtig. Krieg der Welten hingegen ist ganz gut.
Mich hat das Kind in Krieg der Welten viel mehr genervt :squint:
 

Diego de la Vega

Not Yet Rated
Tyler Durden schrieb:
Mich hat das Kind in Krieg der Welten viel mehr genervt :squint:

Welches?
Denn noch schlimmer als die ewig kreischend Dakota Fanning, war für mich klar Justin Chatwin. Ich dachte nur, lass ihn laufen, dann nervt der die restliche Filmlaufzeit nicht mehr. Natürlich nicht im Sinne des Vaters, aber meiner Nerven. Dass der am Ende
auch noch überlebt, anstatt bei der Mörderexplosion umgekommen zu sein, ja sogar noch vor Papa und Schwester zuhause, bei Apfelkuchen und warmer Milch auf die wartet...
:facepalm:
 

Jay

hauptsache bereits gesehen
Teammitglied
Hoppla, ich hatte mich noch gar nicht zum Girls Club und den Heathers gemeldet.

Girls Club ist eine überraschend bissige :nene: Highschoolkomödie, die unterhaltsam in den Divenkosmos der lokal wichtigen Mädchen und ihres Regimes blickt (viel besser als Bekenntnisse einer Highschool-Diva, ebenfalls mit Lohan). Sehr gelungenes Script von Tina Fey und wäre Lohan nicht so abgesumpft, hätte man sie nach dem und Freaky Friday glatt als nächstes Comedysternchen erwarten können.

An Heathers kann ich mich schwerer erinnern, liegt auch wohl länger zurück. Die gallige Kehrseite der Hughes Filme, wie du schreibst trifft es als Beschreibung ziemlich passend, würd ich sagen. Müsste ich mal wieder auffrischen um mehr dazu zu sagen.

Die Zwei auf gleichem Weg DVD hab ich hier rumfliegen, aber noch nicht gesehen.

Spieeelberg. :smile: Erst mal zu Krieg der Welten - würd ich höher bewerten und gehört für mich zu den Klassikern der letzten Dekade. Von den Effekten her gewaltig, der Spannungsaufbau ist über alle Maße gelungen (das erste Eintreffen, die Szene an der Fähre) und Cruise und Fanning sind beide spitze. Chatwins Charakter... hat mich nicht so überzeugt und ja, ich gehör auch zu der nölenden Fraktion die die Szene mit dem Berg und den Schluss nicht optimal finden, kann aber damit leben. Ist kein Gefährten, aber ein großer Film.

Spielbergs zusammengebastelter Kubrick Tribut AI ist kein Kubrick, aber ein träumerisch interessanter Film. Da ich The Sixth Sense nie als den kulturellen Meilenstein erlebt und den Film nicht 125tausend mal gesehen hab wie viele andere damals, ging mir Osment auch nicht so auf den Nerv. Hätte es eventuell zu Blade Runner esken Höhen schaffen können, aber dafür ist der Film dann doch nicht ruhig genug.
 

Schneebauer

Targaryen
A.I. hab ich zu letzt, und erst zum 2. Mal vor ca nem Jahr geshen und empfand den als ziemlich unschön gealtert und ziemlich weit entfernt von einem Klassiker. Auch KdW hab ich nicht als besonders im Gedächtnis behalten. Da hab ich selbst nach guter Kritik jetz, wenig Lust den nochmals zu schauen.
 

narn5

Elwood Blues
A.I. Liebe ich, tolle Optik, tolle Storry Tolle schauspieler

Krieg der Welten habe ich nur im Kino gesehen damals und fand den ehr unnötig bis schlecht (schau mir lieber den alren aus den 60ern an)

Interesannt wie hier die Meinungen ausseinander gehen
 

Der Pirat

New Member
A.I hab ich damals im Kino gesehen und bin nach der Hälfte gegangen.
Habs vor 2 Jahren oder so noch mal versucht und den wieder nach gut 30 Minuten ausgemacht.
Werd ich einfach nicht warm mit.
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Revolvermann schrieb:
Da regen sich viele auf das man in einer Szene nicht mitbekommt was hinter dem Hügel abgeht und niemand fragt sich warum Spielberg mit der Kamera überhaupt bei Cruise bleibt.
Eeeeee-xakt! Und das ist in gewisser Weise die Kernszene für alles Folgende und ganz explizit auch für das Ende, wie man es einzusortieren hat.
Ray, als ein überwiegend abwesender und desinteressierter Vater, steht ungewollt plötzlich in der Pflicht, seine Kinder zu beschützen. Kinder, die er kaum richtig kennt. Er weiß nicht, dass seine Tochter auf Erdnussbutter allergisch ist, er ist über die Baseball-Team Wahl seines Sohnes überrasht. Der Sohn ist kein kleiner Junge mehr, mit dem man im Garten Ball spielt, um ihn zu erreichen. Der Sohn ist erwachsen geworden und das muss Ray in diesem Moment einsehen. Er muss sich auf das Kind konzentrieren, das noch wirklich seine Hilfe braucht, denn in Rays Rücken wird die Tochter gerade von gut meinenden Leuten mitgeschleppt. Ray muss seinen Sohn ziehen lassen. Was hinter dem Hügel passiert ist nicht Rays Story und dieser Film ist komplett Rays Story, ist aus seiner Perspektive erzählt. Ray muss erkennen, dass der Sohn eigene Entscheidungen treffen kann und darf, dass die Tochter aber viel dringender die Hilfe ihres Vaters braucht. Ray trifft eine Entscheidung, lässt seinen fast-erwachsenen Sohn ziehen und hilft seiner Tochter. Wäre der Sohn am Ende gestorben, wäre es wie schicksalhafte Bestrafung, als hätte Ray die falsche Entscheidung getroffen. Und Spielberg hat nun mal keinen ultrarealistischen "alles kann passieren" Invasionsfilm gedreht, sondern einen parabelartigen. Deshalb MUSS der Sohn leben, damit Rays gelernte Lektion loszulassen wirklich eine Lektion bleibt und kein Fehler. Wie in der Kritik geschrieben ist die Präsentation am Ende ein wenig plötzlich und plump. Aber dass der Sohn lebt ist absolut richtig. Vor allem weil Spielberg ganz geschickt und fast wider seiner Natur vermeidet, aus Ray wirklich einen Helden zu machen. Er hat seine Pflicht getan und ist dennoch außenstehend am Ende.
Mal ganz abgesehen davon, dass der Blick auf den Hügel, mit den anrollenden Kampffahrzeugen, den Schüssen, Feuern und Explosionen vom Gefühl her eigentlich wesentlich effektiver ist, als wildes Schlachtengetümmel.


Und bzgl. A.I.

Klar, Spielberg trägt hier und da etwas dick auf, gerade bei den Dialogen, aber wie ja auch der Nostalgia Critic in seinem Video feststellen musste, stellt sich Spielberg ziemlich klar in de Dienst von Kubrick, um dessen Ideen unterzubringen. Und auch hier, das Ende...
Zunächst mal: Es gibt keine Aliens in AI. Es sind weiterentwickelte Roboter in einer Zeit, als es wohl kein menschliches Leben mehr gibt. Sie finden David, der wie ein geschichtliches Dokument ist, ein "Zeitzeuge" der Menschen, ein Zeitzeuge von Gefühlen und "Menschlichkeit". Es ist ziemlich eindeutig, dass die Roboter der Zukunft nicht einfach so nett sind und David einen Gefallen tun, sie wollen ihn und seine Erinnerungen, seine Gefühle erforschen. Die blaue Fee ist nur eine profizierte Vermittlungsinstanz um David zu erreichen und die folgende Simulation für ihn glaubwürdig zu gestalten. Es ist ein wenig vage und kann nur vermutet werden, aber David stirbt ziemlich sicher am Ende und womöglich ist diese eine magische Tag als wortwörtliche "Deadline" nicht unbedingt auf die Mutter, sondern auf Davids gefrorene und reaktivierte Schaltkreise zu übertragen. Um möglichst viel von David zu lernen reaktivieren zu die intensivsten Bereiche seines Verstandes, erfüllen seinen emotionalsten Wunsch.
 

Manny

Professioneller Zeitungsbügler
@Joel
Ist der Spoiler zu KdW von Spielberg so wiedergegeben worden oder ist das eine Interpretation deinerseits?
 

Joel.Barish

dank AF
Teammitglied
Kann sein, dass ich das in einem Spielberg Interview mal aufgeschnappt habe, aber in erster Linie ist es eine Interpretation meinerseits. Und keine sonderlich komplexe. Für die meisten der beschriebenen Details muss man nur hingucken und einen Zusammenhang ziehen. Die Sache mit der Allergie, von der Ray nichts weiß, der Versuch, über Baseball längst vergangene Verbindungen zwischen Vater und Sohn wieder aufzubauen - dafür muss man ja nicht groß interpretieren, um das zu sehen. Auch die Frage nach der Perspektive, die der Film einnimmt, ist schnell zu beantworten. Was die Sache mit der Lektion/Bestrafung betrifft muss man vielleicht ein wenig mehr machen, als nur zu beschreiben was da passiert, aber wenn wir genau hingucken, was da in der Szene am Hügel passiert, wie es geschnitten ist, und wenn wir das mit den anderen Beobachtungen vergleichen und versuchen zu erklären, dann zeigt das schon in eine recht eindeutige Richtung.
Wäre das Ende anders, wäre es so, wie viele es sich scheinbar wünschen, was würde das heißen? Was würde der Film zu Ray als Vater, zu Rays Entscheidungen sagen, hätte der Film nicht das Ende, das er hat?
 
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